Textdaten
<<< >>>
Autor: August Graf von Platen
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Abbassiden − 6. Gesang
Untertitel:
aus: Gesammelte Werke des Grafen August von Platen, Band 4 von 5
Herausgeber: Einführung von Karl Goedeke
Auflage:
Entstehungsdatum: 1828−1830
Erscheinungsdatum: 1847
Verlag: J. G. Cotta
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Erläuterungen siehe Die Abbassiden
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[277]

 Sechster Gesang.


Auf der Magierstadt indessen schwebte
Manch Verhängniß, einem Sturm vergleichbar.
Schehriar ergrimmte gegen Assads
Holde Gattin. Lebenslanger Kerker

5
Sei der Lohn des Hochverrats, beschließt er.


Außerhalb der Stadt besaß ein altes,
Festes Schloß er zwischen rauhen Bergen:
Himmelhohe Mauerthürme schützten
Im Geviert es, und es wand ein Strom sich

10
Um den inselhaften Bau der Veste.

Kahle Hügel ragten menschenfeindlich,
Nie bebaut umher, und lehmige Schluchten,
Ausgehöhlt von wilden Regengüssen,
Fielen jählings ab und wellenförmig

15
Ausgezackt. Der immergrünen Eiche

Dunkle Schattendächer bloß verhüllten
Dort und hier die totenstille Wildniß.

Dieses Schloß zum Aufenthalt bestimmte
Schehriar der schönen Diwisade:

20
Eine Schaar Eunuchen, ihr zu Wächtern

Beigesellt, und wenige Frau’n umgaben
Dort der Fürstin frühbegrabene Jugend.
Auf den Zinnen stand sie oft und blickte

[278]

Ueber’s öde Gefild und bis zur Salzflut:

25
Holder Assad, fing sie an zu klagen,

Sohn des Harun Alraschid in Bagdad,
Sprich, wo weilst du? Zeigt ein liebender Traum dir
Meinen Kerker nicht, und ziehst du niemals
Mit dem Jagdspieß dieses Thal hinunter?

30
Daß ich riefe dich und sähe. Deine

Schlanke Form war wie des Walds Cypresse;
Stolz und Liebe mischten sich in deines
Auges Blick, und diese schöne Mischung
Ueberwand das Herz und hob die Seele,

35
Wie das Anschau’n eines höhern Wesens.

Schließt die Magierstadt in ihre Mauern
Meinen Gatten? Oder wiegt das Meer dich
Unbekannt in unbekannte Buchten?

Also klagt die Tochter Abdorrachman’s.

40
Schehriar indeß bereitet Alles

Für des Neumonds nächstes Jubelfest vor:
Ausgerüstet wird ein großes Fahrzeug,
Welches Behram selbst befehligen sollte,
Um das Opfer nach dem Feuereiland

45
Abzuführen. Aus dem Burggefängniß

Ward befreit der jüngste Sohn des Harun.
Schwebenden Schritts, die Hände vor den Augen,
Durch das Licht geblendet, wandelt Assur:
Seine kerkermüde Seele strebte

50
Baldigem Untergang voraus, und jeder

Lebensmut verließ den holden Jüngling.
Schweigend stieg er auf’s Verdeck des Fahrzeugs,
Kaum die Stadt und kaum das Meer betrachtend;
Aber Behram ließ die Anker lichten.

55
Glücklich war die Fahrt; am zweiten Morgen

Blies der Wind jedoch gewaltsam westwärts,

[279]

Und zu Behram sprach der kluge Meister,
Der das Steuer lenkte: Sohn des Königs!
Allzuwidrig ist der Gegenwind uns;

60
Nicht zu fördern ist für jetzt die Reise,

Besser scheint’s in einem sichern Haven
Uns zu bergen. Nahe liegt die schöne
Palmenstadt der Königin Selmira:
Dort erwarten laß die günstige Luft uns.

65
Ihm versetzte drauf der finstre Behram:

Jeden sonstigen Ort beträt’ ich lieber,
Als die Palmenstadt; denn allzufeind ist
Jene Königin dem Magierglauben.
Wenn den Haven auch sie nicht verschließt uns,

70
Wird sie doch durch Hinterlist und Argwohn

Quälen uns und, wie sie kann, bedrücken!
Doch das Leben lieb’ ich mehr, als eines
Weibes Grimm ich fürchte; laß dem Wind uns
Folgen, Freund, und steure klug das Fahrzeug!

75
Dem gehorcht der Steuermann; es stiegen

Bald empor des Strandes Vorgebirge.
Wie ein zugespitzter Keil, in’s Meer sich
Streckend, lag die Stadt, und tausend Palmen
Ragten mächtig über stolze Bauten

80
Und Moscheen empor. Die Häuser waren

Abgeplattet, und von einem schritt man
Leicht zum andern; denn zu Straßen dienten
Diesem Volk die Dächer. Alle waren
Durch Orangenlauben vor der Sonne,

85
Wenn sie wandelt im Gestirn des Löwen,

Wohl geschützt. Das Schiff indessen wand sich
Zwischen kleinem, ringsverstreuten Inseln,
Die zum Sommeraufenthalt dem reichen
Bürger dienten, durch und fuhr der Stadt zu.

[280]

90
Eingezogen wurden schnell die Segel,

Dann, mit Ruderhülfe, ward das Steuer
Nach dem Strand, der Kiel in’s Meer gewendet,
Emsiglich. Die Königin Selmira,
Kaum vernehmend, daß ein Magierfahrzeug

95
Angekommen, sendet augenblicklich

Eine Schaar Trabanten aus, die Mannschaft
Alsogleich vor ihren Thron zu führen.

Unter einem Säulendach von schlanken
Marmorschäften, die dem Stamm des Palmbaums

100
Nachgebildet schienen, stand der goldne

Baldachin der Königin Selmira.
Blendendschön, im vollsten Glanz der Jugend,
Saß die Fürstin. Reigerbüsche wehten
Hoch vom Turban ihr, Rubine blitzten

105
Um den Gürtel, wie gesäte Sterne.


Als sie Behram mit den Seinigen wahrnahm,
Ward verdüstert ihre Stirn; da fiel ihr
Blick zuvörderst auf den Abbassiden,
Und ein ungewohnter Schauer schlich sich

110
Ihr in’s Herz. Die Wohlgestalt des Jünglings,

Seines Auges melancholische Tiefe,
Seine Jugend, sein getrübtes Aussehn
Schmolz der Königin bewegten Busen.
Ueberrascht vergaß sie eine Zeitlang

115
Wort und Rede; doch zuletzt begann sie

Gegen Behram hingewendet also:

Was begehrt ihr, schnöde Götzendiener,
Hier im Vaterland des wahren Glaubens?
Welch Geschäft trieb euch an meine Küsten?

120
Oder war’s die ungeduldige Windsbraut,

Die den Auswurf aller Völker auswarf?

[281]

Steuert ihr zur Feuerinsel etwa,
Eurem lästerlichen Brauch zu fröhnen,
Um den Holzstoß euren falschen Göttern

125
Aufzurichten über Naphtaquellen,

Ja, des Menschenopfers blutige Gräuel,
Die der Herr und sein Prophet verabscheut,
Gotteslästerlich entmenscht zu feiern?
Aber Allah − Hier begegnete wieder

130
Ihren Blicken Assurs Blick, sie stockte,

Und im Weibe ging die Herrin unter.

Ihr versetzte drauf der listige Behram:
Hohe Königin! Von deiner Weisheit
Ist die Erde voll, und nicht allein hier,

135
Wo du herrschest, werde, nein − im fernen

Magierland gepriesen deine Milde!
Kurze Freistatt nur für wenige Stunden
Oder wenige Tage sei vergönnt uns
Hier im Haven, den des Windes Ungunst

140
Aufzusuchen voll Vertrau’n genötigt.

Nicht zum Opfer eilen wir; ein Kaufmann
Bin ich selbst, und Diese sind Matrosen:
Einzutauschen Spezerei’n in Indien
Fuhr ich aus. Was unsere Waarenfässer

145
Auch enthalten, Alles werde willig

Dir gewidmet; aber laß die Heimat
Wiedersehn uns, Aeltern und Geschwister,
Weib und Söhne wiedergrüßen laß uns!

Wie den starren Reif der heiße Südwind

150
Leicht bewältigt und in Tropfenform ihn

Strömen läßt von überfrornen Dächern:
Alsoleicht bezwang der Fürstin Busen
Menschlichkeit, und mit der Hand dem Behram

[282]

Winkend, schon entläßt sie ihn. Da kehrte,

155
Während Alle sich entfernten, Assur’s

Thränenvolles Auge noch einmal sich
Nach der schönen Königin Selmira.
Tief erschüttert saß die stolze Fürstin,
Und dem Mitleid mußte zugestehn sie,

160
Was sie zugestanden nicht der Liebe.

Gegen Scham in ihrem Herzen kämpfte
Mitgefühl; sie rief den eiligen Behram
Noch einmal zurück und sprach die Worte:
Zeuch in Frieden sammt den Deinen! Wähne

165
Nicht, als könnt’ ich deiner schwererworbenen

Güter dich berauben; doch verkünde
Noch das Eine! Jener sanfte Jüngling,
Der so schwermutsvoll den Blick hinabsenkt,
Dessen Gang und Tracht und edle Haltung

170
Keines Ruderknechts Geschlecht verraten,

Wer es ist, verkünde mir und gehe!

Ihr versetzte drauf der listige Behram:
Deine Huld, o Königin, ergießt sich
Gnadespendend über Alles! Dieser

175
Knabe, den du deiner Frage wert hältst,

Meines Oheims jüngstes Söhnchen ist er,
Dient als Schreiber uns im Schiff. Geschieden
Aus dem Arm der hochbesorgten Mutter,
Peinigt Heimweh sein Gemüt, in diesem

180
Zarten Alter ein gewohntes Uebel!

Aber länger hält sich nicht der Jüngling;
Mächtig tritt er aus dem Kreis des schnöden
Schiffervolks, die Schüchternheit bezwingend.
Würdigen Schritts und königlicher Miene

185
Naht er schnell dem Thron, und vor der Fürstin

Beugt ein Knie er voll bescheidener Anmut.

[283]

Edle Herrscherin! das Netz der Lüge,
So beginnt er, spinnt um deines Auges
Ewige Klarheit ihre falschen Schleier!

190
Kenne Diese, kenne mich! Verräter

Lockten einst in dieses Volks Gewalt mich;
Als ein Opfer ward ich auserlesen,
Das sie jährlich nach dem Feuereiland,
Ihrem Götzendienst zu fröhnen, schleppen.

195
Diesen nicht gehör’ ich an, ich rühme

Mich des Glaubens aller Mosleminen:
Assur ist mein Name, meines Vaters
Name Harun Alraschid, Beherrscher
Aller Gläubigen, aller Völker Sultan!

200
Rasch vom Thron herunter stieg Selmira,

Und der silberstoffene Mantel rauschte
Hinter ihr. Dem knieenden Sohn des Harun
Reicht sie dar die lilienweise Rechte:
Stehet auf, erlauchter Fürst, begann sie,

205
Dieser Thron ist euer, mir geziemt es,

Eure Sklavin hier zu knien im Staube!
Gegen Behram aber hingewendet,
Fuhr sie fort: Verdank’ es meiner Milde,
Wenn ich nicht dein eigen Haubt und deiner

210
Fahrtgenossen ihre durch den Henker

Augenblicks auf meines Schlosses Zinne
Heften lasse! Fleuch, und nie betrete
Mehr die Palmenstadt! Der Tod bezahle
Für des Windes Laune, wenn sie jemals

215
Dich zurück an diese Küsten trüge!

Meine Langmut gönnt die heutige Nacht dir,
Doch, sobald der Morgenstern im Osten
Flimmert, ehe dein verhaßtes Fahrzeug
Meinen Strand verlassen, wehe, dreimal

220
Wehe dir und deiner ganzen Schaar dann!

[284]

So die Königin. Es neigte Behram
Mit den Seinen sich und schlich von dannen.
Assur aber nahm das Wort und sagte:
Nimm das Leben, das du selbst gerettet,

225
Edle Fürstin, als ein Weihgeschenk an!

Deinem Dienste widm’ ich jede Stunde
Dieses Daseins. Ihm versetzt Selmira:
Sohn des Harun, der der Sohn Mohadi’s:
Wenig thät’ ich, wenn das Leben bloß ich

230
Dir erhalten hätte; selbst den letzten

Aller Sklaven hätt’ ich gegen Willkür,
Wo Gerechtigkeit es heischt, vertheidigt.
Nicht ja Schutz allein verleiht den Bürgern
Einer Stadt die hochgethürmte Mauer,

235
Aber Schatten auch an heißen Tagen:

Nimm das Dasein; aber nimm zugleich auch
Was es Liebliches uns gewährt, und Alles,
Was du siehst, als Eigenthum betracht’ es!
Meine Länder, dieses Schloß und diese

240
Gärten, die der Ocean umbrandet,

Nenne dein und deines großen Vaters,
Welcher Bagdad als Kalif und alle
Welt befehligt, Eigenthum! Vergönne
Mir indessen, daß auf kurze Zeit ich

245
Mich entferne, diese tiefbewegte

Brust zu sammeln, und zugleich mit meinen
Frau’n und Sklaven dir ein Fest zu ordnen,
Würdig eines Abbassiden! − Also
Spricht Selmira, dann entfernt sie schnell sich

250
Sammt den Dienerinnen, ihres Herzens

Innere Glut verbergend. Assur sieht ihr
Lange nach, und aus dem Schlund der Hölle
Glaubt er plötzlich sich versetzt nach Eden.
Also mag sich ein Verdammter fühlen,

255
Der zum Richtplatz wird geführt, das Beil schon

[285]

Sieht geschliffen; aber plötzlich hört er
Gnade schrei’n, und ihn begrüßt das frohe
Tausendstimmige Lebehoch des Volkes.

Um der Seele vollen Drang zu stillen,

260
Sich am Glück zu sättigen, auszusprechen

Allen Lüften seine Lust und Liebe,
Eilt hinunter nach den Gärten Assur,
Die vom Meer bespült und weit verbreitet
Rings der Königin Pallast umgaben.

265
Eben sank der Sonnengott in seinen

Ocean, um schlafend, wie es alter
Völker Glaube war, in goldnem Kahne,
Längs der Erde morgenwärts zu schiffen.
Assurs Auge trank der letzten Stralen

270
Milde Glut, und durch des heiligen Lorbeers

Grüne Wände, durch der Myrtenbüsche
Wohlgeruch beflügelt seinen Gang er,
Rosen pflückend für den schönsten Busen,
Und dem jungen Abendstern die eigne

275
Seligkeit verkündend; nichts vermissend,

Als die Nähe seines Bruders Assad.
Immer aber wandte sein Gedanke
Nach der schönen Königin Selmira,
Wie die Blume nach dem Licht zurück sich.

280
Ein Gewässer hört er endlich rauschen,

Und gelangt an einen prächtigen Springquell,
Der mit silberklaren Fluten über
Blanke Marmorstaffeln niedertanzte:
Unten theilend sich in Doppelarme,

285
Links und rechts, war über niedre Mauern

Hingeführt er, welche, ganz bekleidet
Mit Jasmin, nur duftige Hecken schienen;
Schritt vor Schritt auf jener Mauer standen

[286]

Lange Reihn von schöngehenkelten Urnen,

290
Aus den Urnen aber stieg die Springflut

Rein empor, wie eine schlanke Lilje.
Allzulieblich schien die Stelle, sanftes
Murmeln scholl umher und Nachtigallen
Tauschten Wehmut. Auf den Wiesenteppich,

295
An den Rand des Brunnens streckt sich Assur,

Zwischen Müdigkeit und innerer Sehnsucht,
Halb in ruhigen, halb in ruhelosen
Traum geschaukelt. Und zuletzt entschläft er.

Unterdessen stand der finstre Behram

300
Auf dem Schiffsverdeck, den Zug der Wolken,

Samt dem Lauf der Sterne, wohl beachtend.
Endlich, als des Abendrotes letzte
Streifen unter’m Horizont verborgen
Lagen, hob sich sanft ein günstiger Fahrwind.

305
Schnell beruft an ihre Ruderbänke

Seine Schaar des Schehriars Erzeugter,
Und er sendet einen Theil der Mannschaft,
Einzuschöpfen süßes Wasser eilig,
Um das Ankertau sodann zu lösen,

310
Um die Palmenstadt vor Tagesanbruch

Hinter sich zu lassen, jenes Machtworts
Eingedenk der Königin Selmira.
Mit Gefäßen auf der Schulter wandeln
Jene Wasserträger fort. Doch scheu’n sie,

315
Nach dem Markt zu eilen, wo ein Brunnen

Stand und reichlich aus dem Mund der Sphinxe
Fluten warf in schöngehauene Tröge;
Aber jene scheu’n den Hohn der Bürger,
Und vermeiden drum die Stadt, sie wandeln

320
Längs der Gärten hin, und finden endlich

Angelehnt ein kleines Seitenpförtchen,
Das zum Park der Königin sie führte,

[287]

Nach dem Strande ging die Thüre, deren
Oft bediente sich die schöne Fürstin,

325
Wenn sie Abends oder früh des Morgens,

Kühlere Luft zu schöpfen, eine Seefahrt
Auf bemalter Gondel wagte. Dieses
Offene Pförtchen fand die Schaar des Behram.

In den Garten tretend, hören fern sie

330
Quellen rauschen, und der Schall geleitet

Bald sie nach dem Brunnen, wo entschlummert
Assur lag. Sie trauen kaum den eignen
Augen; Einer zeigt dem Andern flüsternd
Diesen Fund, der Kühnste giebt den Anschlag.

335
Vier von ihnen setzen ihre Krüge

Weg, und laden auf die starken Schultern
Ihn, den lang sich sträubenden Sohn des Harun,
Mit den Schärpen ihm den Mund verbindend.
Triumphirend durch das Pförtchen eilen,

340
Kräftigen Schrittes, jene vier Matrosen

Nach dem Ufer; schleunig folgen ihnen
Ihre Freunde mit gefüllten Krügen.
Tiefer sinkt die Nacht, am Borde stehn sie.
Einer löst das Seil, die Andern schreiten

345
Auf dem schwanken Brett in’s Schiff hinüber,

Leichten Gangs. Der überraschte Behram
Sieht sich unverhofft am Ziel der Wünsche,
Und empfängt aus ihrer Hand ein Opfer,
Dem er knirschend schon entsagt. Es eilen

350
Nach den Ruderbänken Alle, seewärts

Wird das Schiff gedreht, und durch der Sterne
Widerschein, der aus den Wogen glänzte,
Gräbt der schneidende Kiel beschäumte Furchen.