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wo er wegen des Verdachtes, seine Gattin ermordet zu haben, lange Jahre im Gefängniss sass, und schliesslich in Mailand. Museo fiorentino III (1756) p. 281. – Houbraken (ed. 1753 III p. 183) identificirte diesen Pieter Mulier (in Italien auch „de Mulieribus“ genannt und als „Cavaliere Tempesta“ bekannt) mit Pieter Molijn des älteren Sohn, der Pieter Molijn der jüngere genannt wurde, und diese Identificirung ist bis in die neueste Zeit allgemein angenommen. A. Bredius (N. N.) macht uns jedoch mit Recht darauf aufmerksam, dass P. Molijn d. ä. nach A. v. d. Willigen (p. 225–227) keinen Sohn namens Pieter hatte und dass andererseits nach v. d. Willigen (p. 229) Pieter Mulier Vater und Sohn urkundlich beglaubigte Haarlemer Künstler sind. Houbraken selbst nennt den Meister übrigens an anderer Stelle (II p. 350) Pieter Molier.

Die Landschaft mit dem Regensturm. 1516. (1624.) 48 a.

Links eine mächtige Baumgruppe, rechts ein Rundturm an einem Landsee. Schwere, von links golden beleuchtete Wolken, aus denen es in grauen Streifen regnet, am Himmel. Vorn im Hohlweg ein Hirt mit Schafen und Ziegen, und eine Frau auf einem Schimmel, die ein rotes Tuch über ihren Kopf hält.

Leinwand; h. 0,73; br. 0,99. – 1741 durch Vent. Rossi aus Venedig.

Landschaft mit einem Schafhirten. 1517. (1625.) 7 c.

Vorn in der Mitte eine stattliche Baumgruppe. Rechts ein Wasserfall. Links im Mittelgrunde ein Rundturm und eine Bogenbrücke über einem Flusse. Im Vordergrunde ein Hirt mit Schafen.

Leinwand; h. 0,36; br. 0,60. – 1741 durch Vent. Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum folgenden.

Gewitterlandschaft. 1518. (1626.) 7 c.

Links vorn ein Wasserfall neben Bäumen. In der Mitte ein Rundturm vor einem grell beleuchteten, schroffen, kahlen Berge. Rechts fährt der Blitz aus Wetterwolken herab. Vorn in der Mitte liegt ein vom Blitze getöteter bepackter Esel. Der Treiber lebt noch, ist aber zu Boden gestürzt.

Leinwand; h. 0,35½; br. 0,59½. – 1741 durch Vent. Rossi aus Venedig. – Gegenstück zum vorigen.

Landschaft mit Johannes dem Täufer. 1519. (1627.) 7 c.

Links im Mittelgrunde ein Wasserfall, vorn eine Palme; rechts vorn ein Laubbaum, unter dem Johannes der Täufer schlummert. Sein Stab lehnt neben ihm am Felsen. Sein Lamm sucht den Weg zur Tränke.

Leinwand; h. 0,35; br. 0,48. – Durch Gotter aus Wien oder Regensburg. Inv. Gotter (vor 1736) N. 214. – Gegenstück zum folgenden.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 479. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/511&oldid=- (Version vom 1.8.2018)