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Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1889)

Textdaten
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Titel: Kleiner Briefkasten
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 2 bis 52
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Heft 2Bearbeiten

[36] A. D. in L. „Papa. meine Stiefel sind schon wieder durch!“ Sie beschweren sich, daß Sie allzu oft mit diesem Ausrufe erfreut werden, und verlangen von uns die Angabe eines Mittels, um das fatale Schuhwerk dauerhafter zu machen Da es ein solches in der That giebt und es wohl für alle größeren Familien, in denen das Schuhwerk eine beträchtliche Ausgabe erfordert, von Interesse sein dürfte, führen wir es hier an: „Neues Schuhwerk,“ wird uns von sachverständiger Seite geschrieben, „hält fast noch einmal so lange Zeit, als es sonst halten würde, wenn man die Sohlen desselben so lange mit gekochtem Leinöl einreiht, als letzteres noch vorn Leder eingesogen wird; das Oberleder hingegen reibe man mit warmem Ricinusöl ein. Das Ricinusöl füllt nicht nur die Poren des Leders aus, sondern macht dasselbe auch weich, geschmeidig und wasserdicht. – Ricinus - und Leinöl, von denen man zum Konserviren des Schuhwerks nur geringe Mengen braucht, sind billig zu beziehen, so daß sich diese Öle zur Präparirung des Leders wohl empfehlen.“

Frau Professor B. in K. Wir empfehlen Ihnen Hoffmanns Haushaltungsbuch, dessen praktische und leicht faßliche Einrichtung darauf angelegt ist, eine statistische Uebersicht über die Ausgaben für einzelne Zweige der Haushaltung zu geben.

B. H. in Chemnitz. Die Erzählung „Josias“ von Fanny Lewald ist bereits vor mehreren Monaten in Buchform erschienen und zum Preise von 4 Mark elegant gebunden in den meisten Buchhandlungen zu haben.



Heft 4Bearbeiten

[68] Frau B. in K. Zum Oelen der Nähmaschinen muß man ein säure und harzfreies Oel verwenden, da dieses die feinsten Maschinentheilchen nicht angreift. Als brauchbare Mischung wird empfohlen gelbes Vaselinöl und reines, frisches Prevenceröl je 100 Theile, flüssiges Paraffinöl 200 Theile.

H. I. in Wien. Die nördlichste Stadt der Erde ist Hammerfest in Norwegen, die mittlere Jahrestemperatur von + 1.8°C. aber gewiß erträglich. Der kälteste Ort der Erde dagegen ist nach dem meteorologischen Beobachtungen Werchojansk an der Jana in Sibirien. Die Wintermonate weisen dort mit großer Regelmäßigkeit Temperaturen von - 60°C.; selbst im März 1866 wurde ein Temperaturminimum von - 60.8°C. beobachtet.

Nachbarskinder, Wien. Von dem Menzlerschen Bilde „Nachbarskinder“ sind unseres Wissens Farbendrucke nicht vorhanden.

G. P. in D. Sie sind im Irrthum, wenn Sie annehmen, die Trüffel komme in Deutschland nicht vor. Man schätzt die Gesammtausbeute an deutschen Trüffeln auf etwa 450 Kilogramm, das Kilogramm etwa 10 Mark im Preise. Eine regelrechte Trüffeljagd wird allerdings nur in der Provinz Hannover in einigen Förstereien betrieben und man verwendet zu derselben Hunde, nicht Schweine wie in Frankreich. Versuche, der Trüffel bei uns eine größere Verbreitung zu geben, sind bis jetzt erfolglos geblieben.

Leipziger Fröbelverein und Frl. Angelika Hartmann, Seminarvorsteherin in Leipzig: Den Empfang von 100 M und 50 M für den Bau des Fröbelthurms bestätigen wir mit verbindlichem Danke! Wir haben beide Beträge an den Vorsitzenden des Baukomites, Herrn Trautmer in Oberweißbach weitergesandt.



Heft 7Bearbeiten

[116] D. in R. Nach den endgültigen, vor kurzem veröffentlichten Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 betrug in Deutschland die Zahl der männlichen Einwohner 22933684, die der weiblichen 23922040. Es gab am 1. Dezember 1885 somit bei uns 988376 weibliche Individuen mehr. Bis heute wird dieser Ueberschuß längst die volle Million erreicht haben. – Der Ueberschuß der Geburten gegenüber den Todesfällen betrug seit 1860 2 601 858 Personen, die thatsächliche Bevölkerungszunahme jedoch nur 1 621 643 Personen. Was ist mit den fehlenden 980 215 geschehen? Sie sind im Laufe der Jahre 1880 bis 1885 ausgewandert.

F. B. in Eisleben. Als eingehendes populär medicinisches Werk empfehlen wir Ihnen Bocks „Buch vom gesunden und kranken Menschen“, welches gegenwärtig in vierzehnter, reich illustrirter Auflage erscheint.

E. F. in St. Das jüngste der im Erscheinen begriffenen Konversationslexika ist die 7. Auflage des „alten Pierer“, herausgegeben von Professor Josef Kürschner (Verlag von W. Spemann, Berlin und Stuttgart). Kürzlich ist der Band, im Text bis „Bottrop“, in dem originellen „Universalsprachenlexikon“ bis „Conjunction“ herabreichend, ausgegeben worden.

P. F. in R. Ihre Idee ist gut, aber nicht so neu, wie sie glauben. Bereits vor einiger Zeit begann eine Agitation in süddeutschen Blättern –notabene von Damen ausgehend – gegen das lästige und für mangelhaft behaarte Herrenköpfe auch ungesunde Hutabnehmen zum Gruße. Man wies dort auf den hübschen, bei Damen ja hochbeliebten militärischen Gruß hin, und es fehlte auch nicht an sehr lebhafter Zustimmung von männlicher Seite. Die Schwierigkeit bleibt nur: Wer fängt zuerst an? Und wie versichern sich die Herren der Geneigtheit der Damen, den neuen Gruß als vollwichtig gelten zu lassen? Wenn Sie dafür einen Rath wissen, so bitte, theilen Sie uns denselben mit, für Weiterverbreitung wollen wir dann sorgen!

G. K. in Hamburg. Da Sie noch Anfänger im Schachspiel sind, empfehlen wir Ihnen das bei G. A. Gloeckner in Leipzig erschienene Werkchen „Der kleine Schachkönig“ von Hans Minckwitz. Sein Ziel „eine leichtfaßliche Anleitung zu rascher Erlernung der Schachspielkunst“ zu geben, hat der bekannte Schachauthor darin erreicht. Das Werkchen zeigt in Anlage und Ausführung die kundige Hand des erfahrenen Meisters.



Heft 8Bearbeiten

[132] Ant. W. in S. Wir verweisen Sie auf die Nr. 9 des Jahrgangs 1887 der „Gartenlaube“, in welcher wir Atzerts Universalpult bereits empfehlend besprochen haben. Dasselbe ist von hervorragenden Autoritäten vom augenärztlichen Standpunkte sehr nützlich gefunden worden und zeichnet sich dadurch aus, daß es billig ist und in jeder Haushaltung mit der größten Raumersparniß aufgestellt werden kann. Es dient nicht allein als Lesepult für Kurzsichtige, sondern kann auch als Schreib-, Zeichen- und Notenpult verwendet und schließlich, auf einen Tisch gestellt, als Stehpult benutzt werden, leistet also wirklich Universaldienste. Da in jüngster Zeit das Pult auch noch eleganter und dauerhafter ausgestattet wurde, können wir es Ihnen nur empfehlen.

„Weltgeschichte“. Sie finden einen kurzen biographischen Abriß über Karl v. Rotteck bereits im Jahrgang 1862 der „Gartenlaube“, Seite 564 und 565. Dort ist auch das Freiburger Denkmal abgebildet.

G. B. in Antwerpen. Die Form „Er hat es mich gelehrt“ ist die richtige, obgleich unsere besten Klassiker, z. B. Lessing und Goethe, sich vereinzelt auch die andere Ausdrucksweise „Er hat es mir gelehrt“ erlauben.

C. in H. Die Statistik der deutschen Ferienkolonien, welche auf dem letzten Kongreß für Ferienkolonien aufgestellt wurde, reicht nur bis zum Jahre 1885. Ihre Zahlen sind aber sehr erfreulich. Im Jahre 1876 sandte eine einzige Stadt versuchsweise 7 Kinder während der großen Sommerferien aufs Land, im Jahre 1885 thaten es bereits 72 Städte mit 9999 Kindern. Insgesammt wurden in den Jahren 1876 bis 1885 34722 Kinder in die Ferienkolonien geschickt. Deutschland ist neben der Schweiz, in welcher der Gedanke der Ferienkolonien durch den Züricher Pfarrer Bion angeregt wurde, dasjenige Land, in dem diese so wichtige Einrichtung die meiste Verbreitung gefunden hat.



Heft 13Bearbeiten

[220] Fräulein Margarethe in Wien. Die Auslösung der scherzhaften Räthselfrage (im Briefkasten der Nr. 5) ist: 20 Pfund, 10 und noch einmal 10, die Hälfte des Gewichtes.

L. M. in Berlin. Es ist auch uns unerfindlich, aus welchen Artikeln der „Gartenlaube“ Herr Pastor Müller in Bliesendorf zu seinem Glauben an die übernatürlichen Ursachen des lächerlichen „Spukes von Resau“ gekommen sein will?! Die „Gartenlaube“ hat es ja, wie allseitig bekannt, stets als ihre Aufgabe betrachtet, gegen jede Art von Aberglauben Front zu machen. Und hier liegt vollends ein ganz handgreiflicher Unfug und Schwindel vor, wie aus den Verhandlungen vor der Potsdamer Strafkammer deutlich hervorgeht! Vielleicht kommen wir auf diese Angelegenheit noch zurück, wenn es sich nach näherer Kenntnißnahme überhaupt der Mühe verlohnt.

Franz R.... in Berlin. Ihre Klage über die zur Beleuchtung der Hotelzimmer dienenden Kerzen, „deren hoher Preis nur noch durch die völlige Unbrauchbarkeit bei etwaigem Arbeiten übertroffen wird“ können wir Zeile für Zeile unterschreiben. Nicht allein, daß die Kerzen ungenügende Helle verbreiten, daß die Flamme fortwährend flackert und bei schriftlichen Arbeiten die Buchstaben auf dem Papiere gleichsam tanzen läßt; schädlich ist vor allem auch, daß der Winkel, aus welchem das Licht entfallt, bei der bald längern, bald kürzern Kerze fortdauernd verschieden ist. Wie aber Abhilfe schaffen? Für jeden, der häufig auf Reisen ist, dürfte sich eine Patentreiselampe der Firma Schuster & Baer in Berlin als praktisch erweisen. Dieselbe ist, bis auf den Cylinder, ganz von vernickeltem Messingblech und so eingerichtet, daß sie sich, gefüllt, leicht in einen Blechbehälter geringen Umfanges packen und überall hin mitführen läßt. In wenigen Minuten ist sie auseinander genommen oder zusammengestellt, und sie giebt für schriftliche Arbeiten das ruhige, stets aus demselben Winkel einfallende helle Licht, welches für die Schonung der Augen so dringend zu wünschen ist.

Theodor J. in W. Als Auskunft auf Ihre Anfrage bezüglich der Sodener Mineralpastillen dient am besten die Bekanntmachung, welche der Ortsgesundheitsrath zu Karlsruhe in Baden ganz kürzlich erlassen hat. Dieselbe sagt: „Durch hiesige Zeitungen werden in letzter Zeit sehr häufig die Sodener Mineralpastillen als Heilmittel gegen Lungen- und Kehlkopfschwindsucht marktschreierisch angepriesen. Dieser bedauernswerthen Reklame gegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß die Pastillen zwar bei gewöhnlichen katarrhalischen Beschwerden den natürlichen Heilungsprozeß mehr oder weniger unterstützen können, daß der alleinige Gebrauch derselben aber niemals eine ernstere Erkrankung der Lungen oder des Kehlkopfs zu heilen vermag. Auch die weiterhin den Sodener Mineralpastillen zugeschriebene Wirkung, als Vorbeugungsmittel gegen die Ansteckung mit Diphtheritis zu dienen, kommt demselben nicht zu.“

Eine Fragelustige. Wann das Taschentuch in Gebrauch kam?! Genau zu beantworten ist diese Frage nicht, aber jedenfalls lautet die Auskunft: Spät, viel später, als Sie wohl annehmen. Das Alterthum weiß nichts davon, auch die mittelalterlichen „Schweißtücher“ waren goldgestickte Prunkstücke, die nicht zum eigentlichen Gebrauch herangezogen wurden. Das wirkliche Taschen- und Nastuch von weißer Leinwand brach sich langsam von Italien her Bahn in Deutschland, und erst im 16. Jahrhundert wurde es zum Gemeingut der vornehmeren Stände. Sein heute noch in manchen deutschen Gegenden bestehender Name „Facilettlein“ (von facialis, Schweißtuch) spricht deutlich genug für die ausländische Herkunft!

Heft 17Bearbeiten

[292] G. H. in München. Der Artikel „Ein nützliches Geburtstagsgeschenk“ hat in Ihnen den Wunsch nach ausführlicher Belehrung über Pflege und Erhaltung der Zähne rege gemacht. Sie finden dieselbe in dem vortrefflichen Buche von Geheimrath Dr. Süersen: „Anleitung zur Pflege der Zähne und des Mundes“, welches Sie zum Preise von M 2.- broschiert und M 2,50 gebunden durch ihre Buchhandlung beziehen können.

E. M. in Triest. „Elda“ ist uns nur als Name einer spanischen Stadt und eines Flusses bekannt. Eine Hallige dieses Namens giebt es unseres Wissen nicht.

W. in Stolp. Nach den uns zu Gebote stehenden Angaben sind die schwersten Lastpferde in ausgewachsenem Zustande rund 20 Centner schwer. Doch sollen auf einer Ausstellung zu Philadelphia Pferde bis zu 27 Centnern vorgeführt worden sein.

M. v. L. in Margonya, Ungarn. Die Erzählung „Der Mann im Mond“ ist von Wilhelm Hauff nicht aus einer andern Sprache übersetzt, sondern als Originalroman verfaßt worden, und zwar als eine Parodie auf die süßlich ungesunde Manier der Romane H. Claurens. Wilhelm Hauff ist längst todt; er starb, erst 25 Jahre alt, am 18. November 1827, also vor beinahe 62 Jahren.

Heft 19Bearbeiten

[324] Verehrer der „Münchener“ in Berlin. Die für das wirkungsvolle Mittelbild unseres Holzschnitts „Scenen aus den Volksstücken der ‚Münchener‘“ benutzte Photographie ist von W. Kuntzemüller in Baden-Baden.

Abonnent F. in Falkenstein. Wir können Sie nur darauf verweisen, was am Kopfe jeder Beilage zur „Gartenlaube“ ausdrücklich angegeben ist: „Für den Inseratentheil sind die Redaktion und Verlagshandlung der ‚Gartenlaube‘ nicht verantwortlich.“

A. S. in Bonn. Abgelaufene Quartale der „Gartenlaube“ können, soweit der Vorrath reicht, stets zum gewöhnlichen Preise durch jede Buchhandlung bezogen werden.

„Speisekarte.“ Sie möchten für deutsche Benennung der Speisen etc. in Ibrem Haushalte Sorge tragen. Dafür können wir Ihnen ein vortreffliches Hilfsmittel empfehlen. Es ist das erste von einer Reihe kleiner, handlicher „Verdeutschungsbücher“, welche der „Allgemeine deutsche Sprachverein“ herausgiebt, betitelt „Die Speisekarte“ (Leipzig, Ferdinand Hirt u. Sohn). Es giebt noch weit mehr, als sein Titel besagt, indem es seine Verdeutschungen auch auf alle in der Küche und im Gasthofswesen vorkommenden Fremdwörter erstreckt.

Heft 26Bearbeiten

[448] Abonnentin in K. Wir wüßten Ihnen schon einen Rath zu geben, der gerade jetzt in der Kirschenzeit am Platze ist. Obgleich nämlich das beste Erwärmungsmittel für kalte Füße tüchtiges Waschen und Abreiben vor Schlafengehen ist, giebt es doch Leute, besonders ältere, die künstliche Erwärmung vorziehen. Solche benutzen gern die altmodischen Säckchen mit Kirschenkernen, die außerordentlich lange die eingesogene Wärme aufbewahren und später während der Nacht nicht unangenehm kalt werden wie die metallenen Bettflaschen. Wenn in einer Familie während der ganzen Kirschenzeit die Kerne gesammelt, in heißem Wasser abgebrüht und an der Luft getrocknet werden, so ist hinlänglicher Vorrath zur Füllung von mehreren Säckchen für Großmama und Großpapa vorhanden. Diese Säckchen werden dann im Winter tagsüber auf den Porzellanofen gelegt und abends mit ins Schlafzimmer genommen. Für die liebe Jugend aber: kaltes Wasser, einen Schwamm und ein derbes, rauhes Handtuch – das sind die besten Mittel, um das Leiden der kalten Füße niemals an sie herantreten zu lassen!

Abonnent in Sch. Wenden Sie sich gefl. an einen Rechtsanwalt.

„Modestus 145.“ Ihr Gedicht „Prometheus“ veranlaßt uns, Ihnen den Rath zu geben: Lassen Sie sich Zeit zum Ausreifen, zur Klärung, und es ist nicht unmöglich, daß Sie noch recht gute Früchte zu Tage fördern werden. Legen Sie den Hauptnachdruck nicht auf die Geschwindigkeit, mit welcher Sie Ihre Gedichte vollenden, sondern auf die Klarheit der Gedanken und Abrundung der Form.

K. Str. in Oldenburg. Wir danken Ihnen bestens für Ihre freundlichen Mittheilungen. Vielleicht bietet sich einmal Gelegenheit, auf die Sache zurückzukommen.

W. S. in New-York. Das Gedicht „Galileo Galilei“ finden Sie im Jahrgang 1855 der „Gartenlaube“, S. 297. Nochmaliger Abdruck ist nicht möglich.

Hermann K. in Langenbielau. In der Form, wie sie aufgestellt wurde, ist die Behauptung Ihres Gegenüber nicht richtig. Das Lateinische des augusteischen Zeitalters wird heute nirgends mehr auf der Welt, auch nicht in Ungarn oder in den Balkanländern, als lebendige Sprache rein und unverfälscht gesprochen. Aber die Ahnung von etwas Richtigem steckt doch darin. In gewissen Theilen von Graubünden, Tirol und Friaul wird heute noch vom Volke ein Dialekt gesprochen, den es selbst als „Romontsch“ oder „Ladin“ bezeichnet. Schon die Vergleichung dieser beiden Wörter mit den entsprechenden lateinischen „romanice“ und „latine“ zeigt Ihnen, wie weit dieser Ueberrest der lateinischen Sprache sich in seinen Formen von denen der klassischen Zeit entfernt hat. Immerhin aber ist dieses „Ladin“ merkwürdig als unmittelbarer Abkömmling der Sprache, welche einst die römischen Herren dieser Alpenthäler gesprochen haben.

Heft 30Bearbeiten

[516] K. B. in Stettin. Der Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen hat ein neues, bedeutend erweitertes Verzeichniß der Fahrscheine für zusammenstellbare Rundreisehefte herausgegeben, welches einzeln zum Preise von 50 Pfennig und mit der dazu gehörigen Uebersichtskarte für 65 Pfennig zu haben ist. Das Werkchen bedeutet einen Fortschritt: man hat mit der früheren, mehr für den Dienstgebrauch geeigneten Form gebrochen. Eine Anweisung über den Gebrauch des Büchleins leitet dasselbe ein. Dann folgen praktische Winke über Feststellung von Reiseplänen, eine Anweisung über Ausfertigung von Bestellscheinen, Erläuterungen über Begriff, Arten und sonstiges Wissenswerthe über Rundreisen, ferner ein Verzeichniß der Ausgabestellen und derjenigen Grenzorte des Vereinsgebiets, an denen der Aus- und Wiedereintritt gestattet ist, endlich in alphabetischer Reihenfolge das Verzeichniß der Fahrscheine selbst und zwar in fünf Gruppen: Deutschland mit Luxemburg; Oesterreich-Ungarn und Rumänien; Belgien und die Niederlande; die Schweiz; Dänemark, Schweden und Norwegen. Ihre Zahl erreicht die stattliche Höhe von 2718 Nummern. Die Gültigkeit der Rundreisehefte bleibt nach wie vor bei Rundreisen von 600 bis zu 2000 Kilometern 45 Tage, bei Entfernungen von über 2000 Kilometern 60 Tage; die Ausgabe erfolgt während des ganzen Jahres.

N. N. in Hofheim Die auf der II. Beilage zu Nr. 21 der „Gartenlaube“ als Auflösung des „Königszuges“ (in der I. Beilage zu Nr. 20) abgedruckten Strophen „Auf hohen Bergen liegt ein ew´ger Schnee“ etc. sind von Robert Hamerling.

H. Martin. Mit Dank abgelehnt.

Frau B. L. in Bromberg. Ihre herzlichen Worte der Anerkennung und des Einverständnisses haben uns eine große Freude gemacht und wir möchten sie nicht hinnehmen, ohne Ihnen hier durch den Briefkasten unsern herzlichen Dank dafür auszudrücken, welchen wir Ihnen gern schriftlich abgestattet hätten, wenn wir nur Ihre genaue Adresse besessen hätten. Die überaus freundlichen und liebenswürdigen Lobsprüche, welche Sie uns zu theil werden lassen, sollen uns ein Sporn sein, in der Erfüllung unserer Pflichten gegen das Publikum - mit Recht haben Sie diesen Ausdruck gebraucht - nicht müde zu werden. Möge auch die Befriedigung, welche Sie heute über die Art und den Inhalt der „Gartenlaube“ empfinden, immer die gleiche bleiben!

Josef G. in Zürich. Den Mangel einer Briefwaage sollte man nicht als Entschuldigung für ungenügende Frankirung eines Briefes gelten lassen. Es ist so einfach, dieselbe zu ersetzen. In jedem Haushalt pflegt ja doch eine Schalenwaage vorhanden zu sein. Wenn nun hierzu die kleinen Gewichte fehlen, vermittelst deren man das Gewicht eines Briefes bestimmen könnte, so nehme man zwei Zehn-, zwei Fünf-, sowie ein Einpfennigstück. Diese fünf Geldstücke haben nämlich ein Gesammtgewicht von 15 Gramm, bekanntlich die Grenze für einen einfachen Brief.

A. W. in Berlin. Den bereits in Nr. 51 des vorigen Jahrgangs der „Gartenlaube“ besprochenen „Studienmappen deutscher Meister“ von Franz v. Defregger und Ludwig Klaus hat die Verlagshandlung von C. T. Wiscott in Breslau kürzlich eine dritte Mappe von Adolf Menzel folgen lassen, welche gleichfalls vorzüglich wiedergegebene Studienblätter enthält.

„Rosen und Reben in Graz.“ Die Dichterin wohnt in Leipzig.

Heft 33Bearbeiten

[564] A. W. in Gm. Die „Gartenlaube“ hat schon wiederholt über die Einrichtung von Eisenbahn-Fundbureaus Auskunft ertheilt, so Jahrgang 1886, S. 724, und 1887, S. 484. Inzwischen hat der Deutsche Eisenbahnverkehrsverband die Bestimmungen über die Behandlung der Fundsachen durch einheitliche Vorschriften über telegraphische Nachforschungen sowie Nachsendung aufgefundener Gegenstände ergänzt. Gegen die Entrichtung einer festen Gebühr von 50 Pfennig kann die Abgabe einer Dienstdepesche, deren Abfassung den Bahnbeamten zu überlassen ist, beansprucht werden, und gegen eine gleich hohe Gebühr erfolgt die Nachsendung der gefundenen Gegenstände ohne Rücksicht auf Anzahl, Gewicht und Entfernung. – Wünschenswerth wäre die Ermässigung der letzteren Gebühr auf die Hälfte nach dem Beispiel des Postpacketsatzes für die erste Zone, sofern leichte Sachen wie Stöcke und dergleichen nach naheliegenden Orten nachzusenden sind.

J. C. H. in Wageningen. Heinrich Heine ist, nach seinem eigenen Wunsche, auf dem Montmartre zu Paris begraben.

F. R. in Wien. Die naturwissenschaftliche Zeitschrift „Himmel und Erde“ erscheint im Verlage von Hermann Paetel in Berlin. Prospekt und Probeheft können Sie durch jede gute Buchhandlung beziehen.

R. Ch. in Dresden. Sie haben vollständig recht. Der Königspavillon bei der Wettin-Feier in Dresden war nicht ein Werk des Bauraths Weidner, sondern er wurde im Auftrag des k. sächsischen Finanzministeriums von Landbauinspektor Ottomar Reichelt entworfen und ausgeführt.

B. v. D. in Kaima, Livland. Im großen ganzen sind die dem Romane zu Grunde liegenden Begebenheiten geschichtlich beglaubigt. Nur ist der Untergang des alten friesischen Festlands, dessen Ueberreste in den heutigen friesischen Inseln noch fortbestehen, nicht auf einmal, sondern durch wiederholte zerstörende Einbrüche des Meeres erfolgt, deren verhängnißvollste in die Jahre 1277, 1287, 1511 und 1634 fallen.

Junge Hausfrau in Altona. Zum Entfernen selbst veralteter Flecken und zum Waschen getragener Kleidungsstücke empfehlen wir die Herstellung folgender Tinktur, welche in jeder Haushaltung vorräthig sein sollte: 31/2 Kilogramm fein geschabte Olivenölseife, sogenannte Marseiller Seife, wird nebst 300 Gramm Soda und unter Zusatz von 250 Gramm Seifenrinden-Extrakt in heißem Wasser gelöst. Diese Lösung stellt man bei Seite. In einem zweiten Gefäße mischt man unter tüchtigem Umrühren 71/2 Liter Ochsengalle mit 3/4 Liter Salmiakgeist (Ammoniakflüssigkeit) zusammen, erhitzt diese Mischung, schöpft sie dann ab und gießt, nachdem sie vollständig erkaltet ist, 71/2 Liter 90%igen Weingeist hinzu. Nunmehr gießt man 2 Theile dieser letzteren Lösung zu 1 Theil der ersteren, rührt alles tüchtig zusammen und giebt noch etwas Bergamotten- und Lavendelöl zu. Diese Tinktur eignet sich vortrefflich zum Entfernen von Flecken aus Geweben und, mit fünf- bis sechsmal soviel weichem Wasser verdünnt, zum Waschen getragener Kleidungsstücke. Die Materialien zu dieser Tinktur liefert jede größere Droguenhandlung.

Heft 38Bearbeiten

[648] Alte Kunstfreundin in W…r. Wir vermögen doch nicht in Ihre Klagen einzustimmen: Malvorlagen für junge Damen giebt es in großer Zahl und auch in guter Ausführung. Dem ersten Wunsche Ihrer Tochter, „die ewige, unvergleichliche Schönheit des Meeres und den idyllischen Reiz mondumleuchteter Landschaften an See und Meer“ in Aquarellen wiederzugeben, kommen „Vier Uferbilder“ entgegen, welche jüngst im Verlage von Willner und Pick in Teplitz i. B. erschienen und als gute Vorlagen zu benutzen sind. Sehr ansprechend ausgeführt sind auch vier Blatt Alpenblumen mit entsprechender Gebirgslandschaft, welche unter dem Titel „Edelweiß“ im gleichen Verlage herauskamen. Und ist Ihr Fräulein Tochter im Figurenzeichnen etwas gewandt, so wird sie an den hübschen Amorettenpaaren, die Professor Woldemar Friedrich unter dem Titel „Die Jahreszeiten“ (ebenda) bietet, gewiß Freude haben.

Georg P. in D. Ihre Mittheilungen über Eiche und Galläpfel waren uns interessant, wenn sie auch nicht gerade Neues enthalten. Schon in dem 1586 erschienenen berühmten Kräuterbuche von Pet. Andr. Matthiolus, von welchem Werke noch im vorigen Jahrhundert verschiedene Auflagen erschienen, wird den auf der Eiche gewachsenen Galläpfeln die Gabe der Wahrsagung zugeschrieben. Es heißt dort: „Die größeren Galläpfel haben diese Eigenschaft, daß sie jährlich deuten oder anzeigen, ob dasselb Jar fruchtbar oder unfruchtbar, ob sich Krieg empören oder die Pestilenz regieren werde. Im Jenner oder Hornung nimb ein neuen ganzen unversehrten Gallapfel, der nicht löcherig sei, brich ihn mitten entzwei, so findestu darinnen eines unter den dreien Dingen: nemlich eine Fliege, Würmle oder Spinnen. Die Fliege bedeutet Krieg, das Würmle Theuerung, die Spinne ein Sterbslauf.“

A. V. in S. Wir können Ihnen nicht rathen, ohne Anordnung eines Arztes Ihrem Sohne ein Korsett zum Tragen zu geben. Führen Sie ihn gefl. zu einem Arzte, damit dieser sein Rückgrat untersucht. Und ist dieses gesund, so ist einzig und allein Marschiren, Turnen, Schwimmen etc. am Platz, nicht aber ein Korsett. Was weiter den Schutz gegen „Unmäßigkeit im Trinken“ anlangt, so können wir uns der wohlgemeinten Bemerkung nicht enthalten, daß dagegen eine ernstliche Zucht allein wirksam ist; ein Junge von 16 Jahren, und wenn er auch der beste Schüler ist, hat „Unmäßigkeit im Trinken in regelmäßigen Kommersen“ entschieden zu vermeiden.

E. W. Steiermark. So alt die Sage vom „Tischrücken“ ist, ein über alle Zweifel erhabener und wissenschaftlich beglaubigter Fall ist bis heute nicht nachgewiesen worden.

A. M. in Landau. Die fragliche Abbildung ist nicht in der „Gartenlaube“ erschienen; vielleicht liegt eine Verwechselung mit einem anderen illustrirten Blatte vor. Der „blaue Brief“ ist auch unseres Wissens in der Regel verblümter Ausdruck für den Abschied, nicht für Beförderung.

A. S. in Gnesen. Besten Dank für Ihren Vorschlag! Aber jeder gute Buchbinder wird die doppelseitigen Bilder mit solchem Falz einheften, um sie zu schonen.

Heft 41Bearbeiten

[708] F. G. in St. Der Erfinder des Schraubendampfers ist der Deutsch-Oesterreicher Joseph Ressel. Näheres über denselben finden Sie in der „Gartenlaube“, Jahrgang 1863, Seite 124.

„Pechvogel“ in R… Die Einigkeit zwischen Eheleuten wird nach Alexius Pedemontanus’ „nützlichen und bewährten Secreten oder Künsten“ ganz einfach dadurch erhalten, daß der Mann ein Krähenherz von einem Männlein, die Frau ein Krähenherz von einem Weiblein bei sich trägt: „so leben sie alle Zeit in guter Einigkeit“. – Wie wenig muß dieses Mittel bis jetzt bekannt gewesen sein, nicht wahr?