Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mark, Leopold
Band: 16 (1867), ab Seite: 452. (Quelle)
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Mark, Quirin[WS 1] (Kupferstecher, geb. zu Littau in Mähren 20. Jänner 1753, gest. zu Wien im Jahre 1811). Kam, nachdem er die unteren Schulen in seiner Heimat besucht, nach Wien, wo er an der Akademie der bildenden Künste und namentlich unter der Leitung des berühmten Professors Jac. Schmutzer sich zum tüchtigen Kupferstecher heranbildete. Bald arbeitete er selbstständig, und fanden seine Blätter, welche sich durch Reinheit und Kraft der Ausführung auszeichnen, verdienten Beifall. Von seinen einzelnen Blättern sind anzuführen: „Susanna im Bade und die Alten“, nach einer Zeichnung von Rubens (Fol.); – „Herodias mit dem Haupte Johannes des Täufers“, nach F. von Thulden (gr. Qu. Fol.); – „Die schlafende Venus mit Amor im Schosse“, nach Franceschini’s Original in der fürstl. Liechtenstein’schen Gallerie zu Wien, 1783 (gr. Qu. Fol.), schön gestochenes Blatt; – „Maria mit dem schlafenden Jesuskinde und der kleine Johannes“, nach L. Giordano, 1774(4°.); – „Diogenes und Alexander“, nach Rubens (gr. Fol.); – „Kleopatra zeigt dem Augustus das Brustbild des Julius Cäsar“, nach P. Battoni, 1781 (gr. Qu. Fol.), Gegenstück zu Wille’s „Tod des Marcus Antonius“; – „Cimon und Pera“, nach einem Gemälde der Baronin Pelisky (Fol.); – „Der verliebte Geizige, einem Mädchen Geld gebend“, nach A. Braun, 1786 (gr. Fol.), [453] schönes Blatt in Wille’s Manier. Von seinen Bildnissen sind bemerkenswerth: Die Bildnißgruppe, die kaiserliche Familie vorstellend, 23 Bildnisse auf einem Blatte, um Kaiser Leopold, der die Mitte der Gruppe einnimmt und von dem der König und die Königin von Neapel Abschied nehmen, stehen die Uebrigen in verschiedenen Stellungen (Fol.); – „Napoleon“, nach R. Lefevre; – „Gotthard Fürst von Schaffgotsch, Bischof von Breslau“; – „Joseph Graf von Thun“; – „Karl Graf von Pellegrini, Feldmarschall“, nach Vinazer, 1782 (8°.); – „Franz Graf von Kettler“, nach Oelenheinz (kl. Fol.); – „Jos. Jac. Plenck, Doctor der Chirurgie und Professor“, nach J. M. Stock, 1778 (8°.). Dann mehrere Folgen von Blättern zu verschiedenen Werken, als „Die römischen Kaiser“ zu Geusau’s Geschichte derselben (4°.), gut und scharf, ja geistvoll gestochene Blätter, aber monoton; – mehrere Blätter zu den „Études prises dans le bas peuple et principalement des Cris de Vienne“ 1775 (gr. Fol.); andere Blätter zu diesem Werke stachen F. Brand, Feigl, Conti, Mansfeld, Mößmer, Schytz; – mehrere Stücke zu dem Werke: „Choix des pierres gravées du Cabinet Imperial des Antiques etc. etc. décristes et expliquées par M. l’Abbé Eckhel“ (Vienne 1788, Fol.); – „Scenen aus der Iliade des Homer“, 8 Blätter (4°.); – „Grosse Colonnaden und Perspective“, nach J. G. Fall, 2 Blätter (gr. Qu. Fol.); außerdem viele Vignetten. Titelkupfer und Kupfer zu verschiedenen Werken. M. war auch Mitglied der kais. Akademie der Künste in Wien. Er unterschrieb sich auf seinen Blättern theils mit seinem ganzen Namen, theils und vornehmlich auf kleineren mit seinen Initialen Q. M. Er stach gut und kräftig, und einige seiner Blätter, wie z. B. „Die schlafende Venus“ und „Der verliebte Geizige“, sind gesucht und werthvoll.

Dlabacz (Gottfried Joh.), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, G. Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 260. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VIII, S. 338. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Professor Fr. Müller, fortgesetzt von Dr.Karl Klunzinger (Stuttgart 1857, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 29 [führt ihn zu wiederholten Malen auf; einmal auf S. 24 als Marck (mit ck), das andere Mal auf S. 29 als Mark (ohne c)]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 576. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, J. Th. Edl. v. Trattnern, 8°.) I. Bds. 2. Stück, S. 329.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vergleiche dazu auch Quermark.