Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kott, Friedrich Franz
Band: 13 (1865), ab Seite: 43. (Quelle)
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Kotterba, Karl (Kupferstecher, geb. zu Teschen in Oesterreichisch-Schlesien 4. October 1800, gest. zu Wien 6. April 1859). Bekam den ersten Unterricht im Elternhause, 1811 kam er nach Troppau, wo er die Normalschulen und dann das Gymnasium besuchte. Vorliebe und Talent zur Kunst ließen ihn den Schulbesuch aufgeben, und, 16 Jahre alt, begab er sich nach Wien zu seinem Oheim, dem Kupferstecher Sebastian Langer, der ihm im Zeichnen und Kupferstechen Unterricht ertheilte. Dann besuchte K. die k. k. Akademie der bildenden Künste, wo er sich in seiner Kunst vervollkommnete, bis er mit eigenen Arbeiten auftrat, welche Beifall fanden und ihm Bestellungen der Buch- und Kunsthandlungen in Wien und Prag einbrachten. Die Zahl seiner Blätter – denn nahezu 40 Jahre übte K. seine Kunst aus – ist sehr groß. Von seinen Arbeiten sind besonders hervorzuheben mehrere Blätter für das bei C. Haas in Wien herausgegebene Kupferwerk über die Belvedere-Gallerie, darunter die nach Zeichnungen von Perger gestochenen Blätter: „Hermann und Thusnelda“, nach Angelica Kaufmann; – „Die Madonna mit dem Kinde“, nach Palma Vecchio; – „Maria mit Jesus und Johannes“, nach Raphael; – ferner eine für das von Pfautsch und Voß in Wien verlegte „Album österreichischer Dichter“ ausgeführte Reihe von Porträten, u. z. „Nikolaus Lenau“, nach Franck; „Anastasius Grün“, nach Kriehuber; „Grillparzer“, „Friedrich Halm“, „L. A. Frankl“, „Joh. Gabr. Seidl“, die genannten vier sämmtlich nach Grilhofer; „Bauernfeld“, nach Adolph Theer; „Tschabuschnigg“, nach M. Stahl; „Dräxler-Manfred“, nach einer Photographie; „Joh. Nep. Vogl“, nach Strixner; „Betti Paoli“, nach Koberwein; „W. Constant“, nach einer Photographie von Wünsch; „Karl Egon Ebert“, nach der Zeichnung eines Ungenannten; eine stattliche Folge von seinen Blättern bilden die Stiche des Taschenbuches „Gedenke Mein“, in dessen früheren Jahrgängen oft alle Blätter, meistens ideale Köpfe, von seiner Hand waren. Kotterba’s Blätter sind rein und kräftig gestochen, das Ganze ist kunstgemäß behandelt; seine Porträte sind voll Leben und Wahrheit.

(Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) XIV. Jahrg. (1823), Nr. 84 [nach diesem geboren 8. October (?)]. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838 u. f., E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VII, S. 144. – Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1836, Friedr. Beck, gr. 8°.) S. 371. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon, herausgegeben von Dr. Franz Ladisl. Rieger [44] (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 870 [daselbst erscheint er als Kotrbal]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 262.