Die niederländischen Schulen. II. Meister des XVII. Jahrhunderts. Die Haarlemer Schule. (Woermann 1887)

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Autor: Karl Woermann
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Titel: Die niederländischen Schulen. II. Meister des XVII. Jahrhunderts. Die Haarlemer Schule.
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aus: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887)
Herausgeber: Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft
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Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Druck von Wilhelm Hoffmann
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Erscheinungsort: Dresden
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Inhaltsverzeichnis

[433]

D. Die Haarlemer Schule.Bearbeiten

Frans Hals d. ä.Bearbeiten

Geboren von Haarlemer Eltern bald nach 1580 zu Antwerpen, begraben zu Haarlem den 1. September 1666. Schüler des Karel van Mander in Haarlem, Bahnbrecher des holländischen Realismus des XVII. Jahrhunderts und als Haarlemer Schulhaupt einer der einflussreichsten Meister seiner Zeit.

Männliches Bildniss. 1358. (1020.) 11 b.Bearbeiten

Halbfigur nach rechts auf grauem Grunde. Der kräftige junge Mann, welcher die linke Hand in die Seite stemmt, trägt einen gelblich-grauen Rock, einen anliegenden Spitzenkragen und einen grossen schwarzen Hut. Sein kleiner Schnurr- und Kinnbart ist hell-, sein Haar dunkelblond.

Eichenholz; h. 0,24½; br. 19½. – 1741 aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Die Provenienzangabe bei H. beruht auf einem Irrtum. – Gegenstück zum folgenden. – Es sind vorzügliche Bildchen der reifen, blonden, mittleren Zeit des Meisters. – Phot. Braun I, 28 und Phot. Ges.

Männliches Bildniss. 1359. (1021.) 11 b.Bearbeiten

Halbfigur nach links auf grauem Grunde. Der kräftige Mann mit kleinem blonden Bärtchen und dunkelblondem Lockenhaar trägt einen schwarzen Rock, dessen durchbrochene Aermel das weisse Hemd zeigen, einen anliegenden weissen Spitzenkragen und einen grossen schwarzen Hut.

Eichenholz; h. 0,24½; br. 0,20. – Gegenstück zum vorigen. Vergleiche die Anmerkungen zu diesem. 1741 mit ihm aus der Sammlung Wallenstein in Dux. – Phot. Braun X, 25 und Phot. Ges.

[434]

Nach Frans Hals d. ä.Bearbeiten

Männliches Bildniss. 1360. (1022.) P 10.Bearbeiten

Brustbild nach rechts auf gelbgrauem Grunde; der Kopf fast von vorn. Langes blondes Haar. Kleiner Hut; schwarzer Rock, kleiner weisser Klappkragen.

Eichenholz; h. 0,34; br. 0,25. – Inventar 1722, A 191. Damals als eigenhändiges Selbstbildniss des Frans Hals. Nach Bode (Studien, S. 87) nur eine gute Copie eines vom Meister um 1650 gemalten Bildnisses bei Herrn Warneck in Paris (ebenda S. 85), vielleicht von einem der Söhne des Meisters. In der That ist es für ein eigenhändiges Bild des alten Frans Hals zu schwer im Vortrag und im Tone. – Eine andere Wiederholung im Museum zu Haarlem, dort auch nur als „nach“ Frans Hals bezeichnet. – Phot. Braun.

Unbestimmte Schüler Frans Hals des älteren.Bearbeiten

Bildniss einer jungen Dame. 1361. (1025.) M 2.Bearbeiten

Halbfigur nach links auf gelbgrauem Grunde. Die Dame trägt eine Haube mit Perlenbesatz, unter welcher ihr blondes Lockenhaar auf ihre Schultern herabfällt, ein schwarzes Seidenkleid, einen grossen durchsichtigen Kragen, ebensolche Manschetten, einen Orden auf der Brust, sehr weite Handschuhe und in der linken Hand einen Fächer.

Leinwand; h. 0,76; br. 0,63. – 1875 im Kunsthandel aus Amsterdam. – Am Kleid und an den Händen glaubt man allerdings die Pinselführung des Meisters zu erkennen. Die Modellirung des Kopfes aber ist zu hart und leer für ihn selbst.

Bildniss des Malers Vincent Laurens van der Vinne. 1362. (1023.) L 2.Bearbeiten

Halbfigur nach rechts auf graubraunem Grunde. Der junge Mann trägt einen grau-braunen Rock und einen kleinen weissen Klappkragen mit Troddelschnüren. Sein Haar ist glatt und dunkel.

Eichenholz; h. 0,63; br. 0,47½. – 1874 von Dr. A. v. d. Willigen, der es 1859 von der Familie van der Vinne kaufte „qui savaient que Frans Hals l’avait peint en une heure de temps.“ A. v. d. Willigen, Les artistes de Harlem, Ed. 1870, p. 143. – Trotz dieser Ueberlieferung erscheint die Malweise des Bildes, so unmittelbar sie durch Frans Hals beeinflusst ist, zu derb und hart für den grossen Meister selbst. Wäre die Echtheit anerkannt gewesen, so hätte es 1874 auch unzweifelhaft einen höheren Preis als 256 Gulden erzielt. Auch Bode, Studien, S. 84, bezeichnet es nur als Schulwerk. Möglicherweise rührt es von dem Maler V. L. v. d. Vinne (geb. 1629 zu Haarlem, gest. daselbst 1702), einem Schüler des Fr. Hals, selbst her. – Schwarzkunstblatt von C. van Noorde.

Bildniss einer alten Frau. 1363. (1026.) M 2.Bearbeiten

Halbfigur ein wenig nach links auf grauem Grunde. Die Alte trägt ein schwarzes Kleid, eine enganliegende weisse Haube und eine enggefältelte Halskrause. Ihre Hände legt sie im Schoosse über einander; in der Rechten hält sie ein weisses Tuch.

[435] Eichenholz; h. 0,74½; br. 0,55. – 1740 aus Antwerpen. Galt früher als Frans Hals. Doch schon bei H. mit Recht bezweifelt. In der That ist es nur ein Schulbild. So auch Bode bei v. Zahn. S. 203 und Studien, S. 87. – Phot. Ges.

Frans Hals d. j.Bearbeiten

Geburtsjahr und Todesjahr unbekannt. Er war einer der jüngeren Söhne und ein Schüler des älteren Frans Hals. Er wurde 1643 in Haarlem getraut und war 1669 daselbst noch am Leben.

Hille Bobbe und der Raucher. 1364. (1024.) K 2.Bearbeiten

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Kniestück. Die Alte sitzt rechts hinter ihrem Tisch, auf dem Fischwaaren liegen, und wendet sich grinsend nach links, wo der schwarzhaarige junge Mann mit einem Bierkrug und einer Pfeife in den Händen steht und ihr aus offenem Munde den Rauch entgegen bläst. Bezeichnet oben in der Mitte:

Leinwand: h. 0,97½; br. 1,24. – 1874 aus der Sammlung Reede van Oudtshoorn zu Utrecht. 1809 in der Sammlung Cremer zu Brüssel. Die Alte ist offenbar die Hille Bobbe, die durch Frans Hals des ä. Bild in der Berliner Galerie berühmt geworden ist; der Raucher ist identisch mit dem_Bilde A. Brouwer’s in der Sammlung Lacaze des Louvre. Dass das Bild vom jüngeren, nicht vom älteren Frans Hals herrührt, beweist seine schwerere Farbe und derbere Pinselführung. So auch Bode, Studien, S. 103. – Phot. Braun III, 35, VI, 36, VII, 30 und Phot. Ges.

Willem Claasz. Heda.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem 1594, gest. daselbst nach 1678. Ueber die Unsicherheit dieser Daten vergl. A. v. d. Willigen, Les artistes, p. 157. – Sicher nachweisbar in Haarlem zwischen 1631 und 1668. – Obreen’s Archief I, p. 235, 291.

Ein Frühstückstisch. 1365. (1193.) 15 b.Bearbeiten

Graugelber Grund. Rechts auf der grünen Decke stehen ein Römer mit funkelndem Rheinwein und ein Silberteller, auf dem eine Taschenuhr und ein umgestürzter Kelch liegen. Links auf dem weissen Tafeltuch eine angeschnittene Brombeerpastete, ein Bierglas, ein umgefallenes Weinglas, ein Messer in seiner Scheide und einige Haselnüsse. Bez. u. i. d. M.:

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Eichenholz; b. 0,54; br. 0,82. – 1875 im Kunsthandel aus Amsterdam. Hauptbild des Meisters. – Phot. Braun X, 26 und Phot. Ges.

[436]

Salomon de Bray.Bearbeiten

Geb. in Amsterdam (v. d. Willigen, Les artistes p. 02) um 1597, gest. zu Haarlem den 11. Mai 1664. Seit 1615 in Haarlem.

Junges Mädchen im Strohhut. 1366. (1194.) M 2.Bearbeiten

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Halbfigur nach rechts auf graugelbem Grunde. Das frische blonde Mädchen trägt einen grossen gelben Strohhut, ein weisses Hemd, ein farbiges Kleid, ein buntes Tuch über dem linken Arme und einen Fruchtzweig in der linken Hand. Bezeichnet links in der Mitte:

Eichenholz; h. 0,75½; br. 0,60½. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 404. Vorher beim Grafen Wackerbarth. – Gegenstück zum folgenden. – Phot. Braun IV, 36 und Phot. Ges.

Bekränzter junger Mann. 1367. (1195.) M 2.Bearbeiten

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Halbfigur nach links auf graubraunem Grunde. Der junge Mann mit dunkelblondem, glattem Haar, in dem ein Kranz ruht, trägt einen braunen Rock und stützt sich mit beiden Händen auf einen Stecken. Bezeichnet links unten:

Eichenholz; h. 0,75½; br. 0,59. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 405; vorher beim Grafen Wackerbarth. – Gegenstück zum vorigen.

Pieter Claesz.Bearbeiten

Geb. zu Steinfurt (wohl Burgsteinfurt in Westfalen, unweit der holländischen Grenze), heiratete schon 1617 in Haarlem, wo er ansässig blieb und am 1. Januar 1661 begraben wurde. Er war der Vater des bekannten Claes Pietersz. Berchem. Vergl. A. Bredius in v. Lützow’s Zeitschrift XVIII, 1883, S. 167, und W. Bode, Studien S. 224–227.

Stilleben. 1368. (1228.) 14 a.Bearbeiten

Auf einem Tische vor dunklem Vorhang stehen und liegen ein hoher goldener Pokal, zwei grüne Weingläser, ein in Pergament gebundenes Buch mit rotem Schnitt, eine Taschenuhr, eine Anzahl von Muscheln, eine rote und eine weisse Nelke. Links Blick in’s Freie. Bezeichnet unten links:

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[437] Eichenholz; h. 0,65; br. 0,55½. – 1875 im Kunsthandel aus Amsterdam. – Bis Bredius den richtigen Namen unseres Monogrammisten entdeckte, nannte man ihn bald (wie bei H.) Corn. Pottenburg, bald Corn. Pierson, bald Clara Peeters, bald gar Pietro Candido. Unser Bild, welches einer ziemlich frühen Zeit des Meisters angehört ist farbiger und fester gemalt, als seine meisten übrigen bekannten Bilder.

Pieter van Laer.Bearbeiten

Genannt Bamboccio. Geb. um 1590 zu Haarlem (nicht zu Laaren bei Naarden), gest. nach 1658. Nach Bertolotti (Artisti Belgi ed Olandesi a Roma, Firenze 1880, p. 119–124, 128–138) ist er nachweislich zwischen 1631 und 1637, wahrscheinlich aber ist er schon seit 1623 in Rom gewesen. Nach Sandrart ist er 1639 heimgekehrt und hat dann noch fünf Jahre in Haarlem gearbeitet. Doch besitzt z. B. das Berliner Museum eine Zeichnung seiner Hand mit der Jahreszahl 1658. Er war der Vater der Darstellungen aus dem niedern italienischen Volksleben.

Am Weinfass unter der Stadtmauer. 1369. (1402.) 8 a.Bearbeiten

Rechts unter der hohen, alten, mit einem Rundturm ausgestatteten Mauer ist ein Weinfass aufgestellt, an dem ein Mann im Hute einer jungen Frau ein Glas einschenkt. Links vorn hocken Kartenspieler am Boden. In der Mitte ein Hund und eine Hündin.

Leinwand auf Eichenholz geklebt; h. 0,37; br. 0,48. – Inv. 1754, II 876.

Das Kugelspiel (Boccia). 1370. (1403.) 9 c.Bearbeiten

Links die Berglandschaft, rechts schlichte Gebäude. In der Mitte des Hofes stehen zwei Lasttiere. Vorn spielen Landleute das Bocciaspiel. Diejenigen zur Linken werfen die Kugeln.

Leinwand; h. 0,49½; br. 0,64½. – Inventar Guarienti (vor 1753) N. 194.

Römisches Gesindel im Klosterhofe. 1371. (1404.) 12 a.Bearbeiten

Rechts an der Kirchenpforte werden Speisen an Arme verteilt. Vorn im Hofe buntes Treiben. Rechts verzehren Bettler ihre Speisen, links hocken Kartenspieler. In der Mitte stiehlt ein Betteljunge einer Frau, die einen Korb auf dem Kopfe trägt, eine ihrer Trauben. Durch den Rundbogen in der Mitte des Bildes blickt man in’s Freie.

Leinwand; h. 0,74; br. 0,98. – Inventar Guarienti (vor 1753) N. 1639.

Die Lohnauszahlung. 1372. (1406.) 8 a.Bearbeiten

Rechts unter der dunklen Mauer steht der Hausvater im Turban hinter dem Zahltisch und zahlt seinen von links herantretenden Arbeitern ihren Lohn aus. Links vorn sitzt einer am Boden und zählt sein Geld. Links im Hintergrunde die Landschaft, über welcher die Sonne gelb durch graue Wolken zu brechen versucht.

[438] Leinwand; h. 0,40; br. 0,48. – Nach H. 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena, was jedoch nicht nachweisbar ist. Jedenfalls Inventar 1754, II 877.

Unbekannter Meister P. v. L. oder P. Ml.Bearbeiten

Am Seestrand. 1373. (1227.) P 11.Bearbeiten

Graues, bewegtes, brandendes Meer. Vorn der Strand, dessen Dünen sich rechts im Bogen bildeinwärts ziehen. Fischer und Fahrzeuge am Strande; ein Segelboot im Begriffe zu landen; links vorn eine Signalstange; im Hintergrunde grosse Seeschiffe. Grau bewölkter Himmel.
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Bezeichnet links unten:

Eichenholz; h. 0,34½; br. 0,34½. – Zuerst im Katalog von 1835 als van Goyen. So auch noch in H.’s erster Auflage. Später von H. unmöglicher Weise dem Antwerpener Architektur- und Decorationsmaler Pieter van Loon (Liggeren II, p. 308) zugeschrieben. Das Monogramm, welches sich z. B. auch auf zwei ähnlichen Bildern im Stockholmer Privatbesitz („Pieter de Molyn’ von Olaf Granberg, Stockholm 1883. p. 42–45) und einem im Kölner Museum wiederfindet, wurde von Bode schon 1873 (bei v. Zahn VI, S. 194) auf den Landschaftsmaler Pieter Molijn d. ä. (geb. zu London; 1616 Mitglied der Gilde zu Haarlem; begraben daselbst am 23. März 1661) gedeutet. Granberg a. a. O. schreibt die Bilder mit diesem Monogramm dagegen doch nur frageweise diesem Meister zu. In der That sind Molijn’s Bilder in derselben Richtung frischer und kräftiger; auch sieht sein bekanntes Monogramm ganz anders aus; und das unsere wird wirklich eher P. v. L. als P. Ml. zu lesen sein. So auch Bredius, N. Nachr.

Jan Wijnants.Bearbeiten

Geb. wahrscheinlich nach 1600 zu Haarlem; heiratete 1660 zu Amsterdam, wo er ansässig war. Oud Holland IV, p. 302. Datirte Bilder seiner Hand von 1641–1679. Andere Lebensumstände nicht bekannt.

Weg am Waldrand. 1374. (1267.) 13 b.Bearbeiten

Links der Waldrand, aus dem ein kahler Baum hervortritt. Rechts im Mittelgrunde ein Fluss, ein Schloss unter Bäumen jenseits des Flusses und im Hintergrunde ein Höhenzug. In der Mitte ein Weg, der nach rechts vorn herabführt. Auf ihm eine Bäuerin neben ihrem Esel. Scharfes Licht von links. Bezeichnet rechts unten:

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Leinwand; h. 0,62½; br. 0,72. – Inventar 1754, II 644.

[439]

Weg am Abhang. 1375. (1268.) 15 c.Bearbeiten

Rechts der spärlich bewachsene Bergabhang, an dem, von einer Baumgruppe beschattet, der Weg entlang führt. Auf dem Wege eine Frau in blauem Rocke auf weissem Pferde, den Hirten befehlend, die ihr mit ihren Schafen und Zielen folgen. Links unten ein Wasser, dessen Furt Waagen, Pferde, Rinder und Menschen durchschreiten. Im Hintergrunde graue Berge. Leicht bewölkter, links unten heller Himmel. Bez. r. u.:

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Eichenholz; h. 0,31; br. 0,41½. – Zuerst im Katalog von 1817.

Angeblich Jan Wijnants.Bearbeiten

Hirschjagd im Waldbach. 1376. (1269.) P 11.Bearbeiten

Links und rechts hohe Bäume; in der Mitte ein Fluss, in dessen Bett ein Hirsch von Reitern und Hunden verfolgt wird, während ihn links vorn und rechts Hunde und Treiber mit vorgehaltenem Speere empfangen.

Leinwand; h. 0,90; br. 0,74. – Inventar 1754, II 254. Die Bezeichnung J . Wynants . fe. u. r. zeigt ebensowenig die Hand dieses Meisters, wie das ganze Bild.

Angeblich Jan Bolongier.Bearbeiten

Trat 1623 der Haarlemer Gilde bei. Lebte noch 1642 zu Haarlem. Wird als Blumenmaler und Maler von Spukgeschichten genannt. Vergleiche v. d. Willigen, Les artistes p. 86.

Ein Blumenglas in einer Nische. 1377. (1226.) 8 c.Bearbeiten

Rosen, Vergissmeinnicht, Tulpen, Pfirsichblüten und eine blaue Schwertlilie in grünem Weinglase vor brauner Steinnische. Daneben links eine gelbe Krokosblüte, rechts eine grüne Eidechse. Schmetterlinge an den Blüten. Bezeichnet unten rechts: I. B. 1625.

Eichenholz; h. 0,28; br. 0,20. – 1875 in London gekauft. – Das mit „Boulengier“ bezeichnete Blumenstück des Amsterdamer Museums stimmt ebensowenig zu unserem Bilde, wie die Sittenbilder mit dieser Namenszeichnung in den Museen von Rotterdam und Aachen zu ihm stimmen. Der wirkliche Meister unseres Blumenstückes dürfte noch zu suchen sein. Vergleiche auch die Bemerkungen zum folgenden N. 1378.

Unbekannter Meister H. B.Bearbeiten

Die Hexenküche. 1378. (1376.) 9 c.Bearbeiten

In gewölbtem Gemache sitzt, halb von hinten gesehen, ein Geisterbanner mit einem mächtigen Buche; ihm gegenüber ein grosser Affe. Rechts am Kamine der Hexenkessel, dessen Deckel eine Alte abzunehmen sucht, während eine [440] Hexe zum Schornsteine hinausfliegt. Vorn am Boden Katzen und Pilze, ein Schwert und ein Schädel. Bezeichnet unten in der Mitte:

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Eichenholz; h. 0,22; br. 0,28. – Inventar 1722, A 619, als „Brouwer.“ Bei H. als unbekannt. – Die von Kennern ausgesprochene Ansicht, dass dieses Bild von demselben Bollongier herrühre, von welchem das Aachener Museum Suermondt und das Rotterdamer Museum Boyman’s Sittenbilder besitzen, erscheint uns, trotz der unserem Monogramme ähnlichen Verschlingung der Anfangsbuchstaben der Bezeichnungen dieser Bilder, ihrer abweichenden, festeren , farbigeren Malweise gegenüber nicht wahrscheinlich. Vergl. auch die Bemerkungen zum vorigen, N. 1377. – Bredius, N. Nachr.. denkt an den uns nicht bekannten H. Bogaert.

Pieter de Grebber.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem zwischen 1590 und 1600, gest. nach 1655. Sohn des Malers Frans Pietersz de Grebber daselbst. Mitglied der Haarlemer Gilde erst 1632. Soll Schüler seines Vaters und des H. Goltzius gewesen sein.

Die Findung Mosis. 1379. (1271.) K 1.Bearbeiten

In der Mitte des Bildes unter Bäumen thront, nach rechts gewandt, die blonde Tochter Pharao’s in weissem Unterkleide. Die rotgekleidete Magd hinter ihr kämmt ihr das Haar, eine andere hält ihr blaues Obergewand. Ein vor ihr knieendes Mädchen hat ihr gerade den kleinen Findling überreicht, den sie in den Armen hält. Knieend, sitzend, stehend umringen sie im Ganzen ein Dutzend Dienerinnen. Bez. unten halbrechts:

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Leinen; h. 1,69½; br. 2,28½. – Vor 1722 durch Grünberg aus Brüssel als Original Rembrandt’s. Inventar 1722, A 44. – Im „Abrégé“ von 1782 als Bol; später als Honthorst; so 1856 auch noch bei H.; richtig als de Grebber erst seit dessen Katalog von 1862. – Phot. Braun XIII, 28.

[441]

Bildniss einer Dame mit Federbarett. 1380. (1272.) K 3.Bearbeiten

Brustbild ohne Hände nach rechts auf gelbgrauem Grunde. Die Dame trägt ein braunes Kleid, ein durchsichtiges Brusttuch und ein schwarzes Barett mit einer hinten herabhängenden Feder. Bezeichnet rechts:

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Eichenholz; h. 0.63; br. 0,56. – Inventar 1754, II. 4. H.’s Angabe, dass es als „Paudiss“ schon im Inventar von 1722 vorkomme, scheint auf einer Verwechselung zu beruhen.

Bildniss eines jungen Menschen mit einem Bogen. 1381. (1273.) K 3.Bearbeiten

Brustbild nach links auf graugelbem Grunde. Der bartlose junge Mann trägt einen blauen Rock mit graugelbem, ärmellosem Ueberzug und eine Pelzmütze mit einer Feder. In der linken Hand hält er einen Bogen. Bezeichnet zur Linken:

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Eichenholz; h. 0,71; br. 0,55½. – Inventar Guarienti (vor 1753.) N. 223 als „vlämische Schule.“ Richtig als de Grebber zuerst im Katalog von 1817.

Bildniss eines jungen Mannes in braunem Pelzrocke. 1382. (1274.) 14 a.Bearbeiten

Brustbild ohne Hände nach links auf grauem Grunde. Ausser dem Pelzrocke trägt der Dargestellte auch eine Pelzmütze. Bez. links:

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(Von der Jahreszahl nur 16  . 2 sichtbar; sie muss wahrscheinlich 1632 gelesen werden.)

Eichenholz; h. 0.62; br. 0,44½. – Inventar 1754, II 251. – Phot. Ges.

[442]

Salomon van Ruijsdael.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem (Geburtsjahr unbekannt; 1623 Mitglied der dortigen Gilde), begraben daselbst den 1. November 1670. Er bildete sich im Anschlusse an Jan van Goijen aus, dessen späteren Stil er in Haarlem selbständig weiterbildete. Thätig zu Haarlem.

Dorf unter Bäumen. 1383. (1392.) 17 c.Bearbeiten

Links ein Ziehbrunnen neben Bauernhäusern unter Bäumen. Daneben aufhellbeleuchtetem Wege ein Bauernwagen, zwei Reiter, ein Paar zu Fusse und ein Krüppel.
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In der Mitte ragt ein Kirchturm hinter Bäumen und Dächern hervor. Rechts Fernblick in’s flache, baumreiche Land. Bezeichnet links unten:

Eichenholz; breitoval; h. 0,60½; br. 0,80½. – Zuerst im Katalog von 1817. – Gegenstück zum folgenden. – Phot. Braun XIV. 28.

Baumreiches Flussufer. 1384. (1393.) 17 c.Bearbeiten

Der Fluss füllt den ganzen Vordergrund. Links Fernblick mit Segelfahrzeugen. In der Mitte und rechts ein Baumdickicht am Ufer. Hinter den Bäumen einige Dächer. Vor ihnen Landleute in verschiedenen Beschäftigungen. Nah dem Ufer rechts ein Boot mit Fischern, die ein Netz hereinziehen, in der Mitte eine Fähre mit Menschen und Vieh.

Eichenholz; breitoval; h. 0,60½; br. 0,80½. – Zuerst im Katalog von 1817. – Gegenstück zum vorigen. Nach H. wäre es, wie dieses, wenn auch undeutlich, bezeichnet. Doch ergab eine genaue Untersuchung, dass keine Bezeichnung vorhanden ist. – Phot. Braun IV, 38.

Rindvieh im Flusse. 1385. (1394.) 16 a.Bearbeiten

Der Fluss ist links durch Segel- und Ruderfrachtschiffe, rechts vorn durch ein Ruderboot mit drei Männern belebt. Links vorn eine Weideinsel, von der einige Rinder in’s Wasser hinabsteigen. Rechts hinter dem Flusse eine elende Hütte unter mächtiger Baumgruppe. Bez. rechts unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 442 2.jpg

Eichenholz; h. 0,50½; br. 0,60. – 1874 in Hannover erworben. – Die Jahreszahl las H. 1643. – Allerdings sind die letzten beiden Ziffern nicht ganz deutlich; doch lesen wir mit Inspector Gust. Müller am ersten 1661. Jedenfalls zeigt das Bild die spätere Entwickelung des Meisters. – Phot. Braun V, 36.

[443]

Jan Miensze Molenaer.[WS 1]Bearbeiten

Geb. zu Haarlem. begraben daselbst den 19. September 1668. Wahrscheinlich Schüler des Frans Hals. Später unter Rembrandt’s Einflnss weitergebildet und vorübergehend (1657) in Amsterdam thätig. Vergleiche Bode. Studien. S. 199–205.

Ein Geiger und singende Bauern. 1386. (1732.) 13 a.Bearbeiten

In einer Bauernschenke sitzt rechts vorn am Fass ein junger Geiger in rotem Rocke. Die übrige Gesellschaft begleitet sein Spiel mit Gesang. Eine alte Frau mit einem Zettel in der Hand ist Vorsängerin. Links vorn schneidet ein junger Mann Tabak auf der Bank. Durch die offene Thür blickt ein Paar herein. Bezeichnet unten rechts:
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 443 1.jpg

Eichenholz; h. 0,49½; br. 0,37. – 1874 aus der Sammlug Reedo van Oudtshoorn in Utrecht. – Phot. Ges.

Ein Geiger bei einer Bauernfamilie. 1387. (1733.) P 8.Bearbeiten

Im Hintergrunde einer Bauernstube steht ein Geiger und geigt. Vor ihm ist die Familie, welche ihn singend begleitet, um ein Tischchen gruppirt. Links in der offenen Thür steht ein Mann, auf seinen Stab gelehnt.

Eichenholz; h. 0,38; br. 0,32½. – 1778 als Lundens aus der Spahn’schen Sammlung. – Als Lundens auch noch im Katalog von 1862, nachdem H. es 1856 dem C. Bega zugeschrieben hatte. Richtig als Molenaer in den letzten Auflagen des H.’schen Kataloges. Späteres Bild des Meisters.

Le Duc. Fraglich ob Jacob A. Duck.Bearbeiten

Letzterer geb. um 1600 zu Utrecht, gest. nach 1660 wahrscheinlich im Haag. Gebildet unter dem Einflüsse des Dirk Hals in Haarlem. Thätig anfangs in Utrecht, später im Haag.

Diese Daten gehen von der nicht völlig gesicherten Voraussetzung aus, dass der Utrechter Jacob Duck und die durch Bilderinschriften bekannten A. Duck, J. A. Duck und Le Duc eine und dieselbe Person seien. Vergl. Bode, Studien, S. 133 ff., den Berliner Katalog von 1883, S. 177 und Obreen’s Archief V, p. 200–292. Die Frage ist noch nicht spruchreif. Jan le Ducq, der Haager Tiermaler, ist sicher eine andere Person.

Bildniss eines Herrn in seinem Zimmer. 1388. (1602.) 17 c.Bearbeiten

Ganze Figur, nach links gewandt. Der Herr mit spärlichem Haarwuchs trägt einen schwarzen Anzug mit anliegendem Spitzenkragen. Die linke Hand stemmt er in die Seite, in der gesenkten Rechten hält er seine Handschuhe. Hinter ihm steht ein Tisch mit grauer Decke, auf dem sein Hut liegt. Bezeichnet rechts oben am Kamine:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 443 2.jpg

[444] Eichenholz; h. 0,43; br. 0,33½. – 1751 von der Leipziger Ostermesse. H. – Zuerst im Katalog von 1817. Seit diesem irrtümlich dem Tiermaler Jan Le Ducq, von dem man z. B. ein bezeichnetes Bild in der Sammlung Habich in Cassel sieht, bei Bode (in v. Zahn’s Jahrbüchern 1873, S. 195) dem J. A. Duck zugeschrieben, mit dessen bezeichneten Bildern (z. B. in der Sammlung Habich zu Cassel) es allerdings einigermassen übereinstimmt. Doch erscheint es noch frischer und feiner; und seine Bezeichnung, deren erster Buchstabe allerdings nicht unzweifelhaft ist, aber schwerlich auf A oder J. A. gedeutet werden kann, vielmehr N zu sein scheint, spricht dagegen. Jedenfalls glauben wir unseren Meister, der sich offenbar an Hals angeschlossen hat, mit Recht in die Haarlemer Schule zu versetzen. – Phot. Braun XI, 37.

Derselbe Herr als Halbfigur. 1389. (1601.) 9 a.Bearbeiten

Nach links gewandt, auf gelbgrauem Grunde in gemaltem Oval. Anstatt die Rechte zu senken, erhebt er sie an seine Brust; im übrigen ist das Bild eine ziemlich genaue verkürzte Wiederholung des vorigen (N. 1388).

Eichenholz; h. 0,17½; br. 0,14. – Inventar 1754, II 202. – Das Bild ist von der Frische des vorigen so weit entfernt , dass man an der Eigenhändigkeit der Wiederholung zweifeln kann.

Ein Bauer, von Soldaten gepeinigt. 1390. (1603.) 15 c.Bearbeiten

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 444.jpg

Der Bauer in roter Jacke ist in seiner Hütte, nach links gewandt, in die Kniee gesunken. Die Soldaten sind durch die Thür zur Rechten hereingedrungen. Einer von ihnen hat den Bauern am Kopf gepackt und holt mit dem Spiesse in der Rechten gegen ihn aus. Die Bäuerin steht jammernd zur Linken. Bezeichnet rechts:

Eichenholz; h. 0,30½; br. 0,22½. – Inventar 1754, II 146. – Bei H. dem A. le Duc zugeschrieben, während die beiden vorigen Bilder N. 1388 und 1389 dem Jan le Duc gegeben wurden. Nach Bode (schon 1873 bei v. Zahn VI, S. 105 und Studien, S. 144) wäre das Monogramm P. C. zu lesen und das Bild wäre ein Spätwerk des Pieter Codde, von dem wir unter N. 1391 ein gutes Jugendbild besitzen. – Da unseres Erachtens das Monogramm jedoch unmöglich anders als L. D. gelesen werden kann, auch der Stil, weder der Formen- noch der Farbenempfindung nach, derjenige Codde’s ist, so vermögen wir uns der Ansicht Bode’s in diesem Falle nicht anzuschliessen, halten das Bild vielmehr ebenfalls für ein Werk eines Le Duc. Ueber die Schwierigkeit, die Meister dieses Namens näher zu bestimmen, vergl. man die Bemerkungen vor N. 1388.

Pieter Codde.Bearbeiten

Geb. zu Amsterdam 1599 oder 1600; begraben daselbst den 12. October 1678 (Ch. M. Dozy in „Oud Holland“ II, 1884, p. 48 bis 62). Wahrscheinlich Schüler des Frans Hals zu Haarlem, für den er 1637 in Amsterdam thätig war. Gesellschaftsmaler der Dirk Hals’schen Richtung, die er nach Amsterdam trug. Sein Schüler Duyster unten N. 1548.

[445]

Soldaten in der Wachtstube. 1391. (2319.)[WS 2] 8 c.Bearbeiten

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 445 1.jpg

Links vorn steht ein Soldat, auf seinen Stock gestützt. Rechts sind ihrer vier mit einem Mädchen, das auf dem Kniee des einen sitzt, um einen Tisch gruppirt. Bez. in der Mitte an der Bank.

Eichenholz; h. 0.38; br. 0,49. – 1881 im Kunsthandel aus Berlin. Das Bild gehört zu den früheren des Meisters. Vergl. Bode, Studien S. 141–142.

Willem de Poorter.Bearbeiten

Geboren zu Haarlem. wo er 1635 und 1643 Schüler empfing und 1645 noch lebte. Wahrscheinlich ein Schüler der Leidener Frühzeit Rembrandt’s. Weiteres unbekannt.

Esther vor Ahasver. 1392. (1633.) 14 a.Bearbeiten

Buch Esther. Cp. II. v. 16: „Also ward sie in die Kammer des Königs Ahasver geführt.“ Rechts auf prächtig verziertem Lager unter grünen Vorhängen ruht Ahasver im Purpurmantel. Vor ihm, im Profil nach links gewandt, steht Esther, der ein kleines Mädchen die himmelblaue Mantelschleppe trägt. Weiter zurück zwei andere Frauen. Bezeichnet unten links:
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 445 2.jpg

Eichenholz; h. 0,40; br. 0,32. – Inventar 1754. II 492.

Die Ehebrecherin vor Christus. 1393. (1634.) 14 c.Bearbeiten

In hoher gotischer Tempelhalle beugt Christus sich, nach rechts gewandt, zur Erde und schreibt mit dem Finger die inhaltschweren Worte in den Staub. Rechts vor ihm steht die von einem behelmten Soldaten und von Schriftgelehrten herbeigeführte Ehebrecherin. Links und rechts drängen sich Pharisäer und Zuschauer. Bezeichnet links:
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 445 3.jpg

Eichenholz; h. 0,63½; br. 0,49½. – 1743 von der Leipziger Ostermesse. – Phot. Braun IX. 38.

W. de Poorter. Nach Rembrandt.Bearbeiten

Die Darstellung Christi im Tempel. 1394. (1635.) 14 c.Bearbeiten

In der Mitte des Tempels kniet Simeon, nach links gewandt, mit dem Kinde in seinen Armen. Links neben ihm knieen Maria und Joseph. Ihm gegenüber steht ein Priester im Purpurmantel, der segnend die Rechte erhebt. Rechts führt eine Treppe voller Zuschauer zum Allerheiligsten hinauf. Links im Halbdunkel Andächtige.

[446] Eichenholz; h. 0,60; br. 0,48½. – Inventar 1722, A 424. als „Original in der Manier Rembrand’s.“ Das anerkannte, mit Rembrandt’s Monogramm bezeichnete von 1631 datirte Original des Meisters befindet sich jedoch im Museum des Haag. Unser Bild ist unzweifelhaft eine Copie nach diesem. Dass diese Copie von W. de Poorter herrührt, wie H. annahm, scheint sicher. Wirkt das Bild doch wie ein Gegenstück zu dem vorigen (N. 1393). – Phot. Braun XI, 35.

Adriaen van Ostade.Bearbeiten

Getauft zu Haarlem den 10. December 1610, begraben daselbst den 2. Mai 1685. Schüler des Frans Hals in Haarlem. Seit 1640 unter Rembrandt’s Einfluss. Thätig zu Haarlem.

Ausgelassene Bauern in der Schenke. 1395. (1391.) 16 b.Bearbeiten

Vorn links sitzt ein Geiger; vorn in der Mitte liegt, von hinten gesehen, ein Mann mit einer Pfeife in der Rechten am Boden; rechts tanzt ein Paar. In der Mitte am Tisch Bauern, die mit lebhafter Geberde zuschauen. Durch die um einige Stufen erhöhte Thür eines Nebenraumes blickt die Wirtin herab. Bezeichnet halblinks am Sitz: A . V . Ostade. (die ersten Buchstaben zusammengezogen; nicht deutlich genug, um facsimilirt zu werden).

Eichenholz; h. 0,39; br. 0,58. – Inventar 1722, A 413, als Isack van Ostade. Später, auch bei H., als Brouwer; seit 1876 aber dem Isack van Ostade zurückgegeben und auch die Bezeichnung dementsprechend gelesen. Indessen ergiebt eine genaue Untersuchung, dass sie eher A. v. O., als I. v. O. zu lesen ist; und aus inneren Gründen steht es, besonders seit Bode’s Untersuchungen (bei v. Zahn S. 194; Studien S. 206) fest, dass dieses Bild der frühen Entwicklungszeit Adriaen van Ostade’s aus den Jahren 1631–1639 angehört. Damals hatte, ausser Hals, Brouwer ihn beeinflusst, Rembrandt aber noch nicht. – Phot. Braun XIII, 30.

Stammtisch in der Dorfschenke. 1396. (1383.) 16 b.Bearbeiten

Links vorn in dem von links sonnig erleuchteten Raume sitzen sechs rauchende, zechende Bauern um einen Holztisch; unter letzterem ein Hund. Am Stuhle rechts lehnt ein Malkasten.
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Rechts im Hintergrunde, in dem zweiten, matt erleuchteten Räume schenkt eine Alte ein Glas ein; am Schenktisch sitzt, von hinten gesehen, ein junger Mann, der einem eintretenden zutrinkt. Bezeichnet halb rechts am Malkasten (die Jahreszahl nicht ganz deutlich, doch wahrscheinlich 1660 zu lesen):

Eichenholz; h. 0,45½; br. 0,39. – 1754 durch Le Leu aus der Sammlung de la Bouexière (G. Müller im Dr. Journal vom 30. Mai und 1. Juni 1880) – Dass die Jahreszahl nicht 1639 gelesen werden kann, wie von H., beweist auch die auf eine bedeutend spätere Zeit deutende malerische Haltung des Bildes. – Phot. Braun II, 35 und Phot. Ges.

[447]

Der Künstler in seiner Werkstatt. 1397. (1384.) 16 c.Bearbeiten

In dem schlichten Atelier, das durch’s Fenster zur Linken sonniges Licht empfängt, sitzt der Maler in grauem Rock und roter Kappe, halb von hinten gesehen, an seiner Staffelei und malt. Rechts an der Treppe, die zu einem matter beleuchteten oberen Räume emporführt, eine Gliedergruppe. Oben im Hintergrunde am Tische eine undeutliche Gestalt. Bezeichnet rechts unten:

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Eichenholz; h. 0,38; br. 0.35½. – 1754 mit dem vorigen aus Paris; Sammlung de la Bouexière. Vorher in der Sammlung Crozat. – Braun III, 32 u. Phot. Ges.

Zwei schmausende Bauern. 1398. (1385.) 16 a.Bearbeiten

Kniestück. Zwei Bauern sitzen einander gegenüber an niedrigem Tischchen vor einer irdenen Schüssel, auf der ein Braten liegt. Der eine, links sitzende, im grauen Hute schneidet sich ein Stück ab; der andere, zur Rechten, mit schwarzer Kappe führt einen Knochen mit der Hand zum Munde.
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 447 2.jpg
Hinter beiden die Wirtin. Bezeichnet unten rechts:

Eichenholz; h. 0,30½; br. 0,26. – Inventar 1722, A 716. – Gegenstück zum folgenden. – Phot. Braun XII. 34.

Zwei rauchende Bauern. 1399. (1386.) 16 a.Bearbeiten

Kniestück. Im Wirtschaftshofe sitzen zwei Bauern einander gegenüber an niedrigem Holztische. Derjenige zur Linken im Hut bläst eine blaue Rauchwolke in die Luft. Der Kahlkopf zur Rechten zündet sich seine Pfeife am Kohlenbecken an. Hinter beiden die Wirtin, welche die Rechte zur Abwehr des Rauches erhebt. Links vorn ein Hund. Bezeichnet in der Mitte am Tische (ähnlich dem vorigen): A. v. Ostade 1664.

Eichenholz; h. 0,30½: br. 0,25½. – Inventar 1722, A 721. – Gegenstück zum vorigen. – Phot. Braun VIII, 32.

Männer und Frauen im Bauernwirtshause. 1400. (1387.) 16 c.Bearbeiten

Schmausende, zechende, kosende Männer und Frauen an Tischen und Wänden auf Bänken und Stühlen. Vorn in der Mitte nimmt eine derbe Bäuerin, die ihr Kind auf dem Schoosse festhält, ein Glas Bier in Empfang. Rechts am Kamin setzt eine Frau einen Kessel an’s Feuer. In der Thür des Hintergrundes ein Geiger. Bezeichnet [448] rechts unten (ähnlich den vorigen): A. v. Ostade 1679. Ob die Jahreszahl mit Bode 1674 oder mit H. 1679 zu lesen ist, ist nicht völlig entscheidbar.

Eichenholz; h. 0,49½; br. 0,62½. – 1751 durch Le Leu aus Paris. H. – Zuerst nachweisbar im Katalog von 1817. – Phot. Braun V, 32 und Phot. Ges.

Nach A. v. Ostade.Bearbeiten

Der Tanz vor der Dorfschenke. 1401. (1389.) P 9.Bearbeiten

Rechts das Wirtshaus mit einer Weinlaube unter hohen Bäumen. Vor der Thür steht ein Geiger, zu dessen Musik zwei Paare tanzen. Am Hause zuschauende Kinder; an den Tischen verschiedene Gruppen Erwachsener. Links Blick in’s Dorf. Bez. l. u.: A. v. Ostade ft.

Leinwand; h. 0,40½; br. 0,35½. – 1741 durch Kaiserling. Befand sich bis 1861 im Vorrat, wurde dann von H. richtig nur als Copie nach Ostade eingereiht.

Nachahmer des A. v. Ostade.Bearbeiten

Kartenspieler, Raucher und Trinker. 1402. (1388.) P 4.Bearbeiten

Links am Tische drei Kartenspieler und ein Zuschauer. Rechts am Fass ein Raucher, der seine Pfeife stopft und zwei Zecher, von denen der vordere lachend das Glas in der Rechten erhebt. Bez. u. l.: Ad. Ostade

Eichenholz; h. 0,38; br. 0,49½. – 1747 erworben. 1748 mit anderen für minderwertig gehaltenen Bildern nach Warschau geschickt; später zurück in den Vorrat. 1861 zur Galerie; von H. unter die echten Werke Ostade’s versetzt; doch weisen die Form der Inschrift und die Art der Malerei entschieden auf eine absichtliche alte Nachahmung hin. So schon Bode bei v. Zahn VI, S. 205.

Thomas Wijck.Bearbeiten

Geboren zu Beverwijk bei Haarlem um 1616, begraben zu Haarlem den 19. August 1677. Er besuchte Italien, wo er sich in italienischen Strassenbildern an P. van Laer anschloss, während er in seinen Sittenbildern in Binnenräumen den übrigen holländischen Sittenmalern folgte. Thätig hauptsächlich zu Haarlem.

Der Alchymist mit der Flasche in der Hand. 1403. (1296.) 8 c.Bearbeiten

Links in seinem mit Geräten vollgepfropften Laboratorium sitzt der Alchymist in violettrotem Rocke mit einer Pelzschaube und schwarzem Hute an einem Tische, erhebt in der Rechten eine Flasche und wendet sich zu seinem jungen Gehülfen um, der in roter Jacke [449] mit einem Teller in der Rechten in der Mitte steht. Von links durch’s Fenster helles Licht. Bezeichnet links unten (am Koffer):

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Leinwand; h. 0,38½; br. 0,55½. – Inventar 1722, A 638.

Der Alchymist mit dem Beutel in der Hand. 1404. (1294.) 15 b.Bearbeiten

In einem mit Büchern und Geräten gefüllten gewölbten Gemache steht der Gelehrte, welcher den Stein der Weisen gesucht hat, nach links gewandt, am grün verhängten Tische und schüttet nachdenklich und vergebens den Beutel aus. Im Hintergrunde macht sich ein junger Mann am Ofen zu schaffen. Bezeichnet links unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 449 2.jpg

Leinwand; h. 0,55; br. 0,47. – Bei H. ohne Provenienzangabe; doch sicher Inventar 1722. A 1819.

Italienisches Strassenbild. 1405. (1295.) 14 a.Bearbeiten

Links hohe Häuser. Vorn überwölbt ein Bogen die Strasse. Ein zweiter Bogen im Mittelgrunde. Links sitzt ein Mann, von hinten gesehen, am Boden. Neben ihm stehen ein Esel, ein Knabe und ein Hund. In der Mitte ein Mädchen am Brunnen. Bez. r. u. (wie das vorige): T. Wyck.

Eichenholz; h. 0,50½; br. 0,37½. – Zuerst im „Catalogue“ von 1765.

Jan de Bray.Bearbeiten

Gaboren zu Haarlem; begraben daselbst den 4. December 1697. Aeltester Sohn des Salomon de Bray. Thätig zu Haarlem. Bekannte Daten aus seinem Leben seit 1672. (V. d. Willigen, p. 96.)

Lob des Herings. 1406. (1569.) 8 b.Bearbeiten

Auf der Mitte eines weiss gedeckten Tisches liegt ein aufgeschnittener Hering auf brauner Schüssel; links ein Krug, zwei Gläser Bier, ein Messer, eine Schüssel Zwiebeln; rechts Brod und Käse auf weissblauem Teller. Hinter dem Tische eine mit Heringen geschmückte Steintafel mit einem langen holländischen Gedicht zum Lobe des Herings, überschrieben „Lof van den Pekelharingh“, unterschrieben „Anno 1656.“ Bezeichnet unten im dunklen Grunde:

[450]
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Eichenholz; h. 0,57; br. 0,48½. – 1741 durch von Kaiserling. Von demselben Meister besitzt denselben Gegenstand, noch etwas malerischer angeordnet, mit demselben Gedichte das Museum Suermondt in Aachen. In der Regel malte der Meister grosse Figurenbilder und Bildnisse unter dem Einflusse des Frans Hals.

Cornelis Gerritsz. Decker.Bearbeiten

Geburtsjahr unbekannt. Trat 1643 als Meister der Haarlemer Gilde bei; begraben zu Haarlem den 23. März 1678. Schüler des Salomon van Ruysdael. Thätig zu Haarlem.

Hütten unter Bäumen am Wasser. 1407. (1396.) 17 c.Bearbeiten

Links Strohdachhütten mit Backsteinschornsteinen unter schönen Waldbäumen. In der Thür eine Frau. Rechts der Fluss oder See, im Mittelgrunde vom Waldrande begrenzt. Auf dem Wasser vorn in der Mitte eine leere Barke, rechts ein Ruderboot.

Eichenholz; h. 0,61; br. 0,84½. – 1876 vom Kunsthändler Ernst in Dresden.

Philips Wouwerman.Bearbeiten

Getauft zu Haarlem den 24. Mai 1619, gestorben daselbst den 19. Mai 1668. Schüler seines Vaters Paulus Joosten Wouwerman und des Jan Wijnants. Thätig zu Haarlem.

Die Landschaft mit dem rot bedeckten Wagen. 1408. (1430.) 9 a.Bearbeiten

Links der von einem Holzstege überbrückte Fluss. Rechts führt ein Sandweg, auf dem man einen Reiter und einen Hund von hinten sieht, zur fernen Dünenanhöhe empor, auf der ein mit einem Schimmel und anderen Pferden bespannter, rot verdeckter Bauernwagen fährt. In der Mitte des Mittelgrundes ein Bauernhof unter Bäumen. Bezeichnet unten in der Mitte:
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Eichenholz; h. 0,43; br. 0,51½. – Zuerst im Katalog von 1817. Gutes frühes Bild des Meisters. – Gestochen von C. M. Günther ☼ III, 23.

Der Reiter vor der Bauernhütte. 1409. (1431.) 15 b.Bearbeiten

In der Mitte auf dem Wege hält, von hinten gesehen, ein Reiter in rotem Mantel auf einem Schimmel und spricht mit der Frau und dem Kinde, die links

[451] vor ärmlichem Strohdache im Sande liegen. Rechts vorn ein saufender Hund, hinten ein Kornfeld. Bezeichnet unten links:
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Eichenholz; h. 0,23½; br. 0,30½. – Inventar 1754. II 239; damals nur als „Manier“ Wouwerman’s; jedoch, wie schon bei H., unzweifelhaft ein echtes Bild der Frühzeit des Meisters. – Phot. Braun III, 36.

Kärrner am Wirtshause. 1410. (1434.) 10 c.Bearbeiten

Links vor dem Wirtshause ein bedeckter Frachtwagen und ein trinkender Kärrner. In der Mitte ein Schimmel vor zweirädrigem Karren und ein Mann in roter Jacke. Rechts unten das Flussthal. Bezeichnet unten links:
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Eichenholz; h. 0,37; br. 0,49. – 1742 durch Riedel aus Prag. Anfangs als Pieter Wouwerman, später als Andries Both. Es ist, wie schon H. anerkannte, ein echtes frühes Bild Philips Wouwerman’s.

Die Verkündigung an die Hirten. 1411. (1435.) 9 b.Bearbeiten

Links über dem Zeltdache, unter dem eine Hirtenfamilie ruht, erscheint der Engel der Verkündigung. Rechts die Hirten auf dem Felde. Zwischen seinen Schafen ein alter Hirt, welcher der Erscheinung seine Arme entgegenbreitet. Vorn ein Schimmel. Nicht bezeichnet.

Eichenholz; h. 0,34½; br. 0,38. – Nach H. durch Gotter, also Inv. Gotter 164. Indessen ist es nach seiner alten Inventarnummer 3118 eins der Bilder, die 1742 durch Riedel aus Prag erworben wurden. Wenn wirklich von Wouwerman, so jedenfalls sehr früh. – Gestochen in Aquatinta von C. Aug. Witzani.

Eine Reiherbeize. 1412. (1432.) 15 a.Bearbeiten

Rechts auf dem Wege am Waldrand tummeln Jäger ihre Rosse, reitet eine Dame auf einem Schimmel. Vom im Rasen machen Burschen sich mit den Falken und Hunden zu schaffen. Links eine grüne Weide, auf der im Mittelgrunde ein Pferd grast. Bez. links unten, aber mit unechtem Monogramm.

Eichenholz; h. 0,43; br. 0,63. – 1708 von Lemmers aus Antwerpen; doch in der Galerie erst seit dem Inventar Guarienti (vor 1753) N. 1737. – Unter dem unechten mag das echte alte Monogramm sitzen; denn das Bild ist ein unzweifelhaft echtes frühes Werk des Meisters.

Die Rückkehr von der Jagd. 1413. (1433.) 15 a.Bearbeiten

Von links vorn führt der Weg nach rechts zur Höhe hinauf, auf der ein Wirtshaus steht. Links im Hintergrunde die Berglandschaft. Die Jagdgesellschaft, in der sich eine Dame befindet, sprengt den Weg hinan.
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Rechts vorn ein Wasser, an dem ein Reiter seinen Schimmel tränkt. Bez. u. r.:

Eichenholz; h. 0,43; br. 0,61. – Inventar 1722, A 628.

[452]

Die Rehjagd. 1414. (1437.) 8 b.Bearbeiten

Links im Mittelgrunde ein Bauernhaus unter Bäumen, vorn ein gestürzter Baumstamm am Sumpf. Rechts oben Ruinen und ein Landhaus. In der Mitte, nach rechts gewandt, das gehetzte Reh, umringt und verfolgt von den reitenden Jägern, unter denen sich eine Dame in gelbem Kleide befindet, von den Treibern zu Fuss und von den Hunden. Auf dem Schimmel ein Hornbläser. Bez. halblinks unten:
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Eichenholz; h. 0,48; br. 0,78. – 1742 durch Rigaud aus dem Cab. du Pile in Paris. H. Gestochen 1739 daselbst als „Chasse à l’italienne“ von Le Bas. – Inventar Guarienti (vor 1753) N. 1534. – Phot. Braun VI, 37.

Der Schimmel in der Felsengrotte. 1415. (1440.) 14 a.Bearbeiten

In einer romantischen Felsenschlucht steht, nach rechts gewandt, ein ungesattelter Schimmel, vor dem ein Mann und eine Frau spielend am Boden liegen. Ein Hirt mit seinem Hunde steht daneben; ein anderer Mann kommt rechts den Weg herab. Bezeichnet links unten:

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Eichenholz; h. 0,45½; br. 0,37. – Inventar 1722, A 688, – Noch ziemlich im Charakter der früheren Zeit des Meisters, das Monogramm aber schon entwickelter. Also ein Bild der Uebergangszeit.

Die Predigt Johannes des Täufers. 1416. (1436.) 14 b.Bearbeiten

Rechts im Mittelgrunde vor dem malerischen Waldrande steht, nach links gewandt, der Täufer und predigt. Viel Volk umgiebt ihn in weiten Kreisen. Rechts vorn zwei Krieger zu Pferde: der gehelmte und geharnischte auf dem Schimmel von hinten gesehen. Bezeichnet rechts unten:

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Leinwand; h. 0,67; br. 0,86. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1701. Aus dem Cab. Blondy in Paris. Gestochen daselbst von Moyreau (N. 29). – Das Bild gehört seiner immer noch etwas schweren Behandlung nach dem Uebergang zur mittleren Zeit des Meisters an, deren Monogrammform es bereits zeigt.

Armenspeisung an der Klostertreppe. 1417. (1466.) 8 c.Bearbeiten

Links auf der Treppe die mildthätigen Mönche, deren einer mit einem grossen Schöpflöffel den Armen die Suppe in ihre Töpfe füllt. Neben der Treppe sattelt ein anderer Mönch seinen Schimmel. Noch andere kommen, einem Lasttier folgend, rechts zum Hofthor herein. Bezeichnet links unten:

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Eichenholz; h. 0,32½; br. 0,36. – 1740 durch Le Leu von Mr. Le Noir in Paris. – Gestochen von Moyreau (N. 66) als „la charité des capucins.“

[453]

Der Pferdemarkt. 1418. (1469.) 7 b.Bearbeiten

Links auf einer Anhöhe unter Bäumen stehen die Pferde zum Verkaufe. Vorn bewegtes Volkstreiben. Ein Reiter sprengt auf seinem Schimmel nach rechts; ein Bursche mit roter Mütze hat einen Jungen hinter sich auf’s Pferd genommen. Rechts im Mittelgrunde ein Fluss mit Schiffen und Badenden. Jenseits des Flusses das Dorf mit Jahrmarktszelten. Bezeichnet links unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 453 1.jpg

Leinwand; h. 0,61½; br. 0,76½. – Nach H. 1710 aus Antwerpen. Doch konnten wir es mit Sicherheit erst im Inventar Guarienti (vor 1753) N. 1676 nachweisen.

Im Feldlager. 1419. (1449.) 15 c.Bearbeiten

(Auch „der Jahrmarkt“ genannt.) In der Mitte vor dem Dorfe die Zelte. Links der sandige Weg, der bis in die Ferne von Reitern, Pferden, Menschen belebt ist; rechts der Fluss mit Barken voll Menschen, einem saufenden Schimmel und zwei watenden Knaben. Vorn in der Mitte neben dem Reiter auf dem Schimmel ein Mann in rotem Mantel, der bei seinem Braunen steht. Bezeichnet links unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 453 2.jpg

Eichenholz: h. 0,32; br. 0,41. – Inventar 1722, A 401.

Die Rast vor der Hufschmiede. 1420. (1456.) 10 b.Bearbeiten

Links vor dem Zelte des Schmiedes wird einem nach rechts gewandten Schimmel, vor dem sein Reiter steht, der Vorderhuf beschlagen. Weiter zurück ein Herr und eine Dame zu Pferde. Rechts vor der Landschaft ein Bach und alte Baumstämme. Bezeichnet links unten mit dem echten neben dem unechten Monogramm:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 453 3.jpg

Leinwand; h. 0,55: br. 0,60. – 1751 aus der Sammlung Crozat in Paris. Vorher in der Sammlung Tugny. Gestochen von Moyreau, N. 62. – Von Bode bei v. Zahn VI, S. 206 wohl wegen des gefälschten Monogrammes für eine Copie erklärt. Das echte hat erst kürzlich Herr Inspector Müller entdeckt.

Ein Flussübergang. 1421. (1438.) 7 b.Bearbeiten

Rechts vorn der Fluss, der sich links im Mittelgrunde seeartig ausbreitet; rechts im Mittelgrunde der Weg, welcher zwischen Bäumen zu den Gebäuden auf der Berghöhe hinanführt. Die Jagdgesellschaft reitet von links nach rechts durch den Fluss. Bez. l. u.:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 453 4.jpg

Leinwand; h.0,64; br. 0,73. – Wohl 1708 durch Lemmers aus Antwerpen. Sicher Inv. Guarienti (N. 1753) N. 1677.

[454]

Das Haus des Scharfrichters. 1422. (1439.) 16 a.Bearbeiten

Ein rauschender, von einem Holzsteg, auf dem eine Frau mit ihren Kindern steht, überbrückter Fluss strömt vorn zur Mitte herab. Links von ihm liegt unter Bäumen das Haus des Scharfrichters, kenntlich an dem Rade hinter ihm im Garten. Rechts vorn auf dem Dünenweg eine Jagdgesellschaft, unter ihr eine Dame in blauem Kleide auf dem Schimmel. Vorn lässt einer sein Ross saufen. Bez. halblinks unten:
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 454 1.jpg

Leinwand; h. 0,56; br. 0,68½. – Inv. 1722, A 448. – Phot. Braun X, 30.

Der saufende Schimmel. 1423. (1441.) 15 b.Bearbeiten

Links vorn ein rauschendes Wasser, zu dem ein Landmann seinen Schimmel herabführt. In der Mitte ein Sandweg, von verschiedenen Gestalten belebt. Rechts Dünen, hinter denen Dächer und Bäume hervorragen. Bezeichnet unten in der Mitte:
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 454 2.jpg

Leinwand; h. 0,28½; br. 0,36. – 1742 durch Riedel aus Prag (Inv. N. 3119).

Der Gasthofsstall. 1424. (1471.) 15 b.Bearbeiten

Der Stallraum ist zugleich eine grosse Durchfahrt. Links reitet ein Reiter in rotem Rocke zum Thore hinaus. Ein Reiter im blauen Rocke ist im Begriff, ihm zu folgen. In der Mitte schickt ein Reiter im gelben Rocke sich an, seinen Schimmel zu besteigen. Rechts vorn spielen zwei Kinder mit ihrem Ziegenbock und sitzt eine Frau mit ihrem Säugling am Boden. Bezeichnet unten links:
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 454 3.jpg

Leinwand; h. 0,51½; br. 0,65. – 1749 durch Le Leu aus dem Cabinet der Comtesse de la Verrue zu Paris. – Gestochen von Moyreau, N. 15. – Phot. Braun II, 36 und Phot. Ges.

Reiter und Landmädchen. 1425. (1443.) 11 c.Bearbeiten

Links schäumt ein von einem Holzsteg überbrückter Fluss. Rechts ragt eine kleine Anhöhe mit Bäumen. In der Mitte schlängelt der belebte Weg sich bildeinwärts. Vorn rechts ist ein Reiter von seinem Schimmel gestiegen, um ein Landmädchen zu umarmen. Bezeichnet rechts unten:
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 454 4.jpg

Leinwand; h. 0,41; br. 0,51. – Nach H. 1708 von Fr. Lemmers aus Antwerpen. Jedenfalls Inv. Guarenti (vor 1753) N. 1738. – Phot. Braun VIII, 35.

Reiter vor der Bergschmiede. 1426. (1444.) 13 b.Bearbeiten

Links im Hintergrunde ein altes Schloss. Rechts im Mittelgrunde eine Schmiede am Felsen. In der Mitte ein Pferd, das hinten beschlagen wird, während sein rotröckiger Reiter an den Ambos getreten ist. Etwas weiter zurück ein Reiter auf einem Grauschimmel, der vorn beschlagen wird. [455] Noch weiter zurück sprengt eine Dame mit einem Sonnenschirm auf einem Schimmel herauf. Bezeichnet links unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 455 1.jpg

Leinwand; h. 0,52½; br. 0,65½. – 1749 aus der Sammlung der Comtesse de la Verrue in Paris; im Katalog 1817. – Gestochen von Moyreau (N. 21).

Ein Reiter im Hofe. 1427. (1445.) 14 c.Bearbeiten

In der Mitte des rings umschlossenen Gasthaus-Hofes sprengt ein Reiter auf seinem Schimmel nach rechts. Rechts vorn, von hinten gesehen, ein Mann in Hemdsärmeln, der ein Kind auf seiner Schulter reiten lässt, neben einem Hausirer. Am Fass zwei Kinder und ein Hund. Bezeichnet unten rechts:
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Dazu die Jahreszahl 1649.
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 455 3.jpg

Eichenholz; h. 0,32½; br. 0,36½. – Inventar 1722, A 350.

Reitergefecht vor einer Bergfeste. 1428. (1446.) 7 a.Bearbeiten

Links im Mittelgrunde die brennende Festung. Rechts ein Fluss. Wildes Reiterhandgemenge im Vordergrunde. In der Mitte ein Reiter auf braunem Rosse, der mit der Linken eine blau-weisse Fahne hält, während er mit der Rechten feuert. Ganz vorn ist ein Geharnischter mit roter Binde rücklings von einem stürzenden Pferde gefallen. Bezeichnet links unten:
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Leinwand; h. 0,68½; br. 0,82. – Inventar 1722, A 388.

Aufbruch zur Falkenjagd. 1429. (1447.) 16 b.Bearbeiten

Rechts vor dem Schloss und dem Park die Pferdetränke. Links die bräunliche Landschaft. Vorn in der Mitte Reiter und Reiterinnen. Eine Dame zu Pferde in blauem Kleide hält sich die Hand, eine zweite hinter ihr einen mächtigen Sonnenschirm gegen die Sonne vor’s Gesicht. Links der Bursche mit dem Falkenbret, rechts ein Bursche mit Hunden. Bezeichnet links unten mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,81; br. 1,03. – Inv. 1722, A 357. – Gegenstück zum folgenden. Phot. Ges.

Aufbruch zur Falkenjagd. 1430. (1448.) 16 b.Bearbeiten

Links vor dem Schloss und dem Park ein mächtiger Neptunusbrunnen. Rechts im Mittelgrunde ein Fluss und ein Kloster; Berge im Hintergrunde. Auf dem Wege Reiter und Reiterinnen in bunter Bewegung. Ein Reiter [456] stösst in’s Horn. Eine Reiterin hält ihren Falken auf der erhobenen Linken. Ganz vorn in der Mitte hocken Burschen mit den Falken am Boden. Links begiesst einer einen Knaben aus seinem Hut mit Wasser. Das Monogramm rechts unten ist zweifelhaft.

Leinwand; h. 0,80½; br. 1,03. – Inventar 1722, A 353. – Gegenstück zum vorigen. – Die Echtheit des Bildes ist unzweifelhaft.

See- und Hügellandschaft. 1431. (1451.) 15 a.Bearbeiten

Rechts am Ufer des Landsees malerische alte Hütten. Links vorn ein Baum, im Hintergrunde eine Ortschaft am Fusse des kahlen Gebirges. In der Mitte auf dem Wege ein von hinten gesehener Reiter in rotem Mantel auf einem Schimmel; etwas weiter zurück ein Bettler. Bezeichnet links unten mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,53; br. 0,66½. – Wohl 1741 aus den königlichen Zimmern. Inv. 8° 2535 fol. 143.

Rast auf der Jagd. 1432. (1453.) 7 b.Bearbeiten

Links rasten die Damen im Schatten eines Baumes. Eine mit zwei Grauschimmeln bespannte Equipage kommt herangefahren. Rechts vorn schauen ein Herr und eine Dame zu, wie einem Falken gestattet wird, sich auf den erlegten Reiher zu setzen. In der Mitte Reiter, sowie Falken- und Hunde-Burschen. Bezeichnet links unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,47; br. 0,64½. – Inv. 1722, A 449.

Der blasende Trompeter vor dem Marketenderzelte. 1433. (1454.) 13 b.Bearbeiten

Links unter einem Baume das Zelt. Davor der Trompeter auf seinem Schimmel, ein Reiter mit einem Krug in der Hand und ein Krieger, der seinen Schecken besteigt. Ganz links liebkost ein Mann ein Mädchen. Bezeichnet links unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,47½; br. 0,42. – Inv. 1722, A 711. Da die N. 711 noch auf dem Bilde erhalten, so ist die Provenienzangabe bei H. nicht richtig.

Fischer am Strande. 1434. (1455.) 10 b.Bearbeiten

Links unten das Meer. Vorn in der Mitte die Dünenhöhe, auf welcher die Fischer in Körben, in Säcken oder im Sande ihre Waare feil halten. Als Käufer sind auch städtisch gekleidete Herrschaften zugegen. Ein Schimmel frisst Heu aus einem Korbe. Rechts eine hohe Signalstange neben einer Strohhütte und ein alter Turm. Bezeichnet unten links mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,55; br. 0,60. – Inv. 1754, II 402. – Phot. Braun IV, 39.

[457]

Jägerrast vor der Felsenschenke. 1435. (1457.) 16 c.Bearbeiten

Die tiefe Schlucht wird links vorn von einem senkrechten Felsen, rechts von der in einer Höhle angelegten Schenke begrenzt; in der Mitte führt eine Treppe empor. Vorn auf dem Wege ein Schimmel, dessen Reiter abgestiegen ist, um nach den Hunden zu sehen. Bezeichnet unten rechts mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,64½; br. 0,53. – Zuerst im Katalog von 1817.

Pferdeschwemme bei der Ruine. 1436. (1458.) 9 a.Bearbeiten

Links der Fluss, in dem Menschen baden und Pferde geschwemmt werden. Rechts der von Reitern belebte Weg. In der Mitte eine alte Ruine. Vor ihr klammert sich ein Knabe in rotem Rocke auf dem Schimmel, welcher, nach rechts gewandt, dem Wasser entstiegen ist, an den Rücken des Reiters an. Bez. rechts unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,46½; br. 0,61. – Nach H. Inv. 1722; wohl als A, 410; doch dieses ist, wie die noch auf ihm vorhandene Nummer beweist, N. 1447. – Das vorliegende Bild zuerst im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1713. Doch sieht es fast wie ein Gegenstück zu dem anderen aus.

Das Gefecht auf der Brücke. 1437. (1459.) 10 a.Bearbeiten

Rechts eine weite Wasserfläche. In der Mitte die steinerne Bogenbrücke. Vorn links das eigentliche Schlachtfeld. Ein Reiter mit grosser gelber Fahne sprengt nach links. Vorn in der Mitte, von hinten gesehen, ein roter Trommler neben einem Gefallenen. Rechts im Wasser Nachen und Reiter. Bezeichnet links unten mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 1,06½; br. 1,35½. – Inv. 1722, A 544.

Rast vor der Schenke. 1438. (1450.) 7 c.Bearbeiten

Links die Schenke, rechts die Tränke. Vorn links spricht ein Reiter, der von seinem Schimmel gestiegen, mit der Magd am Brunnen. In der Mitte steht der Wirt mit dem Kruge vor dem Reiter, der das Bierglas erhebt. Rechts lassen zwei Kinder ein kleines Spielschiff in einer Pfütze segeln. Bezeichnet links unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,40; br. 0,47½. – 1749 durch Le Leu aus der Sammlung Crozat in Paris. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1642.

Die Rückkehr von der Jagd. 1439. (1461.) 12 c.Bearbeiten

Rechts unter der Halle des Schlosses, vor welcher sich ein barocker „Bacchusbrunnen“ erhebt, stehn die Hausfrau und ihre Magd, um die Heimkehrenden zu empfangen. Die Reiter sind zum Theil schon abgestiegen und mit ihrer Jagdbeute beschäftigt. Links ein Esel, der mit der Hauptbeute beladen ist. Bez. u. l. mit dem letzten Monogramm.

[458] Eichenholz; h. 0,45½; br. 0,64. – 1755 aus dem Nachlasse des M. Pasquier in Paris (?) H. – Vorher im Cabinet des Vicomte de Fontpertuis. – Sicher Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1650. Gegenstück zum folgenden. – Gest. als „La fontaine de Bacchus“ von Moyreau, N. 22.

Der Aufbruch zur Jagd. 1440. (1460.) 12 c.Bearbeiten

Links die Mauer des Schlossparks, vor dem die Jäger ihre Rosse besteigen, während die Burschen die Hunde bereit machen; zur Seite ein Bettler mit dem Hut in der Hand. Rechts vorn ein Bach, aus dem ein Hund säuft; im Mittelgrunde vor der Flussthallandschaft ein barocker Brunnen.

Eichenholz; h. 0,45; br. 0,64. – 1755 aus dem Nachlass des Mr. Pasquier in Paris. H. – Vorher im Cabinet des Vic. de Fontpertuis. – Gegenstück zum vorigen, welches auch mit des Meisters Monogramm bezeichnet ist. – Gestochen von Moyreau, N. 23. – Phot. Ges.

Das Marketenderzelt mit dem Fahnenträger. 1441. (1463.) 17 b.Bearbeiten

Rechts das Zelt, vor dem, auf seinem Schimmel nach rechts gewandt, der Reiter hält, welcher die blaue Fahne trägt. Links würfeln Soldaten an einer Trommel, weiter zurück wird ein Verwundeter auf einer Bahre getragen. Im Hintergrunde tobt die Schlacht. Bezeichnet rechts unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,36; br. 0,43½. – 1740 durch v. Heinecken aus Hamburg (Inv. N. 2548). Gegenstück zum folgenden.

Rast am Brunnen. 1442. (1464.) 17 b.Bearbeiten

Links vorn unter Bäumen ein Brunnen aus dem ein rotröckiger Reiter, von hinten gesehen, sein Pferd saufen lässt, während von der anderen Seite ein Herr eine Dame heranführt. Rechts steht ein Schimmel und wird ein gesattelter Brauner von einem Burschen gehalten. Bezeichnet rechts unten mit dem letzten, jedoch nicht ganz deutlichen Monogramm.

Eichenholz; h. 0,35½; br. 0,41. – 1740 durch v. Heinecken aus Hamburg (Inv. N. 2549). Gegenstück zum vorigen.

Der Zusammenstoss. 1443. (1467.) 13 c.Bearbeiten

Rechts unter einer mit Bäumen bewachsenen Anhöhe, auf welcher Heerden rasten, bringt ein von links auf wildem Schecken heransprengender Reiter das Gespann eines Bauernwagens in Verwirrung. In der Mitte hält eine Reiterin in gelbem Kleide auf braunem Rosse. Links im Mittelgrunde eine mit vier Grauschimmeln bespannte Equipage. Vorn links der Fluss. Bezeichnet rechts unten mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h, 0,56; br. 0,78. – Nach H. 1742 durch Rigaud aus dem Cabinet des Mr. du Pile in Paris. Inventar Guarienti (vor 1753) N. 1695. – Gestochen von Le Bas.

[459]

Der Wasserfall. 1444. (1472.) 15 c.Bearbeiten

Links im Mittelgrunde Häuser auf dem Felsen; davor ein Holzsteg über den schäumenden Bach, der sich einen Wasserfall bildend, nach vorn herabstürzt. Rechts Fernblick in die Hügellandschaft. Vorn in der Mitte hält ein grosser fünfspänniger Frachtwagen, dessen Vorderpferd grast. Rechts beladene Maultiere, rastende Männer, Frauen, Kinder, Hunde am Wege. Bezeichnet unten rechts mit dem letzten Monogramm.

Kupfer; h. 0,30; br. 0,38½. – 1749 durch Le Leu aus der Sammlung der Comtesse de la Verrue. – Gestochen von Moyreau N. 14.

Wildschweins- und Bärenhetze. 1445. (1474.) 8 b.Bearbeiten

Romantische Landschaft. Links eine Anhöhe mit einer Schlossruine. Rechts ein breiter Fluss mit Felsenufern. Vorn links zwischen den gestürzten Baumstämmen wird ein Wildschwein von Jägern abgefangen. Rechts wird ein anderes gerade von der Meute erreicht und von den Jägern zu Rosse umringt. Im Mittelgrunde wird ein Bär, welcher auf dem Rücken liegt, getötet. Bez. links unten mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,79; br. 1,09. – 1749 aus der Sammlung de Vaux in Paris. H. – Inv. 1754, II 195. – Gestochen von Le Bas. – Phot. Braun XV, 32.

Ein Herr vor einer Schmiede. 1446. (1475.) 16 c.Bearbeiten

Rechts über einer Felsenmauer, an der eine Leiter lehnt, ein Haus; darunter in einer Felsenhöhle die ärmliche Schmiede. Der Reiter ist von seinem nach links gewandten Schimmel gestiegen und hält ihn, während er beschlagen wird. Ein zweiter Reiter hält neben ihm. Links am Wege liegt ein Mann am Boden. Bez. l. u. mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,62½; br. 0,51. – 1749 durch Le Leu aus Paris. Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1561. – Gestochen von Moyreau, N. 59, als „La grotte du maréchal.“

Pferdeschwemme unter dem Castelle. 1447. (1476.) 15 a.Bearbeiten

Links der Fluss, in dem Menschen und Pferde baden. In der Mitte das Ufer, an dem die Pferde hinaus- und hineingeritten werden, ganz vorn Wäscherinnen am Fluss und ein Knabe, der sein Spielboot schwimmen lässt. Rechts auf der Anhöhe ein Castell; davor eine Schildwache und eine Kanone. Bez. rechts unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,46; br. 0,59½. – Inv. 1722, A 410.

Rast auf dem Marsche. 1448. (1477.) 7 b.Bearbeiten

Vorn in der Mitte der Weg, links Dünen, rechts eine Baumgruppe. Links spielen einige Soldaten Karten, schlummern andere ausgestreckt am Boden. Rechts werden Pferde angebunden. Eins liegt entsattelt gerade vorn in der Mitte. Bezeichnet links unten mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,51; br. 0,63. – 1749 durch Le Leu aus Paris.

[460]

Die Hirschjagd am Flusse. 1449. (1478.) 9 b.Bearbeiten

Links am Flusse hohe Bäume. Vorn auf dem Wege holen Hunde und berittene Jäger und Jägerinnen einen Damhirsch und ein Reh ein. Jenseits des Flusses rechts das Schloss; davor im Flusse Reiter, Fischer mit ihrem Netze, badende Kinder und eine Hirtin mit ihrer Ziegen- und Schafheerde. Vorn in der Mitte auf dem Hauptschimmel, von hinten gesehen, ein Jäger in rotem Rocke. Bezeichnet unten in der Mitte mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,72; br. 1,28½. – Nach H. 1749 durch Le Leu aus der Sammlung der Comtesse de la Verrue in Paris. – In der letzteren befand es sich allerdings, wie das folgende, sein Gegenstück, ursprünglich; doch kam es mit dem folgenden, von dem auch H. es annimmt, wohl schon 1742 durch de Brais aus der Sammlung Carignan nach Dresden. Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1569. – Gestochen Moyreau N. 20. – Phot. Braun I, 35.

Das Feldlager am Flusse. 1450. (1479.) 9 b.Bearbeiten

Links der Fluss am Fusse eines steilen Burgberges. Rechts eine Anhöhe mit einer Baumgruppe vor einer alten Kirche. Der Fluss ist reich von Schiffen belebt. Das Zeltlager zieht sich links am jenseitigen Ufer den Berg hinan und füllt rechts den Vordergrund. Buntes, reich bewegtes Treiben. In der Mitte reiten einige Krieger ihre Rosse in den Fluss, hat ein ausschlagendes Pferd einen Knaben zu Boden geworfen. Bezeichnet unten rechts mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h, 0,70½; br. 1,27. – Wohl 1742 durch de Brais aus der Sammlung Carignan zu Paris. Jedenfalls Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1568. – Nach dem Stiche von Moyreau N. 19, hat es sich wie das vorige, sein Gegenstück, im Besitze der Comtesse de la Verrue befunden. Die Unterschrift des Stiches bezeichnet das Bild als „Quartier général de l’Armee hollandoise.“ – Phot. Braun V, 35.

Die Türkenschlacht. 1451. (1480.) 11 a.Bearbeiten

Rechts eine Veste auf halber Höhe. Links Blick in ’s Thal. Die christlichen Reiter, vor denen Schützen zu Fuss aufgestellt sind, sprengen von links, die türkischen Reiter sprengen von rechts heran. Im nächsten Augenblicke werden sie handgemein werden. Bez. l. u. mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,82½; br. 1,04½. – 1708 durch Lemmers aus Antwerpen. – Inv. 1722, A 405.

Reitergefecht vor dem Rundturm. 1452. (1481.) 7 a.Bearbeiten

Links das Flussthal. Rechts im Mittelgrunde ein alter Rundturm hinter dem Pulverdampf. Links werden Reiter in den Fluss gedrängt. In der Mitte schiessen Reiter auf einander. Nach rechts gewandt, sprengt ein Fahnenträger, der eine blaue Fahne hält, mit seinem Schimmel auf einen [461] feindlichen Reiter ein, der, von einer Kugel getroffen, hintenüber stürzt. Bezeichnet rechts unten mit dem letzten Monogramm,

Leinwand; h. 0,69½; br. 0,82. 1710 durch Raschke aus Antwerpen. – Inv. 1722, A 364.

Das Zigeunerlager. 1453. (1482.) 7 c.Bearbeiten

Links die Zigeuner, rechts die Soldaten. In der Mitte ist ein Reiter, nach links gewandt, von seinem Schimmel gestiegen und lässt sich von einer alten Zigeunerin aus der Hand wahrsagen. Bez. links unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,39½; br. 0,47½. – Wahrscheinlich durch den Grafen Gotter. Inv. Gotter N. 157 oder 158. – Sicher im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1641.

Fischer am Seestrand. 1454. (1483.) 9 c.Bearbeiten

Links das Meer; in der Mitte der Dünenhang, rechts auf der Höhe ein Signalturm. Ein Reiter in gelbem Rocke auf einem Schimmel spricht mit einigen Fischern und einer alten Frau. Bez. l. u. mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,31; br. 0,34. – 1741 durch v. Kaiserling, als Inv. N. 2685.

Der Schimmel an der Tränke. 1455. (1484.) 7 a.Bearbeiten

Rechts auf einer kleinen Anhöhe unter spärlich belaubten Bäumen rasten ein alter Mann und eine Frau mit einem Kinde an der Brust. Vorn führt ein Bauer von links seinen Schimmel zur Tränke. Bezeichnet links unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,33½; br. 0,27. – Wahrscheinlich Inv. Gotter N. 51. Erst 1851 aus dem Vorrat zur Galerie. – Gestochen in Aquatinta von C. Aug. Witzani.

Ein Reiterduell. 1456. (1486.) 17 b.Bearbeiten

Auf einer Wiese schiessen zwei Reiter aus nächster Nähe auf einander: der auf dem Braunen halb von hinten, der auf dem Schimmel halb von vorn gesehen. Die Secundanten halten rechts vorn und links im Mittelgrunde. Bezeichnet links unten mit dem Monogramm.

Eichenholz; h. 0,34; br. 0,41. – 1751 aus dem Cabinet Crozat in Paris. H. – Inv. 1754. II 415.

Reiterkampf an einer Schlossruine. 1457. (1465.) 14 b.Bearbeiten

Rechts die Schlossruine, links Blick in’s Thal. In der Mitte tobt der Kampf zwischen Reitern, die auf einander schiessen. Ganz vorn liegen tote Pferde und Menschen. Links zwei Ausreisser zu Fuss, unter ihnen ein Fahnenträger. Bez. l. u. mit dem letzten Monogramm.

Leinwand; h. 0,69½; br. 0,98. – Nicht 1749 durch Le Leu aus der Sammlung Araignon in Paris, wie H. angab, sondern schon im Inv. 1722, A 399, wie die erhaltene Nummer des Bildes beweist.

Die Landpartie. 1458. (1487.) 17 a.Bearbeiten

Unter dem stattlichen Baume rastet eine zu Pferde heraufgekommene heitere Gesellschaft von Herren und Damen. Ein junger Herr umarmt eine Dame im blauen Kleide, [462] die ihren Schimmel am Zügel führt. Rechts blickt eine vornehme Gesellschaft von der Schlossterrasse herab. Links Blick in’s Thal. Bez. r. u. mit einem dem letzten ähnlichen Monogramm.

Leinwand; h. 0,77; br. 0,98. – 1710 durch Jac de Wit aus Antwerpen als „het Hengstche.“ H. Doch nicht im Inv. 1722. – Erst 1855 zur Galerie.

Ein kleiner Pferdestall. 1459. (1488.) 8 a.Bearbeiten

Links führt ein Treiber sein Lasttier herein. Drinnen stehn drei Pferde, links ein beladenes, in der Mitte ein Schimmel. Rechts ein Mann mit einem Schiebkarren. Bezeichnet rechts unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,27; br. 0,35. – 1710 durch Raschke aus Antwerpen. – Inv. 1722, B 464. – Die Originalität wurde 1873 (bei v. Zahn VI, S. 206) von Bode bestritten. Aber die Schwere der Töne wird durch die Dunkelheit des Stalles bedingt. Wir halten das Bild für eigenhändig.

Der Pferdestall mit Reisenden. 1460. (1489.) 14 c.Bearbeiten

In der Mitte reiten Reisende, unter ihnen eine Dame, herein. Inwendig links drei Pferde und ein Fohlen, in der Mitte ein Reiter, dem ein Knabe den roten Mantel trägt, während er am Boden die Stiefel anzieht; weiter rechts ein Reiter in blauem Rocke, ganz rechts ein Schimmel an der Krippe. Bez. rechts unten mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,29½; br. 0,38. – 1710 mit dem vorigen aus Antwerpen. – Inv. 1722, A 506.

Ein Reiterscharmützel auf einer Anhöhe. 1461.(1492.) 7 a.Bearbeiten

Vorn auf der Anhöhe schiessen zwei Reiter aus nächster Nähe aufeinander, liegt weiter zurück ein Toter, bläst rechts noch weiter zurück ein Trompeter. Unten im Mittelgrunde der Reiterkampf, nur zum Teil sichtbar. Bez. links unten mit einem dem letzten ähnlichen Monogramm.

Eichenholz; h. 0,37½; br. 0,30½. – Inv. 1754, II 198.

Der Ueberfall beim Flussübergang. 1462. (1493.) 8 a.Bearbeiten

Von links vorn bewegt sich ein Zug von Wagen und Reisenden durch die Furt des Flusses nach rechts bildeinwärts. Ein Schimmel bäumt sich vor dem Frachtwagen, der von Räubern angefallen wird. Rechts vorn im Flusse schiessen ein Mann zu Fuss und ein Reiter auf einander. Bezeichnet halb links mit dem letzten Monogramm.

Eichenholz; h. 0,34½; br. 0,47. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 393, als „Art des Wouwerman.“ Auch bei H. als „kein Original.“ Indessen stimmen wir Bode (bei v. Zahn VI, S. 206) zu, der schon 1873 keinen Grund sah, dem Bilde die Originalität abzusprechen.

Die brennende Windmühle. 1463. (1470.) 15 b.Bearbeiten

Auf einer kleinen Anhöhe in der Mitte des Mittelgrundes brennen die Mühle und das Müllerhaus. Rechts eine Brücke über dem Flusse, der nach links herabfliesst. [463] Vorn das Reitergefecht. In der Mitte haut ein Reiter auf einem sich bäumenden Schecken auf den links neben ihm stürzenden Gegner ein. Vorn links läuft ein Pferd, das seinen Reiter verloren hat; vorn rechts stürmen Fusssoldaten gegen die Reiter. Bez. links unten mit einem dem letzten gleichenden Monogramm.

Leinwand; h. 0,54½; br. 0,66½. – 1749 durch Le Leu aus dem Cabinet Crozat in Paris. – Gestochen von Moyreau N. 48 als „L’embrasement du Moulin.“ Damals im Cabinet Tugny. – Phot. Braun XIV, 31.

Reiterei im Kampfe mit Bauern. 1464. (1468.) 17 c.Bearbeiten

Rechts das brennende Dorf. In der Mitte der Kampf. Links vorn der Fluss, den eine flüchtende Frau mit ihren Kindern durchwatet; rechts vorn eine Frau und ein Kind, die wehklagend bei einem Toten knieen. Bezeichnet rechts unten mit dem nicht mehr ganz deutlichen Monogramm.

Leinwand; h. 0,56; br. 0,78. – 1749 durch Le Leu vom Kupferstecher Moyreau in Paris. – Gestochen von dem letzteren (N. 40) als „Pillaye des reiters.“

Fischer am Flussstrand. 1465. (1485.) 15 c.Bearbeiten

Rechts der Fluss; links das flache Ufer mit einem spärlich belaubten Baume. Vorn rechts ziehen zwei Fischer ihr Netz aus dem Wasser. Links reitet ein Mann bildeinwärts und steht ein geschirrtes Pferd ohne Wagen. Bezeichnet links unten mit freierem Monogramm.

Eichenholz; h. 0,31; br. 0,36. – 1741 durch v. Kaiserling als Inv. N. 2725.

Die Abfahrt zur Jagd. 1466. (1473.) 8 b.Bearbeiten

Links die hohe Parkmauer. In der Mitte und rechts die weite, von Bergen begrenzte Landschaft; im Mittelgrunde eine bildeinwärts führende Equipage. Vorn rüsten sich Herren und Damen zu Ross und zu Fuss zum Aufbruch. Links hält eine auf einem Schimmel sitzende Dame ein Kind auf dem Schoosse und lässt eine Frau ein älteres Kind auf einem Ziegenbock reiten. In der Mitte, von vorn gesehen, stösst ein Reiter in’s Horn. Rechts vorn säuft ein Hund. Nicht bezeichnet.

Leinwand; h. 0,82½; br. 1,27½. – 1749 aus der Sammlung de Vaux in Paris. H. – Inv. 1754, II 154. – Echtes späteres Werk des Meisters. – Phot. Braun XI, 27.

Die Marketenderzelte mit dem trinkenden Reiter. 1467. (1462.) 11 a.Bearbeiten

Vor dem Hauptzelte in der Mitte des Bildes hält, ein Reiter mit einem Glase in der Hand. Neben ihm wartet die Marketenderin mit dem Kruge. Etwas weiter rechts kartenspielende Soldaten am Boden. Links kommen ein Herr und eine Dame angeritten. Das Monogramm rechts auf der Krippe ist nicht unverdächtig.

Leinwand; h. 0,81; br. 1,03. – Nicht im Inventar 1722, wie H. angab. – Wohl aber im Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1631. Wie das Monogramm ist auch das [464] ganze Bild kaum fein genug für den Meister selbst. Vielleicht nur eine Copie nach ihm. So schon Bode bei v. Zahn VI. S. 206.

Vor der Schmiede. 1468. (1452.) 9 b.Bearbeiten

Links unter Bäumen die Schmiede, neben der einem Schimmel ein Vorderhuf beschlagen wird. Sein Reiter steht vor ihm. Rechts vor der Landschaft der Weg, auf dem ein zweirädriger Karren herankommt; vor demselben ein Reiter; weiter vorn eine Obstverkäuferin, ganz vorn ein mit einem Ziegenbock bespannter Kinderwagen. Das Monogramm links unten ist nicht ganz unverdächtig.

Kupfer; h. 0,38; br. 0,41½. – Inv. 1754 II, 28. – Gestochen von P. Duret. Das Original befand sich damals im Cabinet des Vicomte de Fontpertuis in Paris. Dass unser Bild aber das Orignal sei, wird von den meisten Kennern der Gegenwart nicht zugegeben. Vergl. auch Bode bei v. Zahn VI. S. 206. Als Original gilt vielmehr mit Recht das fast gleiche Bild der Casseler Galerie. In der That ist dieses feiner als das unsere; doch ist auch das unsere so gut, dass wir die Möglichkeit, es sei eine eigenhändige Wiederholung, nicht ganz ausschliessen möchten. Vielleicht auch, woran Bredius (N. N.) erinnert, von der Hand Pieter Wouwerman’s, des jüngeren Bruders Philip’s.

Nach Ph. Wouwerman.Bearbeiten

Die Furt. 1469. (1495.) 11 c.Bearbeiten

Vorn ein Fluss, durch den, zumeist von hinten gesehen, Männer und Frauen reiten, während rechts zwei Fischer ihr Netz einziehen. Rechts im Mittelgrunde ein Kirchturm. Bez. links unten mit dem verdächtig geschwungenen Monogramm.

Eichenholz; h. 0,38; br. 0,53½. – Nach H. 1741 durch v. Kaiserling. – Wir konnten es zuerst im „Catalogue“ von 1765 nachweisen. – Die Eigenhändigkeit dieses Bildes, dessen Original sich in der Speck –Sternburg’schen Sammlung zu Leipzig befindet, wurde schon von H. mit Recht in Abrede gestellt.

Eine Schlacht zwischen Fussvolk und Reiterei. 1470. (1494.) P 11.Bearbeiten

Links im Mittelgrund eine brennende Veste, im Vordergrund ein Pferd, welches über seinen auf den Rücken gefallenen Reiter stürzt. In der Mitte stürmen von drei Seiten Reiter auf Fusssoldaten ein, von denen der eine einen Hut und rote Hosen, der andere Helm und Harnisch trägt. Bezeichnet links unten mit dem Monogramm.

Eichonholz; h. 0,35½; br. 0,41. – 1741 durch von Kaiserling. – Das Original befindet sich im grossherzoglichen Museum zu Schwerin.

Am Wege. 1471. (1490.) 8 c.Bearbeiten

Links Gebäude, rechts Landschaft, in der Mitte der Weg, auf dem ein ungesattelter Schimmel steht und eine Bauernfamilie am Boden rastet. In der Mitte reitet, von hinten gesehen, ein Mann auf einem Braunen. Nicht bezeichnet.

Eichenholz; h. 0,25½; br. 0,31½.- – Nach H. schon im Inv. 1722. – Doch wohl zuerst im Inventar 1754, II 246. Gegenstück zum folgenden. Schon bei H. nicht als Original.

[465]

In der Felsengrotte. 1472. (1491.) P 7.Bearbeiten

In dunkler Höhle stehen zwei Pferde; vorn, nach links gewandt ein Schimmel, vordem zwei Knechte am Boden schlafen, während rechts ein dritter Heu herbeischleppt.

Eichenholz; h. 0,25½; br. 0,31½. – Nach H. schon im Inv. 1722. Doch wohl zuerst im Inv. 1754, II. 245. Gegenstück zum vorigen.

Der Wagen im Zigeunerlager. 1473. (1054.) Q 1.Bearbeiten

Links im Lager ein Geiger am Feuer. Von rechts ist ein Wagen, dessen Pferde scheu geworden sind, in die Bande hineingeraten. Der ausschlagende Schimmel hat einen jungen Mann getroffen, der rücklings zu Boden stürzt.

Eichenholz; h. 0,42; br. 0,57½. – Zuerst im Katalog 1835. – Gegenstück zum folgenden. Rohe Bildchen, bei H. als „unbekannt“ in der vlämischen Schule, nach Bode (bei v. Zahn A. a. o. O. 206) aber Copien nach Wouwerman, was möglich ist.

Der Ueberfall. 1474. (1055.) Q 1.Bearbeiten

Berittene überfallen einen Reisewagen, dessen Vorderpferd bereits gestürzt ist. Vorn in der Mitte schiesst ein von hinten gesehener rotröckiger Reiter von seinem Schimmel auf ihn. Rechts schiessen zwei Reiter auf einander.

Eichenholz; h. 0,42; br. 0,58. – Zuerst im Katalog 1835. – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu diesem.

Art des Philips Wouwerman.Bearbeiten

Aufschirrung eines Schimmels. 1475. (1405.) 7 c.Bearbeiten

Links vorn auf der Anhöhe elende Strohhütten. Vor ihnen, in der Mitte des Bildes, nach rechts gewandt, ein Schimmel, dem ein Reitbursche das Geschirr anlegt. Rechts sitzt, von hinten gesehen, eine Frau mit einem Kinde auf dem Arm. Neben ihr ein Hund.

Eichenholz; h. 0,52½; br. 0,39. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1589, als „Pietro van Laar.“ So auch noch bei H. Doch vermögen wir nicht den Stil dieses Meisters, sondern eher den Jugendstil des Ph. Wouwerman in dem Bilde zu erkennen, der sich allerdings an van Laar anlehnte. Scheibler (Dr. Not.) hält es sogar für ein echtes Jugendwerk Wouwerman’s. – Gestochen in Aquatinta von C. A. Witzani.

Cornelis Pietersz Bega.Bearbeiten

Getauft zu Haarlem d. 15. Nov. 1620, gest. daselbst den 27. Aug. 1664. Schüler des Adr. van Ostade. Thätig meist in Haarlem.

Tanz in der Dorfschenke. 1476. (1497.) 17 b.Bearbeiten

Rechts auf der Stiege, über welcher die Thür hereinführt, steht ein Geiger. Unten sitzen ein zärtliches altes Paar und ein Mann mit einem Kruge in der Hand; ein jüngeres Paar steht zum Tanzen bereit, ein drittes tanzt halb links;

[466] ganz links vorn sitzt, von hinten gesehen, ein Mann im Hute; in der Mitte steht ein kleines Mädchen. Bezeichnet halblinks unten:
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 466 1.jpg

Eichenholz; h. 0,46½; br. 0,44½. – Im Katalog von 1833 als unbekannt. Als Bega erst seit 1835.

Claes Pietersz Berchem.Bearbeiten

Auch „Nicolas Berghem“. Getauft den 1. Oct. 1620 zu Haarlem, gest. den 18. Febr. 1683 zu Amsterdam. Schüler seines Vaters Pieter Claesz und anderer Meister. Thätig, wahrscheinlich nach einer italienischen Reise, anfangs in Haarlem, später in Amsterdam.

Sonnenuntergangs-Landschaft. 1477. (1519.) 9 c.Bearbeiten

Rechts auf der Anhöhe unter Bäumen die Hirtenhütte, vor welcher eine über ihrem Spinnrocken eingenickte Frau sitzt. Zu ihren Füssen ein schlafender Hirte. Schafe und Rinder auf der Weide. Links ein Flussthal, zu dem ein Schaf hinabklettert. Goldne Abendglut am Himmel. Bez. u. r.:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 466 2.jpg

Eichenholz; h. 0,47; br. 0,63½. – Um 1743 durch Rigaud und Le Leu aus Paris; damals als Berchem; später eine Zeit lang irriger Weise dem A. Cuyp zugeschrieben; doch bei H. wieder richtig als Berchem. Frühes Bild des Meisters.

Hirten und Heerden auf einem Bergwege. 1478. (1523.) 9 c.Bearbeiten

Kahle Gegend. Links im Mittelgrunde ein steiler Berg. Vorn auf dem Wege Rinder, denen links ein Hund voranläuft. Hinter ihnen ein Treiber zu Fuss und zwei Frauen, eine auf einem Esel. Bezeichnet l. u.:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 466 3.jpg

Eichenholz; h. 0,24½; br. 0,31½. – Inv. 1722, A 674.

Der Empfang des Mohren. 1479. (1511.) 9 a.Bearbeiten

Rechts über dem Säulenpalast, auf dessen Terrasse ein Pfau sich wiegt, sitzt der Handelsherr nach links gewandt, in nachlässiger Haltung mit dem Hut auf dem Kopfe. Neben ihm steht seine Gattin im weissen Unter- und gelben Obergewande; ihm gegenüber, ihn begrüssend, der beturbante, dunkelfarbige Ankömmling im Scharlachmantel, hinter [467] letzterem dessen schwarzer Diener mit einem zugeklappten Sonnenschirm. Im Mittelgrunde links der Hafen. Bezeichnet l. u.:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 467 1.jpg

Leinwand (vom Holz abgenommen); h. 0,94; br. 0,89½. – Inventar 1722, A 1812. – Phot. Braun VII, 33.

Die Verkündigung an die Hirten. 1480. (1512.) 17 b.Bearbeiten

In der Mitte kniet der Engel der Verkündigung im weissen Gewande auf einer grauen Wolke; vorn stieben Hirten und Hirtinnen auseinander. Links vorn, von hinten gesehen, schwenkt ein junger, in die Kniee gesunkener Hirte seine Mütze. Bezeichnet halb links unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 467 2.jpg

Eichenholz; h. 0,45; br. 0,37½. – 1741 durch von Kaiserling.

Ein Waldschloss. 1481. (1513.) 10 a.Bearbeiten

Das Schloss, welches demjenigen zu Bentheim ähnlich sieht, liegt links im Mittelgrunde auf der Anhöhe. Rechts vorn unter dem dicht mit Bäumen bewachsenen Felsenhang stehen Rinder und Ziegen im flachen Wasser. Links vom auf dem Wege reitet der Haupthirt zwischen Rindern und Ziegen. Vorn in der Mitte eine Frau mit einem Korbe Artischocken. Neben ihr ein Hund. Bez. links unten (verkleinert):

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 467 3.jpg

Leinwand; h. 1,38; br. 1,03. – 1742 durch de Brais in Paris erworben. – Phot. Braun XV, 34.

[468]

Fischer am See. 1482. (1514.) 7 b.Bearbeiten

Links vorn auf dem Wege ein Reiter und eine Reiterin. Rechts vorn am See einige Fischer, die ihr Netz emporziehen ; im Mittelgrunde, am jenseitigen Ufer, Schiffe, Fischer, Reiter. In der Mitte des Hintergrundes ein steiler brauner Tafelberg. Bezeichnet halb rechts unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 468 1.jpg

Eichenholz; h. 0,41; br. 0,60. – 1754 durch Le Leu aus der Sammlung de la Bouexière zu Paris. – Die Jahreszahl 1656, die H. las, ist nicht wieder gefunden worden. – Gestochen von C. G. Geyser ☼ III, 21.

Hirten und Heerden im Flussthal. 1483. (1515.) 10 a.Bearbeiten

Links ein steiler Felsenabhang, rechts ein waldiges Flussthal, in dem Hirten mit Frauen, Kindern, Hunden, Rindern, Ziegen, Schafen bildeinwärts ziehen. Vorn im Wasser eine Frau, die sich bückt, am ihre Röcke zusammenzunehmen. Bezeichnet halb rechts unten:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 468 2.jpg

Leinwand; h. 1,07; br. 1,33½. – Inv. 1722, A 725. Die Nummer steht noch darauf. In H.’s Katalog war die Nummer dieses Bildes mit derjenigen des Bildes N. 1489 verwechselt worden. – Phot. Braun IX, 34.

Ruinenlandschaft. 1484. (1516.) 7 b.Bearbeiten

Links die Ruine; rechts im Mittelgrunde ein Wasser, im Hintergrunde Berge. In der Mitte ein Bogen über dem Wege, auf dem Hirten ihre Rinder bildeinwärts treiben. Eine Frau auf einem braunen Ochsen. Bezeichnet links unten (ungefähr wie N. 1477): Berchem.

Eichenholz; h. 0,47; br. 0,63½. – 1742 durch Riedel aus Prag.

Hirten am See. 1485. (1517.) 9 c.Bearbeiten

Vorn der Weg, im Mittelgrunde rechts der See, im Hintergrunde Bergzüge. Ein auf einem Esel reitender Hirt treibt, von vorn gesehen, Rinder und Schafe. Links schlägt ein Esel gegen seinen Treiber aus. Bezeichnet rechts unten (wie N. 1482): Berchem.

Eichenholz; h. 0,29½; br. 0,25½. – Inv. 1722, A 620.

[469]

Der Wasserfall. 1486. (1518.) 10 a.Bearbeiten

In einer Felsschlucht geht ein Wasserfall in einen brausenden Bergstrom über. Hirten und Heerden rechts am Wege und höher am Abhang. Schafe und Ziegen im Wasser und am Ufer. Rechts vorn ein saufender Hund. Bez. l. am Felsen:

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Leinwand; h. 1,10; br. 1,53. – 1749 durch Le Leu aus der Sammlung Crozat in Paris. – Phot. Braun VI, 38.

Hirtenrast im Thal. 1487. (1520.) P 9.Bearbeiten

Braune Untertuschung. In einem mit Bäumen bewachsenen Thale ruhen Hirten und Feldarbeiter, Rinder und Schafe. Rechts am Abhang erfrischen Männer sich durch einen Trunk, nährt eine Frau ihr Kind. Links vorn steht ein Pflug, links im Mittelgrunde wird am Abhang gepflügt. Bez. links unten (ungefähr wie N. 1477): Berchem.

Eichenholz; h. 0,28; br. 0,36½. – 1741 durch von Kaiserling. Gegenstück zum folgenden.

Hirten und Heerden am Felsenhaus. 1488. (1521.) P 9.Bearbeiten

Braune Untertuschung. Links die Landschaft. Rechts überragt ein Strohdach einen mit Bäumen bewachsenen Felshang. Ein Thor führt in eine Höhlenwohnung. Draussen stehen und liegen Rinder, Esel und Schafe. Links wird ein Esel gesattelt. Bezeichnet rechts unten (ungefähr wie N. 1477): Berchem.

Eichenholz; h. 0,29: br. 0,37. – 1741 durch von Kaiserling. Gegenstück zum vorigen.

Hirten unter hoher Felswand. 1489. (1522.) 12 c.Bearbeiten

Rechts spiegelt eine steile Felswand sich in einem flachen Flusse, in dem Hirten und Heerden waten. Links vorn ziehen zwei Frauen, eine auf einem Esel, eine zu Fuss mit einem Kinde an der Hand, bildeinwärts, sitzen weiter zurück ein Hirt und eine Frau mit einem Spinnrocken am Wege. Vorn in der Mitte spielt ein Knabe mit einem Hunde. Bezeichnet (ungefähr wie N. 1477): Berchem 1659.

[470] Leinwand; h. 1,55½; br. 1,40. – 1749 durch Le Leu von der Wittwe Gersaint in Paris. – Gestochen von Aliamet ☼ II, 50. Die Angaben zu diesem Bilde waren bei H. irrthümlich zu N. 1483 gestellt.

Hendrik Heerschop.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem 1620 oder 1621 (Bredius, Catalogus 1886, S. 30), gest. daselbst nach 1672. 1642 Schüler des Willem Claesz. Heda zu Haarlem, später des Rembrandt zu Amsterdam. 1648 Mitglied der Haarlemer Gilde.

Ein Alchymist, an der Flasche riechend. 1490. (1299.) P 8.Bearbeiten

In einem Gemache, welches durch ein Fenster zur Linken erhellt wird, sitzt, nach links gewandt, ein Alchymist in braunem Rocke und roter Pelzmütze an dem mit kostbarer Decke behängten Tische vor einem aufgeschlagenen Buche und führt mit der Rechten eine weisse Flasche mit roter Flüssigkeit zur Nase. Bezeichnet rechts unten mit dem Rest der Inschrift: HEERSCHOP (das erste H am E).

Eichenholz; 0,55; br. 0,45. – 1741 durch von Kaiserling. – Galt bisher als unbekannt. Dass Hendrik Heerschop der Urheber ist, ergiebt sich jedoch nicht nur aus dem Vergleich mit den übrigen bekannten Bildern des Meisters, sondern auch aus der von H. nicht richtig gelesenen Schrift, deren Anfangsbuchstaben, aus H und E zusammengezogen, noch deutlich erkennbar sind und genau mit denjenigen der Inschrift der übrigen Bilder des Meisters (z. B. im Schweriner Museum) übereinstimmen. So zuerst Scheibler, Dr. Not.

Isack van Ostade.Bearbeiten

Getauft zu Haarlem den 2. Juni 1621, begraben daselbst den 16. Oct. 1649. Schüler seines älteren Bruders Adriaen. Thätig zu Haarlem.

Belustigung auf dem Eise. 1491. (1390.) 13 c.Bearbeiten

Vorn die Eisfläche. Links eine Bauernhütte neben einem kahlen Baume; rechts ein Deich (Damm)[WS 3], auf dem ein Wagen fährt. Im Hintergrunde eine Windmühle. Links vorn eine Frau, ein Knabe und ein Hund neben einem Bauern mit einem Handschlitten. Rechts ein junger Mann, der sich, von hinten gesehen, die Schlittschuhe anschnallt. Hinten ein von einem Schimmel gezogener Schlitten. Bezeichnet links unten:

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Eichenholz; h. 0,33½; br. 0,59½. – 1754 aus der Sammlung de la Bouexière zu Paris (Müller). – Phot. Braun X, 31 und Phot. Ges.

[471]

Jacob van Ruisdael.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem um 1625; begraben daselbst den 14. März 1682. Schüler seines Oheims Salomon, vielleicht auch seines Vaters Isack van Ruisdael. Arbeitete von 1659–1681 in Amsterdam, vorher in Haarlem. Während seines letzten Lebensjahres krank in einem Stifte seiner Vaterstadt.

Die Jagd. 1492. (1546.) 16 b.Bearbeiten

Vorn im Walde ein durch Ueberschwemmung entstandener Sumpf, aus welchem mächtige Bäume hervorragen. Im Hintergrunde eine sonnige, vom Waldesrande begrenzte Lichtung. Von links verfolgen Reiter, Treiber zu Fuss und Hunde einen über den Sumpf nach rechts flüchtenden Hirsch, der auch hier von Jägern und Hunden empfangen wird. Bezeichnet links unten:

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Leinwand; h. 1,07½; br. 1,47. – Inv. 1754, II 205. – Die Tiere wohl von Adr. v. d. Velde. Gestochen von Chr. A. Günther ☼ III, 27 und von C. Krüger. – Phot. Braun V, 37. – Phot. Ges.

Die Furt im Walde. 1493. (1558.) 16 a.Bearbeiten

Vorn rechts ein Wasser, in das von links ein zweispänniger Karren hineinfährt, von rechts einige Rinder hineingetrieben werden. Links im Vordergrund und rechts im Mittelgrund malerischer Waldrand, aus dem einzelne vom Sturm zerzauste, knorrige Eichbäume hervortreten. In der Mitte Fernblick. Bezeichnet rechts unten:

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Eichenholz; h. 0,55; br. 0,74. – 1743 von der Leipziger Ostermesse. – Phot. Braun VIII, 36.

Das Kloster. 1494. (1553.) 11 a.Bearbeiten

Links im Thale des Waldgebirges liegt das hell beleuchtete alte Kloster mit verfallenem Turm. Rechts vorn ragen prächtige Waldbäume, aus denen ein einzelner graustämmig hervortritt. Vorn fliesst ein Bach, an dessen diesseitigem Ufer, von hinten gesehen, der Maler sitzt, während vom Kloster her eine Heerde herabgetrieben wird. Ganz vorn rechts lauert ein Jäger [472] hinter Felsblöcken. Der Himmel ist an der linken Seite grau umwölkt. Licht von rechts. Bezeichnet rechts unten:

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Leinwand; h. 0,75; br. 0,96. – Inv. 1754, II 189. – Berühmt durch Goethe’s Beschreibung in seinem Aufsatz „Ruisdael als Dichter.“ – Gestochen von C. Krüger ☼ III, 40.Phot. Braun II, 37 und Phot. Ges.

Der Wasserfall vor dem Schlossberg. 1495. (1555.) 11 a.Bearbeiten

In wilder Berggegend stürzt der Wasserfall sich schäumend zwischen Felsen herab. Links vorn eine Eiche und eine Tanne. Rechts im Mittelgrunde auf schroffer Höhe ein stattliches Schloss mit rundem Turme. Einzelne Leute vor dem Hause, rechts am Fusse des Berges. Halbumwölkter Himmel. Licht von links. Bez. u. L. (bei H. übersehen):

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Leinwand; h. 0,99; br. 0,85. – 1740 durch Morell. Inv. 8° A 2512. – Das Bild ist durch Goethe’s Beschreibung in seinem Aufsatz „Ruisdael als Dichter“ bekannt. – Phot. Ges.

Schloss Bentheim. 1496. (1557.) 11 b.Bearbeiten

Rechts oben auf der Anhöhe, vor welcher Waldbäume wachsen, das gelbe Schloss mit blauen Dächern. Links ein Sandweg, auf dem ein Mann in roter Jacke neben den Seinen und einem Hunde in die blaue Bergferne hinausdeutet. Links vorn ein Baumstumpf am Waldrand. Bedeckter Himmel mit gelblich von links beleuchteten Wolken. Bezeichnet rechts unten:

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Eichenholz; h. 0,55; br. 0,83½. – Inv. 1754 II, 460. Wohl nicht, wie H. angab, schon im Inv. 1722. – Das Schloss Bentheim liegt unweit der holländischen Grenze in der Provinz Hannover. Offenbar hat Ruisdael viele seiner Studien in der waldreichen Umgebung dieses heute von Düsseldorfer Landschaftsmalern besuchten Orte’s gemacht. – Phot. Braun XI. 31.

[473]

Der Wasserfall mit dem Holzsteg. 1497. (1551.) 11 b.Bearbeiten

Von rechts stürzt der Wasserfall sich, den ganzen Vordergrund füllend, zwischen Felsen herab. In der Mitte des Mittelgrundes führt ein Holzsteg, auf dem Hirten ihre Schafe treiben, über den Fluss. Links am Waldrand eine prächtige Eiche. Rechts vorn ein kahler Baumstumpf. Leichtbewölkter Himmel. Licht von links. Bezeichnet links unten:

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Leinwand; h. 0,67; br. 0,53½. – Inventar 1722, B 1012. – Gegenstück zum folgenden.

Der Wasserfall vor dem bewaldeten Abhang. 1498. (1552.) 11 b.Bearbeiten

Von links stürzt der Wasserfall, den ganzen Vordergrund füllend, zwischen Felsen herab. Links reisst er einen Baumstamm mit sich fort. Rechts ein mit Bäumen bewachsener Abhang, an dem im Mittelgrunde zwischen hellen Baumstämmen die Sonne scheint, während weiter vorn über dem Strome Schafe geweidet werden. Leichtbewölkter Himmel. Licht von links. Bezeichnet rechts unten:

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Leinwand; h. 0,67½; br. 0,54½. – Inv. 1722, B 1013. – Gegenstück zum vorigen. – Gestochen (radirt) von Krostewitz. – Phot. Braun X, 32.

Der Eichenhügel. 1499. (1548.) 11 c.Bearbeiten

Links ein mit Eichen bewachsener Hügel, vor dem ganz vorn zwischen Felsen ein schmaler Wasserfall zur Mitte herabstürzt. Hier steigen Schafe und Ziegen, deren Hirt in blauem Rock und schwarzem Hut über ihnen auf dem Felsen sitzt, zum Wasser hinab.
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Rechts grünes Waldland und blaue Ferne. Leichtbewölkter Himmel. Licht von links. Bezeichnet links unten:

Eichenholz; h. 0,38; br. 0,52. – Inv. 1754, II 54. - Phot. Braun IX, 36.

Der Waldweg. 1500. (1549.) 11 a.Bearbeiten

Zwischen hohen Waldbäumen, die aus üppigem Unterholz aufragen, führt in der Mitte ein Sandweg gerade bildeinwärts und gewährt einen Ausblick auf sonniges, von grünem Walde begrenztes Flachland. Links, von hinten gesehen, ein Mann [474] in schwarzem neben einer Frau in rotem Rocke. Leichtumwölkter Himmel. Licht von links. Bezeichnet rechts unten:

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Leinwand; h. 0,62½; br. 0,51½. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1566. – Gegenstück zum folgenden.

Der Wasserfall mit dem Tannenbaum. 1501. (1550.) 11 a.Bearbeiten

Durch ein bewaldetes Thal, in dessen Mittelgrund ein Hirt und eine Hirtin neben ihrer Schafheerde rasten, fliesst ein rauschender Bach, der vorn zwischen Felsblöcken einen kleinen Wasserfall bildet.
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Links vorn ragt eine einzelne hohe Tanne. Rechts liegt eine Hütte am Waldrand , liegen gefällte Stämme vorn im Wasser. Licht von links. Bezeichnet rechts unten:

Leinwand; h. 0,63; br. 0,52. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1567. – Gegenstück zum vorigen. – Phot. Braun VII, 37.

Der Kirchhof. 1502. (1547.) 11 c.Bearbeiten

Mitten in einsamer Berg- und Waldgegend die Trümmer eines alten Baues. Im Vordergrunde ein verlassener Friedhof mit mächtigen Sarkophagen und Grabsteinen. Durch die Gräber bricht sich ein Bergstrom Bahn, der von links zur Mitte herabschäumt. Rechts tritt ein abgestorbener Baum aus prächtigem Waldgrün hervor.
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Ein Stamm ist in die Flut gestürzt. Links ballen sich schwarze Sturmwolken, vor denen ein matter Regenbogen steht. Ueber dem hell von rechts beleuchteten Grabmal in der Mitte blüht ein Hollunderstrauch. Bezeichnet unten links:

Leinwand; h. 0,84; br. 0,95. – Inv. 1754[WS 4], II 490 als „Judenbegräbniss.“ – Dass das Motiv der Grabmäler in der That einem Judenkirchhof entlehnt ist, beweist der 1670 gefertigte Stich A. Blotelingh’s nach einer Zeichnung Ruisdael’s, welcher, laut der gleichzeitigen Unterschritt, den Judenkirchhof vor Amsterdam darstellt. Die Grabmäler sind hier zum Teil genau dieselben, wie dort. Doch hat Ruisdael auf seinem Bilde, ausser dem Bergstrom, auch die Ruine hinzugethan, welche Goethe in seinem berühmten Aufsatze über „Ruisdael als Dichter“ (und früher auch uns) veranlasste, eher einen Klostorkirchhof, als einen Judenkirchhof, in dem Bilde zu sehen. – Gestochen von J. G. Primavesi, von L. Friedrich ☼ III, 39. – Phot. Braun I. 37 und Phot. Ges.

[475]

Ein Walddorf hinter Dünen. 1503. (1554.) 11 c.Bearbeiten

Vorn sandige Dünenwege zwischen spärlich bebauten Feldern. Garben links vorn und rechts im Mittelgrunde. Im Hintergrunde ein graugrüner Waldstreifen, aus dem in der Mitte eine Windmühle, weiter rechts eine Kirche hervorragt. Vorn auf dem Wege schreiten ein Mann und ein Knabe, denen ein Hund folgt, bildeinwärts. Leichtbewölkter Himmel. Licht von links. Nicht bezeichnet.

Leinwand; h. 0,39½; br. 0,51. – 1751 durch Riedel auf der Michaelismesse zu Leipzig erkauft. Geschenk des Grafen Wackerbarth an König August III. H. Wir konnten es zuerst im Katalog 1817 nachweisen. – Die Angabe H.’s, dass es bezeichnet sei, beruht wahrscheinlich auf einer Verwechslung mit dem Bilde N. 1495, dessen sehr deutliche Bezeichnung in H.’s Verzeichniss nicht erwähnt wird.

Canal vor dem Dorfe. 1504. (1556.) 16 a.Bearbeiten

Im Mittelgrunde zwischen Bäumen das Dorf. Hinter den Bäumen links das Schloss, in der Mitte neben roten Dächern ein viereckiger Holzturm, rechts eine Windmühle. Der Canal, an dessen Ufer vorn links und rechts stattliche Bäume wachsen, ist in der Mitte des Bildes von einem Holzsteg überbrückt, auf dem einige Leute stehen. Vorn zwei Schwäne. Leichtbewölkter Himmel. Licht von rechts. Scheint u. bez. gewesen.

Leinwand; h. 0,57; br. 0,65. – Zuerst „Catalogue“ von 1765. – Phot. Braun III. 37.

Angeblich Jac. van Ruisdael.Bearbeiten

Sandweg am Waldbach. 1505. (1559.) 10 b.Bearbeiten

Rechts der Sandweg vor stattlichem Walde. Links ein Bach, der einen kleinen Wasserfall bildet. Im Mittelgrund eine Hütte unter Bäumen. Im Hintergrunde kahle Hügel. Links weiden einige Schafe. Rechts steigen, als Halbfiguren sichtbar, ein Mann in grauem Hut und eine Frau in rotem Kleide, zum Wege herauf. Bez. u. links (verdächtig): Ruisdael.

Eichenholz; h. 0,50; br. 0,68. – 1874 aus Privatbesitz in Berlin. – Wir vermögen die Hand Ruisdael’s nicht in diesem wirkungsvollen Bilde zu erkennen, überhaupt nicht die Hand eines uns bekannten holländischen Landschaftsmalers des XVII. Jahrhunderts. – Phot. Braun.

Nach Jacob van Ruisdael.Bearbeiten

Waldweg am Sumpfe. 1506. (1562.) 12 a.Bearbeiten

Rechts führt der Weg aus dem herbstlich braunen Eichwald zur Mitte des Vordergrundes herab; auf ihm ein Mann in Schwarz neben einem kleinen Mädchen in roter Jacke. Links vorn am Sumpfe drei spärlich belaubte Eichbäume, dahinter Fernblick über flaches Waldland. Licht von rechts.

[476] Eichenholz; h. 0,89½; br. 1,30. – 1874 durch den Kunsthandel aus einer Privatsammlung in Amsterdam. Damals und noch im letzten Katalog als Werk M. Hobbema’s. Diese Benennung konnte jedoch nicht den Beifall der Kenner finden. Vergl. z. B. Eisenmann, Kunstchronik XVI. S. 654. Auch wir vermögen die charakteristischen Eigentümlichkeiten der Pinselführung Hobbema’s nicht in dem Bilde zu erkennen. Die Composition weist entschieden auf Ruisdael hin. Für diesen Meister selbst aber ist das Bild auch nicht fein genug behandelt. Wir halten es für eine alte Copie nach einem Originale Ruisdael’s. Herr Barth. Suermondt in Aachen teilte uns mit, dass er das Original Ruisdael’s im Privatbesitze zu Brüssel gesehen habe.

Jan Vermeer (oder van der Meer) van Haarlem, d. ä.Bearbeiten

Getauft zu Haarlem den 22. Octbr. 1628, begraben daselbst den 25. Aug. 1691. Schüler des Jacob de Wet. Thätig zu Haarlem.

Blick von den Dünen. 1507. (2322.) 16 c.Bearbeiten

Vorn die Dünen, von denen man auf die holländische Ebene hinabblickt.
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Rechts im Mittelgrunde ein Kirchdorf an einem Teiche, links ein Wäldchen. Teilweise bewölkter hellblauer Himmel. Rechts eine schwere, schwarze Wolke. Bezeichnet rechts unten:

Eichenholz; h. 0,33; br. 0,63. – 1883 von Herrn Otto Pein in Berlin. Das Bild befand sich unter N. 64 des Bode’schen Kataloges auf der Ausstellung von Gemälden älterer Meister im Berliner Privatbesitze vom 25. Januar bis 12. März 1883.

Angeblich Jan van der Meer van Haarlem, d. ä.Bearbeiten

Waldweg mit hineinreitendem Jäger. 1508. (1542.) 16 c.Bearbeiten

Links führt der Waldweg bildeinwärts; auf ihm, von hinten gesehen, ein Reiter auf seinem Schimmel, dem ein Hund folgt. In der Mitte ein schöner Eichbaum. Rechts Blick über Wald- und Buschland in die Ferne.

Eichenholz; h. 0,50; br. 0,40. – 1876 aus dem Kunsthandel über Grünberg – Dass Jan van der Meer van Haarlem dieses wirkungsvolle Bild gemalt habe, wurde schon bei H. nur frageweise angenommen, von anderen Seiten (z. B. von O. Eisenmann in der Kunstchronik XVI. S. 654) ganz bestritten. Unserem beglaubigten Bilde N. 1507 gegenüber wird man van der Meer’s Urheberschaft jedenfalls für unwahrscheinlich halten. Man vergleiche nur die Behandlung der Luft auf beiden Bildern. Wir kennen den Meister nicht. Möglicherweise ist er viel jünger. – Gegenstück zum folgenden. – Phot. Braun XI, 32.

Waldweg mit herausreitendem Jäger. 1509. (1543.) 16 c.Bearbeiten

Links führt der Waldweg bildeinwärts; auf ihm, von vorn gesehen, ein Reiter auf einem Schimmel, dem zwei Hunde vorauslaufen. In der Mitte ein schöner Eichbaum. Rechts Blick über Buschland in unklare Ferne.

Eichenholz; h. 0,48; br. 0,40½. – 1876 im Kunsthandel aus Leipzig. – Man vergleiche alles zum vorigen Bilde gesagte und Eisenmann’s Bemerkung in der Kunstchronik [477] XVI, S. 654. – Dass dieses Bild als Gegenstück zum vorigen gemalt worden, ist augenscheinlich. Dass es aber gleichzeitig und von derselben Hand gemalt worden, ist keineswegs unzweifelhaft.

Gillis (Jillis) Rombouts.Bearbeiten

1652 Meister der Lucasgilde zu Haarlem. Dort 1663 erwähnt. Nähere Daten unbekannt. Vergl. Riegel, Beiträge II, S. 399 bis 402. – Bildete sich im Anschluss an Jacob van Ruisdael aus. Thätig zu Haarlem.

Dorfmarkt vor der Windmühle. 1510. (1395.) 8 a.Bearbeiten

Links vorn die Windmühle; in der Mitte des Mittelgrundes der Kirchturm, rechts das Schloss. Die breite, mit Bäumen bepflanzte Dorfstrasse ist von buntem Markttreiben belebt.
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 477 1.jpg
In der Mitte eine von hinten gesehene Dame in weissem Kleide mit gelbem Ueberwurfe neben einem Herrn in rotem Mantel. Bezeichnet unten rechts:

Eichenholz; h. 0,46½; br. 0,63½. – Zuerst im Katalog 1817 als Sal. van Ruysdael. Richtig als Rombouts seit H. 1876, im Anschluss an Bode’s Bemerkungen bei v. Zahn VI, S. 195. – Die Jahreszahl las H. 1658, Bode 1659. Wir lesen sie 1657. – Phot. Braun VI, 34.

Job Adriaensz Berck-Heyde.Bearbeiten

Getauft den 27. Jan. 1630 zu Haarlem; gestorben daselbst den 23. Nov. 1693. Schüler des Frans Hals und des Jacob de Wet. Thätig zu Haarlem, nach Houbraken auch in Heidelberg.

Das Innere der grossen Kirche zu Haarlem. 1511. (1676.) 13 c.Bearbeiten

An den weissgetünchten Pfeilern der mit hölzernem Netzgewölbe[WS 5] gedeckten Kirche spielt, von links einfallend, helles Sonnenlicht. An einem der Rundpfeiler zur Linken ein Prediger auf der Kanzel. Die Zuhörer im Gestühle drehen dem Beschauer den Rücken zu. Bez. r. u.:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 477 2.jpg

Eichenholz; h. 0,61; br. 0,85. – 1874 aus der Sammlung A. v. d. Willigen in Haarlem. – Phot. Braun XV, 35.

Dirk van Bergen oder van den Bergen.Bearbeiten

Lebensumstände unbekannt. Nachfolger des Adr. van de Velde. Thätig zu Haarlem zwischen 1661 und 1690 (nach den Daten auf seinen Bildern.)

[478]

Junger Hirt in seiner Heerde. 1512. (1690.) 7 c.Bearbeiten

Baumreiche Berglandschaft. In der Mitte sitzt ein junger nacktbeiniger Hirt in roter Jacke und neckt den hinter ihm stehenden jungen Stier. Links vorn ein Esel. Rinder und Schafe zur Linken und Rechten. Bez. l. u.:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 478 1.jpg

Leinwand; h. 0,31½; br. 0,37. – Inventar 1754, II, 127. – Gegenstück zum folgenden.

Junge Hirtin mit ihrem Knaben. 1513. (1691.) 7 c.Bearbeiten

Baumreiche Ruinenlandschaft. Vorn sitzt eine junge Hirtin, an deren Kniee ein Knabe lehnt, während sie mit ausgestreckter Rechten dem links aufrecht sitzenden Hündchen gebietet. Links hinter ihr ruht eine schwarze Kuh; rechts eine rote Kuh, Ziegen und Schafe.
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 478 2.jpg
Bezeichnet links unten:

Leinwand; h. 0,31; br. 0,37. – Inventar 1754, II 126. – Gegenstück zum vorigen.

Eine Hirtenfamilie. 1514. (1692.) P 11.Bearbeiten

Rechts ein Zelttuch, von Baum zu Baum gespannt. Darunter eine junge Frau mit ihrem Kinde, davor auf einem Steine der junge blossbeinige Hirte. Vorn die Heerde: in der Mitte vor einer liegenden roten Kuh eine weisse Ziege mit ihrem Zicklein. Bezeichnet unten links:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 478 3.jpg

Leinwand auf Eichenholz; h. 0,24½; br. 0,29½. – Inventar 1754, II 132. Gegenstück zum folgenden.

Heerde am Waldrande. 1515. (1698.) P 11.Bearbeiten

Links im Mittelgrunde eine Hütte, vor der, an eine Kuh gelehnt, ein Hirt steht. Rechts vorn ein spärlich belaubter Baum am Waldrande. Vorn die Heerde: in der Mitte zu Füssen eines nach rechts gewandten jungen bunten Stieres ein kleines Lamm.

Leinwand; h. 0,25; br. 0,30. – Inventar 1754, II 133. – Gegenstück zum vorigen.

Pieter Mulier (Molijn?)-Tempesta.Bearbeiten

Geb. 1637 zu Haarlem, gest. am 29. Juli 1701 zu Mailand. Er ging früh nach Italien, wo er seine Malweise im decorativ-italienischen Sinne entwickelte, und lebte in Rom, in Genua, [479] wo er wegen des Verdachtes, seine Gattin ermordet zu haben, lange Jahre im Gefängniss sass, und schliesslich in Mailand. Museo fiorentino III (1756) p. 281. – Houbraken (ed. 1753 III p. 183) identificirte diesen Pieter Mulier (in Italien auch „de Mulieribus“ genannt und als „Cavaliere Tempesta“ bekannt) mit Pieter Molijn des älteren Sohn, der Pieter Molijn der jüngere genannt wurde, und diese Identificirung ist bis in die neueste Zeit allgemein angenommen. A. Bredius (N. N.) macht uns jedoch mit Recht darauf aufmerksam, dass P. Molijn d. ä. nach A. v. d. Willigen (p. 225–227) keinen Sohn namens Pieter hatte und dass andererseits nach v. d. Willigen (p. 229) Pieter Mulier Vater und Sohn urkundlich beglaubigte Haarlemer Künstler sind. Houbraken selbst nennt den Meister übrigens an anderer Stelle (II p. 350) Pieter Molier.

Die Landschaft mit dem Regensturm. 1516. (1624.) 48 a.Bearbeiten

Links eine mächtige Baumgruppe, rechts ein Rundturm an einem Landsee. Schwere, von links golden beleuchtete Wolken, aus denen es in grauen Streifen regnet, am Himmel. Vorn im Hohlweg ein Hirt mit Schafen und Ziegen, und eine Frau auf einem Schimmel, die ein rotes Tuch über ihren Kopf hält.

Leinwand; h. 0,73; br. 0,99. – 1741 durch Vent. Rossi aus Venedig.

Landschaft mit einem Schafhirten. 1517. (1625.) 7 c.Bearbeiten

Vorn in der Mitte eine stattliche Baumgruppe. Rechts ein Wasserfall. Links im Mittelgrunde ein Rundturm und eine Bogenbrücke über einem Flusse. Im Vordergrunde ein Hirt mit Schafen.

Leinwand; h. 0,36; br. 0,60. – 1741 durch Vent. Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Gewitterlandschaft. 1518. (1626.) 7 c.Bearbeiten

Links vorn ein Wasserfall neben Bäumen. In der Mitte ein Rundturm vor einem grell beleuchteten, schroffen, kahlen Berge. Rechts fährt der Blitz aus Wetterwolken herab. Vorn in der Mitte liegt ein vom Blitze getöteter bepackter Esel. Der Treiber lebt noch, ist aber zu Boden gestürzt.

Leinwand; h. 0,35½; br. 0,59½. – 1741 durch Vent. Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

Landschaft mit Johannes dem Täufer. 1519. (1627.) 7 c.Bearbeiten

Links im Mittelgrunde ein Wasserfall, vorn eine Palme; rechts vorn ein Laubbaum, unter dem Johannes der Täufer schlummert. Sein Stab lehnt neben ihm am Felsen. Sein Lamm sucht den Weg zur Tränke.

Leinwand; h. 0,35; br. 0,48. – Durch Gotter aus Wien oder Regensburg. Inv. Gotter (vor 1736) N. 214. – Gegenstück zum folgenden.

[480]

Landschaft mit dem Rinderhirten. 1520. (1628.) 7 c.Bearbeiten

Im Hintergrunde das Meer und eine Stadt am Gebirge. Vorn links stattliche Bäume; auf dem Wege ein Hirt mit zwei Ochsen, denen ein Hund voranläuft.

Leinwand; h. 0,35; br. 0,48. – Inventar Gotter (vor 1736) N. 215. – Gegenstück zum vorigen.

Gerrit Adriaensz Berck-Heyde.Bearbeiten

Getauft zu Haarlem den 6. Juni 1638; gest. daselbst den 10. Juni 1698. Schüler des Frans Hals und wohl auch seines älteren Bruders Job. (Vergl. oben N. 1511.) Thätig zu Haarlem, nach Houbraken auch einige Zeit zu Heidelberg.

Ansicht des „Dam“ zu Amsterdam. 1521. (1675.) 8 c.Bearbeiten

In der Mitte beherrscht das nach 1648 von Jac. van Kampen erbaute Rathaus den Platz. Zur Rechten davor die ehemalige „Stadtwage“. Im Mittelgrunde die „Neue Kirche“. Links und rechts Giebelhäuser. Reiches Leben vorn auf dem Platze.
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Links eine Versammlung schwarz gekleideter Männer, rechts Marktweiber bei ihren Körben, in der Mitte ein vierspänniger Wagen. Bezeichnet links unten:

Eichenholz; h. 0,41; br. 0,55½. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1619 richtig als „Gerardo“ (Gerrit) Berck-Heyde. Ebenso Bode bei v. Zahn VI, S. 195. – H. blieb gleichwohl dabei, die Inschrift auf Job Berck-Heyde zu deuten. Es ist jedoch, nach Maassgabe ähnlicher, voll bezeichneter Bilder Gerrit’s, sicher, dass der erste Buchstabe der Inschrift als G zu lesen ist, und dass die Form der, Inschrift und die Malweise des Bildes auf Gerrit, nicht auf Job Berck-Heyde deuten. Die Bilder von der Art der folgenden gehören allerdings einer anderen Entwicklungszeit des Meisters an.

Der Ritt zur Jagd. 1522. (1678.) 16 b.Bearbeiten

Sonnige Landschaft; in der Mitte ein Rundturm; rechts Wohnhäuser unter Bäumen. Auf der Landstrasse, die links bergan führt, ein lustiger Jägerzug. Rechts reitet ein Herr neben einer Dame. Ihnen folgen zu Fuss der Falkenträger und der Hundebursche. Links vorn trabt ein Lasttier ohne Führer. Bezeichnet links unten:

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Leinwand; h. 0,53; br. 0,62½. – 1746 vom Kunsthändler G. Breitbarth in Erfurt. H. – Gegenstück zum folgenden. Wohl spätere Bilder, wahrscheinlich aus der Heidelberger Zeit des Meisters.

[481]

Der Pferdemarkt. 1523. (1677.) 16 b.Bearbeiten

Auf einer breit bildeinwärts führenden Strasse, die links von einem langen Gebäude, im Mittelgrunde rechts von einer Kirche begrenzt wird, entfaltet sich ein buntes Treiben von Menschen und Pferden. Links vorn stehen zwei Pferde an der Krippe. Halbrechts wird zwei Herren eins vorgeritten. In der Mitte davor eine junge Kuchenverkäuferin. Bezeichnet l. u.:

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 481 1.jpg

Leinwand; h. 0,53; br. 0,62½. – 1746 vom Kunsthändler G. Breitbarth in Erfurt. – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkung zu diesem.

Willem Romeyn.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem; gest. daselbst nach 1693; um 1642 Schüler des Berchem. Wahrscheinlich besuchte er Italien. Thätig in Haarlem.

Ruhende Heerde. 1524. (1525.) 13 a.Bearbeiten

Vorn im Rasen ruhen Rinder, Schafe und Ziegen. Rechts treibt ein Mann seinen Lastesel. Im Hintergrunde ein Bergzug. Links unten regnet es, rechts oben ist der Himmel blau. Bezeichnet links unten:

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Eichenholz; h. 0,43 ; br. 0,37. – Inventar 1722, A 175.

Egbert van Heemskerk d. j.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem 1645; gest. in London 1704. Schüler des P. de Grebber in Haarlem. Nachahmer des Teniers und Brouwers. Diese Daten nach Immerzeel II, p. 24. – Nach Bredius (N. N.) wohnte 1665 ein 31 jähriger Maler Egbert Heemskerk in Amsterdam; derselbe 1663, 28 Jahre alt, im Haag. Darnach wäre er 1634 geboren.

Zwei Krieger in der Bauernkneipe. 1525. (1727.) 50 a.Bearbeiten

Vorn in der Mitte am Fass sitzen zwei Krieger im Brustharnisch einander gegenüber: links ein alter Kahlkopf mit der Pfeife im Munde, rechts ein jüngerer in blauer Kappe mit roter Feder.
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Ihren Erzählungen lauschen umherstehende und sitzende Bauern. Links im Hintergrunde wird gespielt. Rechts im Hintergrunde liest eine Alte vor. Bezeichnet in der Mitte am Fass:

[482] Leinwand; h. 0,57; br. 0,82. – Inv. 1722, A 630, als „Heemskerk.“ – Noch im Abrégé von 1782 merkwürdiger Weise dem alten Martin van Veen, genannt Heemskerk, später, auch bei H., dessen viel jüngerem Neffen Nic. van der Hecke zugeschrieben. Auf den wirklichen Urheber dieses Bildes und des folgenden, seines Gegenstückes, hatte W. Bode schon bei v. Zahn VI (1873) S. 196 aufmerksam gemacht.

Rauchende und trinkende Bauern. 1526. (1728.) 50 a.Bearbeiten

Halbrechts vorn sitzt, nach links gewandt, ein junger Mann mit roter Mütze, welcher, indem er den Beschauer anblickt, in der Rechten sein Glas dem aus einer Kanne einschenkenden Aufwärter hinhält. Rechts weiter zurück wird einem unwohl. Andere sitzen an Fässern und Tischen. Bez. links unten mit dem vorigen Monogramm.

Leinwand; h. 0,58; br. 0,82½. – Inv. 1722. A 030, als „Heemskerk.“ – Gegenstück zum vorigen. Vergl. die Bemerkungen zu diesem.

Jan van Huchtenburgh (Hughtenburgh).Bearbeiten

Geb. 1646 zu Haarlem, gest. 1733 zu Amsterdam. Schüler des Th. Wyck zu Haarlem. Unter dem Einflusse A. F. v. d. Meulens in Paris (um 1667) und Wouwerman’s weiter entwickelt. Thätig seit 1670 in Haarlem, 1681 in Amsterdam (Bredius N. N.), 1708–1709 in Italien, 1719 im Haag, zuletzt in Amsterdam.

Reiterschlacht zwischen Christen und Türken. 1527. (1714.) P 11.Bearbeiten

Rechts im Mittelgrunde eine grosse Baumgruppe, vor welcher viele Fahnen aus dem Pulverdampfe hervorblicken. Links im Hintergrunde sonnige Anhöhe, an der ein Haus brennt. Vorn wildes Handgemenge zwischen europäischen Reitern mit Dreieckhüten und orientalischen Reitern mit Turbanen und krummen Säbeln. Datirt 1717. Bezeichnet unten halbrechts:

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Leinwand; h. 0,70; br. 0,96. – 1722 von der Leipziger Ostermesse. Inventar 1722, A 355. – Die Bezeichnung ist erst neuerdings durch Herrn Inspector Müller aufgefunden.

Reitergefecht mit Gehängten im Mittelgrunde. 1528. (1715.) P 6.Bearbeiten

Der Kampf tobt rechts unter Bäumen, an denen einige Hingerichtete hängen, links vor einer Villa und einem brennenden Hause. Vorn links springt ein Schimmel ohne Reiter über ein totes braunes Pferd.
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Rechts stürzt ein Pferd mit blauer Satteldecke. Bezeichnet links unten:

[483] Leinwand; h. 0,57½; br. 0,69½. – Inventar 1722, A 450. Also nicht durch Gotter, wie H. annahm. – Die Jahreszahl auf diesem wurde 1718, auf dem folgenden 1720 gelesen. Möglicherweise ist sie auf beiden 1710 zu lesen. Es scheinen Gegenstücke zu sein.

Reitergefecht mit der Schanze im Mittelgrunde. 1529. (1716.) P 6.Bearbeiten

Baumreiche Hügellandschaft. Im Mittelgrunde links eine Kirche, in der Mitte eine Schanze, hinter welcher Fussvolk kämpft. Vorn links ist ein geharnischter Reiter mit roten Hosen rücklings von seinem gestürzten Braunen gefallen; rechts liegt ein Toter in blauem Rocke.
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Bezeichnet unten rechts:

Leinwand; h. 0,57½; br. 0,69½. – 1722 von der Leipziger Ostermesse; Inv. 1722, A 476. – Möglicherweise ist die .Jahreszahl nicht 1720, sondern wie die des vorigen Bildes 1710 zu lesen. Es scheinen Gegenstücke zu sein.

Reitergefecht mit der Windmühle. 1530. (1717.) P 7.Bearbeiten

Rechts Weg unter Felsen am Waldrand. Links Fernblick auf ein Dorf mit einer Windmühle. Vorn rechts liegt ein Toter mit roten Hosen. Links vorn ist ein Reiter mit dem Schwert in der Hand von seinem Braunen gestürzt. Bezeichnet unten rechts mit dem vorigen Monogramm.

Leinwand; h. 0,53½; br. 0,62½. – Inventar 1722, A 445; also nicht durch Gotter, wie H. annahm. – Gegenstück zum folgenden.

Die überfallene Postkutsche. 1531. (1718.) P 7.Bearbeiten

Links unter hohen Bäumen wird eine Postkutsche überfallen. In der Mitte des Mittelgrundes, nach links gewandt, ein Reiterzug auf einem Hügel, hinter dem eine Kirche mit brennendem Turm hervorragt; ein brennendes Haus weiter rechts. Vorn tobt der Reiterkampf. Links vorn schreit ein Sterbender mit weit ausgebreiteten Armen.

Leinwand; h. 0,53½; br. 0,62½. – Inventar 1722, A 481. – Gegenstück zum vorigen.

Grosses Reitergefecht. 1532. (1719.) 49 c.Bearbeiten

Ganz links spitzer Kirchturm hinter Bäumen. Rechts im Hintergrunde ein Schlachtfeld an Hügeln. In der Mitte vor einer hohen Rauchwolke wildes Reiterhandgemenge. Vorn links sprengt ein Trompeter heran. Rechts Mordscene.

Leinwand; h. 1,53½; br. 2,10. – Inventar 1722, A 1618.

Jan van der Meer (oder Vermeer) d. j.Bearbeiten

Getauft zu Haarlem, den 29. Nov. 1656; gest. daselbst den 28. Mai 1705. Schüler seines Vaters Jan van der Meer d. ä. von Haarlem und N. Berchem’s. Bereiste Italien. Wohnte später in Haarlem.

[484]

Am Bergsee. 1533. (1544.) P 9.Bearbeiten

Links vorn am diesseitigen Ufer ein Zug von Reitern, Fussgängern, Treibern und Lasttieren, Rindern und Schafen auf dem Wege zum Strande, an dem sie der Fähre harren. Rechts im Mittelgrunde, auf sonniger Felsenterrasse des jenseitigen Ufers ein Schloss mit altem Rundturm. Hohe Berge darüber.
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Links auf dem See weisse Segel. Rötlicher Abendhimmel. Bezeichnet unten links:

Eichenholz; h. 0,34½; br. 0,41. – Inventar 1754, II 398. – Die Jahreszahl las H. 1654 (der Künstler lebte damals noch gar nicht); sicher sind die ersten drei Zahlen 168 .  zu lesen, so gut wie sicher auch die letzte 9.

Vor der Hirtenhütte. 1534. (1545.) 12 a.Bearbeiten

Rechts vor einer Hütte liest eine Frau dem Hirten aus einer Zeitung vor. Links fliesst ein Wässerchen, an dem einige Schafe saufen, während die Hauptheerde in der Mitte unter dem Baume rastet. Bezeichnet links unten (nebst undeutlicher Jahreszahl): J. van Meer fc.

Leinwand; h. 0,84; br. 1,08. – 1741 durch v. Kaiserling.

Cornelis Dusart.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem, den 24. April 1660; gest. daselbst den 1. October 1704. Schüler des Adriaen van Ostade. Thätig zu Haarlem.

Mutter und Kind in einer Bauernstube. 1535. (1791.) 16 c.Bearbeiten

Rechts eine Holztreppe hinter einer offen stehenden Thür. Links im Mittelgrunde ein Bett. Vorn in der Mitte sitzt eine Bäuerin, über ihre Arbeit gebückt, zwischen ihrem links stehenden kleinen Mädchen und ihrem rechts stehenden Korbe mit Zeug. Links vorn frisst eine Katze aus einer irdenen Schüssel. Bez. rechts über der Treppe:

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Eichenholz; h. 0,38½; br. 0,34. – Zuerst im Katalog von 1835 als „angeblich Ostade.“ So noch bei H. 1856. Seit H’s Katalog von 1862 richtig als Dusart.

Das Kegelspiel. 1536. (1793.) 16 c.Bearbeiten

Im Garten eines mit Stroh gedeckten Wirtshauses rauchen, zechen, tanzen, spielen zahlreiche Bauern. In der Mitte am Hause steht ein Geiger. Vorn schieben einige Bauern Kegel. Einer von ihnen, mit roter Kappe, bückt sich, nach rechts gewandt, zum Wurfe. Bezeichnet unten rechts:

[485]
Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 485 1.jpg

Leinwand; h. 0,89; br. 0,73½. – 1874 aus der Sammlung Reede van Oudtshoorn in Utrecht.

Bauernschlägerei. 1537. (1792.) 13 b.Bearbeiten

An einem zusammenbrechenden Kartentisch sind Männer und Frauen mit Messern, Stühlen und Fäusten aneinander geraten. Die beiden Hauptraufer werden von Frauen und Männern zurückgehalten. Rechts eilt einer mit einem Besen herbei.
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Bezeichnet links in der Mitte:

Kupfer; h. 0,20½; br.0,25½. – „Aus Holland als Adr. Brouwer.“ H. - Wir konnten es zuerst im Katalog von 1817 nachweisen.

Jan van Nikkelen.Bearbeiten

Geb. zu Haarlem 1656 (da er nach Oud Holland III. p. 234, am 18. Febr. 1684 bei seiner Verheiratung in Amsterdam angab 28 Jahre alt zu sein); gest. nach Immerzeel 1716 zu Cassel. Schüler seines Vaters, des Architekturmalers Isack van Nikkelen, der 1660 Mitglied der Haarlemer Gilde wurde (v. d. Willigen p. 231).

Ideale Landschaft mit einer Palme. 1538. (1832.) 9 b.Bearbeiten

Links vorn hohe Bäume; rechts hinten hohe Berge. In der Mitte neben einem Landsee eine Tempelhalle, von einer Palme und anderen Bäumen überragt. Vorn verschiedene antik gekleidete Gestalten.

Leinwand; h. 0,57½; br. 0,73. – 1751 von der Leipziger Ostermesse. H. – Inv. 1754, II 449. Gegenstück zum folgenden.

Ideale Landschaft mit einem Wasserfall. 1539. (1833.) 9 b.Bearbeiten

Links vorn hohe Bäume neben einem Wasserfall. Rechts im Mittelgrunde ein Rundtempel und eine Säulenruine am Fuss des Gebirges. Vorn in der Mitte ein Mädchen mit Waschkörben.

Leinwand; h. 0,57½; br. 0,73. – 1751 von der Leipziger Ostermesse. H. – Inventar 1754, II 450. Gegenstück zum vorigen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 443 Zeile 1 von oben lies Miensze statt Miense.
  2. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 445 ad 1391 am Rande lies (2319) statt (1604).
  3. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 470 Zeile 9 von unten lies Deich (Damm) statt Teich.
  4. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 474 Zeile 10 von unten lies 1754 statt 1854.
  5. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 477 Zeile 11 von unten lies Netzgewölbe statt Stirngewölbe.