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Jan Miensze Molenaer.[WS 1]

Geb. zu Haarlem. begraben daselbst den 19. September 1668. Wahrscheinlich Schüler des Frans Hals. Später unter Rembrandt’s Einflnss weitergebildet und vorübergehend (1657) in Amsterdam thätig. Vergleiche Bode. Studien. S. 199–205.

Ein Geiger und singende Bauern. 1386. (1732.) 13 a.

In einer Bauernschenke sitzt rechts vorn am Fass ein junger Geiger in rotem Rocke. Die übrige Gesellschaft begleitet sein Spiel mit Gesang. Eine alte Frau mit einem Zettel in der Hand ist Vorsängerin. Links vorn schneidet ein junger Mann Tabak auf der Bank. Durch die offene Thür blickt ein Paar herein. Bezeichnet unten rechts:

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Eichenholz; h. 0,49½; br. 0,37. – 1874 aus der Sammlug Reedo van Oudtshoorn in Utrecht. – Phot. Ges.

Ein Geiger bei einer Bauernfamilie. 1387. (1733.) P 8.

Im Hintergrunde einer Bauernstube steht ein Geiger und geigt. Vor ihm ist die Familie, welche ihn singend begleitet, um ein Tischchen gruppirt. Links in der offenen Thür steht ein Mann, auf seinen Stab gelehnt.

Eichenholz; h. 0,38; br. 0,32½. – 1778 als Lundens aus der Spahn’schen Sammlung. – Als Lundens auch noch im Katalog von 1862, nachdem H. es 1856 dem C. Bega zugeschrieben hatte. Richtig als Molenaer in den letzten Auflagen des H.’schen Kataloges. Späteres Bild des Meisters.

Le Duc. Fraglich ob Jacob A. Duck.

Letzterer geb. um 1600 zu Utrecht, gest. nach 1660 wahrscheinlich im Haag. Gebildet unter dem Einflüsse des Dirk Hals in Haarlem. Thätig anfangs in Utrecht, später im Haag.

Diese Daten gehen von der nicht völlig gesicherten Voraussetzung aus, dass der Utrechter Jacob Duck und die durch Bilderinschriften bekannten A. Duck, J. A. Duck und Le Duc eine und dieselbe Person seien. Vergl. Bode, Studien, S. 133 ff., den Berliner Katalog von 1883, S. 177 und Obreen’s Archief V, p. 200–292. Die Frage ist noch nicht spruchreif. Jan le Ducq, der Haager Tiermaler, ist sicher eine andere Person.

Bildniss eines Herrn in seinem Zimmer. 1388. (1602.) 17 c.

Ganze Figur, nach links gewandt. Der Herr mit spärlichem Haarwuchs trägt einen schwarzen Anzug mit anliegendem Spitzenkragen. Die linke Hand stemmt er in die Seite, in der gesenkten Rechten hält er seine Handschuhe. Hinter ihm steht ein Tisch mit grauer Decke, auf dem sein Hut liegt. Bezeichnet rechts oben am Kamine:

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Anmerkungen (Wikisource)

  1. Druckfehlerberichtigung siehe Druckfehler: Seite 443 Zeile 1 von oben lies Miensze statt Miense.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 443. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/475&oldid=- (Version vom 1.8.2018)