BLKÖ:Schmidt, Martin Johann

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schmid, Mathias
Band: 30 (1875), ab Seite: 291. (Quelle)
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87. Schmidt, Martin Johann, genannt Kremser-Schmidt (Maler, geb. zu Grafenwörth unweit Krems 25. September 1718, gest. zu Krems 28. Juni 1801). Er erscheint auch hie und da mit den Taufnamen Martin Joachim. Auch ist er nicht zu verwechseln mit dem Schuster-Maler Johann Martin S., der Landschaften, malte, wie man etwa Schuhe und Stiefeln wichst, ein Dutzend per Stunde [S. 275, Nr. 66] Martin Johann’s Vater Johann war ein geschickter Landbildhauer, dessen schon S. 265, Nr. 55, gedacht worden. Im Vaterhause, wo Zucht und Sitte herrschte, erhielt Martin Johann die erste Erziehung. Ueber seine spätere Knaben- und ganze Jünglingsperiode fehlen alle Nachrichten, und treffend bemerkt einer seiner Biographen: wir finden ihn später als einen gebildeten Mann. Seine genaue Bekanntschaft mit der Bibel, sowie mit der Mythologie, die Anwendung des Latein bei Inschriften auf seinen Bildern, eine [292] gewisse amtliche Geschäftskenntniß lassen vermuthen, daß er in seiner Jugend eines sorgsamen Unterrichtes genoß, wenn auch sein meistes Wissen aus späterem Selbststudium stammte. Des Vaters Beschäftigung weckte auch im Knaben frühzeitig den Kunstsinn, aber mehr, als zu des Vaters Kunst, fühlte er sich zur Malerei hingezogen, welchem Wunsche der Vater auch nachgab, wenngleich er gewünscht, seinen Sohn in der eigenen Kunst zum Nachfolger zu haben. So kam Martin Johann zu einem Maler, Namens Gottlieb Starmayer, in Unterricht, wo er auch fünf Jahre sich im Zeichnen übte, aber bald seinen Meister überragt haben mochte. Im Alter von 19 Jahren besaß Martin Johann schon Künstlerruf. Die Biographien, wenn man die lückenhaften Berichte über den Künstler so nennen darf, bezeichnen S. als einen Autodidakten, der, „ohne je eine Akademie besucht, eine Reise unternommen oder auch nur große Muster vor Augen gehabt zu haben, sich ganz aus sich selbst gebildet hatte“. Diese Worte dürfen nicht so genau genommen werden, denn, nicht nur, wie einer seiner Biographen berichtet, nennt ihn die Tradition einen Schüler Altomonte’s, auch Nagler bemerkt hinsichtlich der von Schmidt radirten Blätter, daß er sie meistens in Rembrandt’s und Castiglione’s Geschmack ausgeführt. Er kannte also offenbar die Werke beider Meister, und sie kennen zu lernen, fehlte ihm bei der Nähe der Residenz, welche so reiche Sammlungen besitzt, nicht an Gelegenheit. Noch mehr Gelegenheit dazu bot sich ihm in den wenngleich kleineren, aber nicht minder kostbaren Sammlungen der Stifte und Klöster, in denen er so viel beschäftigt war, welche sowohl in ihren Altarbildern Werke erster Meister, wie in ihren Kunstsammlungen die kostbarsten Blätter berühmter Radirer und Kupferstecher bewahrten und wohl noch bewahren, und welche kennen zu lernen und genau zu studiren, S. bei seinen häufigen und oft längeren Aufenthalten in denselben genug Gelegenheit geboten war. Auch an lebendiger Anregung zur Kunst fehlte es ihm nicht, wenn auch nicht Maler ersten Ranges, wenn auch keine Raphael, Tizian, Rubens und Van Dyk zu seiner Zeit malten. Künstler, wie die beiden Altomonte[WS 1] [Bd. I, S. 19, 20][WS 2], Daniel Gran [Bd. V, S. 307], waren immer noch bedeutend genug, um einen jungen talentvollen Mann künstlerisch anzuregen. Schmidt lebte im Anbeginne bei seinen Eltern in Grafenwörth, im Jahre 1745 siedelte er nach Stein oder doch in dessen nächste Nähe über, wo er sich im Jahre 1756 ankaufte. Das Haus Nr. 172 (jetzt 192) neben dem Brückenthore in Stein war Schmidt’s Haus, wovon später seine Frau Mitbesitzerin wurde. Besaß S. vor der Zeit, als er selbstständig zu arbeiten begann, einigen Künstlerruf, sein eigentliches Ansehen und mit demselben sein Wohlstand beginnen erst mit den Sechziger-Jahren. Schmidt stand damals, ein fertiger Mann, Mitte der Vierziger-Jahre. Von dieser Zeit an datiren seine größeren Arbeiten, Fresken und Altarbilder, bis dahin dürfte er bei der großen Menge (?) von Porträten, die von seiner Hand vollendet worden sein sollen, zumeist solche gemalt haben. Nach einer Eintragung im Taufbuche von Stein erscheint Schmidt am 4. Februar 1760 (p. 144) noch einfach als „bürgerlicher Maler“, schon im folgenden Jahre, 1761 (p. 153), als „Mitglied des äußeren Rathes der Stadt Stein“. Im Jahre 1768 – Schmidt zählte damals bereits [293] 50 Jahre – am 6. April, wurde er zum Mitgliede der bildenden Künste in Wien erhoben. Während aber sein Künstlerruf und sein Ansehen wuchsen, fehlte es ihm nicht an schweren Heimsuchungen, so verlor er in kurzer Zeit nacheinander seine Eltern, der Vater starb 1761, im Jahre 1765 starben ihm aber innerhalb 10 Wochen zwei Knaben und zwei Mädchen, auch Ueberschwemmungen und Kriegszeiten brachten mannigfache und schwere Sorgen. Aber auch diese wurden ertragen und überwunden und Schmidt erreichte das seltene Greisenalter von 83 Jahren und in so rüstigem Zustande, daß er, bereits ein Greis von 80 Jahren, doch noch eines der großen Altarbilder in der Pfarrkirche zu Krems malte und im Jahre 1787, damals nahe an die Siebenzig, die Fresken in der Pfarrkirche – eine durch das Besteigen der hohen Gerüste und das nichts weniger als bequeme Stehen und Sitzen auf demselben höchst beschwerliche Arbeit – ausführte. Schmidt’s ganzes Leben ging in seiner Kunst auf. Die Zahl seiner Bilder geht an oder über die Tausend; wenn aber Kunitsch und Pillwein sich bis auf 4000 Porträte versteigen und Kunitsch diese Zahl mit der Bemerkung begleitet, daß Schmidt selbst dieselbe so hoch berechnete, so möchte diese Zahl wohl unter allen Umständen zu hoch gegriffen sein. Auch findet sich nirgend die Angabe einer einigermaßen berühmten Person, die er gemalt. Und wenn er alle Grafenwörther, Steiner und Kremser, und alle Laienbrüder und Mönche der Klöster, in denen er gearbeitet, porträtirt hätte, so wird es schwer fallen, die Zahl viertausend zusammenzubringen. Gewiß aber ist es, daß er sehr viel und überhaupt sehr schnell gemalt habe. Bei prüfender Betrachtung seiner Gemälde scheint auch die Bemerkung, daß er seine Bilder nach dem Grade der Bezahlung unterschiedlich gemalt, nicht ungerechtfertigt zu sein. Aber wenn sich in ihm allmälig neben dem Künstler der Geschäftsmann auch entwickelte, so geschah dieß nie ganz auf Kosten der Kunst, nie vermochten Habsucht und Krämergeist die Idealität des Künstlers, der er bis zum letzten Hauche treu blieb, zu überwuchern. Wie mäßig ist doch in Anbetracht der großen Menge von Werken und darunter meist und noch dazu sehr große Altarblätter sein Vermögen, welches bei seinem Ableben nach Abzug aller Schulden und der Leichenkosten an achttausend Gulden betrug! Außerdem befand sich in seiner Verlassenschaft eine Bibliothek und eine Sammlung von 270 Bildern seiner Hand, die zum größeren Theile nach Warschau an polnische Cavaliere verkauft wurden. Ein kleiner Theil ging in die Hände seines Schülers Mayer und von diesem auf einen Martin Schmidt in Stein über, der sie noch im Jahre 1866 besaß. Schmidt ertheilte auch Unterricht im Zeichnen und hatte mehrere Schüler gebildet, von denen ihm jedoch keiner in Talent und Fleiß gleichkam; es werden folgende Maler: Appel, Mayer, Mitterdorfer, Rudrof und Wambacher als Schmidt’s Schüler bezeichnet; von Appel meldet man sogar, er sei Hofmaler gewesen, aber trotz alledem, von wie geringer Bedeutung müssen sie alle gewesen sein, wenn weder Nagler noch aber Tschischka in dem so reichen Namensverzeichnisse seines Werkes: „Kunst und Alterthum“ auch nur einen der Genannten anführen. Auch entferntere Talente, schreibt einer von Schmidt’s Biographen, wurden durch den Künstler angeregt und bildeten sich nach ihm, so daß man von einer Schmidt’schen Schule [294] sprechen kann. Wie bedeutend Schmidt seiner Zeit war, dieß bezeugen die vielen Stiche, die nach seinen Gemälden und Zeichnungen erschienen sind. Seine eigenen Radirungen ungerechnet, von denen weiter unten S. 297 nach dem Verzeichnisse seiner Bilder eine Uebersicht gegeben wird und in welchen er oft seine Gemälde stach, haben zahlreiche andere Künstler, wie F. Landerer, Pater Coloman Fellner, Haubenstricker, J. V. Kauperz, C. Schmidt und Wambacher nach Schmidt gestochen. So sind mir bekannt von P. Coloman Fellner: „Esther, vor Ahasverus knieend“ (Fol.); – „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ (gr. 8°.); – „Drei Mädchen mit einem Affen“ (kl. Fol.); – „Eine vor einem orientalischen Fürsten knieende Frau“, verschieden von dem obigen Bilde: „Esther vor Ahasverus“; – „Die Büste eines Mannes mit Hut und Feder“; – von Paul Haubenstricker: „Der Calvarienberg“; – „St. Hieronymus, vor dem gekreuzigten Erlöser knieend“; – „Die Eremiten St. Paul“ und „St. Anton“; – von Johann Veit Kauperz: „Das Abendbrot“; – „Der alte Mann mit der Brille“; – „Der Geograph“; – von Ferdinand Landerer: „Christus heilt die Lahmen“ (gr. Fol.); – „Jesus, von Satan versucht“ (gr. Fol.); – „Der gute Samariter“ (gr. Fol.); – „Der Astronom“ (Fol.); – „Der Chimist“ (Fol.), – „Der orientalische Geiger“ (kl. 4°.), und dann eine ganze Folge von Schmidt’s Studienköpfen unter dem Titel: „Toute sorte de têtes, qui sont inventées par Mr. Martin Schmidt ... ebauchées en cuivre par F. Landerer, 16 Blätter (1769, 8°.); – von C. Schmidt, den man für einen Bruder des Malers ausgibt: „Tarquin und Lucretia“; – „Socrates und Alcibiades“; – von Wampacher: „ein Weib“ und „ein Knabe“, beides Halbfiguren. – Schmidt als Mann und Mensch war eine schöne, stattliche Erscheinung, hochgewachsen, mit markirten Gesichtszügen, hellblauen, großen Augen. Er lebte sehr einfach, ganz seiner Kunst und seiner Familie, von welcher ihn seine Frau, eine verheirathete Tochter und zwei Söhne überlebten. Von seiner Schnelligkeit im Malen erzählen Ed. Kurz, Kunitsch drastische Beispiele. Er war bis an seinen Tod ununterbrochen künstlerisch thätig, das Altarblatt in der Pfarrkirche zu Gresten: „Ein Christus am Kreuze“, war des Künstlers letztes Werk. Sein Leichenbegängniß war nach Berichten von Leuten, die es noch selbst gesehen, ein feierliches. Der Künstler wurde auf dem Steiner Friedhofe begraben. Doch hat er noch bis zur Stunde keinen Grabstein! An der gegen Norden aufgerichteten Mauer befand sich nahe an der linken Ecke ein Porträt Schmidt’s in Fresco von Joseph Mayer, seinem Schüler, gemalt, nebst einer kurzen Grabschrift. Gegen Ende des Jahres 1849 war dieses Grabmal schadhaft geworden und mehrere Kunstfreunde vereint ließen an derselben Stelle ein gußeisernes Kreuz auf einem Granitsteinhügel aufstellen, worin eine Tafel mit dem Namen des Künstlers angebracht war. Als im Jahre 1854 der Friedhof vergrößert wurde, stand dieses Denkmal der Regulirung im Wege und wurde pietätlos entfernt, nur jene Tafel wurde in die erwähnte Mauer eingesetzt. Auffallend ist es, daß einem Künstler von Schmidt’s Bedeutung bei Lebzeiten keine besonderen Ehren, wie doch dieß bei Künstlern immer der Fall, erwiesen wurden. Nun, dieß läßt sich wohl ziemlich leicht erklären. Prälaten, Aebte und Dechante, für welche Schmidt [295] zumeist malte, haben keine besonderen Ehren zu vertheilen, dann lebte S. vom Mittelpuncte des großen Lebens, wo sich die Aufmerksamkeit der höheren Kreise ihm zuwenden und ihn an die Oberfläche ziehen konnte, entfernt in einem kleinen Landstädtchen, das sich so wenig um Höheres kümmert, daß es noch jetzt nicht versteht, seinen edelsten Bürger, auf den stolz zu sein ihm ein schönes Vorrecht sein müßte, durch ein anständiges Grabdenkmal zu ehren. Und so ganz ohne alle Ehren lief es denn doch auch nicht ab. Wie schon bemerkt, war er Mitglied der Akademie der bildenden Künste in Wien und von der Kaiserin Maria Theresia soll S. auch mit einer goldenen Ehrenmedaille, welche er jedoch nicht trug und nur vertrauten Freunden auf ihr Verlangen zeigte, ausgezeichnet worden sein. Martin Schmidt war nämlich, wie einer seiner Biographen meldet, das Glück zu Theil geworden, die Kaiserin Maria Theresia zu porträtiren, und zwar in Wien, als er die Akademie besuchte. Das Porträt fiel entsprechend aus und der Künstler wurde mit der Medaille sammt Kette belohnt. Auffallender aber, als diese wenigen Ehren ist der Umstand, daß die kaiserliche Gemälde-Gallerie im Belvedere kein Werk des Künstlers aufzuweisen hat. Gibt es doch genug schwächere Bilder alter und neuer Meister, die in der Gallerie hängen. Schmidt gebührt gewiß ein Platz in jenen Kunsträumen, an deren Wänden kein Künstler Oesterreichs von nur einiger Bedeutung, geschweige von solcher, wie sie Schmidt hat, fehlen sollte. Was Schmidt’s künstlerische Bedeutung anbelangt, so bemerkt Nagler über ihn, daß sich an Schmidt’s Arbeiten das Studium früherer classischer Bilder erkennen lasse. Unter der unglaublichen Menge seiner Bilder findet sich auch wirklich manches schätzbare Werk, das an eine ruhmvollere Periode erinnert, als jene war, in welcher er wirkte. Er ist in der Zeichnung selten streng und naturgemäß, und namentlich findet man seine Köpfe zu klein. Aber in der Gruppirung seiner Figuren war er sehr glücklich und sein Colorit zeigt ihn als einen Kenner der Farbe und der Kunst der Farbenharmonie. Im eigenthümlichen Gegensatze zu den 4000 Porträten, deren Pillwein und Kunitsch gedenken, steht die Bemerkung Nagler’s, daß er nur wenig Bildnisse gemalt habe, und daß die Zahl seiner kirchlichen und religiösen Darstellungen jene aus der Geschichte und Mythe bei weitem überwiege. Uebrigens ist es ungemein schwer, sich mit Schmidt’s Arbeiten zurecht zu finden, da er dieselben sehr selten mit seinem Namen bezeichnete. Nur auf seinen Radirungen setzte er seinen Namen oder sein Künstlerzeichen bei. Das Monogramm, dessen er sich bediente, ist folgendes: MvIvS^ 1749. Zum Schlusse sei noch bemerkt, daß das Gratzer Volksblatt, Nr. 114, vom 25. April 1868, anläßlich einer Notiz über die Restauration zweier Gemälde Schmidt’s denselben einen „berühmten krainischen Maler“ nennt. Daß das „Gratzer Volksblatt“ in großem Irrthume ist, wenn es Schmidt zu einem berühmten Krainer macht, wird aus der vorstehenden Lebensskizze erhellen.

l. Uebersicht der bedeutenderen Altarblätter und anderer Gemälde von M. J. Schmidt. [Die Zahl der Gemälde S.’s, wie in der Lebensskizze erwähnt wurde, ist sehr groß. Vieles ist mit den aufgehobenen Klöstern und Kirchen verschwunden. Hier erscheint die erste – nicht vollständige, aber gewiß bisher reichhaltigste – Liste der noch bestehenden Bilder Schmidt’s.] In Niederösterreich in Wien in der Leopoldstadt bei den Karmelitern das Hochaltarblatt; – [296] bei den sieben Büßerinen in Wien zwei Altarblätter: „St. Johannes vom Kreuz“ und „Sta. Theresia“; – im Melkerhof in der Hauscapelle drei Altarblätter: „Mariä Himmelfahrt“, „St. Coloman“ und „St. Benedict“; – in der Sammlung der k. k. Akademie der bildenden Künste: „Der Schiedspruch des Midas“ und „Vulkans Schmiede“; – in der Pfarrkirche zum h. Aegydius in Gumpendorf: „Die unbefleckte Empfängniß Mariä“ und „St. Johannes Baptista“; – in Melk in der Pfarrkirche fünf Altarblätter: „Maria Himmelfahrt“, „St. Anton“, „St. Sebastian“, „St. Johann Nepomuk“ und „Sta. Barbara“; – zu Gresten in der Pfarrkirche ein Altarblatt: „Christus am Kreuze“, Schmidt’s letzte Arbeit, im Alter von über 80 Jahren gemalt; – in Schwechat bei St. Jacob in der Pfarrkirche drei Altarblätter: „Der h. Jacob“, Hochaltarblatt; „Christus am Kreuze“ und „Die unbefleckte Empfängniß“, auf Seitenaltären; – in Göttweih in der sogenannten unterirdischen Kirche: das Altarblatt auf dem Schnörkelaltar; – in der Stiftskirche daselbst das fünfte Altarbild im Schiff der Kirche: „Dem ersten Abte von Göttweih reicht im Traume der Bischof Altmann von Passau den Stab, ein Engel Prälatenkreuz und Kette dar“, 1773 gemalt; – das sechste Altarbild: „St. Benedict“; – zu St. Pölten in der Karmeliterkirche vier Altarbilder: „Das Scapulierbild“, „Sta. Theresia“, „St. Judas Thaddäus“, „St. Johann Nepomuk“; – zu Waidhofen an der Ybbs in der Pfarrkirche fünf Altarblätter: „Sta. Magdalena“, das Hochaltarblatt, „Sta. Anna“, „Sta. Barbara“, „St. Lambert“, „St. Sebastian“; – auf dem Sonntagberg in der Wallfahrtskirche zwei Altarblätter, eines davon: „Christi Taufe im Jordan“ – und in der Wallfahrtskirche zu Maria-Taferl gleichfalls zwei Altarblätter; – im Stifte Säusenstein[WS 3] in der Donatuscapelle: vier Altarblätter; – im Viertel ober dem Wienerwald, zu Hofstetten in der Grünau das Altarblatt: „Der h. Georg“; – in der Pfarrkirche zu Mautern: 14 Kreuzweg-Stationen; – in der Pfarrkirche zu Kirchberg an der Pielach: das Hochaltarbild; – im Viertel unter dem Manhartsberg: zu Drösing in der Laurenziuskirche das Hochaltarbild: „Der h. Laurenzius“; – zu Feuersbrunn in der St. Aegidiuskirche: drei Altarblätter; – zu Haitzendorf in der Pfarrkirche: „Die unbefleckte Empfängniß Maria“ und „St. Sebastian“; – zu Hausleiten zwei Altarblätter: „Sta. Agatha“ und „St. Aloisius“; überdieß sind die schönen Plafondmalereien daselbst auch von Schmidt’s Hand; – im Viertel ober dem Manhartsberg: zu Altenburg einige Altarblätter; – zu Krems in der Pfarrkirche zwei Seitenaltarblätter: „St. Johannes Enthauptung“ und „Die armen Seelen“; außerdem hat S. die ganze Kirche al fresco gemalt; – in der Jesuitenkirche das Hochaltarblatt und zwei Seitenaltarbilder; – in der Piaristenkirche sollen die meisten Bilder von S. sein; – am Bräuhause vor der Stadt mehrere Fresken; – am Steinerthor daselbst desgleichen; – zu Stein an der Donau in der Pfarrkirche sämmtliche Altarblätter, insbesondere ein schöner „H. Nikolaus“; die übrigen stellen dar: „St. Johann Nep.“, „Die armen Seelen“, „Freundschaft Christi“, „St. Andreas“, „Sta. Katharina“ und „Johannes der Täufer“; – die Fresken des Rathhauses innen und außen, darunter auf der der Donau zugekehrten Seite: „Das Urtheil Salomon’s“; – die Fresken am Giebel des Salzdepots an der Donau, des Gasthofes zur Sonne und jene am Häuschen Nr. 191 vom First bis zur Schwelle; – auf dem Frauenberg bei Krems drei Altarblätter: „Mariä Himmelfahrt“, „St. Josephus“ und „St. Aloisius“. – In Oberösterreich in Linz in der Kirche der barmherzigen Brüder das Hochaltarbild: „Die unbefleckte Empfängniß Mariä“; – in der Minoriten- oder Landhauskirche: „Die Kreuzigung“, „Der h. Johann Nepomuk“, „Der h. Franciscus Seraphicus“, „Der h. Joseph von Cupertino“; Andere schreiben diese Gemälde dem Johann Georg Schmiedt [siehe Caspar Schmiedt, S. 229. Nr. 18, im Texte a] zu; einige Gemälde S.’s befanden sich auch in der Sammlung des Salzverwalters H. J. Josch; – im Stifte St. Florian: die Deckengemälde in der Stifts-Apotheke, deren eines den „Aesculap“, das andere die „Flora“ vorstellt; – im Stifte Lambach in der Gemäldesammlung: „Der ungläubige Thomas“; – in Stadt Steyr bei den Kapuzinern: „Das Leben der h. Magdalena“; – im Mühlkreise zu Feldkirchen in der Pfarrkirche zu St. Michael: zwei Altarblätter; – zu Neufelden in der St. Philipps- und Jacobskirche: die Bilder sämmtlicher Seitenaltäre; – zu Mauthausen in der Pfarrkirche St. Nikolaus: sämmtliche Altarblätter; – zu Schwarzenberg in der Pfarrkirche St. Johann [297] Nepomuk: das Hochaltarblatt; – zu St. Veit am Petersberge in der altdeutschen Kirche das Altarbild: „St. Veit“; – zu Walding in der Pfarrkirche das Altarblatt: „St. Anna“; – im Traunkreise in Kremsmünster in der Stiftskirche in der Frauencapelle daselbst „Mariä Himmelfahrt“; „Die Steinigung des h. Stephanus“, früher Hochaltarbild in Thalheim; „Das Opfer des Noe“ und „Abraham will Isaak opfern“, Gegenstücke; „Christ Kreuzigung“ und „Kreuzabnahme“, gleichfalls Gegenstücke; „Die Anbetung der Hirten“; „Christus im Schoße Mariä“, im Besitze des P. Bruno Kyrle; – zu Spital am Pyhrn im Stifte im Speisesaale vierzehn Bilder; – in der Kirche: mehrere Altarblätter; nicht, wie es bei Kunitsch heißt, sämmtliche Bilder, denn einige sind von Altomonte. – In Salzburg in der Stiftskirche zu St. Peter: „Die h. Familie“, „St. Rochus“, „St. Sebastian“, „Der h. Rupert“, „Die heiligen Engel“, „Die zwölf Apostel“, ein „Scapulierblatt“; außerdem noch neun Altarblätter, im Ganzen also 14 an Zahl; darunter drei 12 Fuß hohe Stücke auf Kupferplatten; – „Die Speisung Christi“, von Schmidt in seinem achtzigsten Jahre gemalt, im Concertsaale des Stiftes St. Peter; – in der Capelle ober der Stiege vor dem Eingange der Augustinerkirche das Bild: „Die h. Dreifaltigkeit“; – in der St. Sebastianskirche das Altarblatt: „Die h. Barbara“, jetzt im städtischen Museum; – „Der Traunfall“, ebenda; – zu Radstadt in der Kapuzinerkirche das Hochaltarblatt: „Maria mit dem Jesuskinde“ – und Altarblätter in den Kirchen zu Berndorf und zu Straßwalchen. – In Steiermark in Gratz im Jesuiten-Collegium im Münzgraben, im Klostergange: kleine „Skizzen der Leidensstationen“; – in der Pfarrkirche Maria-Hilf in der Murvorstadt am rechten Seitenaltare: „Der h. Erzengel Michael mit der Waage“, ein ganz vortreffliches Bild; – im Krankenzimmer des Klosters der Elisabethinerinen in der Murvorstadt: mehrere kleine Gemälde; – in der Kirche zu Maria-Trost bei Gratz: das Altarblatt; – in der Stiftskirche zu Rein das Hochaltarblatt: „Die Geburt Christi“, eines von Schmidt’s schönsten Bildern; – einige Gemälde Schmidt’s besitzt auch die Gratzer ständische Bildergallerie, und zwar: „Judith und Holofernes“; „Die Tochter Jephta’s“; „Alzibiades und Timandra“; „St. Petrus“ und „Magdalena“ – im Bergschlosse Seckau nächst Leibnitz einige Gemälde; – in der Pfarrkirche zu Oberburg mehrere Altarblätter: „Die Geburt Christi“, „Das Abendmahl“, „Die Auferstehung“ und „Die Himmelfahrt“; – in der Kirche zu Straßengel das Hochaltarblatt: „Die Geburt Christi“; die zwei Seitenaltarblätter, eines davon den „H. Sebastian“ darstellend; – ferner zu Rottenmann, Göß, Windisch-Feistritz mehrere Altarblätter. – In Tirol zu Reute in der Elisabethkirche ein Altarblatt: „Mariä Himmelfahrt“. – In Mähren zu Brünn in der Kathedrale von St. Peter zwei Altarblätter: „Die Taufe Christi“ und „Der Tod der h. Barbara“; – zu Königsfeld nächst Brünn am Altare in der Sacristei: „Der Erzengel Michael straft die abgefallenen Engel“; – in Pulgram im Brünner Kreise in der Ortskirche: „Der h. Aegydius“; – in Wranau im Brünner Kreise zwei Altarblätter: „Der h. Nepomuk“ und „Der h. Franciscus Salesius“; – in Obrowitz nächst Brünn das Altarblatt: „Der h. Augustin im Gebete“ und „St. Norbert, vor dem Altare die Monstranze erhebend“. – In Krain zu Laibach in der Domkirche das Altarblatt: „Maria Empfängniß“; – der Hörsaal der Mechanik, bekannter unter dem Namen des sogenannten mathematischen Saales; – zu Krainburg in der Pfarrkirche ein Altarblatt: „Die HH. Rochus, Sebastian und Fabian“; – zu Michelstetten im Kloster der Dominikanerinen: das Hochaltarblatt und sieben Seitenaltarblätter. – In Ungarn zu Waitzen das an 30 Schuh hohe Gemälde: „Die Kreuzigung Christi“; „St. Johann von Nepomuk“; – zu Salova: „Das Bildniß des Schutzengels“. Von profanen Bildern Schmidt’s sind außer denjenigen Originalen, nach welchen Andere gestochen haben und deren in der Lebensskizze gedacht worden, noch zu nennen: „Der Pfannenflicker“, „Der Federnschleißer“ und „Der Schuster“. Kleinere Sammlungen von Schmidt’s Arbeiten fanden sich seiner Zeit im Privatbesitze, so bei Kaufmann Dayerkauf und Verwalter Haas in Gratz, bei dem Pfarrer zu Perschling in Niederösterreich und bei Anderen.
II. Radirungen von Martin Johann Schmidt. Die Zahl dieser Blätter von Schmidt’s Hand ist nicht groß. Ob folgende Liste vollständig, ist schwer zu sagen, aber immerhin ist sie die bisher vollständigste: „Figur eines Mannes“, im Geschmacke Rembrandt’s [298] bekleidet, nach rechts von ihm ein Hund, bezeichnet mit dem am Schlusse der Biographie mitgetheilten Monogramm: M. J. S. 1749 (12°.); – „Orientale mit einer Feder auf der Mütze, die Linke auf einen Stock gestützt“, Halbfigur, bezeichnet M. J. S. 1750 (8°.); – „Venus und Cupido in der Schmiede des Vulkan“ (4°.); – Gegenstück dazu: „Apollo und Pan vor Midas“ (4°.); – mehrere Blätter Bachanale von Satyren, Faunen und Bachantinen, jedes Blatt mit den drei Grazien in verschiedenen Stellungen (8°.); im Auctions-Katalog von Miethke und Wawra über die Versteigerung, welche am 14. April 1862 und den folgenden Tagen statthatte, waren sechs solcher Blätter (4°.) in schönen Abdrücken verzeichnet; – „Ein Faun mit zwei Satyrkindern vor einer nackten Bachantin am Fuße eines ländlichen Denkmals (4°.); – „Eine Folge von Götterfiguren aus der römischen Mythe“, acht Blätter (8°.); – „Die Kreuzabnahme“, in Rembrandt’s Manier, schön radirt (gr. 8°.); – „Mariä Empfängniß, auf dem Globus mit der Schlange“, oben abgerundet, 1764 (gr. 8°.); – „Mariä Himmelfahrt“, oben abgerundet, 1764 (gr. 8°.), dieses und das vorige dürften Blätter nach Schmidt’s eigenen Altarbildern sein; – „Mariä Krönung durch die Dreieinigkeit“, gleichfalls oben rund, 1764 (kl. Fol.); – „Christus am Kreuze mit Magdalena“, 1764 (gr. 8°.); – „Der heilige Nikolaus, Patron der Schiffer“, 1770 (gr. 8°.); – „Die Predigt des h. Jacobus vor verschiedenen Völkern“, nach Schmidt’s eigenem Gemälde, das sich in der Kirche zu Schwechat bei St. Jacob befindet, oben abgerundet, 1770 (kl. Fol.); – „St. Johann von Nepomuk betet zum Erlöser für die Kranken“, nach dem im Dome zu Waitzen (nicht Watzen, wie es bei Nagler heißt) in Ungarn befindlichen Altarblatte, 1779 (kl. Fol.); – „Die Taufe Christi im Jordan“, 1773, oben abgerundet (kl. Fol.), nach seinem eigenen, in der Kirche auf dem Sonntagsberge befindlichen Altarblatte. Die folgenden neun Blätter – sämmtlich Radirungen – waren auf der oben schon angeführten Versteigerung der Kunsthändler Miethke und Wawra im Kataloge angegeben: „St. Jacobus“ (kl. Fol.); – „Krönung Maria“ (kl. Fol.); – „St. Nikolaus“ (kl. Fol.); – „St. Johann von Nepomuk“ (kl. Fol.); – „Johannes der Täufer“ (kl. Fol.); – „Sterbender Heiland“ (kl. Fol.); – „Mariä Himmelfahrt“ (kl. Fol.); – „Mariä Empfängniß“ (kl. Fol.); – „St. Nikolaus“, Altarblatt zu Stein (kl. Fol.) Die Annahme dürfte kaum unrichtig sein, daß sämmtliche Radirungen Schmidt’s Copien seiner eigenen Gemälde seien. Derjenigen Stiche und Radirungen, welche nach Schmidt’s Bildern und Zeichnungen von Anderen ausgeführt wurden, geschah bereits oben in der Lebensskizze S. 294 Erwähnung.
III. Zur Biographie des Martin Joh. Schmidt. (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) 1825, S. 667 u. 668. – Baur (Samuel), Allgemeines historisch-biographisch-literarisches Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen, die in dem ersten Jahrzehend des neunzehnten Jahrhunderts gestorben sind (Ulm 1816, Stettini, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 424 [nach diesem gest. am 18. Juni 1801]. – Carniolia (Laibacher belletr. Blatt, 4°.) II. Jahrg. (1839/40), S. 416. – Frankl (Ludw Aug.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) IV. Jahrg. (1845), S. 934: Martin Schmidt der Kremser, und Andreas Schweigel“, von Ernst Hawlik [eine Episode aus Schmidt’s Leben, auf welche wir noch in der Biographie Schweigel’s zurückzukommen gedenken]. – Intelligenz-Blatt von Salzburg 1802, Stück 3, S. 44; Stück 7, S. 105. – Kremser Wochenblatt (Krems, 4°.) 11. Jahrg. (1866), Nr. 12 u. 13: „Martin Joh. Schmidt (genannt der Kremser-Schmidt). Biographische Skizze von Ed. Kurz“ [bezüglich der biographischen Details das Vollständigste, was bisher über den Künstler vorhanden; bezüglich seiner Werke unbegreiflich dürftig). – Kunitsch (Michael). Biographien merkwürdiger Männer der österreichischen Monarchie (Grätz 1805, Tanzer, kl. 8°.) Bdchn. III, S. 153–160. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, v. Trattnern, 8°.) 1. Bds. 2. Stück, S. 347 [wenn es daselbst auf S. 348 heißt: „Von den Arbeiten des Franz Schmidt will ich nur die vorzüglichsten bemerken“, so ist das ein lapsus calami, denn es soll heißen: von den Arbeiten des Martin Johann Schmidt u. s. w.]. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliographisches Institut, gr. 8°.) Zweite Abtheilg. Bd. VII, S. 1088, Nr. 37. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XV, S. 349. – Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst. [299] Herausg. von Dr. Ad. Schmidl (Wien, 4°.) I. Jahrg. (1844), IV. Quartal, Nr. 78, S. 621, in Dudik’s Artikel: „Kunstschätze aus dem Gebiete der Malerei in Mähren“. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1836, 8°.) Bd. III, S. 289, unter dem Schlußworte „Kremser-Schmidt“. – Pillwein (Bened.) Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer, theils verstorbener, theils lebender Künstler u. s. w. (Salzburg 1821, Mayr, kl. 8°.) S. 210. – Schreiner (Gust. Dr.), Grätz (Grätz 1843, 8°.) S. 270, 290, 297, 486, 500. – Der Verkündiger 1801, S. 697. – Blätter des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich (Wien, 8°.) 1875, Nr. 4, 5, 6, 7, 8. [Dieselben zu benützen, war mir leider nicht gegönnt, doch erhielt ich von dem Verfasser der darin enthaltenen Monographie über Schmidt, von Herrn A. Mayer, Nachricht, daß sie in den angeführten Nummern erscheinen werde. Wenn jene Monographie noch ausführlicher ist und mehr als mein Artikel enthält, so wolle man bedenken: mein Artikel ist für ein Lexikon geschrieben, die Monographie müsse trachten, den Gegenstand möglichst zu erschöpfen.]
IV. Porträte. 1) Haubenstricker p. 1778, Radirung von Ebendemselben. – 2) Nach Haubenstricker C. Fellner sc.. Ferner befand sich seiner Zeit und vielleicht noch jetzt ein in Oel gemaltes Bildniß Schmidt’s im Schlosse zu Leopoldskron nächst Salzburg, jetzt im Besitze Jul. Alexander Schindler’s [s. diesen Band S. 12], und ein in Oel gemaltes Selbstporträt ist im ersten Stockwerke des astronomischen Thurmes im Stifte Kremsmünster zu sehen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Martin und sein Sohn Bartholomäus Altomonte
  2. Vorlage: [Bd. I, S. 19, 20, 22].
  3. Vorlage: Seissenstein