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Leben und trauriges Ende des Pater Marianus Gordon eines gewesenen Benedictiners im Schottenkloster zu Wirzburg (Teil 2)

Textdaten
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Autor: Anonym
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Titel: Leben und trauriges Ende des Pater Marianus Gordon, eines gewesenen Benedictiners im Schottenkloster zu Wirzburg
Untertitel:
aus: Journal von und für Franken, Band 1, S. 361-390
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1790
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld, Commons
Kurzbeschreibung:
s. a. Teil 1, Teil 3
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Leben und trauriges Ende des Pater Marianus Gordon eines gewesenen Benedictiners im Schottenkloster zu Wirzburg (Teil 2).pdf
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I.
Leben und trauriges Ende des Pater Marianus Gordon, eines gewesenen Benedictiners im Schottenkloster zu Wirzburg.


(II.)

Auszug einiger Propositionen aus den Religions Gesprächen P. Mariani Gordon.

1. Die Römische mishandlen die heil. Schrift sehr übel, zur Behauptung ihrer ungereimten Prätensionen.

2. Die römische Gewalt hat kein beßeres Fundament, als die meisten Träume.

3. Nun frage ich, was ein vernünftiger Mensch von des Pabstes Lehre halten könne? Ist dann etwas auf der Welt, was dem Worte und dem Sinn des Apostels so zuwider seyn| kann, als diese höllische Lehre? Kann es wohl der Antichrist ärger machen mit der Schrift? Itzt verwundere ich mich nicht mehr, warum die Päbste und römische Kirche die Bibel aus allen Händen gern drehen wollten; denn Sie wissen gar wohl, daß auch die Einfältige sehen müssen, wie weit ihre gotlose Lehre von der Lehre Christi und der Apostel abweiche. Ewiger Gott eröfne doch diesen Blinden, die von den Blinden geführt werden, die Augen, daß sie dich und deine Wahrheit erkennen mögen, um von sich das Antichristliche Joch des Pabsts abzuwerfen.

4. Ich hab niemal die traurige Historie vom Kaiser Heinrich IV. lesen können, daß mir die bittere Zähren nicht aus den Augen geflossen: o gotlose Lehre! o Lehre, die nur von demjenigen hat herrühren können, der ein Mörder ist gewesen vom Anfang: liebster Heiland, ist es möglich, daß diese Leute, die eine deiner Lehre so widrige Falschheit führen, von dir seynd? doch nein: ich will lieber 1000mal sterben, als solches glauben.

5. Ich gestehe es, daß so oft ich von der Befreyung der geistl. Güter, vom Zoll etc. habe reden hören, konnte ich kaum meinen Unwillen verbergen, weilen die weltliche ihre Güter vielmehr vonnöthen haben, als die| Geistliche, die durchgehends bey uns katholischen auf Üppigkeit und Pracht, auf Jagdhunde, und gute Kutschen- und Reitpferde, auf kostbare Gebäude, und was des Unwesens mehr ist, angewendet werden.

6. Aus diesem kann man sehen, warum die römische Kirch einen blinden Glauben von allen Menschen verlange, dann sie sind versichert, daß wann man untersucht, die Falschheit ihrer Religion nothwendiger Weise bekannt werden muß.

7. Der Büttner, ein Augustiner Mönch von Wirzburg, hat mit recht sträflichem Fleiß alles, was Er für die Authorität des Pabstes hat angetroffen, aus dem Bellarmino, Baronio etc. angeführt, welches, weilen es miteinander fingirt ist, von gotlosen Leuten, dem Pabst damit aufzuhelfen. Nimmt man ihm dieses unterschobene Zeug hinweg, so wird der von ihm mit diesen artigen Federn gezierte Pabst wie der gerupfte Aesopische Vogel da stehen.

8. Der Herr schmäle doch nicht über die guten Mönche, diese sind in Wahrheit diejenigen Leute, die der römischen Kirche am nöthigsten, dann wann die gemeine Leute durch dergleichen Mährlein und Fabeln nicht solten| betrogen werden, so weiß ich gewiß, das Pabstthum müste bald zu Boden und übern Haufen fallen.

9. Das Pabstthum, wie Bellarmin selbst bekennt, muß von Lügen erhalten werden.

10. O Gott, du Gott unerforschlicher Barmherzigkeit hast mich auf die Wahrheit durch wunderliche Wege, und Weise geführt: ich will dem Herrn Bruder sagen, wie ich ohne Hülfe der Bücher, die der Wahrheit Zeugnis geben, von dem allmächtigen Gott bin erleuchtet worden.

11. Was den Römischen am allermeisten im Wege liegt, und sie verhindert die klare Wahrheit zu sehen, ist die recht närrische Einbildung von der römischen Kirchen Unfehlbarkeit.

12. Aber wie elend ist die römische Religion, die nicht durch die Wahrheit, sondern durch die Falschheit muß unterstüzet werden.

13. Die Bischöffe hier in Teutschlande sind Leute, die durchgehends sehr wenig von den Religions Sachen verstehen.

14. Es wundert mich sehr, daß der Augenschein so viele Leute von Verstand nicht lehre, wie erschröcklich die römische Kirche in Sitten und im Glauben verderbt worden.

| 15. Unendlich sind die Bücher, welche mit fingirten und utopischen Heiligen angefüllet sind. Von gleicher Münz ist, was mit der fabelhaften Katharina passirt ist.

16. Kaum waren 200 Jahre verflossen, da die absurde Meinung von der transsubstantiation schier überall angenommen worden.

17. Die Tridentinische Bücherhencker sengen, brennen, verderben, verdrehen, verfälschen alle Autores, die ihnen zuwieder sind.

18. Ich hab noch einen Vorrath von ungemein vielen von den Römischen verfälschten und erdichteten Schriftstellen.

19. Sie dienen mir vergeblich (die Juden) dieweil sie Menschen Lehr und Gebot lehren, gleich wie die Römische mit ihrem Kirchengebot, und Bilderdienst, und unzählichen andern Greueln.

20. Der Kirchenrichter läßt nicht allein recht gotlose Lehre überhand nehmen, sondern suchet nach Kräften dieselbe zu bevestigen.

21. Die römische imitiren die alte Kezer, welche die allererste waren, so die heil. Schrift dunckel, zweydeutig, und unzulänglich gescholten, daher muß man die Römer eben sowohl, als die Ketzer verabscheuen, nicht zwar ihre Person hassen, sondern ihre Lehre.

| 22. Ich hab vestiglich dafür gehalten, daß der unfehlbare Richter, und herumlaufende Jud von gleichen Eigenschaften seyen.

23. Ich sage: daß wir gewiß und ohne allen Zweifel wissen können die zur Seeligkeit nöthige Artickel mit Hülfe der Vernunft, ohne einen ohnfehlbaren Richter.

24. Wann die Römer ihre eigene Lehr treulich folgen, müssen sie des Nächsten Liebe fahren lassen.

25. Wolte Gott die Römische, welche doch wissen, was ihre Bischöffe, ihre Priester, und übrige Lehrer ihnen nicht so blindlings thäten trauen.

26. Der römische Glaub verführt die Frommen sowohl, als die Gotlosen: Er macht daß alle den Aberglauben für den wahren Gottesdienst, die Eucharistie für eine Transsubstantiation, die Meßfabeln für lauter Wahrheit, den Antichrist für einen Statthalter Christi halten müssen.

27. Die Römer leben recht bestialisch ins Tausend hinein: o unglückselige Unfehlbarkeit, welche so viel 1000 und 1000 dem Teufel zuschickt: o blinde Römer, Eure Religion ist lauter Betrug.

28. Mich hungerts, und will geschwind was essen, damit ich mit desto größern Kräften| die römische Ohnfehlbarkeit bestürmen und schleiffen könne.

29. Die unwissende Leute, welche zu allen römischen Aberglauben mehr als zu viel geneigt waren, sind von eigennüzigen geizigen Mönchen, und römischen Seelen- oder vielmehr Geldjägern gefangen worden.

30. Mich dünkt, ich habe die Materie von der Ohnfehlbarkeit der Kirche dergestalt abgehandelt, daß ich mir kaum kann einbilden, daß jemand solle hernach gefunden werden, diese Onfehlbarkeit zu behaupten.

31. Die Christliche Religion war anfänglich ohne Irrthum, an vielen Orten, aber nicht vornehmlich in der Lateinischen Kirche mit vielfachen Irrthum und aberglaubischen falschen Lehren überwachsen, welche die Reformation abgeschnitten, und an vielen Orten glücklich ausgerottet, also zwar, daß obschon unsre Reformation erst mit dem Luther angefangen, unser Glaub dennoch so alt, als das Christenthum ist.

32. Wann die Römer uns beständig vorhalten, daß unsre Reformation nicht alt seye, so gestehen wir gar gern dieses, und bedauren, daß sie so langsam und nicht eher geschehen: doch ist es besser, als wenn sie gar nicht geschehen wäre.

| 33. Wie ist es möglich, daß derjenige, der ein antichristliches Wesen in der Kirchen aufgerichtet und die allergrößte Gottlosigkeit bestättiget, das Haupt der Kirchen seyn könne?

34. Ich gestehe es gern, mir ist diese Weiß, in einer fremden Sprach Gott anzubethen, dergestalt absurd vorgekommen, auch von Jugend an, daß mir keine Sach in der Welt mehr Scrupel erregt, wie die römische Religion.

35. Es scheint, daß die römische Kirch diesen heillosen Gebrauch mit allen Kräften zu behaupten suche, weilen sie alle verfolget, die dawieder sind: o verfluchte Gottlosigkeit.

36. Hier sehen wir: daß die römische Kirche nicht vom Geiste der Wahrheit dirigirt werde.

37. Wir müssen hier erkennen ein Stücklein des Antichrists, welcher durch dieses verfluchte Gesetz die Leute nöthiget. – Aber wir erkennen aus dieser Feder den saubern Vogel noch mehr.

38. Das Fegfeuer ist vom Geiz der Römer angezündet.


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(III.)
Commercium Epistolicum.
I.
Ad Bibliothecarium Norimberg. Mörle.

     Summe Reverende, Eximie et celeberrime Vir,
     Domine ac Patrone colendissime!

Anno 1730 Norimbergae cum essem haud sine summa animi voluptate in acceptissimam tanti V[i]ri, quantum te scio, venerorque delatus admi[r]usque cognitionem exposui tum breviter, quibus motivis mens mea a Romana Ecclesia abstraheretur: veram, audito consilio tuo sapientissimo, consultissimum duxi, omnia exactissime ponderaturus, Herbipolim reverti: quare omnes meas curas, et cogitationes eo contuli, ut motiva allicientia ad fidem Romanam invenirem, vel si non invenirem, quae conscientiae satis facerent in fide Romana, saltem quae ipsam everterent detegerem. Itaque omnes libros scriptos pro fide Pontificia tuenda, et pro statuminanda confessione et doctrina Protestantium, quos nancisci poteram, diu multumque evolvi, videlicet, Belarminum, Becanum, Tannerum antiquos, recentes vero Nicoll de praejudiciis, Arnaldum de Eucharistia, Bossuet de variationibus, et alios Germanos non illos tamen multum hac in palaestra exercitatos adjunxi, quos potui nancisci ex Anglia omnia, summo, quo | potui, studio ponderavi, et, invocata divina misericordia, multas ipsorum fallacias annotavi, malam autem praeprimis Bellarmini fidem, necdum omnem, detexeram. His lectis conquisivi undique libros Protestantium, quos excellere prae caeteris putaui, qualis fuit Chemnitius in suo examine Concilii Trid. aliquot opuscula Calixti, viri acutissimi, Colloquium Ratisbonae habitum 1601. liber utilissimus propter egregia argumenta et testimonia Patrum. Grotii, summi viri, opera theologica. Viri Celeberrimi, Ernesti Salomonis Cypriani liber de Origine Papatus, opus quoad multa praestantissimum, Petri Molinaei opus de Monarchia temporali Papae, quod amavi plurimum. Dallaei de Usu Patrum, cuius laus omni mea laudatione maior. Tillotson contra transsubstantiationem. Ioannis Claudii, viri prorsus egregii, refutatio praeiudiciorum. Iurieu systema Ecclesiae, et praeiudicia contra Papismum, in quibus auctoris operibus vivacissimum Authoris ingenium sum admiratus. Aliquot praeterea libros, scilicet acta Eruditorum, Tenzelii colloquia menstrua, et Bibliothecam curiosam, in quibus hic et nunc errata adnotavi, et aliquot eclypses iudicii[.] Aliqua Germanica opera, et Anglica, in quibus haud magnam eruditionem deprehendi, consului et ex singulis, quod aliquod pondus mihi habere videbatur excerpsi, et in unum corpus, more methodico, redegi: hunc librum summa, qua potui industria, elaboravi, et in lucem emittam. In illo falsitatem | Romanae Religionis ita, ni fallor, demonstravi, ut sobriis omnibus satisfactum iri puto, doctrinam Romanam de Infallibilitate Pontificis, de ipsius in Principes foliis deturbandos authoritate, de immunitate Clericorum et diminuto iure Principum circa sacra, et de Papatu Romano ita disserui, ut primo fideliter ex Ecclesiae Romanae placitis proponerem de his omnibus sententiam, et quantum haec omnia a veritate deviarent, ostenderem; descendi deinde ad antichristum, ostendens optimo iure Pontificem M dici Antichristum, praecipue ex ante probatis de infallibilitate etc. contra singularia placita Ecclesiae Rom. praecipue contra infallibilitatem ea protuli argumenta ex ipsorum Pontificiorum armamentario deprompta, ut prorsus necesse habeant, vel sua negare principia, vel suae Ecclesiae infallibilitatem abiudicare, in caeteris dogmatis Romanensibus brevior sum, iudicans summam rei in infallibilitate consistere, qua eversa, caetera Romanorum commenta per se ruant, cum unico hoc infallibilitatis fulero sustineantur. Multum quidem laboris impendo, ut ostendam, quam neminem teneat votum castitatis, etsi ipse mecum constituerim, vivere semper extra matrimonium; omnia conquisivt et summa intentione ingenii ni fallor, demonstravi; Etsi castitas sit laudanda, votum tamen de castitate servanda nullo modo licitum esse posse, propter circumstantias, quas homines non possunt praevidere, ut quotidianae gravissimae tentationes periculum in multis sanctitatis et vitae,| quod quam certum sit multis exemplis possum evincere, et aliquot quae intra duos hic annos contigere, ex Medicorum scientia ostendam: liber erit satis magnus, et ut etiam rudes capiant inde utilitatem aliquam, familiaribus colloquiis constat; Germanica ubique lingua personae utuntur, quarum prima Romanensium partes sustinet, altera Protestantium, et suam rei rationibus munit sententiam, ut Pontificius nil habeat, quod reponat. Argumenta Romanensium ita proposui omnia, ut existimem, illos non posse me studio partium abreptum conqueri. Nihil dissimulavi, sciens efficacissimam hanc methodum esse, ad convincendos animos. Contra traditiones Romanas prolixus sum, evidenter ostendens: illas admitti non posse in dogmatis fidei. Contra transsubstantiationem ex Tillorsono potissimum disputo, licet alia ad captum utor methodo; fateor, vir summe Reverende, me hac unica forte in re dissentire a Lutheranis, non enim possum mihi persuadere, sententium Lutheranorum esse sententiam antiquae Ecclesiae, etsi Petrus de Marca fateatur, Africanos Patres admisisse: post consecrationem remanere panem et vinum, nullam autem eorum sententiam fuisse. Quod summam rei attingit, potius Calvinianam credo, etsi neminem, propter dissensum hac in re damnare sustineam, convenimus in necessariis; licet dissensum meum hac in re sola non possum non tibi candide aperire paratus tamen meliora doceri.


|
Responsoria.

     Reverende Domine Pater,
     fautor honorande!

Tempore pressus paucis te, reverende D. certiorem reddo, mihi codicem illum Msc. librorum Senecae de Beneficiis ob litterarum elegantiam valde aestimandum, et quem olim Biblothecam nostram invisens coram admiratus es, ex Bibliotheca hac nostra publica alio transmittere haud licere, utpote qui authoritate publica et legibus Bibliothecae impedior: si vero aliquando forte ad nostros lares te redire contigerit, facillimum me habebis ad quaevis officiorum genera tibi praestanda. Vale et porro fave

 Reverendae tuae dignitatis

amico certissimo 
G. P. Mörl, Bibl.

 d. 6 Iun 1732.

Inscriptio foris ita habet: Reverendo ac Religioso in Christo Patri Mariano Gordon antiquissimi ord. S. Benedicti in Monasterio S. Iacobi Scotorum Professo

 Fautori et amico suo

     Fro. Wirceburgi.


|
2.
Ad D. Cyprianum, Gothanum Bibliothecarium.

     Summe Rever. atque celeberrime vir,
     Domine ac Patrone colendissime!

Etsi, quas dedi ad te septem iam circiter ante septimanas, nullus dubitem, quin tuas ad manus pervenerint litterae meae, anxietatem tamen haud exiguam sentio, ex quo toties frustra responsorias a manu tua celeberrima exspectavi, quare non diutius premere potui curas meas, et si ita loqui liceat, neque dolorem animi, quo modo afficior, sed totum hunc, ac sollicitudinem meam tuum infinum praesentium ope profundere: atque ut exordium sumat Epistola a sollicitudine mea, fateor, quod res est, vehemens hactenus mentem subiit admiratio, quod in causa tam bona, ac maximi momenti fuerim hactenus a te quasi neglectus. Gravissima negotia, quorum molem tu solus sustines, minime quidem fugiunt notitiam meam, at neque fugit maxima humanitas tua, quae te etiam tot occupationibus distractum ad respondendum amat compellere. Hoc in causa fuit, ut cresceret indies perturbati mei cordis aestus; hoc etiam effecit, ut, an litterae meae ad te fuerint delatae, subinde ambigerem: Ex qua dubitatione quid aliud oriri potuit praeter sollicitum timorem de interceptis meis litteris, et de maximo mihi | forte impendente naufragio libertatis et vitae. Iure proinde meo a te, Vir summe Rev. postulo, ut proxima data opportunitate hunc aestuantis animi timorem sedare haud graveris, ut ipse modo, quo possum optimo, mihi, fidei, ac saluti meae possim consulere, si abs auxilio tuo, ac tanti Principis tui, quem terris ereptum vehementissime doleo, non fit mihi sperandum quidquam, saltem consilio tuo in re gravissima, oro atque obtestor, ne sim destitutus. In prima, quam ad te exaravi epistola, causam mutatae Religionis exposui breviter, et indicavi, quod tuus de origine et incremento Papatus liber primos mihi de Religione Pontificia scrupolus iniecerit, tanquam semina nasciturae aliquando in meo pectore veritatis. Dein, quanto studio in veritatem detegendam incubuerim, quibus hanc in rem subsidiis fuerim instructus, candide aperui, nec celavi genus meum, ratus, hoc etiam incitamento tibi fore, ut auxilium mihi tuum non denegares: praeterea addidi, et a me incudi et examini subiicienda, quae per duos annos ex omnibus quos nancisci poteram libris, collegeram, quod et ex parte feci, nihil omittens, quod causae iustissimae et verissimae servire posse videbatur; et eas etiam rationes pro firmanda doctrina mea excogitavi, quae mihi saltem eo maioris videntur esse ponderis, quod acutissimi in huiate Vniversitate Iesuitae nullam solutionis rationem potuerint invenire. Vtinam mihi per tempus liceret, unam aut alteram rationem, quam contra potestatem Papae in temporalibus,| et infallibilitatem Ecclesiae Roman. ad argumentandum invitatus publice proposui, adferre: ex illis sane perspiceres, quam verum illud sit, quod dicitur de veritate: fortis est, et praevalebit. Non possum tamen non attingere breviter, quod tunc copiose satis dilatavi, proposito ab initio hoc unico enthymemate! Papa nunquam habuit vires necessarias ad exercendam potestatem exauctorandi et deiiciendi de folio Principes rebelles Ecclesiae, ergo nec habet istam potestatem. Antecedens evidenter ostendi ex eo, quod, si Principes, quos Papa in excommunicatos Reges aut Imperatores, ipsiusque iussu deturbandos folio excitaret, noluissent obtemperare, ut poterant, Pontifex illos non potuerit cogere. Conclusio autem evidenter sequitur ex antecedente, cum sine summa iniuria Salvatoris dici non possit, eum Pontifici dedisse potestatem, qua usque ad finem mundi uti non posset, atque adeo prorsus inutilis futura esset. Alterum argumentum petii ex temporibus Iuliani Apostatae, quae sic comparata fuisse scimus, ut nulla huius doctrinae notitia neque ad Iulianum ipsum, neque ad ipsam Ecclesiam potuerit pervenire, quod demonstravi ex eo, quod Iulianus non statim defecisset publice a fide ex timore Christianorum, neque Christiani tam insensum sui nominis hostem fuissent passuri, utpote Christianae Religionis funus meditantem Iulianum. Quod infallibilitatem attinet, illam gravissimis impugnavi argumentis, inter quae semper mihi placuit illud: quod Roman. Ecclesia | non sit universalis Ecclesia, adeoque nec possit habere infallibilitatem illam, quae tantum est promissa toti corpori Ecclesiae universalis. Antecedens demonstro ex principiis Rom. Ecclesiae: Quia iuxta illa extra veram Ecclesiam Rom. possit salus obtineri, et etiam, quantum est ex parte fidei, actualiter obtinetur; sequitur evidenter, quod Roman. Ecclesia non sit vera Ecclesia illa universalis, extra quam nemo potest salvari, sed ipsi Pontificii saltim, quos ego aut legi, aut vidi unquam, hoc ipsum fatentur, cum omnes fateantur, quod dentur haeretici materiales, ut loquuntur, haeretici materiales autem iuxta ipsos possunt salvari, et salvantur etiam, quantum est ex parte fidei: Ex quo evidenter sic iterum intuli: sine vera fide nemo potest salvari, ergo quisquis salvatur, habet veram fidem, ergo si quis salvetur extra Roman. Ecclesiam, debet habere veram fidem, sed aliqui scilicet, quos dicunt haereticos materiales, extra Rom. Ecclesiam salvantur, cum non sint in communione externa Ecclesiae Rom. ergo extra Ecclesiam Rom. est vera Ecclesia, adeoque illa non est sola Ecclesia vera. Hoc argumentum saepius urgebam, et ita urgebam, ut mihi nomen haeretici non obscure imponeretur: summa responsionis huc semper rediit, quod dicerent, ignorantiam illos haereticos materiales excusare: sed quam parum ad rem faciat ista responsio, hoc argumento ostendi: ignorantia | non potest supplere defectum illius, quod est necessarium ad salutem, sed fides vera est necessaria ad salutem, ut patet ex apostolo dicente: sine fide impossibile est placere Deo, ergo haeretici materiales debent habere actu, et in rei veritate, illam fidem, quae est necessaria ad salutem: Dixerunt, heareticos materiales habere illam fidem, quae est necessaria non necessitate praecepti, sed medii; ex qua responsione intuli: ergo potest aliquis habere fidem divinam, quin tamen audiat Ecclesiam, quin tamen Ecclesia ipsi proponat veritates fidei, quod non potuerunt negare; Et ulterius institi, et dixi: ergo, nolint, velint, debent admittere quod Ecclesiae infallibilitas non sit necessaria ad salutem, cum homines, qui illam ignorant, salventur; et caetera eiusmodi multa proposui, ex quibus evidenter sum convictus Pontificiorum arma magna cum utilitate nostra posse in ipsos converti, praecipue si quis ponat ex una, principia de opinionum probabilitate, ex altera vero parte, propositiones damnatas, quarum prima est, propositio inter damnatas ab Innocentio XI. quarta, quae sic habet: ab Infidelitate excusabitur infidelis non credens, ductus opinione minus probabili; et propositio 21 damnata ab eodem, quae sic sonat: assensus fidei supernaturalis, et utilis ad salutem stat cum notitia solum probabili revelationis etc. ex quibus duabus propositionibus evidenter ostendi potest, alterutram esse evidenter falsam, quia sibi in rei veritate contradicunt, quod sic demonstro: Ex Pontificiorum hypothesi, | quam diu non potest aliquis credere fide divina, non tenetur sub peccato, sed qui ducitur opinione minus probabili, non potest credere fide divina, quod patet ex propositione 2da, alioquin fides divina posset stare cum notitia solum probabili revelationis, cum si aliquis ducatur opinione, licet minus probabili, huic non potest apparere certa contraria sententia, adeoque est solum probabilis, respective ad ipsum, ergo non tenetur sub peccato. Subsumitur: qui non tenetur credere, ille excusatur ab infidelitate, ergo qui ducitur opinione minus probabili, non credens excusatur ab infidelitate. Multa eiusmodi congessi in publicis disputationibus contra opinionem Romanensium de Infallibilitate; ubi etiam ex principiis de probabilitate evidenter ostendi, et demonstravi, admissis his principiis neminem a Romanis dissentientem posse haereseos postulari; imo admissa propositione 21 ab Innocentio XI damnata. Verum summe Rev. ac celeb. vir, dum nugas meas enarro, tibi tempus suffuror melioribus omnino destinatum, nisi forte in miserando fabularum Romanensium libro invitis avibus a Sigismundo Büttner,[1] Eremita Augustiniano de Monarchia | Ecclesiae in lucem emisso tempus aliquod tibi elapsum fuerit.


Alia eiusdem ad eundem epistola.
Etsi, quas dedi ad te, duobus ante mensibus, hactenus sine responso dimissae litterae meae, animum a scribendo, ac te interpellando merito deterrere debere videantur; timor tamen, ne forte ad alienas manus inopinato devenerint, animum ita perturbat, et angit, ut nullus dubitem praesentes ad te dirigere. Fateor praeterea, vehemens dudum mentem subiit admiratio, quod in causa optima et maximi ad salutem meam momenti a te hucusque fuerim quasi neglectus; non fugiunt quidem gravissima ac frequentissima mentem et notitiam meam negotia, quorum ipse solus molem sustines, at, quem fugit, humanitatem tuam his omnibus longe maiorem, et superiorem semper extitisse? quae maximis occupationibus distracta nemini responsum solita est unquam denegare. Huius rei cognitio in causa fuit, ut cresceret indies aestuantis mei pectoris anxietas, et an litterae meae ad te fuerint delatae, magis magisque ambigerem: Ex qua dubitatione | quid aliud oriri poterat, quam sollicitus timor de interceptis meis litteris, atque de certo forte impendente capiti meo naufragio libertatis aut etiam vitae: iure proinde meo a te peto, ut quam primum metuentis animi motus compescas, meque huius rei de veritate certiorem reddere, non dedigneris, ut ipse modo, quo possim optimo, fidei ac saluti meae possim consulere, si abs auxilio tanti Principis tui, quem terris ereptum vehementissime doleo, non sit sperandum quidpiam, tuo saltem consilio hoc in negotio gravissimo, oro atque obtestor, non sim destitutus. Quo me vertam, et quid agam, nescio, hoc tamen heu nimium experior, quantum me conscientia lancinet, atque angat, cum tot superstitionibus reclamante dictamine mentis vix non singulis diebus interesse debeam: Deus immortalis hanc mihi noxam gravissimam ignoscat per merita filii sui, in quo solo spem meam totam pono. Inprimis meis ad te litteris causas mutatae Religionis breviter indicavi exponens tibi candide, quod tuus de origine et Incremento Papatus liber primos mihi de veritate Religionis Rom. scrupulos ac dubia iniecerit, tanquam semina nasciturae meo in animo veritatis divinae, dein aperui, quanto studio in Religionem pervidendam incubuerim, quibus hanc in rem subsidiis fuerim instructus etc.
Quasi ad verbum descripsit hic primam epistolam usque ad finem hunc:
ignosce vir celeb. quod tibi nugas meas proponam, sit hoc ex amore potius veritatis quam,
| ut argumentandi methodum scholasticam usitatam apud plerosque Pontificios tibi indicem, Volui tantum recens exemplum ostendere, quot modis soleant IESVITAE eludere veritates evidentes, et quam ipsorum, sicut et caeterorum Pontificiorum ingenia tendant recta via ad Pyrrhonismum.


Responsoria Cypriani.

     Reverende Pater!

Epistolam tuam paucis ante obitum diebus Celsissimo Principi meo miseram, a quo tradi[re] fuerat viro cuidam magno, ut, ea lecta, argumentum paulo copiosius exponeret. Is, finita relatione iussus est eam in mensa moribundi lectulo adstante, reponere; inde in rerum omnium confusione, quo sit abiecta nescio. Quam ob rem auctor tibi sum, ut si copia eius tibi in promptu est, denuo describas, et quantoeius ad me mittas. Senties enim divinam bonitatem tui per celsissimum Principem qui nunc regnat, curam non minus quam a beato parente fortassis factum esset, habituram. Sed tu orabis Deum, ut Spiritum S. tibi doctorem auctoremque perpetuum largiatur, sicque te institues, ne consilii tui ratio iis innotescat, qui nunquam audiverunt illud Platonis: errantis poena est doceri. Vale. Christus Iesus te sospitet.

T. omni studio C.

     die 30 May.


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Alia Mariani ad Cyprianum epistola.
Redditae mihi litterae tuae non tantum attulerunt malaciam fluctuanti animo, sed ingentis etiam gaudii causae extiterunt. Osculatus sum amicissimos apices, quorum plures non videram, quam incredibilis bonitatis erga me signa certissima, quod vel ipsum sane maximas a me gratias exigit, quas corde libentissimo ago, habeoque maiores, et quas referre licet, libentissime persolvo, et omni memoris animi significatione depraedico debitum, palamque semper profitebor. Ex missa epistola mea Immortalis memoriae Principi, quam recte spem meam in tuo auxilio collocaverim, certo cognosco, quare acceptissimo tuo iussui obtemperans remitto eandem non quidem ex Autographo descriptam, sed ex memoria, quantum potui, repetitam, et aliquo modo immutatam, et ut spero, melius conceptam. Spem mihi certam facis, summe Rever. fore, ut Serenissimus Princeps, maximi Patris dignissimus haeres, ac successor, suam mihi Clementiam largiatur: Deus benignissimus non deserit sperantes in se, sed etiam quando auxilia humana prorsus deficere videntur, nova nec sperata subministrat. Ita est, nihil minus speraveram hoc tempore, quam tam accepti beneficii, tam etiam mihi necessarii promissionem: animo deiectus ac corpore languebam: Verum recepta gravissima epistola tua angor et languor evanuerunt; Et modo, nisi reclamante conscientia, multis superstitiosis ritibus me oporteret
| interesse, felicitati meae non multum deesset: Oro Deum cum lacrymis, ut clementissime dignetur ignoscere mihi per merita filii sui Vnigeniti gravissimam hanc culpam: fateor gravissima mihi et dura nimis incumbit necessitas, sed heu necessitas non excusabit peccantem! En gravissimum morsum conscientiae! fateor et Deum ac conscientiam testor, si possem mihi persuadere, me posse salvari in Ecclesia Rom. illam non defererem. Non iudico quidem damnandos omnes illius communionis homines, tum quia multos excusabit ignorantia, quam superare non possunt, tum quia benignissimus Deus spem, et fidem in merita Salvatoris saltem ante mortem inspirabit. Quam autem periculosus sit illius Ecclesiae status propter ubique receptam fere doctrinam impiissimam de sufficientia attritionis, de merito operum, et invocatione sanctorum, cum horrore recogito; nec mihi spem salutis ullam in illa Ecclesia superesse video, cum coram tribunali divino ignorantiam errorum non possim obtendere: quam etiam me graviter augat fama mea, dici non potest: haec sane sola cogeret remanere in Rom. Ecclesia, nisi conscientia tam acriter reclamaret. Iam praevideo quantis Pontificiorum dicteriis ac maledictis sim exagitandus et quam temere isti homines meam conscientiam in ius vocatori: Vnicum est in quo laetor, quod nihil mali mihi unquam possint obiicere: omnes provoco nihil in mea vita hactenus acta deprehendent, quod possent iure vituperare: scio quidem intimitates meas, sed scio eiusmodi illas esse | quas mihi illi obiicerent, se ipsos infamarent; iuxta et ex praescripto sanctissimi consilii tui Deum precabor, ut Spiritum S. mihi ductorem doctoremque perpetuum largiatur, et auxilii mei rationem oculis subducat quaerentium animam meam et veritatem per poenas et non per rationes docentium. Christus Iesus Salvator noster te quam diutissime in solatium maximum Ecclesiae suae sespitem atque incolumem illi et mihi conservare clementissime dignetur, quo in voto depono calamum, sed animi tibi addictissimi et devotissimi retineo affectum, qui sum et ero etc.


Responsoria Cypriani.
Salutem in Christo! mi Carissime vir!
Inciderunt quaedam aulae nostrae tempora, quibus tibi opitulari nequeo: Deum testor, non facile quidquam tua salute mihi esse antiquius, sed prudentia Christiana, quae in te est singularis, non requiret a me vires meas excedentia; sum autem tibi auctor, ut scribas Hanoveram ad M. Britanniae Regem, Dominum tuum, eique consilii rationem omnem humillime exponas: ibi perillustris vir D. Baro de Munchhausen, consiliarius status intimus, et D. Iustus Christophorus Boehmerus, monasterii liberi Loccumensis Abbas, vir excellentissime doctus, nostraeque Religioni in casto coelibatu addictissimus causam tuam, Deo gratiam suam ipsi tibique impertiente, mirifice agent omniaque | ad divinae gloriae, tuaeque salutis amplificationem dirigent, si ad eos mature scribas. Hoc consilium eventus probabit. Tu autem noli spem abiicere, ob meam impotentiam: quae sinistra videntur coelum intuentibus, illic dextra sunt. Vale vir eruditissime, Deus te sospitet, ac tueatur per Christum.
T. summo studio     
C. 

     d. 15 Iun.


3.
Epistolae ad Baronem de Munchhausen
Fragmenta.
Has ad perillustrem Dominationem tuam litteras dare haud ausus fuissem, nisi et humanitas tua maxima et pro Religione Protestantium laudatissimus Zelus mihi innotuisset per virum summe reverendum ac celeberrimum, Salomonem Ernestum Cyprianum, qui mihi saluberrimum hoc consilium suggessit. Ad hunc immortali laude dignissimum virum epistolam satis longam exaravi, in qua prolixe causas, cur Religioni Pontificiae diutius addictum me esse haud posse, breviter indicavi, quaerens ex ipso consilium, quid mihi factu utilissimum iudicaret, quare ille, de aequitate et bonitate meae causae, persuasus, ut totam tibi causam meam exponerem, auctor fuit; spem haud exiguam in maxima bonitate tua mihi repositam asseverans; obtempero sapientissimi viri mandato, | nec tuam timeo indignationem, tanti viri fretus patrocinio. Scotus sum ex familia Comitum de Hundley, nunc Ducum de Gordon oriundus, per proavum meum Iuvenis 14 annorum missus sum in Germaniam 1718. In Benedictinos Scotus Wirceburgi habitantes incidi, a quibus illectus monasticam profiteor. Anno 1724, ubi studiis sedulam operam navavi, ita ut – et crescentibus annis crevit diligentia; ac praecipue cum theologicis studiis animum adieci omni conatu in eversionem haeresis ut existimabam, incubui, et quibus maxime argumentis oppugnari posset, in patria, in quam reditum moliebar, sedulo indagavi; verum in ipso cursu multa offendi hinc inde apud ipsos scholasticos auctores, quae suspecta etiam tunc videbantur, at non multum curarum iniecerunt; deinde studia linguarum Orientalium, praecipue graecae et hebraicae adieci, quibus historiam sacram et prophanam, et geographica studia adieci: his studiis intentus solidissimum librum celeberrimi Cypriani de origine et incremento Papatus nanciscor, quem posthabitis praeiudiciis a capite ad calcem semel iterumque studiose perlegi, cuius libri rationibus cum satis facere haud possum, nascitur ingens in mente mea etiam nolenti mihi de veritate religionis Pontificiae dubitatio.[2]


|
Epistola ad Boehmerum.
Insolens prorsus ac temerarium consilium tibi suscepisse videbor, quod Pontificiorum sacris initiatus, et a teneris addictus, tibique prorsus ignotus has ad te litteras dare praesumam: verum ut consilium eiusmodi perstringi tua censura mereatur, tamen non est, quod indignationem metuam vel ex eo capite, quod vir orbi litterato notissimus idemque celeberrimus Salomon Ernestus Cyprianus huius, siqua est, temeritatis auctor et suasor extiterit. Scripseram ante 9 Martii huius currentis anni viro humanissimo, et quod verum est indicavi, me scilicet lecto ipsius de origine et incremento Papatus solidissimo tractatu de veritate Religionis Pontificiae dubitasse, motiva aliqua contra praecipua aliquot dogmata Romana adieci, et causam denique meam ipsius curae et Zelo recommendavi, sed irrito eventu, cum Serenissimus Dux Gothanus, cuius patrocinium imploravi, brevi posteris ereptus fuit summo et meo, et bonorum omnium dolore: exemplar litterarum simul transmitto, ut ex iis perspicias qua praecipue via me Dominus Deus ad notitiam veritatis perducere clementissime fuerit dignatus:
| lecto libro Cypriani fluctuabam animo, et quid mihi agendum soret, anxius inquisivi, et cum latrantes conscientiae scrupulos sedare non possem, statui veritatem Religionis Pontificiae excutere, posthabito principio Romanensium absurdissimo, sine ulteriore omni examine in iudicio Ecclesiae Rom. adquiescendum.


Reverendo ac Religioso P. Mariano Gordon
S. P. D.
Christophorus Boehmerus Abbas Luccensis
Quas die XXV Iunii ad me dedisti litteras recte accepi. Respondeo paucis, nec tango negotium, de quo agitur, ne, si forte litterae meae in alienas manus perveniant, id nocere tibi possit. Cyprianum te induxisse, ut ad me te convertas, et quos tibi erogari petis, 100 Imperiales, per me sollicites, satis mirari nequeo. Non ille quidem ignotus mihi est, qui in aula sua ea pollet auctoritate, ac gratia, ut omnium optime ipse a Principe suo hanc pecuniam impetrare posset. Valde inurbanum est, et inofficiosum, si quis, quod ipse detrectat, onus, licet haud insipienter, in alium devolvit. Vt candide profitear, adiumento tibi esse nequeo, nec procurare, quam postulas pecuniam, etiamsi maximopere velim. Quas exarasti ad illustrissimum Munchhusium litteras, si fieri potest, illi reddi curabo; quamlibet regii status nostri publici administri aegerrime ferant, si iis litterae | supplices, quibus ad fastidium onerati sunt, a mei ordinis hominibus offerantur, commendenturque. Nunquam per vitam omnem tale quid ausus sum, nec audebo in posterum, ne eos citra necessitatem offendam. An summus hic vir te iuvare velit, ac possit, dicere nequeo, suadeo interim ferio, ut si de negotio tuo ad alios scribendum esse existimes, quam cautissime agas, ne iis innotescat, quos facile iudicas, inimicos tuos maximos futuros. Plura de industria non addo, ne si forte litterae meae intercipiantur, aliis suboleat, qua de re ad me scripseris, quod reliquum est, providentiae benignissimi Numinis te commendo, et quam optime valere cupio. Hannoverae die XXIII Iulii MDCCXXXII.



  1. Pater S. Büttner war Lector im Augustinerkloster zu Wirzburg um das Jahr 1712-1719[.] Er gab bey Gelegenheit einiger Disputationen, die er in seinem Kloster hielt, heraus:

    Aeternum divinae providentiae miraculum in infallibilitate pontificis Romani et monarchia ecclesiae.

    [380] Zur damahligen Zeit war das dem großen Haufen eine höchst willkommene Speise. P. Marian ekelte sie schon dazumahl an, und er gesteht in seiner Apologie an den Weihbischoff: daß er dieses Buch bisweilen

    „librum miserabilem, et farraginem fabularum Romanensium“

    genannt habe.

  2. Beyde Briefe, so wohl dieser an den Herrn Abt Böhmer sind nicht ganz. Ich weiß nicht, [387] sind nur Fragmente davon vorgefunden worden, wie es oben S. 5. im Bericht an der Fürsten heißt; oder wollte der Sammler dieser Actenstücke sich nicht länger mit Abschreiben unwesentlicher Dinge aufhalten, und brach ab. Der Leser verliert wenigstens nichts dabey, welcher Fall auch der wahre seyn mag!
    Anm. des Herausg.