Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1749–1750
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Dryops (Δρύοψ), ,der Eichenmann‘, ὁ ἀπὸ δρυός. τράφεὶς (κρυφθεὶς) δρυὸς στελέχει, Schol. und Tzetz. Lyk. 479. Fick-Bechtel Griech. Pers.-Namen² 387. 404. 417, s. Dryas. Er ist der Eponyme der Dryoper (s. d.). 1) Zunächst begegnen wir ihm in Thessalien, wo er als Sohn des Peneios (irrtümlich für Spercheios ?) gilt, Pherekydes in Schol. Apoll. Rhod. I 1213, und im Spercheiosthale, wo er der Sohn des Spercheios und, wie bei Pherekydes, der Danaostochter Polydora ist. Nik. frg. 41 = Ant. Lib. 32. Am Spercheios nennen ihn auch Arist. frg. 482 = Strab. VIII 373. Sein Sohn Kragaleus ist Herrscher in der Dryopis, Nik. frg. 38 = Ant. Lib. 4. Dagegen scheint Theiodamas Schol. Apoll. Rhod. I 131 einfach als Dryoper, nicht als Sohn des D. bezeichnet zu sein, vgl. Ovid. Ib. 486. Wieder anders ist die Ansetzung am Parnass, Etym. M. Paus. IV 34, 9. Schol. Apoll. Rhod. I 1218. Tzetz. Lyk. 480. Am Parnass scheint sich der Stamm mit den Dorern allmählich ausgesöhnt zu haben; darauf deutet die Erzählung von der Liebe der D.-Tochter Dryope (s. d. Nr. 1) zu Apollon und die Genealogie, wonach D. ein Sohn des Apollon ist. Die Mutter Dia, des Lykaon Tochter, setzt aber schon die peloponnesische Localisierung der Sage voraus. Etym. M. Schol. Apoll. Rhod. I 1218 (var. D. Sohn des Lykaon). Schol. Lyk. 479. In der Peloponnes erscheinen Dryoper in Asine und Hermione, wohin sie unter Führung des D. gewandert oder von Herakles verpflanzt waren. Etym. M. Paus. und Strab. a. O.; in Arkadien, wo D. durch seine Tochter Grossvater des Pan ist, Hom. hymn. 19, 341, und selbst Arkader oder Sohn des Arkas heisst, Strab. a. O.; [1750] und im messenischen Asine, wo Heiligtümer des Apollon und des D. waren und dem Apollonsohne-D. jährlich ein Fest gefeiert wurde. Paus. IX 34, 11. Dibbelt Quaest. Coae mythol., Diss. Gryphisw. 1891, 43. 491 Immerwahr Arkad. Culte 136f.