Einsegnungsstunden 1916/5. Stunde

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5. Stunde
am Samstag, 25. November, vormittags 9 Uhr.
Lied 284. Psalm 36. Kollekte 208, 7.
Von der Liebe, die in Christo offenbar geworden ist.
Ein hervorragender Schrifttheologe der Vergangenheit, verehrte Schwestern, der vielen das Verständnis der Schrift geöffnet hat und nicht wenigen ein Führer zum Leben geworden ist, aber freilich auch in schroffer Sonderstellung dem kirchlichen Leben abgewandt war, hat öfter dagegen geeifert, daß man nicht vom „lieben“ Gott reden solle, es widerstreite das der Ehrerbietung, die wir Gott schuldig seien und man vergeße dabei den Ernst der göttlichen Heiligkeit und pflanze denselben nicht genugsam schon den Kindern ein. Nun ist ja wahr, daß die Anrede an Gott „lieber Gott“, in der heiligen Schrift sich nicht findet, nicht einmal die Anrede „lieber Vater; denn wo es Röm. 8, 15 so heißt, hat Luther aus dem Geist der deutschen Sprache heraus diese Anrede „lieber“ Vater eingesetzt, da es im Griechischen heißt: Abba, d. i. o Vater. Ferner ist ja wohl richtig, daß alles schließlich zur Redensart werden kann, auch das Heiligste und daß man bei jeglicher Nennung des Namens Gottes, ob man die Anrede faßt, wie man will, der Ehrerbietung und der andächtigen Gesinnung ihm gegenüber nie irgend ermangeln darf. Und richtig ist selbstverständlich, daß Gott der Heilige auch ein verzehrend Feuer ist. Aber wir erinnern uns doch daran, daß wir ausgegangen sind von dem Johanneischen Wort: Gott ist die Liebe und daß so viel in der Schrift geredet wird von der Liebe zu Gott. Und so werden wir uns gewiß nicht nehmen lassen, vom lieben Gott zu reden und ihn auch anzureden „lieber, himmlischer Vater.“ Es entspricht dies sonderlich dem deutschen Gefühl. Mit einer gewissen Andacht haben unsere Väter – und man kann das auch jetzt aus dem Munde alter Leute noch hören – geredet vom „lieben“ Tag, von der „lieben“ Sonne, vom „lieben“ Brot und damit diese irdischen Dinge als etwas Höheres, Gottgegebenes bezeichnen wollen. Wie sollten wir uns die Anrede an Gott rauben lassen „lieber Vater?“ Wenn es in Andacht und Ehrerbietung geschieht, entspricht das ganz und völlig der Meinung der hl. Schrift; denn Gott will von uns Liebe haben als Höchstes, Liebe von ganzem Herzen und von ganzem Gemüt. Darin stimmt das alte und das neue Testament, darin stimmen Moses und die Propheten, ja auch Christus und die Apostel zusammen. Vollends aber wird niemand es sich und seinen Kindern rauben lassen vom „lieben Heiland“ zu| reden. Wo die persönliche Liebe zum Ausdruck kommt, da wird sich ein jeder an den Menschgebornen wenden, denn in ihm ist uns ja Gott so nahe gekommen, daß wir ihn fassen dürfen und daß in ganz anderem Sinn nun Gott geworden ist als unsereiner, da die Menschen in falschem Selbständigkeitsgefühl werden wollten wie Gott, ja sich über Gott erhoben. Hier darf man auch auf die sog. Jesuslieder hinweisen. Dieselben gehören ja allerdings einer etwas späteren Zeit der Geschichte des evangelischen Kirchenliedes an. Die ältesten Lieder, die Lieder der Reformation könnte man füglich als Bekenntnislieder bezeichnen. Es ist das Bekenntnis der Kirche, das felsenfeste Vertrauen, das sich darin ausspricht. Dann folgen mehr, wofür Paul Gerhardt der charakteristische Repräsentant ist, die Glaubenslieder; später, zur Zeit des Pietismus, die Frömmigkeitslieder, wie man sie nennen möchte und zu ihnen gehören besonders die Jesuslieder. Ist auch nicht zu leugnen, daß in einzelnen derselben das Gefühlige etwas zu stark hervortritt nach der Art des Pietismus, so ist es doch eine durchaus berechtichte Erscheinung der christlichen Erkenntnis und Frömmigkeit auch die Liebe zu Gott, wie sie im Menschen durch den Geist Gottes erweckt ist, zum Ausdruck zu bringen. Und wie schon gesagt, wenn das Liebesverhältnis Gottes zum Ausdruck gebracht werden will, wird es sich sonderlich auf Christum beziehen, auf ihn, in welchem wir Gott zum Vater haben. Und so finden wir auch in der Geschichte des evangelischen Kirchenliedes früher schon einzelne Lieder ähnlicher Art; denken wir etwa an Philipp Nicolais Brautlied der gläubigen Seele: „Wie schön leucht uns der Morgenstern,“ in dem das Liebesverhältnis zu Jesu als Ausklang der Gedanken des Hohenliedes so gewaltigen Ausdruck findet! Und hat nicht schon Luther in seinem Kinderlied auf Weihnachten von dem Kindlein Jesus auch gesungen: „Ach mein herzliebes Jesulein!“ Ja, wie ist es anders möglich, als daß die Liebe hervorbricht zu Jesu, durch den wir zum Vater kommen? Und das ist sicher Sinn und Meinung der Schrift. Dafür beziehen wir uns auf die Worte der Apostel, insbesondere des Petrus, der so beweglich davon spricht am Eingang des ersten Briefes: „den wir nicht gesehen und doch lieb haben.“ Wir beziehen uns auf Johannes: „Wir lieben den, der uns zuerst geliebt hat,“ und wie herzinnig braucht Johannes von dem, den er lieb hatte ohne ihn zu nennen, oft nur den Ausdruck „Er.“ Er kennt nur einen, den seine Seele liebt. Und ebenso auch Paulus. Da ist nicht nur zu nennen sein ernstes Wort: „So jemand den Herrn Jesum nicht lieb hat, der sei anathema maranatha, der sei verflucht; denn du bist Herr –“ wir können auf das Wort von der Liebe Christi, die doch alle Erkenntnis übertrifft, uns beziehen. Ja wir beziehen uns auf Jesum selber, der an Petrus nach seiner dreimaligen Verleugnung, da er ihm das Apostelamt bestätigt, die dreimalige| herzandringliche Frage richtet: „Hast du mich lieb?“ und die Antwort erwartet: „Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe.“ Ja, wie könnte es anders sein, als daß unser Herz von Liebe zu Jesu entbrennt; denn er hat uns geliebt und in ihm ist die Liebe Gottes erschienen und so reden wir diesmal
von der Liebe Gottes, die in Christo offenbar geworden ist.
1. Von der Liebe durch welche Christus erschien,
2. von der Liebe, welche durch Christum erschien.


I.
 Wohl hat Gott schon in der Zeit des alten Bundes seine Liebe reichlichst erzeigt. Welch Erweisungen seiner liebevollen Gesinnung treten uns da schon überwältigend entgegen! Der Gedanke der Güte Gottes, vor allem daß der Herr gütig ist gegen alle und sich aller seiner Geschöpfe erbarmt. Die Güte Gottes ist ja nichts anderes als die Liebe, die er allen Kreaturen erweist und auch uns, sofern wir eben seine Kreaturen sind. Wir haben schon eingehend gesprochen von der Geduld und Langmut, in welcher die Liebe Gottes im alten Bund ganz sonderlich sich zeigte, da Gott die sündig gewordenen Menschen und die Sünden derselben getragen hat mit seiner göttlichen Geduld. Aber mehr noch, barmherzig und gnädig ist der Herr, das tönt uns auch mächtig aus dem alten Testament entgegen, besonders aus Mosis Mund, der mit der Berufung auf Gottes Gnade und Erbarmung für das sündige Volk immer wieder einzutreten wagt vor seinem Gott. Wie David sich der Barmherzigkeit und Gnade seines Gottes getröstet hat für sich selbst, da er in die schwere Sünde gefallen war, ist uns wohl bekannt. Alle diese Erweisungen der Liebe Gottes treten uns schon im alten Testament entgegen. Wir aber wissen, daß das alles sich vollzogen hat durch Christum, denn alle und jede Gottesoffenbarung ist von Anfang an vermittelt durch den Sohn, so sagt es uns das neue Testament. Die Hilfeleistungen, die äußeren Machterweisungen, die Gott Menschen zu teil werden ließ, sind durch Engeldienst vermitteilt gewesen: aber die Gottesoffenbarung selbst ist von Anfang an vermittelt durch den Sohn, denn durch ihn, so erklärt Paulus aufs bestimmteste, ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden und unter der Erde ist. Und wo er von dem sich im alten Testament offenbarenden Gott spricht, setzt er oft einfach Christum dafür, wie er etwa sagt, daß Christus der Fels gewesen sei, der das Volk durch die Wüste geleitete. Also alle Gottesoffenbarung von Anfang an war durch den Sohn vermittelt und wenn Gott| sich liebevoll gegen die Menschheit erwies nach dem Sündenfall, so geschah es um des Sohnes willen, weil er in Christo den Ratschluß der Erlösung gefaßt hatte. Die Güte Gottes, von der wir sprachen, die Gott gegen alle Geschöpfe erwies, durch Christum allein ist sie geschenkt; denn wenn Gott nach der Sintflut zugesagt hat, wie wir hörten, daß er keine Sintflut mehr kommen lassen wolle, so tut er es, weil er in Christo den Erlösungsratschluß gefaßt hat und weil in dem Opfer Noahs das Opfer Christi vorgebildet war, an dem er Gefallen hat und um deswillen sein Wohlgefallen auch auf der sündigen Menschheit dennoch ruhen kann. Die Langmut und Geduld, mit welcher Gott die Sünde trug, geschah darum, weil Gott eine Sühnung der Sünde durch Christum beschlossen hat, die Barmherzigkeit und Gnade, die Gott der Menschheit erzeigte, um Christi willen ist sie geschehen, denn in ihm sollte seine Erbarmung, seine herablassende Gnade, seine verzeihende Liebe und Güte allen Menschen zuteil werden. So ist schon im alten Testament die Liebe Gottes offenbar geworden und in manchen göttlichen Aussprüchen kommt sie zum tröstlichen Ausdruck: „Kann auch ein Weib“ spricht der Herr (Jes. 49): „ihres Kindleins vergessen... siehe in meine Hände habe ich dich gezeichnet“ oder bei Jeremia 31, 20: „Ist nicht Ephraim mein trauter Sohn?“ Auch den Teil des Volkes, der vom rechten Gottesdienst sich getrennt hatte, Ephraim, das Reich Israel, erkennt doch Gott noch als seinen lieben Sohn, als sein trautes Kind und wie ergreifend heißt es bei demselben Propheten: „Ich habe dich je und je geliebt... aus lauter Güte,“ was eigentlich, wie bekannt, heißt „darum habe ich meine Güte lang, d. h. stark gemacht“ – Und so ist denn auch im alten Testament schon die Rede von der Liebe zu Gott. „Bist du doch unser Vater,“ so redet Israel Gott an, „von alters her ist das dein Name“ und aus Davids Mund hören wir im Ps. 18, der bekanntlich zweimal in der Bibel steht: „Herzlich lieb habe dich, Herr, meine Stärke.“ Sodann das Wort des 73. Psalms: „Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.“ Und doch ist im alten Testament die Liebe Gottes noch nicht völlig und ganz erschienen, es liegt immer noch die Scheidewand dazwischen. Selbst Jesaias, dieser größte unter den Propheten, meint sterben zu müssen, weil sein Auge Gott schauen durfte auf seinem Thron im himmlischen Heiligtum. Erst in Christo ist die Liebe Gottes vollkommen erschienen und darum reden wir zunächst von der Liebe, durch welche Christus erschien.
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 Es ist merkwürdig, welche Zurückhaltung Jesus in seinem Selbstzeugnis vor dem Volk sich auferlegt hat hinsichtlich seiner himmlischen Herkunft. Dem Volk gegenüber spricht er zunächst vom Reich Gottes, das man erwartete, dann erst geht er allmählich auf das Zeugnis von sich und seinem Werk über und schreitet dann| fort zum Zeugnis von seinem Leiden und Sterben und von seiner Gemeinde, die nach seinem Scheiden aus der Welt sich sammeln sollte auf Erden. Mehr andeutend und rätselweise hat er vor dem Volk von seinem Leiden und seiner darauf folgenden Erhöhung gesprochen, anders im engeren und engsten Kreis und anders im Gespräch mit seinen ausgesprochenen Feinden, wie wir solche Gespräche besonders im 4. Evangelium finden. Da ist Jesus schon Joh. 5, 6, 7 und 8 deutlich hervorgetreten mit dem Zeugnis von seiner göttlichen Sendung. Wir wissen, warum: weil er den Ungläubigen gegenüber die Absicht hat, sie zur Entscheidung zu treiben für oder wider ihn; darum kehrt er ihnen gegenüber gerade die Seite heraus, die den Widerspruch der Ungläubigen sonderlich hervorrufen mußte. Weil sie sich nicht aufrichten wollten an seinem Zeugnis von der göttlichen Sendung, sollten sie daran anlaufen und fallen. In einem dieser Gespräche, mit dem Mann, der damals noch nicht zu seinen Jüngern zählte, hat er Zeugnis gegeben von der Liebe Gottes, durch welche er erschien: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab.“ Und wieviele Zeugnisse dieser Art gibt es auch sonst. Bei den Synoptikern werden zwar mehr die nach außen gerichteten Reden und Wunder des Herrn berichtet, aber wir haben in ihnen Zeugnisse wie von der wahren Menschheit Christi, so nicht minder von der wahren Gottheit. Das 4. Evangelium ist dazu geschrieben „daß ihr glaubet, Jesus sei der Sohn Gottes“, aber nicht minder dazu, um zu zeigen, daß Christus wirklich ist in das Fleisch gekommen. Gerade im 4. Evangelium finden sich nicht wenig deutliche Zeugnisse von der wahren Menschheit des Herrn; „denn ein jeglicher Geist“, sagt Johannes in der das Evangelium wohl begleitenden ersten Epistel, „der nicht bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen“, d. h. wirklich Mensch geworden, „der ist der Lügner und Widerchrist.“ Ja Christus ist durch die Liebe Gottes gesandt und so vom Himmel herabgekommen in die Welt und Mensch geworden wie wir. Es führt uns das auf die Lehre von der Person Christi. Wir haben das Bekenntnis davon im 3. Artikel der Augsburgischen Konfession: „vom Sohn Gottes“, der so schön im Anschluß an das urälteste Bekenntnis der Kirche, das Apostolikum davon spricht. Wir haben es besonders klar in Luthers Auslegung des 2. Artikels, aber diese Aussagen gehen zurück auf das Bekenntnis der Kirche auf dem Konzil zu Chalcedon 451, dessen Beschlüsse in der Gegenwart von moderner Seite besonders stark angefochten zu werden pflegen. Aber wir sehen deutlich, wie unter Leitung des Geistes Gottes die Entwicklung der kirchlichen Glaubenslehre sich vollzog, wie die Kirche freilich unter viel Kampf und auch unter mancher Irrung aus dem Worte Gottes den Inhalt der göttlichen Offenbarung erkenntnismäßig erfaßte und dann auch bekenntnismäßig| zum Ausdruck brachte. Und so ist eine wichtige Glaubenslehre nach der andern von der Kirche erkannt und ausgesprochen worden. Zuerst im Gegensatz zu den Gnostikern das Verhältnis Gottes und der Welt, daß Gott der Schöpfer aller Dinge, der sichtbaren und der unsichtbaren ist, dann im Kampf gegen Arius die Lehre von Christo als wahrem Gott und die von der heiligen Dreieinigkeit. Dann kam das Verhältnis der beiden Naturen in Christo zur Klarstellung und schließlich im Chalcedonense zur kirchlichen Anerkennung. Zwei theologische Schulen waren damals besonders hervorragend, welche die Person des Erlösers von verschiedenen Gesichtspunkten aus ins Auge faßten. Die Antiochenische Schule, in dem alten Antiochien, dem Ausgangspunkt der Heiden-Christenheit, betrachtete Christum mehr nach seiner menschlichen Erscheinung, wogegen die Alexandrinische Schule mehr die göttliche Seite Christi vor allem ins Auge faßte. In irriger Folgerung kam die Antiochenische Schule durch Nestorius zu einer Trennung der menschlichen und göttlichen Natur, insbesondere meinte sie, daß der erhöhte Christus nur nach seiner Gottheit, nicht aber nach seiner Menschheit allgegenwärtig sein könne, eine Zerreißung der göttlichen und menschlichen Natur durch zu starkes Betonen der menschlichen Seite. Die Alexandriner im Gegenteil kamen in zu starker Betonung der göttlichen Seite auf den Gedanken, die menschliche Natur Christi sei in die göttliche verwandelt worden, sodaß in Wahrheit nur mehr eine Natur in Christo sei. Das ist die Richtung der Monophysiten bezw. der armenischen Kirche, die noch besteht, nachdem sie sich eine kirchliche Sonderexistenz geschaffen hat. Den richtigen Ausgleich fand eben die Kirchenversammlung von Chalcedon. Gewiß ist manches unter ihren Beschlüssen jener damaligen Zeit angehörig und den Streit, ob Maria genannt werden könne Gottesgebärerin oder Christusgebärerin, könnte man füglich ruhen lassen, denn wir bleiben am besten bei dem biblischen Ausdruck: „sie ist die Mutter des Herrn und das Heilige, das von ihr geboren ist, ist Gottes Sohn zu nennen.“ Auch die Ausdrücke göttliche und menschliche Natur und die eine Person in Christo hat man wohl als menschliche Ausdrücke beanstandet, aber wir behalten sie solange bei, als uns nicht etwas Besseres sich bietet und in menschliche Ausdrücke muß immer Lehre und Bekenntnis gefaßt werden. Das Chalcedonense hat doch der Kirche den Dienst getan und tut ihn noch heute, felsenfest zu bezeugen, daß Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch.
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 Das Bekenntnis von Chalcedon: „In Christo sind zwei Naturen, die göttliche und die menschliche vereinigt zu einer Person und zwar untrennbar (das ist gegen Nestorius gesagt) und unvermischt“ (das wird gegen die monophysitische Richtung ausgesprochen), also zwei Naturen in einer Person, das hat Luther in der Auslegung des 2. Artikels schön und klar wiedergegeben: „Ich glaube, daß| Jesus Christus sei wahrhaftiger Gott... von der Jungfrau Maria geboren“ und also unser Herr. Ja wahrer Mensch – nicht nur Menschengestalt etwa nahm er an, wie das in der Anfangszeit der Doketismus vielfach behauptete, nein er hat vielmehr Menschennatur angenommen, er ist wirklich Mensch geworden, darum ist er von der Jungfrau Maria geboren und weil er geboren ist, so ist er wahrer Mensch, ein Glied des menschlichen Geschlechts. Er ist nicht minder wahrer Gott, weil er in Ewigkeit vom Vater geboren ist. Nur darf dieser Ausdruck, wie schon einmal angedeutet, nicht falsch verstanden werden. Es ist damit nicht ein Vorgang gemeint, der etwa vorzeitlich in der Ewigkeit sich einmal zugetragen hätte, das wäre der Standpunkt des Arius, der behauptete: es war eine Zeit, da Jesus nicht war, der Jesus zwar hoch erhob, aber doch unter die Geschöpfe einreihte, wenn auch als das höchste und vollkommenste unter allen. Nein, ein ewiges Verhältnis wird damit ausgesprochen. In Ewigkeit weiß und will der eine ewige Gott sich so, daß er besteht als der, von dem alles ist und als der, der das Ebenbild seines Wesens und der Abglanz seiner Herrlichkeit ist, des Vaters ewiges Wort und zugleich als der Geist, der ewig in beiden lebt und wirkt. Es ist das Verdienst des Kirchenlehrers Origenes, das klar erkannt zu haben, was unter der ewigen Zeugung gemeint sei, nämlich das ewige Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Soviel im allgemeinen über die Lehre von der Person Christi.
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 Manche einzelne Fragen könnten nun auch noch zur Besprechung kommen hinsichtlich der göttlichen und menschlichen Natur in Christo. So besonders die Frage über die Selbstentäußerung. Das geht auf Phil. 2, wo der Apostel sagt, daß Jesus, ob er gleich in göttlicher Gestalt war... entäußerte sich selbst.“ „Er hielt es nicht für einen Raub Gott gleich sein“, das kann man vorwärtsblickend beziehen auf die Gottgleichheit, die ihm bestimmt war, die er erlangen sollte, aber nicht wollte und sollte mit Gewalt an sich raffen, sondern vielmehr erwerben auf dem Weg des leidenden Gehorsams. Oder es kann rückwärts bezogen werden auf die Gottgleichheit, die er vor seiner Menschwerdung ewig beim Vater gehabt, dann ist es so zu verstehen, daß er sie nicht für einen Raub achtete, also nicht meinte sie unter allen Umständen festhalten zu müssen; vielmehr bereit war sie zeitweilig aufzugeben. Mag man es nun so oder anders verstehen, immer ist gesagt, daß Christus sich aus Liebe zu uns entäußert hat. Wessen aber hat er sich entäußert? Der göttlichen Gestalt, der Eigenschaften der Weltbeziehung Gottes, nämlich der Eigenschaften, die Gott der Welt gegenüber betätigt, der Allmacht und der Allwissenheit. Es entsteht wieder die Frage: Hat er sich dessen entäußert nach seiten des Besitzes oder des Gebrauches? Auch eine vielfach besprochene Frage. Im Grund| erscheint es doch als das Gleiche. Des Besitzes der göttlichen Macht wird sich Jesus nicht entäußert haben, aber auf den Gebrauch hat freiwillig verzichtet. Es ist auch die Frage gestellt worden: Geschah diese Entäußerung vor der Menschwerdung oder nach derselben? Hat der Logos, der Sohn, das ewige Wort vor der Menschwerdung oder nach der Menschwerdung sich der göttlichen Gestalt entäußert? Es wird eben zugleich mit der Menschwerdung zu denken sein. Es ergibt sich aus dieser Lehre – das eine sei noch kurz erwähnt – besonders die Wichtigkeit der Aussagen des Bekenntnisses: empfangen vom hl. Geist, geboren aus Maria der Jungfrau. Wenn er wirklich als ewiger Gott die menschliche Natur annehmen sollte, so ist dies auf wunderbare Weise geschehen, nicht als ob er von Natur ein Glied des Menschengeschlechtes gewesen wäre; er ist durch göttliche Wunderwirkung in die Menschheit eingetreten. Es ergibt sich aus der Lehre von der Person Christi dann auch die Lehre von dem zweifachen Stand, dem Stand der Erniedrigung und der Erhöhung, daß Christus durch die Menschwerdung in den Stand der Erniedrigung eintritt bis zum Tod und Begräbnis, dann aber hat ihn Gott erhöht. Siehe Phil. 2, 9 ff. So bleiben wir denn fest dabei: Es ist die Liebe, durch welche Christus Mensch geworden ist. Was hat den Vater bewogen den Sohn zu senden in die Welt? Was hat den Sohn herabgezogen in dies Elend uns zu gut, als allein seine wunderbare göttliche Liebe? Und wie nun Christus durch die Liebe Gottes auf Erden erschien, so ist durch ihn auch wiederum die Liebe Gottes offenbar geworden. Darauf wollen wir auch noch den Blick richten.


II.
 Liebe hat unsern Herrn umgeben auf Erden: in seiner Kindheit die Liebe seiner Mutter, die liebende Sorgfalt und Fürsorge seines Vaters, die nicht groß genug angeschlagen werden kann. Ebenso auch schon die Liebe der ehrwürdigen Vertreter des Judentums wie der Heidenwelt, der Hirten, des Simeon, der Hanna und der Weisen aus dem fernen Morgenland. In der Jugend umgab ihn weiter die liebende Fürsorge seiner Eltern, späterhin sehen wir auch, wie die Liebe ihm umgab von seiten seiner Jünger, die so rührend für ihn sorgten, ihm das Kissen unterlegten, ihm um Essen zuredeten, ihn abzuhalten suchten, wenn sie meinten, daß er sich überanstrenge und überarbeite, dann auch die sorgsame Liebe der Frauen, die ihm dienten mit ihrer Habe, die für ihn sorgten, die ihn aufnahmen in ihre Häuser wie Maria und Martha. Aber freilich noch vielmehr umgab ihn der Haß der Welt, der Haß, der von selbst erstand und sich mit innerer Notwendigkeit betätigen mußte gegenüber dem Heiligen Gottes, insbesondere gegenüber dem,| der alle Selbstgerechtigkeit zuschanden machte. Aber wir reden nicht von der Liebe, die Jesum umgab, sondern von der Liebe, die von ihm ausging.
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 Als göttlich erwies sich die Liebe des Herrn dadurch schon, daß sie so ernst und gemessen geblieben ist allezeit, nie schwärmerisch sich gestaltete. Er war seiner Mutter Maria mit Liebe und Dank zugetan. In zarter Liebe sorgte er für sie noch zuletzt und doch hielt er sie auch in ihren Schranken dort in Kana und später, als sie in seiner öffentlichen Tätigkeit etwas Sonderliches für sich beanspruchte. Wie zurückhaltend und gemessen und ernst zeigte sich sein Verhältnis zu Johannes, seinem Vorläufer: Wie in Ehrerbietung redet einer zum andern, er zu Johannes und dieser zu Christo. Auch dem Evangelisten Johannes hat der Herr, obwohl er der Jünger war, den er lieb hatte, den Tadel nicht erspart, als er damals Feuer vom Himmel fallen lassen wollte über den Ort, der ihn nicht aufnahm, da bedeutet er ihm und seinem Bruder: Wisset ihr nicht, wes Geistes Kinder ihr seid? Und wie gemessen und ernst ist sein Verhältnis zu den Frauen, die ihm dienen durften, sodaß unter denselben keine Spur von Eifersucht hervortreten konnte. Also göttlich, nicht menschlich schwärmerisch war seine Liebe, aber gleichwohl zärtlich gegenüber den Kindern, innig zu den Erwachsenen. Jenen Jüngling, der einen so eifrigen Sinn betätigte, der vor ihm hinlief und aus dem Weg niederkniete und ihn fragte: Was soll ich Gutes tun? ihn liebte er, da er ihn ansah; dieser jugendliche Eifer erfreute ihn, ihn erkannte er liebend an. Dem Johannes verstattete er, sich an ihn anzulehnen beim letzten Abendmahl. Wie zart hat er seine Jünger anzureden gewußt: meine Kindlein! Als seine Freunde bezeichnet er sie und schämt sich nicht, sie seine Brüder zu nennen. Und wie hat er seiner Mutter zarte Liebe und Rücksicht bewiesen noch unter dem Kreuz, wo es doch wohl seine Meinung war, daß Johannes sie wegführen solle vom Kreuz, damit sie das Letzte und Schwerste nicht mit anschaue. So hat er, der Herr, Aeußerungen der Liebe kund werden lassen in Wort und Gebärde. Aber nun hauptsächlich in der Tat durch die Wunder. – Zur richtigen Beurteilung der Wunder ist daran zu erinnern, daß dieselben Wirkungen der göttlichen Allmacht sind, die über den Lauf und die Kraft der Natur hinausgehen. Ein Wunder geschieht, wenn Gott nicht wie sonst mittelbar durch die Lenkung menschlichen Tuns, sondern unmittelbar eingreift, nicht durch gewöhnliche Naturkraft, freilich nicht im Gegensatz zur Naturordnung, sondern in gewissem Sinn innerhalb derselben, durch Steigerung oder Zähmung der Naturkräfte; nie hat der Herr magisch, zauberhaft Wunder getan. Der Zweck seiner Wunder ist vor allem zu zeigen, daß er von Gott gesandt sei und wozu er von Gott gesandt ist, nämlich um zu helfen und zu heilen. Kein Gerichtswunder| hat der Herr vollbracht, nur einen Baum hat er verdorren lassen, der ihm Abbild Israels war, aber an Menschen hat er kein Strafwunder getan, es vielmehr den beiden Donnerskindern, wie wir gehört haben, ausdrücklich verboten. Aber besonders will der Herr durch die Wunder auch zeigen, und das ist wichtig für Dienerinnen der Barmherzigkeit, daß er auch gern leiblicher Not sich annimmt. Es ist nichts Kleines und Geringes, wenn unsere Schwestern in den äußeren leiblichen Nöten dienen sollen und wollen, wenn sie nicht ausziehen unter der stolzen Flagge der „Seelenpflege“, nicht Reden und Vorträge halten, sondern eben einfach den leiblichen Nöten dienen – so freilich, wie der Heiland auch, wovon wir nachher reden werden, der zugleich der Seele dienen wollte.
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 Er wollte aber weiter durch die Wunder zeigen, was er letztlich will und bezweckt. Wenn sein Werk zur Vollendung geführt ist, werden alle Krankheiten und auch der Tod völlig überwunden sein und insofern haben die Wunder des Herrn eine gewisse weissagende Bedeutung auf die Vollendung aller Dinge. In dieser Weise dürfen auch die Kranken und die, welche um Verstorbene trauern, auf die Wunder des Herrn hingewiesen werden. Es wird die Zeit kommen, wo die Erde die Toten wiedergeben wird und in der Vollendung wird keine Krankheit und kein Leid mehr sein. Zugleich kann man wohl auch darauf hinweisen, daß wenn wir Glauben haben, wir dann auch manchmal wunderbarer Hilfe uns dürfen getrösten. Johann Jakob Moser, der um der Gerechtigkeit willen unverdiente Kerkerhaft auf dem Hohentwiel erdulden mußte, ward dort aufs schwerste von Gichtleiden geplagt. Als er das Evangelium vom 3. Sonntag nach Epiphanias las, da, sagt er selbst, gab ich in meinem Herzen Gott die Ehre, daß er das jetzt auch noch, so es sein Wille ist, vermöchte und es war ihm, als ob er die Stimme des Herrn selber hörte: Stehe auf und wandle! Und er stand auf und war von seinem Gichtleiden frei und vermochte zu gehen. Das kann der Kommandant, der kein Pietist ist, bezeugen, fügt er in seiner Lebensbeschreibung hinzu denn er hat es selbst miterlebt. Also die Wunder des Herrn dürfen in dem Sinn auch wohl Kranken zum Trost werden: Wenn der Herr will, kann er helfen wunderbar und er erbarmt sich jedenfalls auch der leiblichen Not. Der Beweggrund der Wunder ist nichts anderes als sein Erbarmen. Ihn jammerte des Volkes und er sah hinter der äußeren Not die Macht der Sünde, die in die Welt gekommen war. Darum erzürnte er sich innerlich und erregte sich selbst am Grab des Lazarus, weil ihm hier die finstere Macht des Todes besonders überwältigend entgegentrat; er ergrimmte im Geist. Besonders ist aber zu betonen, worauf schon hingewiesen wurde, die seelsorgerliche Art der Wunder des Herrn. Sie haben an sich nie etwas Magisches und Zauberhaftes, sondern sind immer auf Heilung| Leibes und der Seele gerichtet. Ein Zeichen vom Himmel zu tun, dies Ansinnen lehnte der Herr als eine an ihn gebrachte Versuchung ab und er tut seine Wunder möglichst im verborgenen. Er verlangt von denen, die er heilt, immer Glauben, wofür besonders bezeichnend sein Verhalten gegen den Taubstummen ist, welchem er durch Zeichen zu verstehen gibt, daß er auf ihn sein Auge richten soll und wissen soll, woran es ihm fehlt und wovon er geheilt werden soll. Im Zusammenhang damit verbietet auch der Herr von den Wundern zu reden, was man besonders auch in der Seelsorge und in der Tätigkeit der Schwestern betonen darf: nicht soviele Worte machen von den Erfahrungen nach Art der Gemeinschaft, sondern das Erlebte bei sich in der Stille bewahren und den Dank beweisen. Hierin sehen wir lauter Beweisungen der Liebe Gottes, die durch Christus erschienen ist. Das ist wahre heilige Liebe, wie sie uns in Jesu Wort und in Jesu Wundern entgegentritt.

 Dieselbe heilige Liebe tritt uns auch sonst im übrigen Tun des Herrn, in der ganzen Haltung seines Lebens und der Führung seines Amtes entgegen. Wie demütig, weise und liebevoll knüpft er an das Tun seines Vorgängers Johannes an! Mit der gleichen Predigt vom Reich wie Johannes beginnt auch er und läßt auch anfangs nach des Johannes Weise durch seine Jünger taufen. Und doch ist er sich wohl bewußt, daß er mehr ist als Johannes, daß der kleinste im Himmelreich größer ist als Johannes, weil dieser noch dem alten Bunde angehörte. Ebenso weislich, demütig und liebevoll ist sein Anknüpfen an das alte Testament. Er weiß genau, daß er mehr ist als das alte Testament, ein Herr des Sabbaths, und daß mit ihm ein gewaltiges, machtvolles Neues in die Welt eingetreten ist und daß man den neuen Most nicht in die alten Schläuche füllen kann und soll: und doch knüpft er in allem an das alte Testament freundlich und demütig an. Wie liebevoll und weislich war die ganze Führung seines Amtes: erst ein mehr vorbereitendes Tun, anknüpfend an die Tätigkeit des Johannes, soviel wir aus dem 4. Evangelium sehen können, wohl ein ganzes Jahr hindurch, dann aber in der vollen Oeffentlichkeit vor dem Volk, freilich in dem fernen Galiläa, aber so, daß das ganze Land erfüllt wurde von seiner Lehre und seinen Taten. Und dann wieder widmete er sich im letzten Jahr vorherrschend seinen Jüngern um sie und sich selbst auf sein Leiden zu bereiten.

 Es tritt uns weiter die heilige Liebe entgegen in der weisen und liebevollen Leitung der Jünger. Wie seelsorgerlich und freundlich verfährt er schon bei der Berufung. Alle weiß er zu behandeln nach ihrer Besonderheit, jeden, wie es not war. Den Philippus ruft er unmittelbar zu sich, den Nathanael weiß er zur rechten Erkenntnis von Ihm zu führen, daß Er der Messias, der Sohn Gottes ist. Wie eindrucksvoll war dann die Berufung derselben Jünger| zum Apostelamt! Er stellt ihnen vor Augen in dem wunderbaren Fischzug, was nun ihre Aufgabe sein soll und wie sie sich innerlich zu stellen haben, wenn ihnen irgend ein Erfolg beschieden ist: „Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch!“ Wie trägt er auch seiner Jünger Schwachheit! Er sagt ihnen immer wieder, obwohl sie es so oft vergessen, von seinem Leiden und Sterben und weiß auch Ernst zu gebrauchen, wo es nötig ist. Denken wir an Petrus und die Donnerskinder! Ja selbst von Judas spricht er mit einer gewissen Trauer. Er muß ihn im hohenpriesterlichen Gebet ausschließen aus der Reihe der Seinen; aber er tut es mit Trauer, spricht er doch vom verlornen Kind, durch das auch die Schrift erfüllt werden mußte. – Wie bezeugt sich diese heilige Liebe ferner in dem Verhalten des Herrn gegen die einzelnen, die er unter seine seelsorgerliche Führung nimmt. Denken wir an Nikodemus! Wie weiß er dem doch noch eingebildeten Schriftgelehrten gleich vom Anfang an scharf und doch freundlich entgegenzutreten: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen und wie bemüht er sich ihn zur Erkenntnis der höchsten Wahrheiten zu bringen! Oder denken wir an sein seelsorgerliches Gespräch mit der Samariterin am Brunnen, wo er so schön anknüpft an das Nahliegende und Gegebene, aber doch nachher, als das nicht fruchtet einen andern Weg einschlägt, indem er ihr Gewissen berührt durch Erinnerung an ihren Lebenswandel. Auf besonders starke Probe stellt er die Kananiterin, das syrisch-phönizische Weib, deren Glauben er dann hoch preist. Wie behandelt er auch den Königischen, so wie es notwendig war, um ihn zum Glauben zu führen allein an sein Wort.

 Im allerhöchsten Sinn aber ist die heilige Liebe des Herrn hervorgetreten in seinem Leiden und Sterben, doch davon soll im folgenden Vortrag die Rede sein.

 Aber einen Eindruck sollen wir doch davon gewonnen haben, daß Christus durch die Liebe Gottes und durch seine Liebe allein auf Erden erschien und daß dann durch ihn die heilige Liebe Gottes im höchsten Maße offenbar geworden ist in seinem Leben, Reden und Tun. Und so reden wir auch jetzt noch nicht davon, wie wir seine Liebe dankend erwidern sollen, aber sagen doch heute schon: Liebe dir ergeb’ ich mich, dein zu bleiben ewiglich.

Amen.
Ps. 81. Lied 280, 3. 4.





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