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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Trunk, Johann Jacob
Band: 47 (1883), ab Seite: 263. (Quelle)
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Truska, Heliodor (Schriftsteller, geb. zu Klattau in Böhmen 1821, gest. zu Wien am 15. October 1854). Nach Beendigung der philosophischen Studien der Journalistik sich widmend, war er vor dem Jahre 1848 ein fleißiger Mitarbeiter der in Wien erscheinenden belletristischen Blätter. Später ging er zur Publicistik über und schrieb im Interesse der Südslaven gegen die Magyaren, in dieser Richtung von höheren einflußreichen Personen inspirirt. Man nannte damals die Barone Ig. Kulmer [Bd. XIII, S. 361, Nr. 6] und Metell Ozegovic [Bd. XXI, S. 141], welche gegen das überwuchernde Magyarenthum entschieden Front machten; ihrem Einflusse, vornehmlich aber jenem des Banus Jelačić verdankte er im October 1849 seine Anstellung als Official in einem der Manipulationsämter des Ministeriums des Innern. Von jetzt ab entsagte er der Publicistik, da die Beschäftigung mit derselben den Beamten ohnehin nicht gestattet war, und arbeitete wieder für die belletristischen Wiener Journale. Am meisten bekannt wurde sein Name durch ein zur Vermälungsfeier des Kaisers Franz Joseph mit Elisabeth, Tochter des Herzogs Maximilian in Bayern, veranstaltetes Festbuch, welches er in kostbarer Ausstattung unter dem Titel erscheinen ließ: „Oesterreichisches Frühlingsalbum 1854. Der ganze Reinertrag ist für Witwen und Waisen der k. k. Officiere aller Truppengattungen, der Gendarmerie und der Marine bestimmt“ (Wien, Wilhelm Braumüller, 3 Bl., LXXVI und 465 S., 4°.). An der Redaction betheiligte sich Karl Adam Kaltenbrunner; Seite I–LXXVI enthalten Fest- und Huldigungsgedichte zur Vermälungsfeier, in den 12 Idiomen des Kaiserstaates, dann folgen S. 1 bis 458, indem eine von dem Grafen J. Majláth verfaßte Uebersicht der Ehen zwischen den Herrscherhäusern Oesterreich und Bayern (22 an Zahl) den Reigen eröffnet, lyrische und epische Gedichte 123 deutscher Poeten Oesterreichs und zweier Ungarn, Bakody und Xantus, welche aber auch Beiträge in ihrer Muttersprache lieferten. Mit Einschluß der Poeten, welche die Festgedichte schrieben, betheiligten sich an dem Album 158 nur österreichische Dichter aller Zungen. Einige Exemplare des Festbuches (wie mir Truska selbst mittheilte, nur fünf) enthalten bei jeder [264] Dichtung auf einem besonderen Blatte gedruckte kurze biographische Notizen über die Poeten. Diese Exemplare besitzen einigermaßen literarischen Werth, abgesehen davon, daß kaum ein zweites Werk existiren dürfte, in welchem die österreichischen Dichter jener Zeit vollzählig vertreten wären. Bemerkenswerth ist, daß der auf dem Titel als Herausgeber genannte Truska keine Beiträge beigesteuert hat, wie er denn überhaupt immer mehr der Strohmann als der eigentliche Urheber der Arbeiten ist, die unter seiner Firma in die Welt gingen. Obwohl Truska nie eine Zeile in čechischer Sprache geschrieben, so war er doch nichtsdestoweniger ein Vollblutčeche, zählte zu den Mitbegründern der „Matice česka“, und seine Vaterstadt Klattau würdigte seine Verdienste durch Zuerkennung der Ehrenbürgerschaft. Er fungirte auch als Secretär des Jelačićvereines. Als die Cholera im Herbst 1854 in Wien ausbrach, wurde er eines ihrer ersten Opfer. Aus seiner Ehe mit Henriette, einer Tochter des Expeditsdirectors im k. k. Ministerium des Innern Rieder, hinterließ er einen Sohn Heliodor.

Allgemeine Theater-Zeitung. Herausgegeben von Adolph Bäuerle (Wien, gr. 4°.) 48. Jahrg. 1854), Nr. 239, S. 983. – Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) 1854, S. 666. – Der Salon. Wochenschrift, redigirt von Johannes Nordmann (Wien, gr. 8°.) II. Jahrg. (1854), Bd. III, S. 292.