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Textdaten
Autor: Justus von Liebig
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Titel: Chemische Briefe
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Herausgeber:
Auflage: Sechste Auflage. Neuer unveränderter Abdruck der Ausgabe letzter Hand
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: C.F. Winter’sche Verlagshandlung.
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Erscheinungsort: Leipzig und Heidelberg.
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Quelle: Chemische Briefe Justus von Liebig
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[III]

CHEMISCHE BRIEFE

VON

JUSTUS VON LIEBIG.

SECHSTE AUFLAGE.

Neuer unveränderter Abdruck der Ausgabe letzter Hand.

LEIPZIG UND HEIDELBERG.

C. F. WINTER’SCHE VERLAGSHANDLUNG.

1878.

[IV] Die Herausgabe einer Uebersetzung in englischer, französischer oder andern modernen Sprachen wird vorbehalten.

[V]


SEINER MAJESTÄT


MAXIMILIAN II.


KÖNIG VON BAYERN.


[VI] Dem Kreise von Männern der Kunst und Wissenschaft, welchen Ew. Majestät im verflossenen Winter um Sich versammelten, um in Vorträgen und lebendiger Wechselrede ein Bild der Geistesbewegung der Zeit zu erhalten, verdanke ich grossentheils die Anregung zu dem Neuen, was diese vierte Auflage der chemischen Briefe enthält.

Wenn ich daher Ew. Majestät, welche dem praktischen Leben und dessen Wohlfahrt, wie der Wissenschaft und ihren Fortschritten gleich liebevolle und erfolgreiche Theilnahme schenken, in tiefster Ehrfurcht dieses Werk zu widmen wage, welches die Verbindung beider und ihr gedeihliches Zusammenwirken vermitteln soll, so geschieht es in dankbarer Erinnerung an den wirksamen und thätigen Antheil, den Ew. Majestät Selbst an meinen Arbeiten zu nehmen geruht haben.

Ew. Majestät
unterthänigster Diener
Justus von Liebig.

München, den 1. December 1858.

[VII]

Vorrede zur ersten Auflage.


Ohne die verborgenen Fäden zu kennen, an welche sich die dem Leben und der Wissenschaft zugewachsenen Erwerbungen knüpfen, dürfte es auch dem aufmerksamsten Beobachter nicht gelingen, zum Verständniss der gegenwärtigen Zeit in ihrer materiellen und intellectuellen Gestaltung zu gelangen. Dem gebildeten Menschen ist diese Kenntniss ein Bedürfniss, in so fern sie die erste und wichtigste Bedingung der Entwickelung und Vervollkommnung seines geistigen Lebens in sich schliesst; für ihn ist das Bewusstwerden der Ursachen und Kräfte, die so vielen und reichen Erfolgen zu Grunde liegen, an sich schon Gewinn, weil durch das Geschehene das Bestehende erst klar und das Auge für das Zukünftige empfänglich gemacht wird. Mit ihrer Bekanntschaft nimmt er an der Bewegung Theil, es verliert sich durch sie das anscheinend Zufällige und Räthselhafte der gewonnenen Resultate von selbst, und in dem natürlichsten, nothwendigsten Zusammenhange erscheinen ihm die neuen und gesteigerten Geistesrichtungen der Zeit. Indem er Besitz von den ihm gebotenen geistigen Gütern nimmt, erwächst ihm der Vortheil, sie nach seinem Willen und Vermögen zu seinem Nutzen zu verwenden, zur Vermehrung dieser Reichthümer beitragen, ihre Segnungen zu verbreiten und fruchtbringend für Andere zu machen.

Von diesem Gesichtspunkte aus sind die chemischen Briefe verfasst; sie haben den Zweck, die Aufmerksamkeit der gebildeten Welt auf den Zustand und die Bedeutung der Chemie, auf die Aufgaben, mit deren Lösung sich die Chemiker beschäftigen, und den Antheil zu lenken, den diese Wissenschaft an den Fortschritten der Industrie Mechanik, Physik, Agricultur und Physiologie genommen hat.

Diese Briefe sind, im Sinne des Wortes, für die gebildete Welt geschrieben, welche vor der Erörterung der wichtigsten und schwierigsten Fragen in der Wissenschaft, in so fern sie einflussreich für den weiteren Fortschritt und die Anwendungen sind, nicht zurückzuschrecken gewohnt ist, für eine Classe von Lesern, die an einer sogenannten populären Form der Darstellung, womit man gewöhnlich das Herabziehen in das Gemeine und das platte Verständlichmachen [VIII] bezeichnet, kein Gefallen finden kann. Die Naturforschung hat das Eigene, dass alle ihre Resultate dem gesunden Menschenverstande des Laien eben so klar, einleuchtend und verständlich sind, wie dem Gelehrten, dass der Letztere vor dem Andern nichts voraus hat, als die Kenntniss der Mittel und Wege, durch welche sie erworben wurden; diese sind aber für die nützlichen Anwendungen in den meisten Fällen völlig gleichgültig.

Die von mir in der Darstellung gewählte Form bedarf, wie ich glaube, keiner weiteren Entschuldigung; ich glaube sie mir selbst und der Zeitschrift schuldig zu sein, in welcher diese Briefe zuerst erschienen sind.

Jeder, der mit einiger Aufmerksamkeit sich über die deutschen Zustände unterrichtet, muss erkennen, dass die in Augsburg erscheinende Allgemeine Zeitung durch ihre Verbreitung, durch den Umfang und die Mannichfaltigkeit ihrer Richtungen, durch die Tiefe und Gründlichkeit ihrer Mittheilungen aus allen Fächern des Wissens, so wie durch den richtigen Geschmack und den feinen Gefühlssinn der Männer, denen ihre Leitung anvertraut ist, für die Bedürfnisse der Gegenwart zu einem Organ der Culturgeschichte in politischen, socialen und wissenschaftlichen Beziehungen sich erhoben hat, und es erklärt sich hieraus von selbst, warum ich einer wiederholten dringenden Aufforderung des Besitzers dieser Zeitung gerne entsprach und den Versuch unternahm, der Chemie in einem weiteren Kreise der Gesellschaft Zutritt zu verschaffen.

Giessen, im Juli 1844.


Vorrede zur dritten Auflage.


Die Bearbeitung einer neuen Auflage meiner chemischen Briefe veranlasst mich, einige Briefe über den Ursprung und die Entwickelung der Chemie hinzuzufügen; ich habe für diesen Zweck vorzüglich das treffliche Werk von H. Kopp „Geschichte der Chemie, 4 Bände. Braunschweig 1843“, die „Geschichte der Medicin“ von Kurt Sprengel und Dr. Carriere’s Werk „die philosophische Weltanschauung der Reformationszeit. Stuttgart 1847“, benutzt. Für den zwanzigsten Brief hat mir das Werk des Herrn Chevreul: Considérations générales sur l’analyse organique. Paris, 1824, wesentliche Dienste geleistet. Im Ganzen enthält die neue Auflage

[IX] sieben Briefe mehr, wie die früheren, und ihr Umfang ist dadurch auf das Doppelte gestiegen. Die Briefe sieben- und achtundzwanzig enthalten die Umrisse meiner in den letzten sechs Jahren fortgesetzten Untersuchungen in dem Gebiete der Thierchemie und Physiologie. Die angeführten Analysen sind, bis auf wenige, unter meinen Augen durch einige geschickte junge Chemiker, die Herrn Dr. Verdeil aus Lausanne, Porter, Dr. Breed und Johnson aus Newyork, Zedeler aus Kopenhagen, Lehmann aus Dresden, Dr. Keller aus Würzburg, Dr. Griepenkerl, jetzt Professor in Göttingen, Dr. Stölzel in Heidelberg, Stammer aus Luxemburg, Dr. Henneberg, Buchner und Kekulé aus Darmstadt, H. Arzbächer, und meine beiden Assistenten Dr. Strecker und Dr. Fleitmann ausgeführt worden, denen ich hiermit meinen Dank für die mir geleistete Hülfe ausdrücke.

Der Verfasser.


Vorwort zur vierten Auflage.


Ausser manchen Erweiterungen einzelner chemischer Briefe habe ich in dieser neuen Auflage eine Anzahl von Vorträgen von allgemein wissenschaftlichem Interesse über das Studium der Naturwissenschaften (2. Brief), über den Kräftewechsel in der unorganischen Natur (13. Brief), über den Eigenschaftswechsel der Körper (15. Brief), über den Materialismus (23. Brief), über die Selbstverbrennung (24. Brief) dafür bearbeitet und eine Reihe agriculturchemischer Briefe hinzugefügt (37. bis 50. Brief), über die ich einige erläuternde Bemerkungen voranschicken muss.

Die seit Ende des vorigen Jahrhunderts in der Landwirthschaft gemachten grossen Fortschritte bewegten sich im Wesentlichen um Verbesserungen in der Praxis, womit ich den technischen Betrieb bezeichnen will; die erfolgreichen Leistungen Thaer’s und anderer ausgezeichneter Männer sind in dieser Richtung längst anerkannt. Durch die Errichtung von Lehranstalten, durch welche die erworbenen Erfahrungen und die besten in England und Belgien üblichen Culturmethoden in den weitesten Kreisen verbreitet wurden, haben sich erleuchtete Fürsten, vor Allem der hochsinnige Gründer Hohenheims, unsterbliche Verdienste um die deutsche Landwirthschaft

[X] erworben. Die neue und höhere Entwickelungsstufe in der Gegenwart ist dadurch angebahnt worden. Der wirksamen Anwendung wissenschaftlicher Grundsätze in allen technischen Gewerben und im Besonderen in der Landwirthschaft geht naturgesetzlich die Vervollkommnung in der Technik voraus; so lange der Techniker noch durch Regelung und Verbesserungen in dem Betriebe seines Geschäftes Vortheile erzielen kann, beschäftigt er sich mit nichts Anderm, allein durch Verbesserungen in der Technik oder der Bewirthschaftung erreicht man nicht Alles, der Betrieb an sich giebt ihm keine Einsicht in sein Thun, so wenig wie einen zuverlässigen Massstab für den Werth seiner Erfahrungen; er will zuletzt sich durch das Herkömmliche nicht mehr beherrschen lassen. Alles dies soll ihm die Wissenschaft verleihen.

Wie dies beim Uebergange in ein neues Stadium stets geschieht, ist in den letzten Jahren ein Widerstreit der Technik mit der Wissenschaft geführt worden; die erstere konnte mit den ungewohnten Hülfsmitteln, welche die andere bot, nicht zurecht kommen, und der Widerstreit ist leicht erklärlich.

Wenn in der That ein Mann aus den gebildeten Kreisen, welcher nicht Landwirth ist, die in den verflossenen Jahren erschienenen landwirthschaftlichen Werke und Zeitschriften durchgeht, so wird er die Wahrnehmung machen, dass die überwiegende Mehrzahl der landwirthschaftlichen Schriftsteller darüber vollkommen einig ist, dass die Ansichten, die ich in der Landwirthschaft vertrete, keine praktische Bedeutung haben und zum Theil als widerlegt angesehen werden müssen. Die Erfahrung sei älter als die Wissenschaft, sie habe den praktischen Mann längst belehrt, was ihm Noth thue, und der Erfolg zeige, dass sein Betrieb den Verhältnissen angemessen und der beste sei; seine hohen und steigenden Erträge seien unwiderlegbare Beweise für die Ansichten, die ihn leiteten.

Diese Aeusserungen und Urtheile sind nicht allgemein gültig, allein sie haben ihre Berechtigung. Die landwirthschaftliche Literatur, in welcher sich diese Meinungen bewegen, ist nämlich im wesentlichen nur für die Classe der wohlhabenden Landwirthe vorhanden, welche die landwirthschaftlichen Handbücher und Zeitschriften kaufen und halten können, und es ist einleuchtend, dass sich die Bedürfnisse, die Wünsche und die Praxis dieser Landwirthe in der Literatur abspiegelt, welche ihnen ihr Bestehen verdankt. Es kann dies naturgemäss nicht anders sein. Ein solcher Landwirth ist in der Regel Fleisch- und Kornerzeuger, meistens reich an Gut und Geld; seine Felder umfassen Ackerland und Wiesen;

[XI] sein Viehstand ist beträchtlich; er erzeugt reichlich Stalldünger und er wendet denselben nicht sparsam an; er hat eine Oelmühle, die ihm in den Oelkuchen, eine Branntweinbrennerei oder Bierbrauerei, die ihm in den Rückständen nach der Verfütterung werthvolle Beidünger liefert; wenn er Mangel an Dünger hat, so besitzt er dagegen Geld, mit welchem er Guano, Chilisalpeter, Knochenmehl und Repskuchenmehl ankauft; sein Wissen besteht in der Bekanntschaft mit dem Werthe des Stalldüngers und der genannten Beidünger, die er sehr richtig schätzt und anwendet; sein Verwalter oder Baumeister überwacht die ein für allemal geregelte Fruchtfolge und die Düngungszeit, ohne hierzu wissenschaftlicher Lehren zu bedürfen; es sind für ihn, so sagt dieser, andere Verhältnisse massgebend, die ihm genug zu schaffen machen.

Der reiche Gutsbesitzer ist ein gebildeter Mann, welcher noch gewisse geistige Bedürfnisse hat. Die landwirthschaftliche Literatur füllt diese Lücke aus; der landwirthschaftliche Schriftsteller belegt mit theoretischen Gründen die Trefflichkeit des empirischen Verfahrens, er befestigt die Ansichten des praktischen Mannes und giebt ihnen die wissenschaftliche Rundung. Wenn auch die Erklärungen zuweilen ganz unbestreitbaren Wahrheiten widersprechen, so haben sie dagegen den Vortheil, dass der Landwirth glaubt, sie seien seinen Erfahrungen entsprechend; um mehr als dessen Zufriedenheit damit, was man die Uebereinstimmung der Praxis mit der Theorie nennt, handelt es sich dabei nicht. In der Korn- und Fleischerzeugung z. B. bleiben die im Stalldünger wirkenden Alkalien auf den Feldern zurück, und im Betriebe nimmt die Menge derselben eher zu als ab; ein Ersatz derselben ist darum nicht nothwendig, oft überflüssig. Was in der Natur des Betriebes liegt, erklärt der Schriftsteller dem praktischen Mann aus der Natur seines Bodens; er sagt ihm, der Ersatz der hinweggenommenen Alkalien sei darum nicht nothwendig, weil sein Boden unerschöpflich daran sei; dies ist zwar ein Widerspruch mit allem was die Chemie darüber weiss, allein es ist wohl ganz gleichgültig, ob der Boden erschöpflich ist oder nicht, wenn die Hauptsache, ein weiterer Ersatz von Aussen durch Kauf etc., gleichgültig ist.

Der Schriftsteller belehrt den praktischen Mann ferner, warum der Guano und die andern Düngmittel, womit er dem Stalldünger zu Hülfe kommt, so nützlich für ihn sind; es sei klar, so sagt er, dass alle diese Stoffe in dem Stickstoff einen gemeinschaftlichen Bestandtheil besitzen, und da die Anwendung derselben einen gleichen Erfolg (eine entsprechende Steigerung der Erträge) habe, so sei selbstverständlich,

[XII] dass die Ursache eine Allen gemeinsame, d. h. bei Allen die gleiche sein müsse; sie belehren ihn, dass er im Korn und Fleisch Stickstoff ausführe und die Erschöpfung des Bodens eine Folge dieser Ausfuhr sei, und dass er naturgesetzlich durch den Ersatz des Stickstoffes den Acker wieder tragbar mache. Es wäre mehr als thöricht, die Thatsache der Wiederherstellung der Fruchtbarkeit der Getreidefelder durch Guano – Knochenmehl – Repskuchenmehl in Zweifel zu ziehen, sie entspricht der Erfahrung des praktischen Mannes, darum hält dieser denn auch die Erklärung für wahr, obwohl sie nur den Schein der Wahrheit für sich hat; er findet sich zufriedengestellt im Glauben, dass sein Betrieb rationell und wissenschaftlich begründet sei, was er in der Wirklichkeit nicht ist.

Praktische Fragen wie die: warum die Nachwirkung der genannten Düngmittel nicht die gleiche und von der des Stalldüngers so verschieden ist, oder warum der Klee auf manchen Feldern nicht mehr gedeiht, oder warum die Erbsen erst in langen Zwischenräumen auf demselben Felde wieder gute Ernten geben, beschäftigen den schriftstellernden Landwirth natürlich nicht; er spricht davon wie von der Natur gegebenen Dingen, die sich nicht ändern lassen, und die der Landwirth in seinem Betriebe zurecht legen müsse. Aber in dem nicht leicht denkbaren Falle, dass die Lösung derselben oder die Beseitigung einer Schwierigkeit dem praktischen Manne, dem er sie aufgebürdet, gelingen sollte, betrachtet er es als seine schönste Aufgabe, ihm durch eine Reihe von chemischen Analysen zu beweisen, wie innig die Theorie sich der Praxis anschliesst.

Diese Lehren der schriftstellernden Landwirthe bringen den Landwirthen, für die sie gemacht sind, keinen Schaden; die letzteren erhalten ihre Felder durch Stallmist und durch Ankauf von Guano und den andern Beidüngern dauernd fruchtbar; eine Erschöpfung derselben findet in ihrem einfachen Betriebe nicht statt; was sie an Korn- und Fleischbestandtheilen dem Felde nehmen, ersetzen sie vollständig und mehr als vollständig wieder.

Obwohl für diese glücklichen Feldbesitzer die wissenschaftliche Lehre eine sehr untergeordnete Rolle in ihrem Betriebe spielt, indem ihr ganzes Wissen in ein paar Recepten besteht, die sich auf ein Kartenblatt schreiben lassen, so sind dennoch für sie die geschätztesten landwirthschaftlichen Hand- und Lehrbücher und die meisten Artikel in den landwirthschaftlichen Zeitschriften verfasst; für sie werden landwirthschaftliche Bodenkunden und Düngerlehren geschrieben, mit naturwissenschaftlichen Kenntnissen aus der Chemie, Physik, Botanik und Geognosie verziert; für sie die vielen chemischen Analysen von

[XIII] Korn und Stroh, von Heu und Rüben gemacht; sie lesen oder verstehen freilich dies alles nicht, weil in der That kein verständlicher Sinn darin ist, und wissen, dass diese Zahlenreihen sie in ihrem Geschäfte um kein Haar breit fördern, allein sie erfreuen sich doch daran wegen der tiefen wissenschaftlichen Begründung der Landwirthschaft, die sie mit Neigung und Nutzen betreiben.

Eine zweite, zunächst kommende Classe von Landwirthen besitzt Grund und Boden, aber weniger Capital als die erste; ihre Felder geben durch die einfache Bewirthschaftung mit Stalldünger gute Ernten, sie kaufen wenig oder unzureichend Guano oder von den andern Beidüngern, und auf die Lehre der landwirthschaftlichen Schriftsteller von der Unerschöpflichkeit ihrer Felder an den Mineralbestandtheilen vertrauend, die für einen ganz anderen Betrieb berechnet ist, glauben sie, dass die Fruchtbarkeit keine Grenze habe; an den vorräthigen Bedingungen der Fruchtbarkeit ihrer Felder fehle es noch nicht und meinen, es sei dann erst Zeit der Noth zu begegnen, wenn sie an ihre Thüre klopfe.

Auch diese lesen die landwirthschaftlichen Zeitschriften und sind vollkommen mit sich einig, dass die Grundsätze der Wissenschaft auf ihren Betrieb nicht passten. Sie sind das Echo der Ansichten der Männer der ersten Classe und warme Anhänger der Lehren der landwirthschaftlichen Schriftsteller, obwohl durch ihren Betrieb ihre Felder jedes Jahr dem Ruine näher geführt werden, dem sie unausweichlich durch ihre Bewirthschaftung verfallen müssen.

Der Widerstand, den die wissenschaftliche Lehre bei den Männern der Praxis dieser Classe gefunden hat, beruht theils auf der Unbekanntschaft mit den unverfälschten Grundsätzen derselben, theils auf ihrer unrichtigen Auffassung und Auslegung.

Wenn ich den falschen Urtheilen und dem Widerspruch dieser Männer in rein chemischen Dingen, welche den Boden, den Dünger und die Ernährung der Pflanzen betreffen, mit derjenigen Schärfe entgegengetreten bin, welche die Ueberzeugung eingiebt, so muss man nicht verkennen, dass sie im Streite die Angreifer gewesen sind; ein Angriff ihrer Ansichten von meiner Seite wäre nicht zu entschuldigen gewesen, da sie mit der Unbefangenheit, welche denen eigen ist, die sich über Dinge ein Urtheil zutrauen, die sie nicht verstehen, offen das Geständniss abgelegt haben, dass die Chemie und die Naturwissenschaften ihnen fremde Gebiete sind.

Es sind ohne Ausnahme Männer, welche die Achtung verdienen, die sie in bürgerlichen Verhältnissen geniessen, und welche persönlich zu verletzen mir nicht in den Sinn kommen konnte.

[XIV] Aber wenn sie als Träger und Verbreiter von Lehren auftreten, welche nichts für sich haben, als dass man ein halbes Jahrhundert darnach gewirthschaftet hat, denen alle und jede vernunftgemässe und dem Standpunkt der Chemie und den andern Naturwissenschaften entsprechende Begründung ermangelt, Lehren, die im Verlauf der Zeit die Quellen des Wohlstandes der ackerbautreibenden Bevölkerung zum Versiegen bringen müssten, so würde mir eine jede Rücksicht auf ihre Person und Stellung zur Verdeckung der Schwäche und Haltlosigkeit ihrer Gründe und ihrer völligen Unbekanntschaft mit den Anfangsgründen der Chemie und der Naturwissenschaften, ein Verbrechen an dem Gemeinwohl erscheinen.

Aus Mangel an wahrer Einsicht in ihren eignen Betrieb sind sie in ihrer Verblendung die schlimmsten Feinde der Wissenschaft, deren Ziel sie nicht begreifen.

Es sind in ihren Folgen zu ernste Dinge, um die es sich in der Erörterung wissenschaftlicher Fragen in der Landwirthschaft handelt, und es mag sich jeder vorher prüfen, ob er sie richtig versteht, ehe er das Wort ergreift.

Ein Hauptziel des praktischen Mannes ist wirksame Dünger aufzufinden, durch deren Anwendung unfruchtbare Felder fruchtbar und die Erträge des fruchtbaren verdoppelt werden, aber auf dem empirischen Wege mit verbundenen Augen werden sie nicht oder nur durch Zufall gefunden: der praktische Mann weiss nicht, dass man sich Jahre lang mit kleinen, scheinbar unbedeutenden Dingen abmühen muss, ehe man das Grosse begreift.

Der Weg, auf dem die Wissenschaft wirksame Dünger sucht, ist ein anderer, viel mühsamerer aber sicherer; dieser Weg ist doppelt schwierig, weil der Mann der Wissenschaft, der ihn einschlägt, nicht nur die irrigen Lehren in dem Gebiete der Praxis zu bekämpfen hat, sondern auch die Irrthümer in seiner eigenen Wissenschaft, die ihn als Kind seiner Zeit beherrschen und seinen Fuss zum Straucheln bringen; allein er weiss, dass die Erkenntniss eines Irrthums an sich ein Sieg und der Pfad zum Lichte dornenvoll und finster ist.

Die herrschende landwirthschaftliche Literatur hat keine Hülfe für die kleinen Gutsbesitzer, den kleinen Bauer, für den, welcher wenig oder kein Capital, kein gutes Ackerland, keine Wiesen, einen unzureichenden Viehstand und darum wenig oder keinen Stalldünger besitzt, und die, welche Handelsgewächse, Tabak, Hopfen, Flachs, Hanf oder Wein bauen, finden in ihr keine Belehrung, keine Einsicht in das Wesen ihres Betriebes, sondern nur unzureichende für gewisse Oertlichkeiten passende Vorschriften.

[XV] Die Wissenschaft soll hingegen ein Gemeingut Aller sein, sie soll allen Hülfsbedürftigen und Hülfesuchenden helfen und das geistige Vermögen der Armen und Reichen vermehren, die „reinen Sinnes“ die Wahrheit wollen.

Man wird hieraus die Gründe entnehmen, die mich bestimmt haben, eine Reihe von landwirthschaftlichen Briefen in diese neue Ausgabe meiner chemischen Briefe aufzunehmen; ich wünsche die gebildeten Männer der Nation mit den Grundsätzen bekannt zu machen, welche die Chemie in Bezug auf die Ernährung der Pflanzen, auf die Bedingungen der Fruchtbarkeit der Felder und die Ursachen ihrer Erschöpfung ermittelt hat, und wenn ich glücklich genug bin, die Ueberzeugung von ihrer Wichtigkeit und ihrer hohen nationalökonomischen Bedeutung in einem weiteren Kreise zu verbreiten und zu befestigen, so scheint mir damit eine Aufgabe meines Lebens gelöst; mit ihrem Beistand halte ich den Erfolg für gewiss; ohne ihre Hülfe scheint er mir unmöglich zu sein.

Für diejenigen Landwirthe, welche Gegner der wissenschaftlichen Lehre aus Unbekanntschaft mit derselben sind, ist es zuletzt wichtig, ihre Aufmerksamkeit immer wieder und ohne müde zu werden den Thatsachen zuzulenken, auf welchen die wissenschaftlichen Grundsätze beruhen, denn wenn es gelingt, ihr Nachdenken für die Prüfung derselben zu gewinnen, so sind sie auch für die Lehre gewonnen.

Die in den Naturwissenschaften erworbenen Gesetze beherrschen den zukünftigen geistigen und materiellen Fortschritt der Länder und Völker, jeder Einzelne ist an den Fragen betheiligt, die sich an ihre Anwendung knüpfen.

Der Verfasser.


Vorrede zur Volksausgabe.


In der gegenwärtigen Zeit, wo die Ueberzeugung von der Wichtigkeit der Bekanntschaft mit den Naturerscheinungen immer mehr Boden in den Bevölkerungen gewinnt und wo die Anwendung der Naturgesetze auf die Verbesserungen in den Gewerben, der Industrie und Landwirthschaft, so wie zur Befriedigung vieler andern Bedürfnisse des Lebens, beinahe täglich zu den grössten und bewundernswürdigsten Erfolgen führt und geführt hat, hat es der Herr Verleger meiner „Chemischen Briefe“ für angemessen und nützlich

[XVI] gehalten, dieses Werk in einer Volksausgabe den weitesten Kreisen zugänglich zu machen; ich wünsche aufrichtig, dass es auch in diesen zahlreiche Freunde sich erwerben und dazu beitragen möchte, dem Verständniss der Lehren der Wissenschaft, zum Nutzen für die Praxis, den Weg zu bahnen.

München, den 1. Juli 1865.

Justus von Liebig.


Vorwort zur sechsten Auflage.


Die chemischen Briefe meines Vaters gehören der Nationalliteratur an, und werden in derselben, so wie er sie verfasst hat, ein Denkmal seines Geistes und der Stufe bleiben, auf welche er seine Wissenschaft geführt.

Aus diesem Grunde, und weil in der That die nach ihm vorgenommenen Forschungen noch keine Ergebnisse geliefert haben, welche eine Umbildung der Grundlagen seiner Lehren bedingen, hielten die Familienglieder es für geeignet den Text, wie er ihn zuletzt selbst festgestellt, unverändert abdrucken zu lassen.

München, den 1. Januar 1878.

Georg von Liebig.

[XVII]


Inhaltsverzeichniss.


Erster Brief 1

Wichtigkeit der Chemie; ihr Rang unter den Naturwissenschaften. – Periode der neuen Chemie. – Lavoisier. – Die Chemie hat ähnlich der Mathematik ihre eigne Sprache. – Die Sprache der Erscheinungen. – Eigenschaften der Körper. – Chemische Analyse. – Angewandte Chemie. – Bekanntschaft mit den chemischen Processen und der Analyse, die Grundlage aller Entdeckungen und Anwendungen. – Einfluss der Chemie auf Physiologie und Medicin. – Lebenskraft im Gegensatz zu den chemischen Kräften. – Einfluss derselben auf Industrie, Agricultur und Staatsleben.

Zweiter Brief 15

Aeltere Ansichten über die Natur und Eigenschaften der Körper. – Verborgene Qualitäten. – Die heutige Methode der Naturforschung. – Bedingungen einer Naturerscheinung. – Kräfte. – Naturbeobachtung. – Versuch. – Gesetz. – Erklärung einer Naturerscheinung. – Praxis im Gegensatz zur Theorie. – Unendlichkeit der Welt. – Die Macht des menschlichen Geistes.– Naturerkenntniss, die Vermittlerin der Religion. – Der Weg zur geistigen Vervollkommnung.

Dritter Brief 24

Geschichte der Chemie. Umsturz der alten Chemie zur Zeit der französischen Revolution durch Lavoisier. – Dessen Verdienste. – Die Chemie, eine der ältesten Wissenschaften, verdankt ihre Entstehung dem Streben nach irdischer Glückseligkeit. – Erste Periode: Periode der Alchemie; Wesen der Alchemie; ihr Entstehen aus der Magie der alten Aegypter; ihre Verbreitung durch die Araber; deutsche Alchemisten (Geber, Roger Baco, Albertus Magnus); Stein der Weisen; Ursachen des Glaubens an Metallverwandlungen; Angaben über gelungene Goldmacherei; Werth der Alchemie; ihr Nutzen durch Anregung zu Forschungen; Alchemie, Goldmacherei, jetzige Chemie. – Zweite Periode: die phlogistische Chemie; Stahl’s Verdienste; Erklärung des Phlogiston; Hales, Bla; Epoche der quantitativen Untersuchungen; Vergleich der drei Perioden der Chemie. – Dritte Periode: Periode der Neuzeit; die Verhältnissbestimmung der von einander abhängigen Eigenschaften der Körper durch Maass und Gewicht.

Vierter Brief 39

Druck der Wissenschaft durch die Scholastik. – Falsche Geistesrichtung der Gelehrten des Mittelalters; die Mathematik im Widerspruch mit der heiligen Schrift; neue Entwickelung der Wissenschaft durch Kopernikus, Columbus, Kepler, Galiläi, Newton; Verbreitung ihrer Idee durch Erfindung der Buchdruckerkunst. Umwälzung der Chemie durch Verschmelzung mit der Heilkunst. – Aristoteles’ Lehren über den Ursprung und die Eigenschaften der Dinge; seine Lehre von den vier Elementen. – Erstes theoretisches System der Heilkunde von Galen. Fortbau auf demselben durch die Alchemisten; Annahme dreier neuer Elemente: Mercurius, Schwefel, Salz; Elementarqualitäten der Alchemisten; alchemistische Bezeichnungsweisen für irdische Vorgänge; Ansichten über die Heilkraft des Steines der Weisen; Anwendung chemischer Präparate in der Medicin; Umsturz der alten Galenischen Heilkunst durch Paracelsus; Archäus; die Medicin der Jetztzeit, ihre Irrlehren (Homöopathie).

Fünfter Brief 55

Chemische Kräfte. – Chemische Verbindung. – Chemische Zersetzung. – Chemische Verwandtschaft, Affinität. – Eintheilung der Elemente; Metalle und Metalloide. Wirkung der Wärme auf die Körper. – Das Streben der Körper in gewissen Temperaturen Luftformen anzunehmen, spielt eine wichtige Rolle in allen Zersetzungs- und Verbindungsprocessen. – Cohäsionskraft. – Niederschlag. – Verschiedene Wege der chemischen Analyse.

[XVIII]

Sechster Brief 59

Charakteristik der chemischen Verbindung. Erstes und wichtigstes Verbindungsgesetz. – Gewichtsverhältnisse einiger chemischen Verbindungen. – Vertretung der Bestandtheile einer chemischen Verbindung. – Gewichtsmengen einiger einfachen Körper. – Mischungsgewichte, Aequivalente. – Zeichensprache der Chemiker. – Säure, Basis, Salz. – Werth der Zeichensprache.

Siebter Brief 65

Ursache der chemischen Proportionen. – Atomistische Theorie. – Raumverhältniss der Körper. – Atome, einfache, zusammengesetzte. – Unterschied der chemischen Verwandtschaft von der Cohäsionskraft. – Relatives Gewicht der Atome. – Eigentliche Bedeutung der Aequivalentenzahlen.

Achter Brief 69

Weitere Betrachtungen über die Atome; Form derselben. – Krystallisation verschiedener Salze. – Gleichheit von Krystallformen nicht der einzige Grund des Zusammenkrystallisirens zweier Körper. – Krystallgestalt ist unabhängig von der Verschiedenheit der Elemente. – Alaune. – Isomorphe Substanzen. – Wichtigkeit des Isomorphismus für die Mineralogie. – Specifisches Gewicht. Bedingung für das Gleichbleiben der Krystallform verschiedener Körper. – Atomvolum, specifsches Volum.

Neunter Brief 77

Mittel und Werkzeuge des Chemikers. – Glas, Kork, Platin, Kautschuk. – Laboratorium. – Die Wage. – Ermittelung der Zusammensetzung der festen Erdrinde. – Mineralchemie. – Entdeckung der künstlichen Darstellung des Lasursteins. – Organische Chemie, Pflanzen-, Thier-, physiologische Chemie.

Zehnter Brief 79

Die Formen der Körper sind nur relativ beständig. – Mariottisches Gesetz. – Compression der Gase; Apparate dazu. – Flüssige Kohlensäure; feste. – Eigenschaften derselben. – Benetzung, wichtigste Bedingung eines raschen Wärmeüberganges. – Leidenfrost’scher Versuch. – Darstellung flüssiger Kohlensäure. – Absorption der Gase durch poröse Körper. – Kohle, Platinschwarz. – Verbrennung des Ammoniakgases. – Schwefelsäure. – Fabrikation derselben mit Salpetergas. – Status nascens.

Elfter Brief 87

Fabrikation der Soda aus Kochsalz als Beispiel des innigen Zusammenhanges der verschiedensten Industriezweige und des Handels mit der Chemie. – Glas; Wasserglas; stereochromische Malerei. – Infusorien-Erde. – Seife; Schwefelsäure; Chili-Salpeter; Kupfervitriol. – Saurer phosphorsaurer Kalk, wichtigstes Düngungsmittel in der Landwirthschaft. – Verbrauch in England. – Salzsäure; Bleichkalk; Leimfabrikation; Affiniren des Silbers. – Schwefelhandel.

Zwölfter Brief 96

Unausführbare Ideen haben oft nützliche Resultate. – Benutzung des Elektromagnetismus als bewegende Kraft. – Verhältniss zwischen Kohle und Zink als Kraftquellen. – Die Runkelrübenzuckerfabrikation; ihre nationalökonomischen Nachtheile; ihre Zukunft. – Fabrikation des Leuchtgases aus Harz und Oelen; aus Kohlen; aus Holz.

Dreizehnter Brief 103

Dampfmaschinen. – Wärme. – Arbeitskraft; Pferdekraft. – Reibung. – Perpetuum mobile. – Dr. Mayer’s Vorstellungen über das Wesen der Naturkräfte. – Ursache und Wirkung. – Unzerstörbarkeit; Wandelbarkeit. – Bewegung, Ursache der Wärme. – Beziehung zwischen Wärme und mechanischer Bewegung. – Elektrischer Strom; sein Verhalten; seine Umwandlung in Wärme und in magnetische Zugkraft; chemische Zersetzung des Wassers. – Das Sonnenlicht, Ursache der Bewegung auf der Erde. – Licht und Wärme bei der Verbrennung von Holz; Oel ist geliehenes Sonnenlicht. – Der Lebensprocess in der Pflanze, der Gegensatz des chemischen Processes in der Salzbildung. – Der Stoffwechsel, die Quelle der mechanischen Kraft im Körper

[XIX]

Vierzehnter Brief 111

Falsche Ansicht über die physikalischen Eigenschaften der Körper, gestürzt durch Entdeckung der isomerischen Körper. – Cyanursäure, Cyansäure, Cyamelid als Beispiel. – Zusammengesetzte Atome. – Amorphismus. – Krystallisation. – Isomorphismus. – Als Beispiele Phosphor und Cyan.

Fünfzehnter Brief 115

Allotropische Zustände einfacher Körper. – Schönbein’s Entdeckung des ozonisirten Sauerstoffs. – Verschiedene Eigenschaften des gewöhnlichen Sauerstoffs und des ozonisirten. – Reagentien auf denselben. – Ueberführung des Sauerstoffs der Luft in ozonisirten. – Durch Phosphor; Bittermandelöl, schweflige Säure, Terpentinöl. – Ueberführung des Ammoniakgases in salpetersaures Ammoniak. – Von allen Eigenschaften eines Körpers ist nur das Gewicht constant. – Brodin’s chemische Differenz und chemisch-polare Substanzen.

Sechzehnter Brief 122

Die physiologischen Kräfte in ihrem Verhalten zur chemischen Kraft. – Ihr Einfluss auf äussere Form und Beschaffenheit gleichartiger und Ordnungsweise ungleichartiger Atome. – Einfluss der Wärme auf die Affinität. – Unterschied der organischen Körper von den Mineralsubstanzen. – Wärme bedingende Ursache der Form der anorganischen Verbindungen; Wärme, Licht und vorzüglich die Lebenskraft bedingende Ursache der Form und der Eigenschaften organischer Körper.

Siebzehnter Brief 127

Kohlensäure, Wasser, Ammoniak, die Grundstoffe aller organischen Verbindungen. – Entstehung und Bildung höherer organischer Verbindungen. – Gepaarte Verbindungen. – Veränderung der organischen Körper nach dem Tode. – Naturprocess nach der Auflösung. – Die nächste Ursache desselben ist die Wirkung des Sauerstoffs bei einer gewissen Temperatur und Gegenwart von Wasser. – Gährung. – Fäulnissprocess. – Ferment. – Vergleichung der Wirkung der Fermente auf gährungsfähige Stoffe mit der Wärme auf organische Substanzen. – Einfluss der Wärme auf die Gährungsproducte. – Fäulnisswidrige Substanzen. – Weingährung. – Fuselöl. – Ursache des Geruchs und Geschmacks der Weine. – Oenanthsäure-Aether.

Achtzehnter Brief 137

Eigenschaften des thierischen und vegetabilischen Käses. – Verhalten des Pflanzenkäses gegen Salicin. – Saligenin. – Verhalten des Pflanzenkäses gegen Amygdalin. – Bildung von Bittermandelöl und Blausäure. – Einfluss der Gegenwart von Wasser. – Erzeugung des flüchtigen Senföls. – Aehnlich dem Pflanzenkäse wirkt der Kleber der Getreidearten. – Eigenschaften des Klebers. – Bier. – Aehnliche Erscheinungen. – Ahornzucker, Nachreifen des Obstes. – Ameisensäure. – Aehnlich dem Kleber wirkt die thierische Haut. – Lab; Käsebereitung. – Eigenschaften des Käses. – Ursachen des verschiedenen Geschmackes und Geruches der verschiedenen Käsesorten. – Künstlicher Magensaft. – Eigenschaften der Gährungserreger. – Laplace’s und Berthollet’s Gesetz.

Neunzehnter Brief 146

Chemische Action des Sauerstoffs. – Verwesungsprocess. – Bedingungen desselben. – Technische Anwendung des Verwesungsprocesses; Rasenbleiche. – Verhalten des Wasserstoff- und anderer Gase gegen Sauerstoff. – Schnellessigfabrikation. – Salpeterbildung. – Wein- und Bierhefe. – Gährverfahren in Bayern. – Weinbereitung.

[XX]

Zwanzigster Brief 154

Einfluss der Siedehitze auf die in Gährung und Fäulniss befindlichen Körper. – Anwendung dieser Erfahrung: Gay-Lussac’s Aufbewahrung organischer Körper. – Vergleich der Erscheinungen der Fäulniss und Gährung mit den Vorgängen in belebten, thierischen Körpern. – Ueber die Natur der Contagien und Miasmen. – Leichengift; Wurstgift. – Contagiöse Krankheiten.

Einundzwanzigster Brief 158

Ansichten über die Natur des Gährungs- und Fäulnissprocesses. – Hefenzellen. – Wirkung der Hefe auf den Zucker. – Alkoholgährung. – Mikroskopische Thiere als Gährungsursache. – Sauerstoffgasentwicklung aus Wasser durch Gegenwart von Infusorien. – Sie beschleunigen die Verwesung. – Parasitentheorie. – Krätze. – Muscardine. – Contagiöse Krankheiten ohne Parasiten. – Ueber die Grenze der Wirkungen der chemischen Kräfte und der Lebenskraft.

Zweiundzwanzigster Brief 170

Verhältniss der Physiologie zur Chemie. – Unterschied der physiologischen und chemischen Bezeichnungsweise. – Harn, Galle, Blut; Eigenschaften derselben. – Verschiedenheit der Untersuchungsweisen der Chemie und Physiologie. – Die im Organismus wirkenden Kräfte. – Lebenskraft; physikalische Kräfte. – Eigenthümlichkeiten der sogenannten Molecularkräfte, die wir noch nicht erkannt haben. – Krystallisationserscheinungen bei Glaubersalz. – Abdruck von Zeichnungen mittelst Joddämpfen. – Rolle der festen Bestandtheile des Blutes im Athmungsprocess.

Dreiundzwanzigster Brief 179

Wirkung des Sauerstoffs ausserhalb und innerhalb der Pflanze. – Aus 3–5 Elementen entsteht die unendliche Reihe der organischen Verbindungen. – Ihre Eigenschaften sind durch die chemische Analyse nicht zu erklären. – Gestalt der anorganischen und organischen Körper. – Ursachen der Entstehung einer jeden chemischen Verbindung. – Dilettanten-Ansichten über die Entstehung der Welt und des Lebens. – Bischoff’s Ansichten über die Entwicklungsgeschichte. – Ansichten der Dilettanten über die Zelle und über ihre organischen Verbindungen. – Generatio aequivoca. – Ewiges Bestehen der Materie. – Methode der Ausschliessung. – Materialismus.

Vierundzwanzigster Brief 188

Die sogenannte Selbstverbrennung als Beispiel für den Unterschied der jetzigen und früheren Methode der Untersuchung und Beweisführung in dem Gebiete der Naturerscheinungen. – Erzählung verschiedener Fälle. – Die über Selbstverbrennung aufgestellten Theorien. – Widerlegung derselben.

Fünfundzwanzigster Brief 207

Die Aufgabe der Naturforschung ist die Ermittelung der Naturgesetze. – Beziehungen zwischen der Siedetemperatur und dem Luftdruck. – Beziehungen des Siedepunktes der Flüssigkeiten zu ihrer Zusammensetzung. – Als Beispiele Holzgeist, Weingeist, Fuselöl. – Beziehung zwischen Siedepunkt und Zusammensetzung auf das specifische Gewicht organischer Körper. – Beziehung zwischen der specifischen Wärme und dem Mischungsgewicht verschiedener Körper. – Zusammenhang der specifischen Wärme der Gase mit dem Fortpflanzungsvermögen des Schalles. – Die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Elemente, ihre Form und Ordnungsweise, spielen eine bestimmte Rolle in den Lebenserscheinungen. – Beziehungen der Anatomie und Chemie zur Physiologie. – Bedeutung der chemischen Formeln.

[XXI]

Sechsundzwanzigster Brief 216

Nahrungsmittel im Allgemeinen. – Stillung des Hungers, Athmungsprocess: Bedingungen des Unterhalts des thierischen Lebens. – Wirkung des Sauerstoffs der Luft auf den thierischen Organismus. – Zufuhr von Kohlen- und Wasserstoff durch die Speisen. – Verhältniss des Sauerstoffverbrauchs und der Respiration.

Siebenundzwanzigster Brief 219

Thierische Wärme. – Von der Umgebung unabhängige Quellen derselben. – Verlust und Ersatz derselben. – Einfluss der Jahreszeiten. – Das Klima. – Ueber die Menge der zu geniessenden Speisen. – Wirkung des Sauerstoffs auf Hungernde; in chronischen Krankheiten. – Gleiches Verhältniss der Abhängigkeit zwischen Respirations- und Digestionsorganen.

Achtundzwanzigster Brief 226

Respiration. – Respirationsorgane und Kreislauf des Blutes. – Capacität der Lungen. – Farbeveränderung des Blutes. – Aenderung in der Zusammensetzung desselben. – Atmosphärische Luft. – Chemische Veränderungen derselben in den Lungen. – Kohlensäure und Sauerstoffgas in Beziehung auf ihre Wirkung auf das Blut. – Irrespirable Luft. – Mittel gegen dieselbe. – Verschwinden von Sauerstoff im Athmungsprocess. – Entwicklung von Wärme durch denselben.

Neunundzwanzigster Brief 237

Nahrungsmittel im Besonderen. – Blutalbumin. – Hohe Bedeutung desselben für den thierischen Lebensprocess. – Nahrungsmittel im eigentlichen Sinne. – Fleischfibrin. – Casein. – Ernährungsprocess der Fleisch- und Pflanzenfresser. – Aehnlichkeit gewisser Pflanzenstoffe mit Thierstoffen. – Grünes Satzmehl, Kleber. – Ernährungsstoff der Pflanzensäfte. – Die Samenlappen der Leguminosen. – Vergleich der physikalischen Eigenschaften derselben. – Ihre Zersetzungsproducte. – Plastische Nahrungsmittel.

Dreissigster Brief 244

Stickstoff- und schwefelfreie Bestandtheile der Nahrung. – Milchzucker. – Traubenzucker. – Rohrzucker. – Amylum. – Dextrin. – Fette. – Tabelle über das Gewichtsverhältniss der plastischen zu den stickstofffreien Bestandtheilen der Nahrungsmittel. – Wassergehalt derselben. – Instinctgesetz über die Wahl der Speisen. – Vergleich der Körperbestandtheile mit denen der Nahrung. – Wirkung der Nahrung auf den Organismus. – Bedeutung der plastischen Bestandtheile der Nahrung als Quelle aller Krafterzeugung. – Mastfutter der deutschen Landwirthschaft. – Bedeutung der stickstofffreien Bestandtheile der Nahrung als Respirationsmittel. – Fettbildung. – Bedingungen derselben. – Vergleichung verschiedener Stoffe nach ihrem Werth als Respirationsmittel.

Einunddreissigster Brief 261

Die Salze des Blutes. – Ihre Quellen. – Die Aschenbestandtheile des Blutes, verglichen mit der Asche der Nahrungsmittel. – Freies Alkali im Blut. – Einfluss desselben auf die Beschaffenheit des Blutes. – Bedeutung der Phosphorsäure für den Lebensprocess. - Die Bildung und Erzeugung des Blutes ist abhängig von freien Alkali, die der geformten Theile des Körpers von der Phosphorsäure. – Identität der Eigenschaften des phosphorsauren mit dem kohlensauren Alkali im Blute. – Abhängigkeit der unorganischen Bestandtheile des Blutes von der Nahrung. – Einfluss des Wechsels zwischen vegetabilischer und animalischer Nahrung auf den Secretionsprocess. – Uebergang der unorganischen Bestandtheile des Blutes in den Harn und die Fäces. – Vergleich der unverbrennlichen Aschenbestandtheile der Nahrung unter einander. – Alkalischer und saurer Harn. – Bedeutung der besprochenen Verhältnisse für die Medicin. – Einfluss des Alkali’s auf eingefärbte und farblose Stoffe; ähnliche Wirkung im Blut durch Vermittelung und Erhöhung der Verbrennlichkeit der Respirationsmittel. – Einfluss des Gehaltes des Blutes an kohlensaurem oder phosphorsaurem Alkali. – Kochsalz und Eisengehalt des Blutes. – Bedeutung des Kochsalzes für den Lebensprocess. – Beziehungen der Bestandtheile des Kochsalzes zu den organischen Processen. – Wirkung des Kochsalzes auf Harnstoff und Zucker. – Nutzen des Kochsalzzusatzes zum Futter. – Einfluss des Kochsalzes auf den organischen Aufsaugungsprocess.

[XXII]

Zweiunddreissigster Brief 282

Animalische und vegetabilische Nahrung. – Fleisch. – Fleischfibrin. – Fleischalbumin. – Fleischextract. – Fleischbrühe. – Zubereitung des Fleisches. – Kochen, Braten. – Bestandtheile des Fleischextractes: Kreatin, Kreatinin, Inosit, Inosinsäure und noch nicht hinlänglich bekannte unkrystallisirbare Verbindungen. – Wirkung der Fleischbrühe. – Suppentafeln. – Wirksamkeit der Leimsubstanz. – Ernährungsfähigkeit der Fleischbrühe. – Aschenanalysen des Fleisches, der Fleischbrühe und des ausgekochten Fleisches. – Eingesalzenes Fleisch. – Unterschied in den unorganischen Bestandtheilen verschiedener Fleischsorten. – Eisengehalt des Blutes und Fleisches. – Fischfleisch. – Vergleichende Uebersicht über die im Organismus gebildeten Stickstoffverbindungen. – Vorkommen von Schwefel im Organismus. – Verhältnisse des Caseins, der Gallenbestandtheile und des Harns nach den Aequivalenten ihrer Elemente. – Bestandtheile der Getreidesamen. – Mehl, Brod. – Zusätze zum Mehl bei der Brodbereitung. – Ersatzmittel des Brodes in Hungersnoth. – Weizenkleber. – Oberteig. – Kleie. – Auswahl von Speisen. – Wirkungen derselben in Beziehung auf die körperlichen und geistigen Funktionen der Menschen. – Wein, Branntwein, Thee, Kaffee, Chocolade. – Ihre Wirkungen auf den Lebensprocess. – Bestandtheile des Thee’s und Kaffee’s. – Thein. - Eigenschaften desselben. – Zersetzungsproducte desselben. – Eigenschaften des Kaffee’s. – Betrachtungen über Fleisch- und Pflanzennahrung. – Lebensbedürfnisse des Menschen. – Vergleichung des menschlichen Organismus mit dem Organismus des Staates.

Dreiunddreissigster Brief 318

Principien der rationellen Agricultur. – Ursprung der Bestandtheile der Thiere und Pflanzen. – Meerpflanzen. – Landpflanzen. – Antheil des Bodens und der Atmosphäre an den Lebensprocessen der Pflanzen. – Bedeutung der mineralischen Nahrungsstoffe für das Leben der Pflanzen.

Vierunddreissigster Brief 323

Die Landwirthschaft als Kunst und Wissenschaft. – Einfluss der Bodencultur. – Wirkungen der Zeit (Brache). – Vergrösserung der Oberfläche begünstigt die Verwitterung.

Fünfunddreissigster Brief 326

Ueber den Einfluss der Chemie auf die Agricultur. – Begriff der Brache. – Andere als mechanische Mittel, den Boden aufzuschliessen: gebrannter Kalk. – Wirkung desselben auf die Ackerkrume. – Der Thon und seine Modificationen. – Einfluss des Brennens auf denselben. – Verschiedenheit des gebrannten und ungebrannten Thons. – Mergeldüngung. - Braun- und Steinkohlenasche.

Sechsunddreissigster Brief 330

Wirkungsweise des Düngers im engeren Sinne. – Ursprung der Excremente. – Ersatz der dem Boden entzogenen Bestandtheile, welche die Atmosphäre nicht liefern kann, ist die Hauptaufgabe der Agricultur. – Die fixen Bestandtheile der Exkremente sind abhängig von der Nahrung. – Analyse derselben. – Versuche des Verfassers über die Wirkung der Mineralbestandtheile des Düngers.

Siebenunddreissigster Brief 336

Die praktische Landwirthschaft in ihrem Verhalten zur wissenschaftlichen Chemie. – Experimentirkunst und Theorie. – Inductive Methode. – Streben der Landwirthschaft nach Wissenschaftlichkeit. – Afterwissenschaft. – Ursachen der langsamen Entwickelung der wahren Wissenschaft in der Landwirthschaft. – Gegenwärtiger Zustand der Entwickelung.

[XXIII]

Achtunddreissigster Brief 346

Allgemeinste Bedingungen des Pflanzenlebens. – Bestandtheile der Pflanzenasche. – Nahrungsstoffe der Pflanzen. – Wirkung und Theilnahme des Bodens an der Vegetation. – Schnelligkeit und Dauer der Wirkung eines Nahrungsstoffes. – Falsche Ansicht über die Wirkung des Wassers. – Verhalten der Ackererde gegen Kali, Ammoniak und Phosphorsäure.

Neununddreissigster Brief 353

Die Pflanze bezieht ihre Nahrung wahrscheinlich direct von der Ackerkrume. – Analysen von Fluss-, Quell- und Drainwasser. – Betrachtungen darüber. – Mitwirkung der Pflanzen an der Auflösung der Mineralbestandtheile. – Untersuchung der Wasserlinsen. – Sumpfschlamm als Düngemittel. – Eigenschaft der Ackererde der feuchten Luft den Wasserdampf zu entziehen und in ihren Poren zu verdichten. – Erscheinung bei der Absorption und Verdunstung.

Vierzigster Brief 360

Antheil des Humus an der Vegetation. – Lawes’ Versuche über die Wirkung der Ammoniaksalze. – Wirkung der salpetersauren Salze. – Des Kochsalzes. – Düngungsversuche mit Ammoniaksalzen und gleichzeitig mit Kochsalz auf Sommergerste. – Zweck der Düngungsversuche in der praktischen Landwirthschaft. – Nutzen des Kochsalzes als Beigabe zu Düngungsmitteln. – Verhalten der Ammoniaksalze, des Chlornatriums und salpetersauren Natrons gegen die phosphorsauren Erdsalze in der Ackerkrume und ihre Wirkung auf den Pflanzenwuchs.

Einundvierzigster Brief 369

Ueber den Einfluss des Stickstoffs auf die Ertragsfähigkeit des Feldes. Die Versuche von Schattenmann, Lawes’ und Kuhlmann. – Folgerungen aus denselben. – Ungleiche Ertragsfähigkeit von Feldern in derselben Gegend. Verhältniss der Erträge und ihrer Dauer zu der Summe der fixen Nahrungsmittel im Boden.

Zweiundvierzigster Brief 376

Die atmosphärischen Nahrungsstoffe. – Unterschied zwischen den dauernden Gewächsen und den einjährigen Pflanzen in Beziehung auf die Aufnahme der Nahrung und die Richtung ihrer Verwendung. – Einfluss der Blattoberfläche der Pflanzen und Vegetationszeit derselben.

Dreiundvierzigster Brief 383

Einfluss der Zeit des Düngens auf die Wirkung der Düngmittel. – Bedingung für das Blühen und Samentragen der Pflanze. – Chemische Wirkung der Nahrungsmittel auf die Pflanze. – Dadurch bedingte Krankheiten der Pflanzen und die Mittel sie zu heben.

Vierundvierzigster Brief 387

Verhalten der Pflanzen bezüglich der Aufnahme ihrer unverbrennlichen Nahrungsstoffe. - Einfluss der mechanischen Bearbeitung des Bodens auf seine Fruchtbarkeit. – Gründüngung. – Erschöpfung des Bodens. – Gesetz derselben für Culturpflanzen. – Beschaffenheit der grossen Mehrzahl der europäischen Culturfelder. – Mitwirkung einer chemischen Action bei der Verbreitung der Nahrungsstoffe. – Ertragsfähigkeit der Felder. - Einfluss auf die Qualität des Samens. – Bedingungen des höchsten Kornertrags. – Verhalten der Blatt-, Rüben- und Knollengewächse zum Boden. – Erschöpfung des Untergrundes. – Verhältniss der Nahrungsmenge einer Pflanze zur Wurzeloberfläche. – Mistdüngung. – Begriff und Quellen des Mistes. – Stallmist. – Antheil der verbrennlichen und unverbrennlichen Bestandtheile des Mistes an der Wiederherstellung der Fruchtbarkeit. – Ursache der Wirkung des Stallmistes.

[XXIV]

Fünfundvierzigster Brief 402

Alle organischen Vorgänge sind durch Gesetze der Nothwendigkeit und gegenseitiger Abhängigkeit beherrscht. – Verhalten der Lehrer der Landwirthschaft gegen diese Gesetze. – Chemische Analyse und Praxis. – Die Lehren der Erfahrung in den Fragen über Boden, Ernteerträge und Düngung gegenüber der Naturwissenschaft. – Walz’ Ansichten über die Zusammensetzung des Bodens, Ursachen seiner Fruchtbarkeit und Erschöpfung und die Wirkung des Mistes. – Kritische Betrachtung derselben. – Lehre der modernen Landwirthschaft über die Mistproduction. – Ueber Guano und seinen Nutzen in der Landwirthschaft. – Ueber das Verhalten der Felder in der landwirthschaftlichen Cultur.

Sechsundvierzigster Brief 418

Die Aufgabe des wissenschaftlichen Landwirths und Lehrers der Landwirthschaft. – Naturgesetz für die Höhe und Dauer der Felderträge. – Raubwirthschaft. – Rationelle Cultur. – Wirkungen der Raubwirthschaft in Amerika. – Intensive Landwirthschaft. – Beziehungen zwischen Klee und Kornerzeugung. – System der Brachwirthschaft vor dem dreissigjährigen Kriege. – Beginn des deutschen Kleebaues. – Dreifelderwirthschaft. – Mistcultus und Irrlehren der modernen Landwirthschaft.

Siebenundvierzigster Brief 432

Ammoniak als Nahrungsmittel der Pflanze. – Rolle des Wassers in der Vegetation. – Bedingungen für die Anwendung des Ammoniaks als Düngemittel. – Landwirthschaftlicher Werth der Guanosorten und thierischen Excremente. – Verlust an Düngemitteln durch Nahrungseinfuhr in die Städte. – Ersatz derselben durch Guano. – Schädlicher Einfluss des Wein- und Tabakbaues auf die Korn- und Fleischerzeugung. – Naturgesetzlicher Grund der Verarmung der Länder durch die Cultur.

Achtundvierzigster Brief 444

Standpunkt des modernen Ackerbaues zur Geschichte. – Notizen über den Ackerbau aus den Schriften der alten Römer.

Neunundvierzigster Brief 449

Die Landwirthschaft in China.

Fünfzigster Brief 454

Zustand der höheren landwirthschaftlichen Lehranstalten. – Ihre Lebensunfähigkeit. – Die wissenschaftliche Lehre gegenüber den Landwirthen. – Uebereinstimmung der chemischen und landwirthschaftlichen Erfahrungen. – Einfache Formel für die in diesen Briefen ausgesprochenen chemischen Wahrheiten. – Recept für die Fruchtbarkeit der Felder und die ewige Dauer ihrer Erträge.

Anhang 462

Zur Geschichte des Knaben mit dem goldenen Zahne. Auszug aus dem Brief Galiläi’s. – Eigenschaften und Reactionen der von Crum entdeckten Modificationen der Thonerde. – Merkwürdige Krankheitszufälle in einer Familie, die von einem gehetzten Thiere gegessen. – Ein im Journal des Débats veröffentlichter Fall von spontaner Selbstverbrennung und drei darauf bezügliche Briefe. – Verbrauch an Nahrungsmitteln der Bergleute in Böckstein und Rauris. – Eine neue Fleischbrühe für Kranke. – Ein Mittel zur Verbesserung des Brodes. – Brod aus ausgewachsenem Roggen. – Ueber die Bedeutung der Grasnarbe bei der Anpflanzung einer Grasart; vergleichende Zusammenstellung verschiedener Rasenstücke zur Zeit der Entwickelung der Halme und daraus folgende Resultate.