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Die Rehjagd. 1414. (1437.) 8 b.

Links im Mittelgrunde ein Bauernhaus unter Bäumen, vorn ein gestürzter Baumstamm am Sumpf. Rechts oben Ruinen und ein Landhaus. In der Mitte, nach rechts gewandt, das gehetzte Reh, umringt und verfolgt von den reitenden Jägern, unter denen sich eine Dame in gelbem Kleide befindet, von den Treibern zu Fuss und von den Hunden. Auf dem Schimmel ein Hornbläser. Bez. halblinks unten:

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Eichenholz; h. 0,48; br. 0,78. – 1742 durch Rigaud aus dem Cab. du Pile in Paris. H. Gestochen 1739 daselbst als „Chasse à l’italienne“ von Le Bas. – Inventar Guarienti (vor 1753) N. 1534. – Phot. Braun VI, 37.

Der Schimmel in der Felsengrotte. 1415. (1440.) 14 a.

In einer romantischen Felsenschlucht steht, nach rechts gewandt, ein ungesattelter Schimmel, vor dem ein Mann und eine Frau spielend am Boden liegen. Ein Hirt mit seinem Hunde steht daneben; ein anderer Mann kommt rechts den Weg herab. Bezeichnet links unten:

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Eichenholz; h. 0,45½; br. 0,37. – Inventar 1722, A 688, – Noch ziemlich im Charakter der früheren Zeit des Meisters, das Monogramm aber schon entwickelter. Also ein Bild der Uebergangszeit.

Die Predigt Johannes des Täufers. 1416. (1436.) 14 b.

Rechts im Mittelgrunde vor dem malerischen Waldrande steht, nach links gewandt, der Täufer und predigt. Viel Volk umgiebt ihn in weiten Kreisen. Rechts vorn zwei Krieger zu Pferde: der gehelmte und geharnischte auf dem Schimmel von hinten gesehen. Bezeichnet rechts unten:

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Leinwand; h. 0,67; br. 0,86. – Inv. Guarienti (vor 1753) N. 1701. Aus dem Cab. Blondy in Paris. Gestochen daselbst von Moyreau (N. 29). – Das Bild gehört seiner immer noch etwas schweren Behandlung nach dem Uebergang zur mittleren Zeit des Meisters an, deren Monogrammform es bereits zeigt.

Armenspeisung an der Klostertreppe. 1417. (1466.) 8 c.

Links auf der Treppe die mildthätigen Mönche, deren einer mit einem grossen Schöpflöffel den Armen die Suppe in ihre Töpfe füllt. Neben der Treppe sattelt ein anderer Mönch seinen Schimmel. Noch andere kommen, einem Lasttier folgend, rechts zum Hofthor herein. Bezeichnet links unten:

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Eichenholz; h. 0,32½; br. 0,36. – 1740 durch Le Leu von Mr. Le Noir in Paris. – Gestochen von Moyreau (N. 66) als „la charité des capucins.“

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 452. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/484&oldid=- (Version vom 1.8.2018)