BLKÖ:Habsburg, Franz Joseph I.

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 6 (1860), ab Seite: 227. (Quelle)
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98. Franz Joseph I., Kaiser von Oesterreich (geb. in Wien am 18. August 1830). Sohn Ihrer kais. Hoheiten des Erzherzogs Franz Karl [siehe d. Folg.]. und der Frau Erzherzogin Sophie. Gemalin: Seit 24. April 1854 Elisabeth Amalie Eugenie, kön. Prinzessin in Bayern [s. Nr. 73] Kinder: Sophie (geb. zu Wien am 5. März 1855, gest. 29. Mai 1857); – Gisela (geb. zu Laxenburg am 12. Juli 1856; – Rudolph (geb. zu Laxenburg am 21. August 1858). Wahlspruch: „Viribus unitis“. Wichtigere Lebensmomente. Die Leitung und Oberaufsicht der Erziehung führte als Ajo des kais. Prinzen Graf von Bombelles. Im Jahre 1848 begab sich der junge Erzherzog als Oberst und Inhaber des Dragoner-Regiments Nr. 3 auf den italienischen Kriegsschauplatz, wo er unter den Augen des Feldmarschalls Radetzky seltene Beweise von Thatenmuth und persönlicher Tapferkeit ablegte. Da brach das Jahr 1848 und mit ihm eine Zeit herein, in welcher in Oesterreich in wenigen Monaten mehr Geschichte gemacht wurde, als vordem in Jahrzehenden. Es war, als wollte man das Versäumte um jeden Preis nachholen. In solcher Zeit war ein starker Arm und ein junger thatenkräftiger Geist an der Spitze des Staates vonnöthen. Da des Kaisers Ferdinand Ehe kinderlos geblieben, so war schon auf den jungen Erzherzog seit vielen Jahren die Hoffnung der Völker Oesterreichs gerichtet, und ehe man es erwartet, war der Augenblick erschienen, in welchem der junge Prinz die Last der Krone auf sein Haupt drücken sollte. Seit den Tagen der großen Maria Theresia hatte wohl kein Monarch unter drohenderen Verhältnissen der äußeren Politik und größerer Gährung im eigenen Staate die Zügel der Regierung übernommen. Nachdem Kaiser Ferdinand nach Resignation seines Bruders, Erzherzogs Franz Karl, am 2. December 1848 zu Gunsten seines erlauchten Neffen Franz Joseph in Olmütz die österreichische Kaiserkrone niedergelegt, übernahm dieser, 18 Jahre alt, die Regierung. „Lebewohl Jugend!“ soll damals der junge Fürst ausgerufen haben, und getragen von der Begeisterung und Liebe seiner Völker, welche auf ihn [228] alle Hoffnungen setzten, ergriff er mit junger Hand das Kaiserscepter. Mit Kaiser Franz Joseph beginnt in Oesterreichs Geschichte eine neue Aera: Der Abbruch des alten morschen, der Aufbau des neuen Oesterreich. Bei dem völligen Mangel an Selbstbestimmung, durch den Oesterreichs Volksstämme den früheren Verhältnissen zu Folge so weit zurückgeblieben, war es eine der schwierigsten Aufgaben, sie derselben vorbereitet entgegenzuführen. Eines vollen Jahrzehendes hat es zur Lösung dieser schwierigsten aller Aufgaben bedurft. Den italienischen Krieg, der bereits 1848 begonnen, hatte Radetzky siegreich zu Ende geführt, das aufständische Wien war noch vor des Kaisers Franz Joseph Regierungsantritte von Windischgrätz zur Ordnung gebracht und über die Rädelsführer strenges Gericht gehalten worden; in Ungarn aber wüthete noch fort der Kampf. Dasselbe, den Thronwechsel nicht anerkennend und von Oesterreich völlig sich lossagend, stellte eine großartige Revolutions-Armee auf. Der junge Kaiser wohnte dem Kampfe in Person bei und gesellte zu den in Italien von dem Erzherzoge erworbenen Lorbeeren neue bei Raabs Erstürmung. Eine Zusammenkunft des Kaisers mit Kaiser Nikolaus in Warschau am 21. Mai 1849 bereitete nunmehr den Einmarsch der Russen in Ungarn vor, und im August 1849 war dieses unterworfen. Nun erst konnte an das Werk des Friedens und an den Aufbau des neuen Oesterreich geschritten werden. Wenn hier von einem neuen Oesterreich, der Nothwendigkeit eines solchen und der Unhaltbarkeit des alten gesprochen wird, so stützen wir uns nur auf die Ansicht eines berühmten und von Patriotismus durchglühten Staatsmannes. Ficquelmont sagt in seiner Schrift: „Rußlands Politik und die Donau-Fürstenthümer“ (Wien 1854) S. 49: „Es ist in Oesterreich zur Revolution gekommen, weil die Regierung der Bewegung des Fortschrittes, in welche die allmälige Modification der Sitten und neu auftauchenden Bedürfnisse die Staatsverwaltung notwendiger Weise versetzt hatten, fremd geblieben war. Die Regierung war dahinter zurückgeblieben und fand sich dadurch gewissermaßen abgeschnitten“. Es galt also, daß die Regierung selbst in die Bahn des Fortschrittes trete, und einerseits den ihr bekannt gewordenen Bedürfnissen der einzelnen Volksstämme gerecht werde, andererseits die durch den letzten Bürgerkrieg und die demselben vorangegangene Lethargie alles politischen Lebens gelockerte Staatseinheit, dem Wahlspruch des Kaisers gemäß: viribus unitis, festige. Indem also das Einheitsprincip in den Vordergrund gestellt wurde, mußte die alte Verfassung Ungarns, das übrigens durch seinen offenen Aufruhr gegen den rechtmäßigen König sein früheres Recht verwirkt hatte, zunächst fallen. Die Aufhebung dieser Verfassung war für das Land selbst die größte Wohlthat, denn diese Verfassung war weniger ein Inbegriff von alten Rechten, als ein in Jahrhunderten zusammengewachsenes Conglomerat von Gewohnheitsunrechten, das dem einen Theile, dem Adel, Alles gab, dem andern, dem Volke, Alles nahm. Die constitutionellen Formen aber, welche, so lange Graf Stadion im Cabinete thätig war, für den Gesammtstaat in Ausführung gesetzt werden sollten, wurden, da es einen, den verwickelten Verhältnissen der Monarchie entsprechenden, jedoch möglichst einfachen Modus erst zu finden galt, vorderhand beseitiget; hingegen an der Durchführung des gleichförmigen [229] Centralisationssystems, als dessen Schöpfer Minister Bach eine bleibende und vielbedeutende Stelle in der Geschichte Oesterreichs behauptet, energisch gearbeitet. Darin, was Einigen als Rückschritt galt, und von den Gegnern auf das heftigste bekämpft wurde, erkannten und erkennen noch alle wahren Patrioten den eigentlichen Fortschritt, ja die erste und wahre Grundfeste eines solchen für den Kaiserstaat in seiner Gesammtheit. Unter den innern Reformen sind, da noch unter Kaiser Ferdinand durch das Gesetz vom 8. September 1848 die Aufhebung des Unterthanen-Verbandes und die dadurch gewährte Gleichstellung und Entlastung allen Grundes und Bodens ausgesprochen worden war, besonders hervorzuheben: das Gesetz vom 4. März 1849 mit der es ergänzenden Verordnung vom 10. September 1851, durch welche über Art und Maß der zu leistenden billigen Entschädigung, und wie diese letztere für die Berechtigten möglichst bald flüssig gemacht werden könne, die näheren Bestimmungen festgesetzt wurden. An den durch diese Gesetze ausgesprochenen Grundsätzen: der Anerkennung der Menschenrechte in dem seit Jahrhunderten in tiefer Erniedrigung hinsiechenden Bauernstande und des allgemeinen Rechtsprincipes der billigen Entschädigung, wurde in dem mannigfaltigen Wechsel der Verwaltungsmethode unerschütterlich festgehalten und dadurch der Grund zu jener Wohlfahrt gelegt, zu welcher der Kaiserstaat alle Mittel in sich trägt und in Erreichung derselben durch eine weise Gesetzgebung gefördert werden kann. Die allmäligen Veränderungen, und in denselben die Entwicklung der politischen Verwaltung; ferner die zahlreichen Reformen in allen Gebieten des öffentlichen Lebens; die historischen Momente nach innen und außen; den Fortschritt im Culturleben der zahlreichen Volksstämme, welche Oesterreichs Scepter unter sich vereiniget, im Zusammenhange darzustellen, und in allen diesen sich oft verwirrenden Einzelheiten den wahren Fortschritt zu erkennen, ist die schöne aber schwierige Aufgabe des Historikers und muß diesem überlassen bleiben. Die Aufgabe dieses Werkes ist, dem Forscher das Materiale, das er wissenschaftlich verarbeiten soll, zuzuführen; demnach, getreu dem Zwecke der in diesem Werke in analogen Fällen beobachteten Darstellung, wähle ich auch hier die Methode der chronologischen Aufzählung der wichtigsten, seit dem 2. December 1848, als dem Tage des Regierungsantrittes Sr. Majestät, vorgekommenen Geschehenisse. Sie bilden einerseits die eigentlichen Stützpuncte des Regentenlebens, andererseits erleichtern sie in der großen Menge der Thatsachen die Orientirung. Dabei wurde sich an die Tagesdaten der Ereignisse, der Kundmachung oder auch der Sanctionirung der Allerhöchsten Anordnungen gehalten; und zwar sowohl an die, die Person des Monarchen zunächst betreffenden, so wie an jene von allgemeiner Bedeutung, in welchen die Regententhätigkeit überhaupt sich abspiegelt.

Chronologie der Regierung Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph. 1848. 2. December: Regierungsantritt Sr. Majestät. – 5. December: Kaiserliches Patent, daß die Befreiung des Adels von der Militärpflicht aufzuhören, die Aushebung der Militärpflichtigen durch das Loos zu geschehen habe und das stellungspflichtige Alter mit dem 20. Jahre beginne, mit dem vollstreckten 26. ende. – 10. December: wurde die Errichtung einer Handelskammer für Wien angeordnet. – 15. December: Kaiserliches Patent, stellt das Patriarchat und die [230] Woiwodschaft der serbischen Nation wieder her. – 21. December: Der sächsischen Nation in Siebenbürgen wird ihr Wunsch, unmittelbare Unterstellung unter die Krone, gewährt. – 23. December: Eine kais. Verordnung stellt den Wirkungskreis des obersten Militär-Gerichtshofes fest. – 27. December Einnahme von Raab.

1849. In der Nacht vom 4. auf den 5. Jänner: Flucht Kossuth’s nach Debreczin. – 6. Jänner: eröffnet Kossuth den Debreczinern, daß der Sitz der ungarischen Regierung nunmehr in ihrer Stadt sei. – 8. Jänner: Kaiserliche Verordnung, welche den Reichstagsbeschluß vom 5. Jänner 1849 betreffs eines Staatsanlehens genehmiget. – 21. Jänner: sieht Bem vor Hermannstadt. – 22. Jänner: rückt Feldmarschall-Lieutenant Baron Csorich in Schemnitz ein. – 12. Februar: Allerhöchste Entschließung, betreffend die Annahme des Wahlspruches Sr. Majestät „Viribus unitis“. – 14. Februar: Die Festung Esseg capitulirt und General-Major Trebersburg, der schon am 30. Jänner ihre Vorstädte mit Sturm genommen, besetzt sie mit seinen Truppen. – 4. März: Kaiserliches Manifest, löst den in Kremsier versammelten Reichstag auf, derselbe hatte am nämlichen Tage angekündet, daß der Entwurf der Constitution geschlossen sei und die nächste Sitzung am 15. stattfinden solle, für welche die erste Lesung der Constitution auf der Tagesordnung stand, aber unmittelbar der letzten Sitzung vom 6. folgte die Auflösung mit Ertheilung einer Staatsverfassung, welche kais. Manifeste vom 4. März datirt waren. Kaiserliche Patente vom nämlichen Tage ordnen die Durchführung der Aufhebung des Unterthansverbandes und Entlastung des Grundes und Bodens, die Einführung eines allgemeinen Reichsgesetzblattes, sowie der Landesgesetzblätter an. – 7. März: Kaiserliches Patent, regelt die Ausübung der Jagdgerechtigkeit. – 12. März: Nachdem der am 9. August 1848 abgeschlossene Waffenstillstand von den Piemontesen gekündigt worden war, erscheint das berühmte Manifest des Feldmarschalls Radetzky. – 13. März: Kaiserliches Patent gegen den Mißbrauch der Presse. Grillparzer erhält den Leopold-Orden; der erste österreichische Poet, der in Oesterreich diese Auszeichnung empfängt. – 17. März: Kaiserliche Patente, ein provisorisches Gemeindegesetz erlassend und die Ausübung des freien Associations- und Vereinigungsrechtes regelnd. – 20. März: Neues Gemeindegesetz; demselben folgen das Preß- und Associationsgesetz. Am nämlichen Tage in der Lombardie um 12 Uhr Mittags Forcirung des Gravellone-Ueberganges. – 21. März: Schlacht bei Mortara. – 23. März: Schlacht bei Novara. Victor Emanuel bittet nach Abdankung Karl Albert’s, seines Vaters, um Waffenstillstand. – 24. auf den 25. März: Schlacht bei Casale. So war der am 19. eröffnete Feldzug in sechs Tagen beendet. Der Gesammtverlust betrug an Todten: 1 Stabsofficier, 15 Oberofficiere, 467 von der Mannschaft; an Verwundeten: 2 Generale, 7 Stabs-, 114 Oberofficiere, 2013 von der Mannschaft; an Vermißten und Gefangenen: 4 Oberofficiere und 1156 von der Mannschaft. – 26. März: Waffenstillstand zwischen Radetzky und Victor Emanuel. – 12. April: Abberufung des Fürsten Windisch-Grätz von dem Oberkommando in Ungarn und Ernennung des Freiherrn von Welden an seine Stelle. Minister Stadion nimmt Krankheit halber zeitlichen [231] Urlaub und Justizminister Bach besorgt einstweilen die Geschäfte seines Ministeriums. – 14. April: Der ungarische Landtag in Debreczin erklärt das Haus Habsburg-Lothringen der Krone Ungarns verlustig und setzt den Agitator Kossuth als Regierungspräsidenten an die Spitze des Landes. – 20. April: wird im Gemeinderathe die Radetzky-Stiftung beschlossen. – 30. April: Beginn der Sitzungen der Episcopal-Synode, welche sich in Wien auf Grundlage der Paragraphe 2 und 4 der Verfassungsurkunde zur Regelung der Rechte der katholischen Kirche in Oesterreich versammelt. Am nämlichen Tage übernimmt der Kaiser persönlich den Oberbefehl über sämmtliche Kriegsheere Oesterreichs. – 4. Mai: fordert Görgey den General Hentzi in Ofen auf, sich zu ergeben. – 5. Mai: Der Kaiser trifft unerwartet von Olmütz, wo er seit dem 2. December residirte, 6 Uhr Morgens in Schönbrunn ein. – 6. Mai: hält der Kaiser die erste große Revue in Wien ab, empfängt die Deputationen des Wiener Gemeinderathes und Magistrates und kehrt dann nach Schönbrunn zurück. – 12. Mai: Proclamation an die Völker Ungarns, welche verkündet, daß Oesterreich die Hilfe Rußlands in Anspruch nimmt, um den Aufstand in Ungarn zu bewältigen. – 17. Mai: Allerhöchstes Handschreiben, enthebt den Grafen Franz Stadion seines Leidens wegen gänzlich seines Amtes und Minister Bach besorgt wie bisher sein Portefeuille, – 20. Mai: Reise des Kaisers nach Warschau zum Besuche des Kaisers Nikolaus; – 25. Mai: Rückkehr. – 21. Mai: Katastrophe in Ofen. Ein Bataillon Ceccopieri verräth die Festung. Hentzi stirbt, ein zweiter Zriny. Oberst Alnoch sprengt sich mit noch 10 Officieren in die Luft. – 28. Mai: Einnahme des Forts Malghera nächst Venedig. – 30. Mai: Enthebung Welden’s vom Armee-Obercommando in Ungarn und Uebertragung desselben an Feldmarschall-Lieutenant Baron Haynau. – 2. Juni: Ernennung des Grafen Gyulai zum Kriegsminister an Stelle des Freiherrn von Cordon, der um seine Enthebung angesucht. – 8. Juni: Kaiserliche Verordnung, welche die Errichtung der Gensd’armerie im Kaiserstaate genehmiget. Sieg des Banus Jellačić bei Neusatz. – 10. Juni: Sieg des Banus bei Csasz über Perczel. – 14. Juni: Kaiserliche Entschließung, genehmiget die Grundzüge der neuen Gerichtsverfassung. – 17. und 18. Juni: überschreitet die russische Armee die ungarische Grenze an vier Puncten zugleich. – 26. Juni: Kaiserliche Verordnungen genehmigen die Organisationen der Gerichte in Ober- und Niederösterreich, Salzburg, Böhmen, Mähren und Schlesien, Tirol und Vorarlberg. – Der Kaiser reist in Gemeinschaft des Erzherzogs Ferdinand Max zur Armee nach Ungarn ab. – 3. Juli: Debreczin ergibt sich den Russen, ihnen auf sechs Stunden Entfernung die Schlüssel der Stadt überbringend. – 4. Juli: Rückkehr des Kaisers nach Schönbrunn. – 15. und 16. Juli: Blutige Kämpfe bei Waizen. – 19. Juli: Merkwürdige Proclamation Haynau’s an die Judengemeinden in Pesth und Ofen, womit denselben eine große Requisition an Monturs- und Rüstungsstücken auferlegt wird. – 24. Juli: Eintreffen der ersten Russen in Wien. – 25. Juli: Kaiserliche Verordnungen genehmigen die Organisierungen der Gerichte in Steiermark, Kärnthen und Krain. – 28. Juli: Veränderungen im Ministerium: Bach, Minister des Innern; Graf Thun [232] Minister des Unterrichts und Cultus; Ritter von Schmerling, Minister der Justiz; Fürst Schwarzenberg bleibt Ministerpräsident. – 30. Juli: verläßt Kossuth Szegedin. – 31. Juli: Schlacht und Sieg über Bem bei Schäsburg. General Skariatin fällt in der Schlacht. – 1. August: Kaiserliche Verordnung genehmiget die Organisation der Gerichte in Görz, Gradisca, Istrien und in Triest. – 6. August: Friedensschluß mit Sardinien. – 7. August: Kriegsrath in Alt-Arad, wohin Kossuth aus Debreczin geflohen war; an Arthur Görgey wird die militärische Dictatur übertragen. – 8. August: Ueber Antrag der kais. Akademie der Wissenschaften Organisirung eines meteorologischen Beobachtungssystems. – 9. August: Sieg und Entsatz von Temesvár. – 13. August: Waffenstreckung bei Villágos, Görgey ergibt sich dem Russen-General Rüdiger. – 16. August: Kaiserliche Verordnung, genehmiget die provisorische Advocatenordnung. – 17. August: Capitulation der Festung Arad. – 24. August: Uebergabe von Venedig. – 31. August: Einführung der Einzelhaft für Untersuchungsgefangene und zu höchstens einjähriger Gefängnißstrafe Verurtheilte. – 4. September: Einnahme der Festung Munkacs von österreichischen und russischen Truppen. – 7. September: Uebergabe der Festung Peterwardein an den Banus von Croatien. – 8. September: Eröffnung der ersten Ackerbauschule zu Kritzendorf nächst Klosterneuburg. – 11. September: Kaiserliches Patent, welches eine provisorische Vorschrift über die Bildung von Geschwornenlisten für Preßgerichte erläßt. – 13. September: trifft Radetzky in Wien ein. Neue Anleihe. – 15. September: Eröffnung der Staatseisenbahn von Cilli nach Laibach. – 16. September: Genehmigung des Entwurfs der Organisation der Gymnasien und Realschulen. Durchführung der Grundentlastung für Steiermark. – 18. September: veröffentlicht die Wiener Stadthauptmannschaft das Verzeichniß der Majestätsverbrecher und Hochverräther, die des bewaffneten Aufstandes in Ungarn schuldig erkannt wurden. – 21. September: erreicht Kossuth auf seiner Flucht die türkische Stadt Widdin. – 25. September: Reform des bestehenden Brief- und Fahrposttarifes und Herabsetzung des Portos. – 29. September: Fall der Festung Komorn. – 6. October: Gericht über die Insurgenten in Ofen und Arad. – 9. October: Gestattung der Benützung des Staatstelegraphen zu Privatcorrespondenzen. – 13. October: Patent über die neue Regulirung der Grundsteuer. – 14. October: Regelung des Studienwesens, der juridischen, staatswirthschaftlichen, medicinischen und philosophischen Facultät. – 16. October: Allerhöchster Armeebefehl, eine neue Eintheilung der Armee und Vereinfachung der Militäradministration anordnend. – 20. October: Kaiserliche Patente, betreffend die Einführung des Grundsteuer-Katasters und eines Grundsteuer-Provisoriums in Ungarn und Siebenbürgen. – 29. October: Kaiserliches Patent, betreffend die provisorische Einführung einer (Vermögens-) Einkommensteuer. – 31. October: Kaiserliches Patent, welches den Grundsteuer-Kataster in Croatien, Slawonien, im Küstenlande und in Fiume einführt. – 15. November: Genehmigung zur Errichtung der geologischen Reichsanstalt. – 18. November: Reise des Kaisers nach Prag, von welcher Se. Majestät am 26. d. M. [233] zurückkehrt. Kaiserliches Patent, betreffend die Organisirung der serbischen Wojwodschaft und des Temeser Banates. – 2. December: Kaiserliches Patent, welches den Franz Joseph-Orden stiftet. – 30. December: Kaiserliche Patente, womit Landesverfassungen und Landtags-Wahlordnungen für Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Kärnthen, Krain, Steiermark, Tirol und Vorarlberg, Böhmen, Mähren und Schlesien verkündet werden.

1850. 15. Jänner: Kaiserliches Patent, welches eine allgemeine Wechselordnung für den ganzen Kaiserstaat kundmacht. – 17. Jänner: Kaiserliches Patent, welches eine neue Strafprozeßordnung kundmacht. – 18. Jänner: Organisation und Einführung der Gensd’armerie. – 22. Jänner: Landesverfassung für Mähren. – 25. Jänner: Kaiserliches Patent, welches die Landesverfassung und Landtags-Wahlordnung für Görz, Gradica und Istrien verkündet. – 5. Februar: Ergebniß des 41/2-percentigen Anlegens mit 71,218.600 fl. – 13. Februar: Durchführung der Grundentlastung in Oesterreich unter der Enns. – 1. März: Anweisung einer Summe von 650.000 fl. für die in den Octobertagen 1848 in ihrem Eigenthume empfindlich Beschädigten. Der Gesammtschaden betrug nach Anmeldung 4,5002.709 fl. 311/2 kr., nach Richtigstellung 3,115.898 fl. – 5. März: Erste Sitzung der geologischen Reichsanstalt. – 7. März: Kaiserliches Patent, hebt die in Böhmen, Mähren und Schlesien bisher ausgeübte berggerichtliche, berglehensamtliche und bergpolizeiliche Patrimonialverwaltung auf. – 18. März: Sanction des Gesetzes zur Errichtung von Handels- und Gewerbekammern in allen Kronländern der Monarchie. – 24. März: Kundmachung der am 9. März sanctionirten provisorischen Gemeindeordnung für die Stadt Wien. – 2. April: Vertheilung des Maria Theresien-Ordens an die Helden der Armee in Gegenwart der ganzen Wiener Garnison. – 7. April: Kaiserliches Patent, setzt die Stellung fest, welche Croatien, Slawonien, das Küstenland und die Stadt Fiume im Kaiserstaat einzunehmen haben. – 12. April: Kaiserliches Patent, verkündet die Verfassung der reichsunmittelbaren Stadt Triest. – 18. April: Sanction der Beschlüsse über die mit den katholischen Bischöfen wegen Regelung der katholischen Angelegenheiten gepflogenen Verhandlungen und Feststellung des Verhältnisses der katholischen Kirche zur Staatsgewalt. – 23. April: Sanction des Gesetzes über die Beziehungen der katholischen Kirche zum öffentlichen Unterrichte. – 7. Mai: Kaiserliches Patent, genehmiget das neue Grundgesetz für die croatisch-slawonische und banatisch-serbische Militärgrenze. – 8. Mai: Reise des Kaisers nach Triest, Rückkehr am 22. Mai. – 7. Juni: Kaiserliches Patent, hebt die Zwischenzolllinie zwischen Ungarn und den übrigen Kronländern auf, diese Aufhebung tritt mit 1. October ein. – 16. Juni: Kaiserliches Patent, verkündet die Bestimmungen über die fernere Leitung der Theißregulirung und bewilliget zu diesem Zwecke durch fünf Jahre jährlich 100.000 fl. aus Staatsmitteln. – 18. Juni: Kaiserliches Patent, erläßt für Ober- und Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnthen, Krain, Görz, Gradisca, Triest, Tirol, Vorarlberg, Böhmen, Mähren, Schlesien eine neue Jurisdictionsnorm. – 20. Juni: Ausgabe des Verordnungsblattes für Posten, Eisenbahnbetrieb und Telegraphen. – 28. Juni: Kaiserliches Patent, welches [234] für die österreichischen Erbländer ein organisches Gesetz über die Gerichtsstellen erläßt. – 4. Juli: Kaiserliche Verordnung, welche die Reform der Justizorganisation in Siebenbürgen festsetzt. – 5. Juli: Erste öffentliche und mündliche Strafverhandlung bei der ersten Section des Bezirksgerichtes für die innere Stadt. – 9. Juli: Enthebung des Feldzeugmeisters Baron Haynau von seiner Stelle als Befehlshaber der dritten Armee und Versetzung in den Ruhestand. – 10. Juli: Kaiserliches Patent, womit ein provisor. organisches Gesetz für die Staatsanwaltschaften erlassen wird. – 11. Juli: Kundmachung einer Allerhöchsten Entschließung vom 9. Juli, welche 109 politische Verbrecher, die in Ungarn und Siebenbürgen sich an der Revolution betheiligt, amnestirt. – 16. Juli: Graf Gyulai wird über sein Ansuchen von der Leitung des Kriegsministeriums enthoben. – 17. Juli: Kaiserliche Verordnung, welche die Justizorganisation Dalmatiens festsetzt. – 27. Juli: Amnestie für 53 am Wiener October-Aufruhr Betheiligte. – 1. August: Zwischen Wien und Oderberg treten fahrende Postämter in Thätigkeit. – 2. August: Kaiserliches Patent, welches für Ungarn und seine früheren Nebenländer ein provisorisches Gebührengesetz erläßt. – 7. August: Kaiserliches Patent, betreffend die Organisation des obersten Gerichts- und Cassationshofes. – 25. September: Kaiserliches Patent, stellt die Grundsätze fest, nach welchen bei der Leistung der Capitalsentschädigung für alle in Folge der Durchführung der Grundentlastung aufgehobenen und ablösbaren Bezüge vorzugehen ist.– 29. September: Reise des Kaisers zum Armeecorps in Vorarlberg, von welcher er am 18. October in Schönbrunn eintrifft. Kaiserliches Patent, welches für die Erbländer eine Notariatsordnung erläßt. Eine kaiserliche Verordnung genehmiget die provisorische Grundbuchsordnung für Croatien und Slawonien. Kaiserliche Patente, durch welche die Landesverfassungen und Landtags-Wahlordnungen für Galizien und Lodomerien, Zator und Auschwitz, Krakau und für die Bukowina erlassen werden. Sanction der provisorischen ungarischen Rechtsakademien und der Rechtsakademie zu Agram. – 5. October: Eröffnung des Militär-Central-Equitationsinstitutes. – 9. October: Erste öffentliche Gerichtsverhandlung bei dem Cassationshofe. In diese Zeit fällt die berüchtigte Brochure der „Bekenntnisse eines Soldaten“. – 31. October: Organisation der hohen landwirthschaftlichen Lehranstalt zu Ungarisch-Altenburg. – 6. November: Gerichts-Organisation der Königreiche Galizien und Lodomerien, der Herzogtümer Auschwitz und Zator, des Großherzogthumes Krakau und der Bukowina. – 24. October: Reise des Kaisers nach Warschau, von welcher er am 29. October in Wien eintrifft. – 26. October: Veröffentlichung des am 3. October sanctionirten Vortrages, nach welchem die evangelisch-protestantische Lehranstalt in Wien die Befugniß erhält, Doctoren der evangelischen Theologie zu ernennen. – 31. October: Kundmachung der am 8. October sanctionirten Reorganisirung der Wiener Kunstakademie. – 1. November: Der neue österreichische Kunstverein eröffnet seinen Salon. – 9. November: Veröffentlichung (in der Wiener Zeitung) über den Stand der deutschen Angelegenheiten und Preußens Stellung. – 18. November: constituirt sich in Wien der neuerwählte Gemeinderath. – 22. November: Kaiserliches [235] Patent, durch welches das Tabakmonopol in Ungarn und seinen früheren Ländern eingeführt und die provisorische Tabakmonopols-Ordnung vom 1. März 1851 in Wirksamkeit gesetzt wird. – 27. November: Zusammenkunft des Fürsten Schwarzenberg und Freiherrn von Manteuffel in Olmütz zur Vereinbarung und friedlichen Ausgleichung in der deutschen Frage. – 30. November: Kundmachung der am 14. November sanctionirten Theaterordnung. – 13. December: Der 12. Armeebefehl verkündet die Einstellung der Kriegsrüstungen. – 20. December: Circulardepesche mit der Einladung der deutschen Regierungen, die Dresdener Conferenz mit ihren Bevollmächtigen zu beschicken. Die Conferenzen beginnen am 23. December. – 25. December: Kaiserliches Patent, mit den Statuten des Franz Joseph-Ordens und Civil-Verdienstkreuzes. – 26. December: Kaiserliches Patent, womit ein provisorisches Postgesetz für Ungarn und seine früheren Nebenländer erlassen wird. – 31. December: Kaiserliche Verordnung, welche die Grundzüge festsetzt über die definitive Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in Lombardo-Venetien.

1851. 2. Jänner: Errichtung einer Centralcommission in Wien für Erforschung und Erhaltung vaterländischer alter Baudenkmale und Aufstellung von Conservatoren in den einzelnen Kronländern. – 3. Jänner: Kaiserliche Verordnung, setzt die Gerichtsorganisation im Lombardo-Venetien fest. – 15. Jänner: Erstes Geschwornengericht in Wien. – 22. Jänner: Kaiserliche Verordnung, hebt das Militär-Grenzinstitut in Siebenbürgen auf. – 23. Jänner: Austritt des Justizministers Freiherrn von Schmerling aus dem Ministerium und Ernennung Karls Ritter von Krauß an dessen Stelle. – 21. Februar: Veröffentlichung der von der revolutionären Regierung in Siebenbürgen begangenen constatirten politischen Morde. Die Zahl beläuft sich auf 4834 Opfer. – 2. März: Kaiserliche Verordnung, setzt die Organisirung des gewerblichen Unterrichtes und die Errichtung von Realschulen fest. – 12. März: Kaiserliches Patent, betreffend die Durchführung der Grundentlastung im Krakauer Gebiete. – 15. März: treten alle österreichischen und deutschen Telegraphenlinien in unmittelbare Verbindung. – 21. März: Reise des Kaisers nach Triest, von da nach Venedig, von wo er am 4. April in Wien wieder eintrifft. – 27. März: Venedig wird zum Freihafen erklärt. – 7. April: Eröffnung der Prag-Dresdener Eisenbahn. Wien steht nun mit dem deutschen Norden in Eisenbahnverbindung. Kaiserliche Verordnung, wegen Einführung eines neuen Kupfer-Münzsystems. – 10. April: Erste Versammlung des neuen Vereines für Zoologie und Botanik. – 11. April: Kaiserliches Patent, wodurch die Einkommensteuer in Lombardo-Venetien eingeführt wird. – 13. April: Einsetzung des Reichsrathes, der am 22. April unter Vorsitz seines Präsidenten, Freiherrn von Kübeck, seine erste Sitzung hält. – 29. April: Kaiserliches Handschreiben, ernennt den Fürsten Schwarzenberg zum Militär- und Civil-Gouverneur von Siebenbürgen. – 1. Mai: Eisenbahnvertrag zwischen Oesterreich, dem Kirchenstaate, Modena, Parma und Toscana. – 15. Mai: Schluß der Dresdener Conferenzen. Kaiserliche Verordnung, welche den Hafen- und See-Sanitätsdienst organisirt. Kaiserliches Patent mit der neuen Vorschrift über die Einquartierung [236] des Heeres. – 18. Mai: Patent, die Regelung der Geldverhältnisse im Kaiserstaate anordnend. – 23. Mai: Enthebung des Freiherrn von Bruck von der Leitung des Ministeriums für Handel und Gewerbe über sein Ansuchen und Ernennung des Freiherrn von Baumgartner an dessen Stelle. Reise des Kaisers nach Olmütz, wo Kaiser Nikolaus erwartet wird. – 26. Juni: Organisches Statut für den Magistrat der Stadt Wien. – 1. Juli: König und Königin von Sachsen treffen in Wien ein. Die Notariatsordnung tritt in Niederösterreich in Wirksamkeit. – 6. Juli: Provisorische Verfügungen in Betreff der periodischen und ausländischen Presse. – 12. August: Kaiserliche Verordnung, regelnd das Verfahren bei hypothekarischen Darleihensgeschäften. – 18. August: Organisation der Centralanstalt für meteorologische und magnetische Beobachtungen. – 20. August: Allerhöchste Cabinetsschreiben, deren eines festsetzt, daß das Ministerium ausschließend dem Monarchen verantwortlich und der Verantwortlichkeit jeder anderen politischen Autorität enthoben sei; das andere die Stellung des Reichsrathes bestimmt, wornach das Ministerium Gesetz- und Verordnungsentwürfe nicht mehr an den Reichsrath, sondern unmittelbar an den Kaiser leitet. Ein anderes Handbillet vom nämlichen Tage ordnet es als ebenso nothwendig wie dringend an, die Möglichkeit der Vollziehung der Verfassung vom 4. März 1849 in reife und eindringende Erwägung zu ziehen. – 22. August: Kaiserliches Patent, welches die Aufhebung der Nationalgarde im ganzen Umfange des Reiches anordnet. – 1. September: Eröffnung eines neuen Anlehens zu 85 Millionen im Wege freiwilliger Subscription. – 12. September: Ernennung Sr. kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs Albrecht zum Militär- und Civilgouverneur von Ungarn und Commandanten des 3. Armeecorps. – 23. September: Rückkehr des Fürsten Metternich nach Wien, welches er in den Märztagen 1848 verlassen und bis dahin nicht wieder besucht hatte. Abreise des Kaisers nach Italien. – 2. October: Rückkehr des Kaisers von seiner Reise nach Italien. – 10. October: Antritt der Reise des Kaisers nach Galizien, welche einem Triumphzuge gleicht; Rückkehr am 5. November. – 14. October: Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Mestre bis Treviso. – 18. October: Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen Oesterreich und Sardinien. – 1. November: Die neue Organisation des Marine-Obercommandos tritt in’s Leben. – 6. November: Kaiserliches Patent, betreffend die Einführung des neuen Zolltarifs für die Ein-, Aus- und Durchfuhr, welcher mit 1. Februar 1852 in’s Leben tritt und bis Ende October 1854 zu dauern hat. – 16. November: Kaiserliche Verordnung, welche eine Eisenbahn-Betriebsordnung für den Gesammtstaat erläßt. – 2. December: Schifffahrtsvertrag zwischen Oesterreich und Bayern. Vertrag zwischen den genannten Staaten über Territorial- und Grenzverhältnisse. – 5. December: Revidirter deutsch-österreichischer Postvereins-Vertrag. – 9. December: Kaiserliche Verordnung, führt die Erwerb- und Einkommensteuer in Dalmatien ein. – 13. December: Kaiserliche Verordnung, welche ein allgemeines Reglement für die See-Sanitätsverwaltung anordnet. – 22. December: Kaiserliches Patent, welches den Umfang der Militärgerichtsbarkeit festsetzt, wirksam für das ganze Reich. – 26. December: Minister Philipp Freiherr von Krauß [237] wird über sein Ansuchen des Postens eines Finanzministers enthoben und in den Reichsrath berufen, an dessen Stelle als Finanzminister tritt Freiherr von Baumgartner. – 31. December: Kaiserliche Patente, welche die Verfassungsurkunde vom 4. März 1849, ferner die durch Patent vom nämlichen Tage verkündeten Grundrechte außer Kraft setzen. Allerhöchste Cabinetsschreiben vom nämlichen Tage, wodurch die für die organische Gesetzgebung des Reiches festgestellten Grundsätze mitgetheilt werden.

1852. 4. Jänner: Eröffnung der deutsch-österreichischen Zollconferenzen unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Fürsten Schwarzenberg. – 11. Jänner: Kaiserliche Verordnung, welche die Vorschriften für die Austragung von Rechtsstreiten über feldpolizeiliche Uebertretungen festsetzt. – 8. Februar: Kundmachung der strafgesetzlichen Bestimmungen, betreffend die Eisenbahnen und Staatstelegraphen. – 12. Februar: Kaiserliche Verordnung über die Organisation der Militär-Bildungsanstalten. Eine zweite und dritte Verordnung vom 14. Februar und 23. März enthält weitere Bestimmungen. – 25. Februar: Antritt der Reise des Kaisers nach Italien; Rückkehr nach Wien am 11. März. – 1. März: trifft der Kaiser in Verona ein. – 23. März: Kaiserliche Patente führen das allgemeine bürgerliche Gesetzbuch, die westgalizische Gerichtsordnung, und die Vorschriften des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches über das Eherecht und Verfahren in Ehestreitigkeiten in der Stadt Krakau und deren Gebiete ein. – 30. März: Postvertrag zwischen Oesterreich und dem Kirchenstaate. – 5. April: Ministerpräsident Fürst Schwarzenberg stirbt eines plötzlichen Todes, Freiherr von Buol-Schauenstein wird sein Nachfolger. – 20. April: Schluß der Zollconferenzen. – 25. April: Allerhöchste Entschließung, welche die Trennung der Polizeiverwaltung vom Ministerium des Innern anordnet, und zum Chef der obersten Polizeibehörde wird Feldmarschall-Lieutenant Kempen ernannt. – 26. April: Vertrag über den Anschluß der österreichischen an die schweizerischen Telegraphenlinien. – 30. April: Postvertrag zwischen Oesterreich und Spanien. – 1. Mai: Ankunft Sr. Majestät des Kaisers Nikolaus in Wien; Abreise 11. Mai. – 27. Mai: Kaiserliches Patent, welches eine neue, durch spätere Gesetze ergänzte Ausgabe des Strafgesetzbuches vom 3. September 1803 in Wirksamkeit setzt, ferner ein zweites, womit eine neue Preßordnung vom 1. September 1852 in’s Leben tritt, und das Gesetz vom 13. März 1849 außer Kraft gesetzt wird. Eröffnung des neuen Noce-Bettes in Südtirol. – 28. Mai: Reise des Kaisers nach Prag, Rückkehr nach Wien 31. Mai. – 5. Juni: Antritt der großen Rundreise des Kaisers in Ungarn. – 15. Juni: Grundsteinlegung in Temesvár durch des Kaisers Hand zu dem Denkmale der Entsatzschlacht am 9. August 1849, und die 107tägige Vertheidigung der Festung durch den greisen Helden Rukavina. – 23. Juni: Die Allerhöchste Entschließung vom 7. Mai 1848, welche den Redemptoristen- und Jesuitenorden in Oesterreich aufhebt, wird außer Kraft gesetzt. – 27. Juni: Der Kaiser besucht in Kalozd das Grab des als Opfer der Treue zum Kaiserhause gemordeten Grafen Eugen Zichy. – 6. Juli: Der Kaiser besucht in Waitzen die Grabstätte des im Kampfe für seinen Monarchen gefallenen Generals Götz. – 9. Juli: Eintreffen des Kaisers in Wien zum Empfange der Königin von [238] Sachsen (incognito). – 10. Juli: Enthüllung des Hentzi-Denkmals in Ofen zur Verewigung des 21. Mai 1849. – 14. Juli: Das Reichsgesetzblatt verkündet ein mit der Dampfschifffahrts-Gesellschaft des österreichischen Lloyd in Triest geschlossenes Uebereinkommen, betreffend die Aufstellung der Po-Flottille auf dem Po und den diesen Strom mit Venedig, Mailand und Lago maggiore verbindenden Gewässern. – 21. Juli: In Topanfalva huldigen die Romänen dem Kaiser. – 23. Juli: Erste Generalversammlung des Vereines zur Bewaldung des Karstes in Sesana. – 23. Juli: Grundsteinlegung durch des Kaisers höchsteigene Hand zum Denkmale in Karlsburg für den bei Piski 9/11. Februar 1849 seinen Wunden erlegenen Obersten Losy von Losenau. – 24. Juli: Kaiserliches Patent, womit für Ungarn und seine früheren Nebenländer eine Advocatenordnung erlassen wird. – 25. Juli: Der Kaiser legt in Hermannstadt den Grundstein zu dem neuen städtischen allgemeinen Krankenhause. – 31. Juli: Kaiserliche Verordnung, das Reserve-Statut enthaltend. Grundsteinlegung in Schäßburg zu dem Monumente für den am 31. Juli 1849 gefallenen russischen General Skariatin. – 9. August: Zolleinigungsvertrag zwischen Oesterreich, Modena und Parma. – 14. August: Festlicher Einzug des Kaisers in Wien nach seiner Rückkehr von der 70tägigen, einem Triumphzuge gleichenden Rundreise in Ungarn und Siebenbürgen. Eine Medaille von Radnitzky verewigt diesen Festtag. – 15. August: Kaiserliches Patent, womit ein neues Privilegiengesetz erlassen wird. – 16. August: Reise des Kaisers nach Ischl. Organisation der k. k Cavallerie. – 17. August: Enthüllung des Denkmals für Titian in der Kirche dei Frari zu Venedig. – 24. August: Kundmachung, womit die Wirksamkeit der, anläßlich der Periode 1848 und 1849 in Ungarn eingesetzten Kriegsgerichte eingestellt wird. – 28. August: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und den Niederlanden wegen gegenseitiger Auslieferung von Verbrechern. – 1. September: Das neue Preßgesetz tritt in Wirksamkeit. Eröffnung der Schemnitz-Risaer Eisenbahn. – 2. September: Rückkehr des Kaisers aus Ischl. Der österreichische Reichsforstverein wird constituirt. – 4. September: Kaiserliches Patent, ein neues Gesetz über den Hausirhandel erlassend. Anordnung zur Aufnahme eines 4percentigen Anlehens von 80 Millionen. – 9. September: Der ungarische Forstverein beginnt seine Sitzungen. – 14. September: Abreise des Kaisers nach Pesth zu dem dortigen großen Uebungslager von 45.000 Mann. Rückkehr am 28. September. Allerhöchste Entschließungen über die Einrichtung und Amtswirksamkeit der Bezirksämter, Kreisbehörden und Statthaltereien, über die Einrichtung der Gerichtsstellen und das Schema der systemisirten Gehalte und Diätenclassen, sowie über die Ausführung der Organisierung für alle Kronländer des Reiches, ausgenommen Ungarn und Lombardo-Venetien. – 15. September: Eröffnung der zweiten Ackerbauschule zu Dillmannshof nächst Wiener Neustadt. – 30. September: Große militärische Trauerfeier in Wien und in allen Garnisonen der Monarchie für den verstorbenen österreichischen Feldmarschall Wellington[WS 1], welcher der Kaiser persönlich beiwohnt. – 1. October: Der Kaiser tritt die Reise nach Croatien auf der Südbahn an; Rückkehr am 15. October. – 4. October: Die in Wien neuerrichtete Centraldirection [239] für Eisenbahnbauten beginnt ihre Wirksamkeit. – 24. October: Kaiserliches Patent, enthaltend die Bestimmungen über Erzeugung, Verkehr und Besitz von Waffen, Munitionsgegenständen und das Waffentragen. Reorganisation der nautischen Schulen. – 8. November: Eröffnung der Synode der griechisch-nichtunirten Bischöfe in Carlowitz, 15. November Schluß. – 15. November: Ermäßigung der Moldauzölle. – 20. November: Kaiserliches Patent, erlassend eine neue Vorschrift über den Wirkungskreis und die Zuständigkeit der Gerichte in bürgerlichen Rechtsangelegenheiten (Jurisdictionsnorm). Amnestie für 100 Sträflinge in ungarischen Comitatsarresten. – 26. November: Kaiserliches Patent, womit ein neues Vereinsgesetz erlassen wird. – 29. November: Kaiserliches Patent, wodurch in Ungarn, Croatien, Slawonien, Serbien und im Banate das bürgerliche Gesetzbuch vom 1. Juni 1811 mit mehreren Aenderungen eingeführt wird. – 3. December: Kaiserliches Patent, welches ein Forstgesetz erläßt. – 4. December: Feierliches Ordenscapitel des goldenen Vließ-Ordens und Aufnahme von 18 neuen Mitgliedern (darunter 8 Erzherzoge). – 15. December: Abreise des Kaisers nach Berlin, Rückkehr nach Wien 24. December. Provisorisches Jagdgesetz.

1853. 10. Jänner: Allerhöchste Entschließung, betreffend die politisch-gerichtliche Organisation des Königreiches Ungarn. – 18. Jänner: Enthüllung des Rukavina-Denkmales in Temesvár (siehe 15. Juni 1852. – 22. Jänner: Kaiserliche Verordnung setzt die Organisation des See-Sanitätsdienstes an der Seeküste der Militärgrenze fest (siehe 13. December 1855). – 3. Februar: Uebergabe der Forderungen Oesterreichs an die Pforte durch den dahin entsendeten Feldmarschall-Lieutenant Grafen Leiningen. Oesterreich fordert Anerkennung der Gebiete von Klek und Sutarina, Entlassung der magyarischen Flüchtlinge aus türkischem Dienste, Schutzrecht der Christen in Bosnien gegen die brutalen Gewaltthaten der Türken u. m. A., im Ganzen zehn Puncte. Die Pforte entspricht in allen Puncten und Graf Leiningen kehrt am 26. Februar zurück. – 10. Februar: Kaiserliches Patent, wirksam für alle Erbländer, aussprechend die gesetzlichen Bestimmungen über die Befreiung der ehemaligen Dominical-Gutskörper von der gesetzlichen Haftung für die von den bisherigen Besitzern geführte Verwaltung der Gerichtsbarkeit und die aus dem Bande der ehemaligen Gutsunterthänigkeit entsprungenen Forderungen der gewesenen Unterthanen. Kaiserliches Patent, welches in Ungarn und seinen früheren Nebenländern das österreichische Mauthsystem einführt. – 16. Februar: Kaiserliches Patent, für Ungarn und seine früheren Nebenländer eine Civil-Jurisdictionsnorm erlassend. – 18. Februar: Attentat auf die geheiligte Person des Monarchen, Graf O’Donnel und Bürger Ettenreich retten den Kaiser und bemächtigen sich des Meuchelmörders Johann Libenyi. – 19. Februar: Abschluß des Handels- und Zollvertrages zwischen Oesterreich und Preußen auf die Dauer von 12 Jahren, 1. Jänner 1854 bis 31. Dec. 1865. – 27. Februar: Aufruf des Erzherzogs Ferdinand Max zu einem Denkmale zur Erinnerung an des Kaisers Rettung aus Mördershand. Das Denkmal ist die Votivkirche. Außerdem wurden zum Andenken an die Rettung 9 Kirchen gebaut und 482 wohlthätige Stiftungen gemacht. – 2. März: Kaiserliche Patente, die Urbarial-Verhältnisse [240] in Ungarn, Croatien und Slawonien, Serbien und im Banate regelnd. – 6. März: Der Kaiser verläßt nach dem Attentate vom 18. Februar zum ersten Male das Krankenzimmer. – 12. März: Erste Ausfahrt des Kaisers und Gang nach dem Stephansdome unter ungeheuerem Jubel der zahllosen Bevölkerung. – 19. März: Amnestie für sämmtliche in das Complot von Mantua verwickelte Personen. – 31. März: Kaiserliches Patent, das Salpetermonopol aufhebend bei Aufrechthaltung des Schießpulvermonopols. – 14. April: Erneuerter Beginn der Feindseligkeiten Sardiniens gegen Oesterreich, die ersten Keime des Jahres 1859. Der sardinische Gesandte Graf Revel übergibt an diesem Tage den Protest der sardinischen Regierung gegen die Sequestration der Güter der lombardischen Emigration. – 2. Mai: Kaiserliches Patent, für Ungarn, Wojwodschaft und Banat das provisorische Grundsteuer-Kataster einführend. – 3. Mai: Kaiserliches Patent, wirksam für den Gesammtstaat, mit Ausnahme der Militärgrenze, erlassend ein neues Gesetz über die innere Einrichtung und Geschäftsordnung sämmtlicher Gerichtsbehörden. – 8. Mai: Installation des Bischofs von Agram als croatisch-slawonischen Erzbischofes. – 19. Mai: Ankunft Sr. Majestät des Königs von Preußen in Wien. – 29. Mai: Kaiserliches Patent, setzt in Siebenbürgen das bürgerliche Gesetzbuch vom 1. Juni 1811 mit mehreren Aenderungen in Wirksamkeit. – 30. Mai: Feierliche Grundsteinlegung zu dem neuen Lloyd-Arsenale in Triest. – 1. Juni: tritt die neue Organisation des Kriegsministeriums in Wirksamkeit. – 8. Juni: Einführung des niederösterreichischen Maßes und Gewichtes in Ungarn, Serbien und im Banate. Ankunft Sr. Majestät des Königs von Bayern in Wien, Abreise 18. Juni. – 3. Juli: Kaiserliches Patent, die neue Civil-Jurisdictionsnorm für Siebenbürgen erlassend. – 5. Juli: Kaiserliches Patent über die Bestimmungen der Regelung und Ablösung der Holz-, Weide- und Forstproducten-Bezugsrechte. – 11. Juli: Beginn des Umbaues der Durchfahrt in der kaiserlichen Burg. – 16. Juli: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und Belgien wegen gegenseitiger Auslieferung der Verbrecher. – 29. Juli: Kaiserliches Patent, für das ganze Reich, Militärgrenze ausgenommen, eine neue Strafproceßordnung erlassend. – 30. Juli: Feierliche Enthüllung des Standbildes Sr. Majestät des Kaisers Franz in Franzensbad. – 1. August: Das neue großartige Irrenhaus nächst der Währinger Linie wird an diesem Tage zur Aufnahme von Kranken eröffnet. – 1. September: Aufhebung des Belagerungszustandes der Städte Wien und Prag, der Festungen Josephstadt, Königgrätz und Theresienstadt, auf Grund Allerhöchster Entschließung vom 13. August. – 8. September: Auffindung der ungarischen Kroninsignien, welche Kossuth auf seiner Flucht mitgenommen und am Berge Allion bei Alt-Orsova vergraben hatte, Major-Auditor Titus Karger ist der Finder. Gerichtsorganisation des Erzherzogthumes Oesterreich ob der Enns. – 15. September: Abreise des Kaisers in das große Uebungslager nächst Olmütz; Rückkehr nach Wien 1. October. – 20. September: Siebente Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands in Wien. Gerichtsorganisation der Herzogtümer Kärnthen und Krain. – 23. September und die folgenden Tage große Manoeuvres im Olmützer Lager, am 23. Ankunft des Prinzen von Preußen daselbst; 24. des [241] Kaisers von Rußland. – 2. October: Die vor und bis zum 1. Jänner 1848 bestandenen, die Besitzfähigkeit der Israeliten beschränkenden Vorschriften treten provisorisch wieder in Kraft. – 3. October: Reise Sr. Majestät nach Warschau, Rückkehr nach Wien 6. – 10. October: Kaiserliches Patent, eine neue Advocatenordnung für Siebenbürgen erlassend. Reise des Kaisers nach München, Rückkehr am 22. October. – 16. October: Enthüllung des Kopal-Denkmales in Znaim. – 22. October: Eröffnung der Thorpassagen in der Burg (siehe 11. Juli). – 23. October: Kaiserliche Patente über die Durchführung der Grundentlastung in Galizien, Krakau und der Bukowina. – 1. November: Vollendung der Josephstädter Cavallerie-Caserne. Eröffnung für den Verkehr der Straße über den Predial (Verbindung zwischen Kronstadt und Bukarest). – 11. November: Einführung des niederösterreichischen Maßes und Gewichtes in Croatien und Slawonien. – 12. November: Allerhöchste Entschließung: der Bau der lombardisch- venezianischen Eisenbahn von Coccaglio über Bergamo nach Monza ist fortzusetzen. Gerichtliche und politische Eintheilung Niederösterreichs und Oberösterreichs. – 17. November: Kaiserliche Verordnung, betreffs der Berggerichtsbarkeit in der Militärgrenze. – 19. November: Probefahrt der Eisenbahnstrecke von Verona bis Brescia. – 3. December: Eröffnung der neuen Straße von Bozen in’s Sarnthal. – 14. December: Veröffentlichung des neuen Zolltarifs, welcher am 1. Jänner 1854 in Wirksamkeit tritt. – 19. December: Reise Sr. Majestät nach München, des Erzherzogs Karl Ludwig nach Lemberg, um dort seine Wirksamkeit in Regierungsgeschäften anzutreten. Vollendung der Pesth-Szegediner Eisenbahn.

1854. 9. Jänner: Die Czegled-Szegediner Eisenbahn wird dem allgemeinen Verkehre eröffnet (für den Betrieb bereits am 3. September 1853). – 30. Jänner: Gerichtlich-politische Organisation von Salzburg. – 31. Jänner: Gerichtlich-politische Organisation von Steiermark. – 1. Februar: Gerichtlich-politische Organisation der serbischen Woiwodschaft und des Temeser Banates. – 4. Februar: Gerichtlich-politische Organisation von Krain. – 5. Februar: Gerichtlich-politische Organisation von Kärnthen. – 8. Februar: Gerichtlich-politische Organisation von Dalmatien. – 22. Februar: Aufstellung eines Observationscorps von 50.000 Mann an der Südostgrenze Oesterreichs anläßlich des orientalischen Krieges. – 3. März: Verlosungsanlehen von 50 Millionen. – 4. März: Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Felegyhaza bis Szegedin. – 7. März: Reise Sr. Majestät nach München; Rückkehr 19. März. – 14. März: Concursprogramm zur Votivkirche. – 15. März: Das erste Schraubenschiff befährt die Donau. – 27. März: Organisation der k. k. obersten Rechnungs-Controlsbehörde. Allerhöchstes Handbillet, welches den Text der von J. Gabr. Seidl gedichteten Volkshymne für authentisch erklärt. – 28. März: Einführung der Stempelmarken statt des bisherigen Stempelpapieres. Aufhebung der Stempelämter. – 8. April: Bildung des Alterthumsvereines. – 21. April: landet die erhabene Kaiserbraut, Prinzessin Elisabeth in Bayern, zu Linz; – 22. April: Ankunft der erhabenen Braut in Nußdorf und Fahrt unter dem Jubel der aus den umliegenden Ortschaften herbeigeströmten Bevölkerung nach Schönbrunn. – 23. April: Feierlicher Einzug [242] der Kaiserbraut in Wien. – 24. April: 6 bis 7 Uhr Abends Vermälung. – 25. April: Prächtige Beleuchtung der Stadt. – 29. April: großes Volksfest im Prater. – 30. April: Festball in den k. k. Redoutensälen. – 1. Mai: Aufhebung des Belagerungszustandes in Ungarn, Serbien, im Temeser Banate, in Galizien, Krakau und in der Bukowina. – 15. Mai: Große Rüstungen anläßlich des orientalischen Krieges. Recrutenaushebung von 95.000 Mann. – 17. Mai: Der souveräne Johanniter-Orden eröffnet in Prag nach 70 Jahren zum ersten Male wieder sein Provincial-Ordenscapitel. – 29. Mai: Die politischen Landesbehörden für Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Steiermark, Kärnthen und Krain, Croatien, Slawonien, Küstenland, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Bukowina, Siebenbürgen treten in Wirksamkeit. – 1. Juni: Reise Ihrer Majestäten nach Prag; 3. bis 12. Juni große Festlichkeiten in Prag. – 3. Juni: Gerichtlich-politische Administration der Königreiche Croatien und Slawonien. –. 26. Juni: Kais. Patent, die Auflegung eines Nationalanlehens verkündend, mindestens 350, höchstens 500 Millionen. – 11. Juli: Neues Börsengesetz. – 17. Juli: Eröffnung der Eisenbahnstrecke über den Semmering. – 28. und 29. Juli: Reise Ihrer Majestäten nach Ischl. – 2. August: Ankunft in Ischl. – 1. September: Rückkehr Sr. Majestät aus Ischl nach Wien. – 2. September: Eintreffen des ersten Dampfbootes auf dem Inn von Passau in Schärding. – 10. September: Abreise Sr. Majestät nach Ischl. – 14. September: Sanction des Eisenbahn-Concessionsgesetzes zur Ermunterung von Privatunternehmungen. – 19. September: Eintreffen Ihrer Majestäten in Wien. – 26. October: Abschlußveräußerung der Staatseisenbahnen an eine französische Gesellschaft. – 28. October: Eröffnung des Oberlandes- und Landesgerichtes in Pesth. – 1. November: Das neue Berggesetz tritt in Wirksamkeit. Eröffnung der Finstermünzer Bergstraße. – 2. December: Unterzeichnung des Allianzvertrages zwischen Oesterreich, Frankreich und England in Wien. – 21. December: Beendung der Katastralvermessung Galiziens.

1855. 1. Jänner: Die neue Pharmacopaea austriaca tritt in Wirksamkeit, ebenso die neue Börseordnung (siehe 16. August 1854). – 15. Jänner: Abschaffung der Spitzruthenstrafe in der k. k. Armee; kais. Patent, womit das neue Militär-Strafgesetzbuch kundgemacht wird. – 5. März: Ihre Majestät die Kaiserin wird von einer Prinzessin entbunden, welche in der Taufe den Namen Sophie erhält. – 10. März: Berufung des kais. Internuntius Karl Freiherrn von Bruck in’s Ministerium als Finanzminister an die Stelle des Freiherrn von Baumgartner, welcher am 14. Jänner ausschied. – 25. März: Verkündigung der päpstlichen Bulle vom Dogma der unbefleckten Empfängniß Mariä. – 7. April: Gänzliche Amnestie für 586, theilweise für 311 Sträflinge. – 30. April: Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Treviso nach Pordenone. – 1. Mai: Eröffnung der Forst-Lehranstalt zu Weißwasser. – 5. Mai: treten in Wien acht Eisenbahnen: die Kaiser Ferdinands-Nordbahn, die östliche Staatsbahn, die Wilhelmsbahn, die oberschlesische Bahn, die niederschlesisch-märkische und niederschlesische Zweigbahn, die Neisse-Brieger Bahn und die Breslau-Schweidnitz-Freiburger [243] Bahn, unter Oberleitung der oberschlesischen Bahn, in Verband. – 21. Mai: Kaiserliches Patent, Einführung einer neuen Notariatsordnung und Außerkraftsetzung jener vom 29. September 1850. – 29. Mai: Allerhöchste Entschließung, Systemisirung von zehn Aerarial-Stipendien, à 400 fl. jährlich, zur Heranbildung tauglicher Lehrer der deutschen Sprache und Literatur an den Staatsgymnasien in Lombardo-Venetien. – 4. Juni: tritt die Friedensconferenz in der orientalischen Frage in Wien zusammen. – 12. Juni: Abreise Sr. Majestät nach Galizien. – 13. Eintreffen in Krakau. – 14. Juni: Grundsteinlegung der Steinbrücke bei den Weißgärbern in Wien. – 15. Juni: Ankunft Sr. Majestät in Bochnia, 16. in Tarnow, 26. in Tarnopol, 29. in Czernowitz. Eröffnung der unmittelbaren telegraphischen Verbindung zwischen Oesterreich und Rußland. – 18. Juni: Einführung des niederösterreichischen Maßes und Gewichtes in Böhmen. – 9. Juli: Rückkehr Sr. Majestät von Galizien nach Wien. – 12. Juli: Feierliche Einweihung des Badehospitales für das Militär in Karlsbad. – 15. Juli: Allerhöchste Anordnung, die Central-Congregationen für Lombardo-Venetien einzuberufen. – 17. Juli: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und der Schweiz über gegenseitige Auslieferung der Verbrecher. – 22. Juli: Feier zu Ehren der dogmatischen Entscheidung über die unbefleckte Empfängniß Mariä. – 23. Juli: Armeebefehl, welcher ein neues Pensionsreglement für die Generale, Stabs- und Oberofficiere anordnet. – 30. Juli: Allerhöchstes Handschreiben, welches den Erzherzog Karl Ludwig zum Statthalter in Tirol ernennt. – 6. August: Einführung des niederösterreichischen Maßes und Gewichtes in Krakau, Galizien und Lodomerien und in der Bukowina. – 18. August: findet in Wien die Unterzeichnung des Concordates Statt. – 21. August: Organisation der feldärztlichen Branche. – 1. September: Feierliche Eröffnung der vom Lloyd in Pesth begründeten ersten Kornhalle. – 13. September: Feier des Augsburger Religionsfriedens durch sämmtliche evangelische Gemeinden in Oesterreich. – 25. September: Auswechslung der beiderseitigen Ratificationen zwischen Rom und Wien in Betreff des Concordates. – 15. October: Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Krakau bis Dembice. Uebergabe der Eisenbahnstrecke von Pordenone nach Casarsa dem Verkehre. – 22. October: Erste Probefahrt auf der Wien-Raaber Eisenbahn. – 31. October: Errichtung der priv. österr. Creditanstalt. – 13. November: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und Frankreich wegen gegenseitiger Auslieferung der Verbrecher. – 15. November: Kaiserliches Patent, welches den Abschluß des zwischen Kaiser Franz Joseph I. und dem Pabste am 18. August 1855 abgeschlossenen Concordates kundmacht. – 24. November: Ernennung Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs Leopold zum General-Geniedirector. – 26. November: Enthüllung des Metastasio-Denkmales in der italienischen Kirche in Wien. – 2. December: Feierliche Eröffnung der Kettenbrücke bei Tetschen in Böhmen. – 16. December: Schreiben des Grafen Buol, womit die auf die Aufhebung des Protectorates in den Donaufürstenthümern, auf Freiheit der Donau, Neutralität des schwarzen Meeres und Ordnung des Zustandes der christlichen Bevölkerung in der Türkei, basirten Vorschläge der russischen Regierung bekannt [244] gegeben werden. Von deren Annahme hängt Krieg oder Frieden ab. – 17. December: Eröffnung der Bahnstrecken Oderberg-Dzieditz und Bielitz und Schönbrunn-Troppau auf der Kaiser Ferdinands-Nordbahn. – 21. December: Kaiserliche Verordnung, durch welche die Competenz der Handelsgerichte in Wien und Triest auf Rechtsangelegenheiten außer Streitsachen erweitert wird. – 24. December: Eröffnung der Bahnstrecke von Bruck an der Leitha bis Raab.

1856. 1. Jänner: Uebernahme der Strafanstalt zu Stein in Oesterreich von den barmherzigen Schwestern. Erster Versuch der Staatsverwaltung, derlei Anstalten geistlichen Orden anzuvertrauen. – Kaiserliches Patent, welches die Art und Weise, wie die ermittelte Urbarial-Entschädigung zu leisten ist, und die Aufhebung des Moratoriums festsetzt. – 14. Jänner: Wiederaufnahme der Münzconferenzen in Wien. – 17. Jänner: Handelsvertrag zwischen Kaiser Franz Joseph und dem Bei von Tunis, geschlossen in Tunis. –1. Februar: Unterzeichnung des ersten Protokolles von Seite der Stellvertreter der betheiligten Mächte als Beginn der formellen Friedenspräliminarien des zwischen Rußland, Frankreich, England und der Türkei abzuschließenden Friedens. – 4. Februar: Allerhöchste Verfügung, welche in den Armee-Commanden, Armeecorps-Commanden und in der Administration mehrere Veränderungen anordnet. – 16. Februar: Großes Amnestiedecret bezüglich der lombardisch-venetianischen Emigrirten. – 20. März: Grundsteinlegung der k. k. Marine-Akademie in Fiume. – 25. März: Feierliche Weihe des ersten österreichischen Linienschiffes in Pola. – 30. März: Unterzeichnung des Pariser Friedens von Seite Frankreichs, Englands, Preußens. Rußlands, Sardiniens, der Türkei und Oesterreichs; Auswechslung der Ratificirungen am 27. April. – 6. April: Beginn der Berathungen des versammelten österreichischen Episcopates, um bei Durchführung des Concordates im Einklange mit den weltlichen Behörden vorzugehen; Schluß derselben 17. Juni. – 12. April: Organisations-Normale des k. k. Militär-Fuhrwesencorps. – 19. April: Kaiserliche Verordnung, betreffend die Organisation der Forstverwaltung in Tirol und Vorarlberg. – 21. April: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und Bayern, wegen Verbindung der beiderseitigen Eisenbahnen. – 24. April: Feierliche Grundsteinlegung der Votivkirche. (siehe 27. Februar 1853). – 29. April: Ratification des am 15. April abgeschlossenen Separatvertrages zwischen Frankreich, England und Oesterreich, wornach die drei Mächte bei einem Bruche der Bedingungen des Pariser Friedens sich zur Regelung eines gemeinsamen Handelns unter sich verpflichten. – 5. Mai: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und dem Kirchenstaate zur Regelung des telegraphischen Verkehrs. – 8. Mai: Schlußsteinlegung des k. k. Artillerie-Arsenales. Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen Oesterreich und den Niederlanden (geschlossen zu Haag 29. December 1855). – 20. Mai: Aufhebung der Occupation der Donaufürstenthümer. – 15. Juni: Kaiserliche Genehmigung zum Baue einer Eisenbahn von Reichenberg nach Pardubitz, veröffentlicht in der Wiener Zeitung am 3. Juli. Einführung des niederösterreichischen Maßes und Gewichtes in Schlesien. – 19. Juni: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und Sardinien, den Anschluß der lombardisch-sardinischen Bahnen betreffend (ratificirt am 24. Juli 1856). – 23 Juni: [245] Staatsvertrag zwischen Oesterreich und Modena, wegen gegenseitiger Auslieferung der Verbrecher, Deserteure u. s. w. – 25. Juni: Kaiserliche Verordnung, welche die Aufhebung des Pensionatico (Weiderechts) in den venetianischen Provinzen kundmacht. – 3. Juli: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und Nordamerika, wegen gegenseitiger Auslieferung der Verbrecher. – 12. Juli: Geburt der Prinzessin Gisela zu Laxenburg. Amnestie für alle wegen Majestätsbeleidigung und der in den §§. 63–66 und 300 des Strafgesetzbuches bezeichneten Verbrechen und Vergehen Abgeurtheilte; ferner Auflassung der Vermögensconfiscation für viele an der Empörung in Ungarn und Siebenbürgen 1848 und 1849 Betheiligte; und Nachsicht der Strafe für viele wegen politischer Verbrechen Verurtheilte. Auf kaiserlichen Befehl Beginn des Baues einer Monumental-Capelle an der Stätte, wo Graf Odon Zichy am 30. September 1848 den Tod der Treue starb. – 29. Juli: Abreise Sr. Majestät nach Teplitz zur Zusammenkunft mit Ihren Majestäten den Königen von Preußen und Sachsen. – 1. August: Genehmigung des neuen Organisationsstatutes für die technische Artillerie. – 14. August: Einführung des niederösterreichischen Maßes und Gewichtes in Dalmatien. – 30. August: Abreise Sr. Majestät des Kaisers zur Feier der Einweihung des Graner Domes. – 2. September: Lustreise Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin nach Steiermark und Kärnthen; – 3. September: Ankunft in Klagenfurt; – 7. September: Besuch in Heiligenblut, – 10. September: Abreise von Klagenfurt; 11–14. Aufenthalt in Gratz; am 14. Ankunft in Schönbrunn. – 16. September: Die 32. Versammlung der deutschen Naturforscher und Aerzte findet in Wien Statt. – 22. September: Abreise Sr. Majestät des Kaisers nach Ungarn; Rückkehr am 27. September. – 28. September: Kaiserliche Genehmigung zum Baue von Locomotiv-Eisenbahnen: 1) von Pesth nach Miskolcz; 2) von Miskolcz nach Kaschau; 3) von Miskolcz über Tokai nach Debrecin, und 4) von Arad zum Anschlusse an die Szolnok-Debrecziner Eisenbahn. – 3. October: Telegraphenvertrag zwischen Oesterreich und Sardinien. – 8. October: Kaiserliche Genehmigung zum Baue von Locomotiv-Bahnen: 1) von Wien über Oedenburg und Groß-Kanischa nach Essegg; 2) von Neu-Szöny über Stuhlweissenburg nach Essegg; 3) von Ofen über Groß-Kanischa zum Anschlusse an die südliche Staatseisenbahn; 4) von Esseg nach Semlin. – Kaiserliches Patent, womit ein neues Ehegesetz (wirksam mit 1. Jänner 1857) kundgemacht wird. – 24. October: Kaiserliche Genehmigung zum Baue: 1) einer Locomotiv-Eisenbahn von Marburg über Klagenfurt, Villach, Lienz, Brunecken bis zur Tiroler Bahn, und 2) einer Flügelbahn von Villach nach Triest. Kaiserliches Patent, welches die Verpflichtung zur Ablieferung des beim Berg- und Waschwerksbetriebe gewonnenen Goldes und Silbers aufhebt. – 2. November: Kaiserliches Patent, welches den Wirkungskreis und die Geschäftsbehandlung der Central-Congregationen in Lombardo-Venetien festsetzt. – 17. November: Reise Ihrer Majestäten nach dem lombardo-venetianischen Königreiche; Rückkehr am 12. Februar 1857; bis 20. Nov. Aufenthalt in Laibach; – 21. November: in Triest Aufenthalt bis 25.; – 25. November: Ankunft in Venedig. – 2. December: Aufhebung des am 13. Februar 1853 [246] über die Güter der politischen Flüchtlinge in Lombardo-Venetien verhängten Sequesters. Bewilligung jährlicher 20.000 fl. zur Restauration der St. Marcuskirche in Venedig. – 5. December: Staatsvertrag zwischen Oesterreich und dem Kirchenstaat wegen gegenseitiger Auslieferung der Verbrecher. – 7. December: Große Regatta im Canal grande. – 9. December: Grundsteinlegung des großen neuen Marine-Arsenales in Pola. – 13. December: Einführung des niederösterreichischen Maßes und Gewichtes in Mähren, im Küstenland und in Krain – 20. December: Ausflug Sr. Majestät des Kaisers nach Rovigo.

1857. 3. Jänner: Ankunft Ihrer Majestäten in Padua; – 5. Jänner: Ankunft in Vicenza; Volksfest della Rua; – 7. Jänner: Ankunft in Verona; – 9. Jänner: Nockerlfest; – 11. Jänner: Kaiserlicher Gnadenact in der „Gazetta provinciale di Brescia“, laut welcher 119 Brescianer Gemeinden die noch ausständige Summe von 11,087.801 Lire erlassen wird. – 12. Jänner: Einzug Ihrer Majestäten in Mailand; Abreise am 2. März. – 21. Jänner: Einführung des niederösterreichischen Maßes und Gewichtes in Steiermark. – 24. Jänner: Münzvertrag zwischen Oesterreich und den deutschen Zollvereins-Staaten. – 25. Jänner: Allgemeine unbeschränkte Amnestie. Organisations-Statut für das gesammte österreichische Heer, wirksam mit 1. März. – 27. Jänner: Genehmigung der Grundzüge zur Abhaltung jährlicher Pferderennen. – 3. Februar: Eröffnung der dritten Ackerbauschule zu Großau bei Rabs. – 9. Februar: Kaiserliche Verordnung, womit ein neues Paßsystem eingeführt wird (tritt am 15. März in Wirksamkeit). – 11. Februar: Besuch Ihrer Majestäten in den Adelsberger Grotten; – 12. Februar: Rückkehr aus Italien nach Wien. – 18. Februar: Kaiserliche Verordnung, womit ein neuer Zolltarif in Dalmatien eingeführt wird. – 1. März: Der greise Heldenmarschall Radetzky – 90 Jahre alt – zieht sich in den Ruhestand zurück und sagt in einem Armeebefehle seinen Soldaten Lebewohl. – 14. März: Staatsvertrag zwischen Oesterreich, Belgien, Frankreich u. s. w., Schweden, Lübeck, Bremen, Hamburg und Dänemark, wegen Aufhebung des Sundzolles. – 18. März: Additional-Convention zwischen Oesterreich und Belgien, wegen gegenseitiger Auslieferung der Verbrecher. – 23. März: Kaiserliche Verordnung, welche im ganzen Reiche (die Militärgrenze ausgenommen) die Volkszählung anordnet. – 2. April: Kaiserliche Genehmigung zum Baue folgender Eisenbahnstrecken: 1) von Lemberg nach Przemysl; 2) von Lemberg nach Brody; 3) von Lemberg an das rechte Dniesterufer; 4) vom rechten Dniesterufer über Czernowitz an die Moldaugrenze. – 4. April: Beginn der Bauarbeiten auf der Westbahn. – 9. April: Erster gelungener Versuch, die Dampfschifffahrt auf der Salzach einzuführen, am 11. kam der kön. bayer. Dampfer „Otto“ in Salzburg an; ein Fest für Salzburg. – 15. April: Das Universitätsgebäude in Wien, seit 1848 als Caserne verwendet, wird der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften übergeben. – 17. April: Kaiserliche Genehmigung zum Baue einer Eisenbahn von Prag nach Pilsen und bis an die bayerische Grenze, dann einer Flügelbahn von Hollaubkau nach Stadnitz, dann von Pilsen nach Eger bis an die bayerische Grenze und von Eger nach Karlsbad. – 23. April: In Fiume Enthüllung und Einweihung [247] der Franz Josephs-Fontaine zur Erinnerung an des Kaisers Anwesenheit am 7. October 1852, Statue aus Carrara-Marmor, 71/2 Fuß hoch, von dem Venetianer Steffanuti . – 28. April: Allerhöchste Bestimmung, daß die k. k. Fregatte „Novara“ eine Weltumsegelung antrete, unter Commando des Commodore Wüllerstorf; die wissenschaftliche Commission besteht aus den Herren: Dr. Scherzer, Dr. F. Hochstetter, Frauenfeld, Zelebor, Maler Séleny und Kunstgärtner Jelinek. – 30. April: tritt die „Novara“ die Weltfahrt an. – 3. Mai: Reise Ihrer Majestäten nach Ungarn; Schluß dieser Reise 5. September; – 4. Mai: festlicher Empfang in Pesth-Ofen um 4 Uhr Nachmittags; Anwesenheit in Pesth-Ofen bis 12.; – 8. Mai: Amnestie für politische Verbrecher. – 9. Mai: Allerhöchste Bestimmungen: 1) Widmung von 120.000 fl. zur Creirung von Stiftplätzen im Theresianum; 2) 90.000 fl. zur Creirung von Haller Fräulein-Stiftspräbenden zu Gunsten des ungarischen Adels; 3) 45.000 fl. zur Creirung von Haller Versorgungsstipendien für Töchter von landesfürstlichen Beamten in Ungarn; 4) 50.000 fl. für das National-Museum in Ungarn; 5) 24.000 fl. zur Creirung von Stipendien für bildende Künstler, und 6) 300.000 fl. zur Errichtung einer Landes-Irrenanstalt. – 9–16. Mai: Eröffnung der großen landwirthschaftlichen Ausstellung im Augarten. – 11. Mai: Allerhöchstes Handschreiben, mit welchen Nachlässe von Vorschüssen an die Landwirthschaftsgesellschaft in Pesth, an Comitate, Districte und Gemeinden, und der Rückstände der Kriegssteuer ausgesprochen werden. – 17. Mai: Kaiserliches Patent zur Regelung der Grundbesitzverhältnisse und zur Durchführung der Commassationen in Croatien und Slawonien. Freundschafts-, Handels- und Schiffsvertrag zwischen Sr. Majestät und dem Schahinschah von Persien. – 18. Mai: Eintritt des Grafen Franz Nádasdy als Justizminister in das Ministerium an Stelle des auf seine Bitte dieses Postens enthobenen Karl Freiherrn von Krauß. – 20. Mai: Die kaiserlichen Majestäten besuchen die Stadt Waitzen. – 23. Mai: Allerhöchste Handschreiben mit neuen Gnadenacten, ausgesprochene Aufhebung bestehender Confiscationen, Amnestien, Nachlässe von Vorschüssen u. dgl. m. – 27. Mai: Feierliche Grundsteinlegung des Bahnhofes der Theißbahn in Großwardein. – 29. Mai: Todestag der Erzherzogin Sophie, ältesten Tochter Ihrer Majestäten, sie hatte das Alter von 2 Jahren und 3 Monaten erreicht. – 7. Juni: Kaiserliche Verordnungen über die Tilgung der Schuld des ungarischen, croatisch-slawonischen und serbisch-banatischen Grundentlastungsfondes. – 18. Juni: Säcularfeier der Stiftung des Maria Theresien-Ordens. – 19. Juni: Staatsvertrag zwischen Oesterreich, Frankreich, Großbritannien, Preußen, Rußland, Sardinien und der Türkei, betreffend die Grenzen zwischen Rußland und der Türkei in Bessarabien, das Donau-Delta und die Schlangeninsel. – 24. Juni: Kaiserliches Patent, welches in Ungarn, Croatien, Slawonien, Siebenbürgen, in der serbischen Wojwodschaft und im Temeser Banat das Forstgesetz vom 3. December 1852 (wirksam vom 1. Jänner 1858 einführt. – 8. Juli: Ankunft Sr. Majestät des Königs von Preußen in Wien. – 16. Juli: Wallfahrt Ihrer Majestäten nach Maria-Zell. – 20. Juli: Einführung des Berggesetzes in Lombardo-Venetien und in Dalmatien. – 25. Juli: Schlußsteinlegung der [248] Franz Joseph-Caserne auf der Biberbastei. – 27. Juli: Feierliche Eröffnung und Schlußsteinlegung der Eisenbahnstrecke zwischen Laibach und Triest. Allerhöchste Entschließung bewilliget auf die Dauer von fünf Jahren einen jährlichen Beitrag von 50.000 fl. aus dem Staatsschatze zur Restauration des Stephansdomes. Fahrt des ersten Dampfers auf der obern Moldau. – 8. August: Ankunft Sr. Majestät in Oedenburg (Fortsetzung der Reise in Ungarn ohne Begleitung Ihrer Majestät der Kaiserin); – 13. August: in Veszprim; – 14. in Stuhlweißenburg; – 15. August: in Moor. Besuch der Ruhestätte des im Dienste für seinen Kaiser gefallenen Grafen Lamberg (23. in Preßburg; – 27. August: in Rima-Szombath; – 29. August: in Rosenau; – 30. August: in Eperies; – 31. August: Ankunft in Kaschau); – 18. August: Einweihung des neuen Flußbettes der Drau. – 23. August: Allerhöchste Entschließung, welche die Wiedereinführung von Kunstausstellungen an der Wiener Akademie der bildenden Künste anordnet. – 30. August: trifft in Debreczin die erste Locomotive von Szolnok ein. – 31. August: Eröffnung des dritten internationalen statistischen Congresses in Wien. – 1. September: Erste Probefahrt auf der Bahnstrecke vom Südbahnhofe in das Innere des Hauptzollamtsgebäudes. – 3. September: Ankunft Sr. Majestät auf der Reise durch Ungarn in Miskolcz; – 4. September: in Erlau. – 15. September: Beginn des Cavallerielagers in Parendorf; Aufhebung desselben am 28. September. – 19. September: Kaiserliches Patent, welches die Bestimmungen zur Regelung des Münzwesens, anläßlich des Münzvertrages vom 24. Jänner 1857 kundmacht. – 29. September: Abreise Sr. Majestät des Kaisers nach Dresden; – 1. October: Ankunft Sr. Majestät in Weimar und Zusammentreffen mit Sr. Majestät dem Kaiser Alexander II. von Rußland. – 13. October: Eintreffen in Venedig des ersten directen Personenzuges von Mailand. – 14. October: Durch Regulirung ihres Laufes ist die Maros für Dampfschiffe fahrbar gemacht. – 15. October: Zolleinigungsvertrag zwischen Oesterreich und Modena. – 23. October: Kaiserliche Verordnung, welche die Bestimmungen des Gesetzes vom 6. September 1850 über Ankündigungen und Zeitschriften abändert. – 29. October: Feierliche Uebernahme des ehemaligen Universitätsgebäudes von Seite der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. – 7. November: Donau-Dampfschifffahrts-Acte zwischen Oesterreich, Bayern, der Türkei und Württemberg. – 15. November: Eröffnung der Eisenbahnfahrten zwischen Szegedin und Temesvár. – 16. November: Revidirter deutsch-österreichischer Telegraphenvereins-Vertrag. – 20. November: Allerhöchste Entschließung, erhebt den Markt Ried im Innkreise zur Stadt. – 23. November: Uebergabe der Szolnok-Debrecziner Eisenbahn dem Verkehre. – 20. December: Allerhöchstes Handschreiben Sr. Majestät an den Minister des Innern, Freiherrn von Bach, bezüglich der Erweiterung der inneren Stadt.

1858.5. Jänner: Radetzky stirbt. Armeebefehl: das 5. Huszaren-Regiment führt für immerwährende Zeiten seinen Namen. – 7. Jänner: Donauschifffahrts-Acte zwischen Oesterreich, Bayern, Türkei und Württemberg. – 18. Jänner: Leichenfeier des Feldmarschalls Radetzky in Wien; – 19. Jänner: Bestattung in Wetzdorf in Anwesenheit [249] Sr. Majestät des Kaisers. – 24. Jänner: Kaiserliche Verordnung, womit die Anwendung mehrerer Bestimmungen des Taxgesetzes vom 27. Jänner 1840 auf Ungarn, Croatien, Slawonien, die serbische Wojwodschaft, das Temeser Banat und Siebenbürgen ausgedehnt wird. – 30. Jänner: Concursausschreibung eines Grundplanes für die Erweiterung und Regulirung der inneren Stadt Wien. – 7. Februar: Kaiserliches Patent zur Einführung der Notariatsordnung vom 21. Mai 1855 in Galizien, Krakau, Bukowina, Ungarn, Croatien, Slawonien, Siebenbürgen, in der Wojwodschaft und im Banate. – 27. März: Kaiserliches Patent, womit das Forstgesetz vom 3. December 1852 auch in Dalmatien eingeführt wird. – 29. März: Beginn der Demolirungsarbeiten des Stadtwalles in Wien. – 27. April: Kaiserliches Patent, welches die Verhältnisse des Münzverkehres, die Anwendung der neuen österreichischen Währung und die Geltung des Wiener Währung-Papiergeldes regelt. – 1. Mai: Eröffnung des Donauquais, die erste sichtbare bedeutungsvolle Thatsache der Stadterweiterung. – 19. Mai: Eröffnung der Teplitz Aussiger Eisenbahn. – 22. Mai: Festliche Einweihung des Asperndenkmales. – 31. Mai: Feierliche Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Falgendorf nach Pardubitz. – 20. Juni: Kaiserliche Verordnung, welche die Gerichtsbarkeit über mehrere Uebertretungen des allgemeinen Strafgesetzes den politischen Behörden zuweist. – 29. Juni: Allerhöchste Entschließung, genehmiget den Anschluß der Orientbahnlinie von Ofen über Kanischa bei Pragerhof an die südliche Staatsbahn. – 14. Juli: trifft die erste Locomotive der Theißbahn von Szolnok in Arad ein. – 18. Juli: Feierliche Eröffnung der Temesvár-Baziaser Eisenbahn. – 8. August: Mit dem Remorqueur „Karl“ gehen die acht von Sr. Majestät für den Dom in Speyer gewidmeten Kaiserstatuen ((6 gearbeitet von Fernkorn, 2 von Dietrich) vom Landungsplatze beim Kahlenbergerdörfel ab. – 19. August: Staatsvertrag zwischen Oesterreich, Frankreich, Großbritannien, Preußen, Rußland, Sardinien und der Türkei, bezüglich der Fürstenthümer Moldau und Wallachei. (Ratificirung 2. October.) – 22. August: Geburt des Kronprinzen Rudolph Franz Karl Joseph um 5 Uhr Morgens; – 23. August: dessen feierliche Taufe. – 26. August: Allerhöchstes Handschreiben, welches den Bau eines neuen Krankenhauses, genannt die „Rudolph-Stiftung“, anordnet; ferner für Jünglinge aus Croatien, Slawonien, der serbischen Wojwodschaft je 3, aus Siebenbürgen 4 Stiftungsplätze im Theresianum, für Töchter verdienstvoller Beamten und Militärs aus Croatien, Slawonien und der serbischen Wojwodschaft je 3 Haller Stiftspräbenden und 3 Versorgungsstipendien; in Siebenbürgen 4 Stiftspräbenden und 4 Versorgungsstipendien bestimmt. – 28. August: Auflassung der Festungswerke von Königgrätz. – 1. September: Neues Gebührenreglement für die ganze k. k. Armee. – 10. September: Kaiserliche Verordnung, hebt den Waarenstempel auf. – 13. September: Eröffnung der Generalversammlung der Abgeordneten deutscher Eisenbahn-Verwaltungen in Triest. Kaiserliche Verordnung, stellt die Organisation der Bergbehörden im Reiche (Lombardo-Venetien und Dalmatien ausgenommen) fest. – 15. September: Kaiserliches Patent über Aufhebung und Entschädigung der [250] Zehentbezüge in Siebenbürgen. – 20. September: Uebereinkunft der k. k. österreichischen und kön. bayerischen Regierung, betreffend den Anschluß der Eisenbahnen an der böhmisch-bayerischen Grenze. (Ratificirt am 15. November). – 25. September: 18. Versammlung deutscher Philologen, Schulmänner und Orientalisten in Wien. – 26. September: Erste Probefahrt zwischen Wien und Reckawinkel auf der Kaiserin Elisabeth-Westbahn. – 29. September: Kaiserliches Patent, womit ein neues Gesetz über die Ergänzung des Heeres kundgemacht wird, wirksam für das ganze Reich. – 18. October: Eröffnung des Provinzial-Conciliums in Wien. – 11. November: Abreise Ihrer Majestäten nach Prag; Rückkehr am 25. – 13. November: Feierliche Enthüllung des Radetzky-Denkmales. – 23. November: Besuch Ihrer Majestäten in Brünn. – 7. December: Kaiserliche Patente, womit Gesetze zum Schutze der gewerblichen Marken und anderer Bezeichnungen, desgleichen zum Schutze der Muster und Modelle für Industrie-Erzeugnisse erlassen werden. – 23. December: Kaiserliche Verordnung, welche die, den neu entstehenden landwirthschaftlichen Ansiedelungen zu gewährenden Begünstigungen und die Bedingungen zu deren Erlangung feststellt.

1859. 6. Jänner: Erklärung in der Wiener Zeitung, daß die Ereignisse in Lombardo-Venetien eine Verstärkung der dort befindlichen Truppen nöthig machen. – 19. Jänner: Anordnung zum Bau eines neuen Irrenhauses in Ybbs für 500 Geisteskranke; zwei Drittel der Kosten aus dem Staatsschatze. – 25. Februar: Depesche an den Grafen Apponyi[WS 2] in London, worin Oesterreich erklärt, nur dann das Schwert zu ziehen, wenn es sein gutes Recht vertheidigen muß. – 26. Februar: Einberufung der Urlauber jener Regimenter, die in Italien stehen. – 7. März. Die Bauprospecte für die Rudolphstiftung werden ausgestellt. – 16. März: Bedingtes Waffen-Ein-, Aus- und Durchfuhrverbot über die Grenzen gegen Italien, die Schweiz und die See. – 17. März: Empfang des persischen Botschafters, welcher die Glückwünsche seines Schahs zur Geburt des Kronprinzen und die mit Diamanten besetzte Decoration des Porträts des Schahs überbringt. – 12. April: Ankunft Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs Albrecht in Berlin, um in der drohenden Situation an Preußen einen Bundesgenossen zu gewinnen. Die Sendung war erfolglos geblieben, wie jene des Erzherzogs Anton im October 1805 bei ähnlichem Anlasse. – 23. April: Antwort auf einen Artikel im „Moniteur“ vom 19. April, welcher die Geschichte entstellt, wie man sie eben braucht. – 24. April: Kaiserliches Patent, womit ein neues Gemeindegesetz, wirksam für das ganze Reich, Lombardo-Venetien, Dalmatien und die Militärgrenze ausgenommen, kundgemacht wird. – 28. April: Kaiserliches Manifest an die Völker Oesterreichs (Wiener Zeitung 29. April). Die österreichischen Truppen (die zweite Armee unter Gyulai) überschreiten die sardinische Grenze. – 13. Mai: Anordnung einer Kriegssteuer. – 17. Mai: Einführung eines außerordentlichen Zuschlages auf einige indirecte Abgaben. – 19. Mai: Gefecht bei Montebello. – 20. Mai: Forcirte Recognoscirung gegen Teglio und Montebello durch Feldmarschall-Lieutenant Grafen Stadion. – 29. Mai: Abreise Sr. Majestät zur Armee nach Italien. – [251] 31. Mai: Gefechte bei Palestro. – 4. Juni: Schlacht von Magenta. – 5. Juni: Die kais. Truppen verlassen Mailand. – 8. Juni: Arrièregardegefecht bei Melegnano, Räumung von Piacenza. – 17. Juni: Gyulai wird auf seine Bitte des Commandos der zweiten Armee enthoben. – 18. Juni: Se. Majestät übernimmt selbst den Oberbefehl der Armee. – 20. Juni: Hauptquartier Sr. Majestät des Kaisers in Villafranca. – 23. Juni: Hauptquartier Sr. Majestät des Kaisers in Valeggio. – 24. Juni: Schlacht bei Solferino. – 11. Juli: Zusammenkunft Sr. Majestät des Kaisers mit Ludwig Napoleon in Villafranca; Unterzeichnung der Friedenspräliminarien. – 12. Juli: Armeebefahl Nr. 31: verkündet der Armee den Friedensabschluß, da der Kaiser „ohne Bundesgenossen nur den ungünstigen Verhältnissen der Politik“ weichen muß. – 15. Juli: Einstellung der im Zuge befindlichen Recrutirung. Kaiserliches Manifest, von Laxenburg datirt, welches den Völkern den Frieden ankündigt. – 28. Juli: Allerhöchstes Handschreiben, welches den Völkern Oesterreichs Dank sagt für die Beweise der Hingebung, die sie in den jüngsten Kriegstagen gegeben. – 21. August: Allerhöchste Handschreiben, betreffend den Rücktritt der Minister Freiherrn von Bach und Freiherrn Kempen; die Bildung des neuen Ministeriums: Minister des Innern: Graf Gołuchowski ; Minister des Aeußern: Graf Rechberg; Minister der Polizei: Freiherr von Hübner, Auflösung des Handelsministeriums. – 22. August: Programm des neuen Ministeriums in der Wiener Zeitung desselben Tages. – 1. September: Kaiserliches Patent, betreffend die innere Verfassung, die Schul- und Unterrichtsangelegenheiten und die staatsrechtliche Stellung der evangelischen Kirche beider Bekenntnisse in Ungarn, Slawonien, im Banate und in Serbien. – 7. September: Allerhöchstes Handschreiben, womit eine Immediatcommission für die Reform der directen Steuern unter Vorsitz des Grafen Hartig berufen wird. – 8. September: Kaiserliche Verordnung, welche die definitive Bergzehent-Entschädigung bestimmt. – 20. October: Se. Majestät enthebt den Grafen Grünne der Stelle des ersten General-Adjutanten und beruft an dessen Stelle den Grafen Franz Crenneville; enthebt ferner den Freiherrn von Hübner seines Postens als Polizeiminister und ernennt an dessen Stelle den Freiherrn von Thierry. – 24. October: Allerhöchstes Handschreiben, welches die Festvorstellung im Burgtheater zur Schillerfeier anordnet, das Erträgniß derselben der Schiller-Stiftung widmet und den Theaterplatz, wo im neuen Stadttheile das neue Hofschauspielhaus zu stehen kommen wird, Schillerplatz zu nennen anordnet. – 8. November: Allerhöchstes Handschreiben, welches den Tantième-Bezug von 10 Percent des Bruttoertrages den lebenden Dichtern Oesterreichs gewährt für die vor Einführung der Tantième bestehenden und noch auf dem Repertoire befindlichen Stücke. – 11. November: Allerhöchstes Handschreiben, welches zur Herstellung eines Gleichgewichtes in den Einnahmen und Ausgaben des Staatshaushaltes die Einberufung einer Budgetcommission anordnet, welche ihre Arbeit bis Ende März 1860 zu lösen hat. – 23. November: Allerhöchstes Handschreiben an Erzherzog Wilhelm und Minister Graf Nádasdy, welches Amnestie erläßt für Alle, die sich seit Anfang des J. 1859 an den politischen Umtrieben [252] in den verschiedenen italienischen Ländern betheiliget haben. – 25. November: Ergänzungsbestimmungen zur allgemeinen Preßordnung vom 27. Mai 1852; erstes Moment der Verwirklichung des Programmes des August-Ministeriums. – 29. November: Außerkraftsetzung des §. 124 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches bezüglich der Eingehung einer giltigen Judenehe. – 30. November: Zur Ersparung im Staatshaushalte hören die eigenen Landescommissionen und besonderen Localcommissionen zur Durchführung der Grundentlastung, sowie zur Grundlasten-Ablösung und Regulirung auf und gehen deren Specialgeschäfte an die politischen Landesbehörden über. – 3. December: Veröffentlichung des am 10. November in Zürich unterzeichneten und in den Ratificirungen am 21. November 1859 ausgewechselten Friedenstractates zwischen Oesterreich und Frankreich, ferner zwischen Oesterreich, Frankreich und Sardinien. – 20. December: Kaiserliches Patent, womit eine neue Gewerbeordnung, wirksam vom 1. Mai 1860, kundgemacht wird. – 23. December: Kaiserliches Patent, womit die Tilgung der Staatsschuld geregelt und eine Staatsschulden-Commission eingesetzt wird. – 26. December: Allerhöchstes Handschreiben, welches anordnet, daß die für 1860 angeordnete Recrutenstellung zu unterbleiben habe.

1860. 1. Jänner: Auflösung der Landesregierung in Salzburg und Unterordnung des Kronlandes unter die Statthalterei in Linz. Kaiserliches Patent, welches die Abänderung des Reichsgesetzblattes anordnet. – 6. Jänner: Kaiserliche Verordnung, welche den §. 593 des bürgerlichen Gesetzbuches, den §. 142, lit. d) der allgemeinen, §. 217, lit. d) der westgalizischen, §. 202, Absatz 4, der italienischen, und §. 216, Zahl 4, der südtirolischen Gerichtsordnung, wornach Personen, die nicht zur christlichen Religion gehören, den letzten Willen eines Christen nicht giltig bezeugen können und wornach ein Jude für einen Juden gegen einen Christen ein bedenklicher Zeuge ist, außer Kraft gesetzt werden. – 13. Jänner: Verordnungen, welche die Beschränkungen aufheben, wodurch bisher die Israeliten von gewissen Gewerben und dem Aufenthalte auf dem flachen Lande in Galizien, Krakau und in der Bukowina, ferner in den Bergstädten in Böhmen, Ungarn, Croatien, Slawonien, in der serbischen Wojwodschaft, im Banate und in Siebenbürgen ausgeschlossen waren. – 18. Februar: Kaiserliche Verordnungen, betreffend die Besitzfähigkeit der Israeliten in Niederösterreich, Böhmen, Mähren, Schlesien, Ungarn, in der serbischen Wojwodschaft, im Temeser Banate, Croatien, Slawonien, Siebenbürgen, Dalmatien, Küstenland, und den Realbesitz in Galizien, Bukowina und Krakau. – 26. Februar: Kaiserliches Patent, womit ein neues Gesetz über Waarenbörsen und Waaren-Sensale erlassen wird. – 5. März: Kaiserliches Patent, welches eine Verstärkung des Reichsrathes durch außerordentliche Reichsräthe anordnet. – 22. März: Neues Lotterieanlehen mit 5 Percent. – 27. März: Kaiserliche Verordnung, über die Erleichterung des Tabakbaues. – 19. April: Allerhöchste Handschreiben, deren eines den Erzherzog Albrecht über sein Ansuchen der Stelle als General- und Civilgouverneur in Ungarn enthebt, das andere dem Feldzeugmeister Ritter von Benedek die Leitung der politischen Verwaltung und des General-Commandos in Ungarn überträgt; die bestehenden Statthalterei-Abtheilungen in Kaschau [253] Preßburg, Oedenburg und Großwardein in eine zu Pesth vereinigt, und die Comitatsverwaltungen mit Beigabe der vormals bestandenen Comitats-Congregationen einführt. – 22. April: Allerhöchstes Handschreiben, welches die provisorische Leitung des Finanzministeriums an den Reichsrath Ignaz von Plener[WS 3] überträgt und den Minister Bruck in den Ruhestand versetzt. – 28. April: Kundmachung des zu Wien am 30. Jänner 1860 unterzeichneten und in den Ratificationen zu St. Petersburg am 26. März ausgewechselten Vertrages zwischen Oesterreich und Preußen Namens des deutsch-österreichischen Telegraphenvereines einerseits und Rußlands andererseits. – 29. April: Auflösung der Landesregierungen zu Krakau und Czernowitz, und Unterordnung des Krakauer Verwaltungsgebietes und der Bukowina unter die Statthalterei in Lemberg. – 1. Mai: Ernennung der außerordentlichen Reichsräthe. – 6. Mai: Kundmachung der am 7. Mai verliehenen Concessionsurkunde, nach welcher die Theiß-Eisenbahngesellschaft die kaiserliche Concession erhielt, in der Marmaros von Sugatagh nach Szlatina über Sziget nach Gergely und von da nach Nyaregyhaza eine Eisenbahn zu bauen. – 11. Mai: Aufruf zu Beiträgen zur Errichtung eines Monumentes für Erzherzog Johann in Gratz. – 12. Mai: Aufstellung des neuen Hofer-Denkmales in Mantua. – 13. Mai: Zuerkennung des Preises für das am 21. August 1859 ausgeschriebene Programm über die Art der Anlage und die Errichtung einer Heilanstalt für cretine Kinder. – 15. Mai: Allerhöchstes Handschreiben an Feldzeugmeister Benedek, betreffend das Patent vom 1. September 1859, mit welchem die staatsrechtliche Stellung der evangelischen Kirche beider Bekenntnisse in Ungarn festgesetzt wurde. Durch dasselbe soll der Zwiespalt, entstanden in Folge des obigen Patentes, beigelegt werden, und wird darin allen Jenen, welche anläßlich der Einführung desselben Widerstand geleistet, die kaiserliche Verzeihung zu Theil. – 22. Mai: Enthüllung des Erzherzog Karl-Denkmales; Bildner Fernkorn erhält auf dem Festplatze aus Sr. Majestät Händen das Ritterkreuz des Leopold-Ordens. – 26. Mai: Die Immediatcommission zur Reform der directen Besteuerung schließt heute ihre Sitzungen. – 31. Mai: Beginn der Berathungen des verstärkten Reichsrathes. – Kaiserliche Verordnung, welche die selbstständige Stellung und gesetzmäßige Wirksamkeit der lombardisch-venetianischen Central-Congregationen in Verwaltungsangelegenheiten ausspricht – 1. Juni: Empfang der Reichsräthe durch Se. Majestät den Kaiser in besonderer Audienz. – 7. Juni: Die geologische Reichsanstalt wird mit der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften vereiniget. – 17. Juni: Auflösung der Landesregierungen in Kärnthen und Krain und administrative Unterordnung dieser Herzogthümer unter die Statthaltereien in Gratz und Triest. – 19. Juni: Ein Allerhöchstes Handschreiben enthebt den Feldmarschall-Lieutenant Grafen Coronini auf dessen Bitte der Stelle eines Banus und ernennt an dessen Statt den Feldmarschall-Lieutenant Joseph Freiherrn von Sokcševits.

Diese Regesten schließen mit dem Tage ab, an welchem der Bogen nach vorgenommener Correctur vom Setzer in die Presse kam, um abgedruckt zu werden. Die Regesten könnten bei der Fülle von Geschehnissen in der zwölfjährigen Regierung Sr. Majestät eine ungleich größere Ausdehnung annehmen, aber es mußte [254] ein Verhältniß zu den übrigen Biographien beobachtet und dem ganzen Plane zu Folge nur Jenes verzeichnet werden, was entweder direct auf das Leben des Monarchen Beziehung hat, oder als Ausdruck und festes Gepräge seiner Regentenperiode anzusehen ist.

I. Biographien und Biographisches. Texier (Edmond), Les hommes de la guerre d’Orient: François Joseph I. (Paris 1854, 8°., mit Porträt). – Lebensbild und Regierung Seiner k. k. Apostolischen Majestät Franz Joseph I., Kaisers von Oesterreich (o. J. u. O. [Wien 1857], Lex. 8°.). – Carl B. Lorck’s Zeithefte (Leipzig 1859, 4°.) Das vierte derselben hat den Titel: „Kaiser Franz Joseph, seine Feldherren und Staatsmänner“. – Reise A. H. Ihrer k. k. Apostolischen Majestäten Franz Joseph und Elisabeth durch Kärnthen im September 1856 (Wien 1859, Staatsdruckerei, Fol., 34 Tafeln und 91 Seiten Text). [Die Tafeln stellen Gegenden Kärnthens, Alpenansichten und Triumphbögen vor und sind zum größten Theile im Farbendrucke.] – Mailáth (Joseph Graf), Geschichte des österreichischen Kaiserstaates (Hamburg 1850, Perthes, 8°.) Bd. V, S. 407, 436, 446. – Austria. Oesterreich. Universal-Kalender für das Jahr 1849 (Wien, Klang, gr. 8°.) X. Jahrg. S. 430: „Thronentsagung Kaiser Ferdinand des Ersten und die Thronbesteigung des Kaisers Franz Joseph des Ersten“; – für das J. 1850, XI. Jahrg. S. 221: „Zustände Wiens seit 1. December 1848“; S. 321: „Der Bürgerkrieg in Ungarn und Siebenbürgen“; – für das J. 1851, XII. Jahrg. S. 205: „Franz Joseph I.“; S. 267: „Zustände Wiens seit November 1849“; – für das J. 1852, XIII. Jahrg. S. 49: „Zustände Wiens seit October 1850“; – für das J. 1853, XIV. Jahrg. S. 207: „Wiener Chronik seit October 1851“; – für das J. 1854, XV. Jahrg. S. 161: „Wiener und Oesterreichische Chronik seit October 1852; – für das Jahr 1855, XVI. Jahrg. S. 285: „Wiener Chronik und Ueberblick der Ereignisse im österr. Kaiserstaate seit October 1853“; – für das Jahr 1856, XVII. Jahrg. S. 486: „Wiener Chronik u. s. w. seit October 1854“; – für das Jahr 1857, XVIII. Jahrg. S. 352: „Wiener Chronik u. s. w. seit September 1855“; – für das Jahr 1858, XIX. Jahrg. S. 109: „Wiener Chronik u. s. w. seit 1. Juli 1856“; – für das Jahr 1859, XX. Jahrg. S. 53–144 q: „Wiener Chronik u. s. w. seit Juli 1857 bis Ende September 1858“. [Da diese „Wiener Chronik“ verbunden ist mit dem Ueberblicke der merkwürdigsten Ereignisse im österreichischen Kaiserstaate, mit dem Jahre 1848 anhebt und sich jeder folgende Jahrgang an den vorangegangenen anschließt, so umfasset sie eben die Regierungsepoche Sr. Majestät des Kaisers bis zum letzten September 1858 [im Jahrgange für 1859, welcher der letzte dieses Kalenders ist] und wäre bei genauerer Angabe der Tagesdaten, und wenn bei Gesetzen nicht bald die Tage der Kundmachung, bald wieder jene der Sanction, bald auch gar kein Datum angegeben wäre, in Ermangelung der amtlichen „Wiener Zeitung“ durch ihr reiches Material eine gut benützbare Quelle für den künftigen Historiker dieses Zeitraumes.] – Jahrbücher für Wissenschaft und Kunst. Herausg. von Otto Wigand (Leipzig 1855, 8°.) III. Bd. S. 61–73; S. 97–107: „Oesterreich unter der Regierung des Kaisers Franz Joseph“. – Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) 1850, Nr. 92: „Kaiser Franz Joseph I. bei Raab. Getreu nach authentischen Quellen“. – Le Constitutionnel (Paris, Fol.) 1853, 9. Mars.: „L’Empereur François“. [Dieses von Alphons Balleydier, dem Verfasser der Geschichte des ungarischen Aufstandes, der römischen Revolution u. s. w., verfaßte Lebensbild enthält viele Charakterzüge und Einzelnheiten.] – Frankfurter Conversationsblatt 1853, Nr. 237: „Kaiser Franz Joseph“. Mitgetheilt von Dr. H. [aus Ritter Appert’s „Souvenirs historiques“, welche eine Fortsetzung sind seines früheren Werkes: „Zehn Jahre an dem Hofe des Königs Ludwig Philipp“. Ein Capitel darin führt die Ueberschrift: „Sieben Privataudienzen vor Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich“. Aus diesem Abschnitte des damals (1853) noch nicht gedruckten Appert’schen Werkes wird die „Charakteristik des Kaisers“, wie Appert sie entwirft, mitgetheilt]; – 1854, Nr. 78, S. 312 [aus einer Correspondenz der „Deutschen allgemeinen Zeitung“ über des Kaisers Aufenthalt in München]. – Didaskalia. Blätter für Geist und Gemüth u. s. w. (Frankfurt a. M., 4°.) 1859, Nr. 170, 171 u. 172: „Franz Joseph, Kaiser von Oesterreich“ (in einem der früheren Jahrgänge, ich glaube 1852, Nr. 230, befindet sich der Aufsatz: „Der Hofstaat des Kaisers von Oesterreich“). – Die Jetztzeit. Wochenschrift für Politik, Belehrung und Unterhaltung in gebildeten Kreisen, herausg. von Dr. Meynert (Wien, gr. 8°.) 1855, Nr. 7–23: „Oesterreich unter Kaiser Franz Joseph I. Zeitgeschichtlich-statistischer [255] Ueberblick“. – Augsburger Postzeitung 1854, Beilage Nr. 108 (10. Mai): „Franz Joseph I. Eine Stimme aus Preußen“. – Tiroler Zeitung (Innsbruck, Rauch, 4°.) 1852, Nr. 222 (28. Sept.): „Ein französischer Bericht über unseren Kaiser Franz Joseph“ [Uebersetzung einer Pariser Correspondenz der „Independance belge“, welche eine Charakteristik des Kaisers Franz Joseph enthält]. – Volksblatt für Tirol und Vorarlberg 1851, Nr. 75: „Kaiser Franz Joseph“. – Carinthia (Klagenfurter Zeitschrift) XLVI. Jahrg. (1856) Nr. 51: „Ein goldenes Blatt aus Kärnthens Chronik“ [des Kaisers Besuch mit seiner erlauchten Gemalin in Kärnthen im J. 1856]. – Männer der Zeit. Biographisches Lexikon der Gegenwart (Verlag von C. B. L. Lorck in Leipzig, 1859) Bd. I. – Gallerie denkwürdiger Persönlichkeiten der Gegenwart, nach Originalzeichnungen und Gemälden (Leipzig 1853, J. J. Weber, Fol.) S. 7, Taf. IX; S. 106, Taf. 113. – Illustrirte Zeitung, herausg. von J. J. Weber (Leipzig, Fol.) 9. August 1859, Nr. 840: „Zusammenkunft der zwei Kaiser in Villafranca am 11. Juli“. – Allgemeine Zeitung 1849, Nr. 98 und 174: „Franz Joseph I. und sein Erzieher“. – Rheinische Blätter für Unterhaltung und gemeinnütziges Wirken (Beiblatt zum „Mainzer Journal“, 4°.) 1851, Nr. 130: „Kaiser Franz Joseph und sein Hof“ [Fragment aus A. von Sternberg’s „Fasching in Wien“. Dasselbe auch abgedruckt im „Sammler“, Beiblatt zur Augsburger Abendzeitung 1851, Nr. 44]. – Dieselben 1855, Nr. 68, S. 270: „Das Kaiserhaus und die Stimmung des Volkes“; – Nr. 268: „Kaiser Franz Joseph“ [eine Charakteristik des Monarchen, reich an vielen Episoden aus dessen Leben]. – Brünner Neuigkeiten 1858, Nr. 120: „Die Kaiser Franz Joseph von Oesterreich und Nikolaus von Rußland im militärischen Lustlager bei Olmütz den 25. Mai 1851“. – Revue de deux mondes (Paris, Lex. 8°.) XXVIII. année, seconde Partie (Mai 1838), tome 15me, S. 146: „L’Autriche sous l’Empereur François Joseph. Les questions politiques et le mouvement réformiste depuis 1848 par M. G. de Muller.
II. Vermälungs-Literatur. Die Schriften, welche anläßlich der Vermälung Sr. Majestät des Kaisers mit Elisabeth Eugenie, Herzogin in Bayern, erschienen sind, ferner die Beschreibung der Feierlichkeiten u. s. w. siehe in Artikel Elisabeth Nr. 73, S. 173 (in den Quellen).
III. Einzelne Züge aus dem Leben des Kaisers Franz Joseph I., in Prosa und Poesie. Oesterreichischer Zuschauer, herausgegeben von Ebersberg (Wien, Lex. 8°.) 1855, Nr. 100: „Die Entstehung des österreichischen Concordates“. Auch abgedruckt im „Linzer Abend-Boten“ 1855, Nr. 141. – Troppauer Telegraph 1854, Nr. 127 [erzählt das erste Zusammentreffen des Kaisers mit Elisabeth, Herzogin in Bayern. In vielen deutschen Journalen gleichlautend abgedruckt]. – Olmützer allgemeiner Anzeiger 1855, Nr. 16 [erzählt einen Zug aus dem Leben des Monarchen gegenüber einem kleinen Beamten, welcher eine unverdiente Zurücksetzung erfahren hatte]. – Tagespost (Grazer Blatt, Fol.) 1858, Nr. 143: „Des Kaisers Bachstelzen“. – Innsbrucker Tag-Blatt 1854 (V. Jahrg.) Nr. 76: „Des Kaisers frommer Sinn“ [erzählt einen Vorfall, ähnlich jenem aus Rudolph’s Leben, den Schiller in seiner Ballade: „Der Graf von Habsburg“, poetisch behandelt hat]. – Neuigkeiten (Brünner polit. Blatt, Fol.) 1855. Nr. 81: „Eine Szene im Parke zu Laxenburg“ [durch Fendi’s Meisterpinsel verewigt und das Bild im Besitze Ihrer Majestät der verwitweten Kaiserin Karolina Augusta. Eine sehr hübsche Copie in Lithographie brachte die von M. Auer herausgegebene Zeitschrift „Faust“ 1855, Heft 6]. – Wiener Courier (polit. Blatt) 1856, Nr. 256: „Herzensgüte unseres Kaisers“. – Faust. Poligraphisch-illustrirte Zeitschrift, herausgegeb. unter der Leitung des Staatsdruckerei-Directors v. Auer (Wien, gr. 4°.) 1856, Nr. 17: „Fürstliche Großmuth“ [dazu eine Kreidezeichnung von Katzler] – Europa. Herausg. von Gust. Kühne. 1853, Nr. 20, S. 157: „Ein noch wenig bekannter Moment aus dem Leben des jungen Kaisers“ [hebt unter Anderem die Bedeutung der Zahl 18 im Leben des Kaisers hervor, der am 18. August geboren ist, mit 18 Jahren den Thron seiner Väter bestieg und am 18. Februar aus Mördershand gerettet worden]. – Theater-Zeitung, herausg. von Adolph Bäuerle, 1849, S. 483: „Bericht über den Besuch Sr. Majestät Franz Joseph I. im Spitale für Verwundete und Kranke in Mauer bei Wien“, von Dr. Cusanus. – Dieselbe 1854, Nr. 227: „Der Kirchengang“, von Ernst Ritter von Stainhauser. – Innsbrucker Nachrichten 1855, Nr. 234, S. 1505 [erzählten einen Zug aus dem Leben des Kaisers]. – Didaskalia (Frankfurter Unterh. Blatt, 4°.) 1852, Nr. 260 [Beispiel der Begeisterung eines Ungarn für den Kaiser, die so weit [256] ging, daß er auf die Frage des Buchbinders, wie er ihm seine Bücher zu binden habe, ob in Halb- oder Ganzfranzband, entgegnete: „Binden Sie mir halb Franz, halb Joseph, daß ich doch liebes Kaiser ganz hab’“]; – 1856, Nr. 307 [Major Tura, der vergebens versucht hatte, zu Sr. Majestät zu gelangen und sich seine Pension zu erbitten, erhält dieselbe. Ein Handschuh des Kaisers wird sein Paß bis in dessen Gemächer]. – Gratzer Telegraph. Allgemeines Anzeigeblatt 1855, Nr. 198: „Der 4. October“. – Gärtner (Wilhelm), Kaiser-Lieder. Fest- und Denkblätter (Pesth 1857, G. Kilian, 4°.). [Gärtner, der bekannte Dichter der Dramen „Amadeus“, „Andreas Hofer“ und „Simson“, besingt in diesen „Kaiser-Liedern“ mehrere Momente aus dem Leben des Monarchen. Die Gedichte sind: „Die Krone aller Kronen“; – „Der Goldschmied“ (auch im Abendblatte der „Pesth-Ofner Zeitung“ 1856, 2. December, abgedruckt); – „Hoch über Alle“; – „Madonna“ (auch im „Oesterr. Frühlings-Album“, herausg. von Heliodor Truska, abgedruckt); – „Einkehr“ (im „Humoristen“ 1856, vom 26. April, abgedruckt).] – Gmundner Wochenblatt 1855, Nr. 43: „Des Kaisers Thräne“, von Frz. Is. Proschko. – Oesterreichisches Bürgerblatt (Linz, 4°.) 1855, Nr. 134: „Der Kaiserbaum“. [Das Gedicht, welches eine wahre Begebenheit behandelt, ist von Karl Santner in Musik gesetzt.] – Der Satellit (Unterhaltungsbeilage der Kronstädter Zeitung, 4°.) 1854, Nr. 7: „Danksagung“, von Rudolph Neumeister. – Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) 1849, Nr. 80: „Die Brücke bei Raab. 28. Juni 1849“. [Den berühmten Gang des Kaisers über die brennende Brücke behandelt ein Ungenannter poetisch. Denselben Stoff besingt auch Freiherr von Zedlitz in seinem „Soldaten-Büchlein“ (Stuttgart 1852, Cotta, 16°.) und Alfred Waldau im Localblatte: „Der Bote von der Eger und Biela“; Ersterer im Gedichte: „In Raab“, Letzterer im Gedichte: „Der Kaiserheld vor Raab“.]
IV. Denkmäler, Porträte, Büsten u. dgl. m. Monument. Illustrirte Zeitung, herausg. von J. J. Weber in Leipzig, 1853, S. 323: „Das Denkmal in Ferlach“ [Dieses Denkmal, im altdeutschen Baustyle ausgeführt, ist zur Erinnerung an die Lebensrettung des Monarchen am 18. Februar 1853 errichtet worden. Es hat im Ganzen eine Höhe von 24 Fuß. Das Piedestal besteht aus vier Stufen, wovon drei die Entwicklungen der Erdrinde in ihren drei Hauptperioden, die vierte die wichtigsten Erzgattungen veranschaulichen und sonach ein offenes Museum der Kärnthner Felsarten und Mineralien bilden. Die sechsseitige Säule besteht im Fuße aus rothem Sandstein im Schafte aus Tufkalk, die Verzierungen sind aus Schmiedeisen. Drei Marmortafeln auf drei Säulenflächen enthalten Aufschriften mit deutschen Goldbuchstaben, u. zw. die dem Haupteingange in die Ortschaft Ferlach zugekehrte Tafel die Worte: „Zur Erinnerung an die Lebensrettung Sr. Apostolischen Majestät, des Kaisers Franz Joseph I. am 18. Februar 1853“; die zweite an der Südseite den Wahlspruch des Kaisers: „Viribus unitis“; die dritte: „Von der Gemeinde in Ferlach“ und nebenbei Schiller’s Worte: „An’s Vaterland, an’s theure, schließ’ dich an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen“. Die Einfassung des Denkmals ist aus Gewehrläufen gebildet und deutet somit auf die Ortschaft Ferlach als Waffenwerkstätte hin.] – Porträte. Die Zahl derselben beträgt über 100, und J. Heitzmann in seinem „Porträts-Catalog“ (München 1858, Mey und Widmayer, gr. 8°.) gibt das vollständigste Verzeichniß derselben, welches sich jedoch seit dem Jahre 1858 wieder um mehrere Blätter vermehrt hat. Hier folgen nur die vorzüglichsten: 1) Nach Schrotzberg in Linienmanier gestochen von Fr. Stöber (Wien, Paterno, gr. Fol.) Brustbild; – 2) nach Einsle lithogr. von Prinzhofer (ebenda, Fol.); – 3) gez. und lithogr. von Göbl (ebd., Fol.) zu Pferde in Uniform; – 4) nach Einsle lithogr. von Dauthage (ebd., Fol.) in der Randverzierung die Wappen der österreichischen Kronländer; – 5) nach Einsle lithogr. von Eybl (ebenda, Adlerformat) im Toison-Ordens-Costume; – 6) nach Schwager lithogr. von Wolf (ebd., Fol.) Brustbild in Lebensgröße, in Marschalls-Uniform – und als ungarischer General der Cavallerie; – 7) nach Kaiser lithogr. von Sonntag (ebd., 4°.) ganze Figur im steirischen Jagdcostume; – 8) nach einer Photographie von Mahlknecht lithogr. von Hoffmann (ebd., Fol.); – 9) nach Schwager lithogr. von Kriehuber (ebd., Fol.) in Marschalls-Uniform; – 10) gez. und lithogr. von Ed. Kaiser (ebd., Fol.) als Huszaren-Oberst – Uhlanen-Oberst – Jäger-Oberst – Kürassier-Oberst – Dragoner-Oberst – Artillerie-Oberst – und Infanterie-Oberst; – 11) gez. und lithogr. von Zampis (ebd., Qu. Fol.) der Kaiser zu Wagen in Begleitung seines Flügel-Adjutanten Oberst Grafen O’Donnel; – 12) lithogr. von Kaiser (Wien, Neumann, gr. Qu. Fol.) mit [257] der Kaiserin Elisabeth zu Pferde; – 13) lithogr. von Sonntag (ebd. kl. Qu. Fol.) mit der Kaiserin zu Wagen; – 14) nach Geiger lithogr. von Bauer (ebd. gr. Qu. Imp.) mit der Kaiserin, Erzherzog Franz Karl, Erzherzogin Sophie und den beiden Prinzessinen; – 15) Stahlstich von Axmann (ebd., 4°.); – 16) von Pettenkofen (ebd. kl. Fol.) zu Pferde; – 17) gez. von A. Bach, lith. von Melcher und Volkers (München, Mey und Widmayer, gr. Royal) mit der Kaiserin, beide zu Pferde; – 18) gemalt von Adam, galvanogr. von Schöninger (München, lit. artist. Anstalt gr. Fol.) zu Pferde; – 19) gemalt von Ph. Foltz, galvanogr. von Schöninger (Salzburg, Baldi, gr. Royal) ganze Figur im Ornate; – 20) gez. und lithogr. von Heicke (Wien, Höfelich, Royal) zu Pferde mit Suite; – 21) nach Dürck lithogr. von F. Hanfstängl (München, Hanfstängl, Imp. Fol.) lebensgroß; – 22) Oelfarbendruck von Driendl auf Leinwand (München, Driendl) lebensgroß, 72 fl., für Oesterreich 60 fl. C. M., mit dem Bilde der Kaiserin als Pendant zusammen für Oesterreich 100 fl.; – 23) nach Beeger gest. von Pannier (Paris, Bulla und Jony, kl. Fol.) ganze Figur; – 24) lithogr. von Alophe (Paris, Goupil u. Comp., Fol.) aus der Suite „Hommes du jour“; – 25) Stahlstich im Gothaischen Hofkalender (Gotha, J. Perthes, 8°.); – 26) Stahlstich nach Einsle von Mahlknecht (Wien, bei Mahlknecht, Mignonformat); – 27) Stahlstich von Weger (Leipzig, Baumgärtner, 4°.); – 28) lithogr. von Decker (Wien, Paterno, Fol.) in deutscher Feldmarschalls-Uniform – im Toison-Ordens-Costume; – 29) lithogr. von Kaiser (Wien, Neumann, gr. Qu. Fol.) mit der Kaiserin im ungarischen Costume.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington (Wikipedia).
  2. Rudolph Apponyi von Nagy-Appony (Wikipedia).
  3. Vorlage: Otto von Plener.