Seite:Karl Woermann Katalog der Gemäldegalerie Dresden 1887.pdf/476

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Eichenholz; h. 0,43; br. 0,33½. – 1751 von der Leipziger Ostermesse. H. – Zuerst im Katalog von 1817. Seit diesem irrtümlich dem Tiermaler Jan Le Ducq, von dem man z. B. ein bezeichnetes Bild in der Sammlung Habich in Cassel sieht, bei Bode (in v. Zahn’s Jahrbüchern 1873, S. 195) dem J. A. Duck zugeschrieben, mit dessen bezeichneten Bildern (z. B. in der Sammlung Habich zu Cassel) es allerdings einigermassen übereinstimmt. Doch erscheint es noch frischer und feiner; und seine Bezeichnung, deren erster Buchstabe allerdings nicht unzweifelhaft ist, aber schwerlich auf A oder J. A. gedeutet werden kann, vielmehr N zu sein scheint, spricht dagegen. Jedenfalls glauben wir unseren Meister, der sich offenbar an Hals angeschlossen hat, mit Recht in die Haarlemer Schule zu versetzen. – Phot. Braun XI, 37.

Derselbe Herr als Halbfigur. 1389. (1601.) 9 a.

Nach links gewandt, auf gelbgrauem Grunde in gemaltem Oval. Anstatt die Rechte zu senken, erhebt er sie an seine Brust; im übrigen ist das Bild eine ziemlich genaue verkürzte Wiederholung des vorigen (N. 1388).

Eichenholz; h. 0,17½; br. 0,14. – Inventar 1754, II 202. – Das Bild ist von der Frische des vorigen so weit entfernt , dass man an der Eigenhändigkeit der Wiederholung zweifeln kann.

Ein Bauer, von Soldaten gepeinigt. 1390. (1603.) 15 c.

Woermann 1887 Bildbezeichnung Seite 444.jpg

Der Bauer in roter Jacke ist in seiner Hütte, nach links gewandt, in die Kniee gesunken. Die Soldaten sind durch die Thür zur Rechten hereingedrungen. Einer von ihnen hat den Bauern am Kopf gepackt und holt mit dem Spiesse in der Rechten gegen ihn aus. Die Bäuerin steht jammernd zur Linken. Bezeichnet rechts:

Eichenholz; h. 0,30½; br. 0,22½. – Inventar 1754, II 146. – Bei H. dem A. le Duc zugeschrieben, während die beiden vorigen Bilder N. 1388 und 1389 dem Jan le Duc gegeben wurden. Nach Bode (schon 1873 bei v. Zahn VI, S. 105 und Studien, S. 144) wäre das Monogramm P. C. zu lesen und das Bild wäre ein Spätwerk des Pieter Codde, von dem wir unter N. 1391 ein gutes Jugendbild besitzen. – Da unseres Erachtens das Monogramm jedoch unmöglich anders als L. D. gelesen werden kann, auch der Stil, weder der Formen- noch der Farbenempfindung nach, derjenige Codde’s ist, so vermögen wir uns der Ansicht Bode’s in diesem Falle nicht anzuschliessen, halten das Bild vielmehr ebenfalls für ein Werk eines Le Duc. Ueber die Schwierigkeit, die Meister dieses Namens näher zu bestimmen, vergl. man die Bemerkungen vor N. 1388.

Pieter Codde.

Geb. zu Amsterdam 1599 oder 1600; begraben daselbst den 12. October 1678 (Ch. M. Dozy in „Oud Holland“ II, 1884, p. 48 bis 62). Wahrscheinlich Schüler des Frans Hals zu Haarlem, für den er 1637 in Amsterdam thätig war. Gesellschaftsmaler der Dirk Hals’schen Richtung, die er nach Amsterdam trug. Sein Schüler Duyster unten N. 1548.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 444. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/476&oldid=- (Version vom 1.8.2018)