BLKÖ:Plenk, Joseph Jacob von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 22 (1870), ab Seite: 423. (Quelle)
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Plenk, Joseph Jacob von (Arzt und Fachschriftsteller, geb. zu Wien 28. November 1738, auch Anderen schon 1732, gest. ebenda 24. August 1807). Besuchte die Schulen in Wien und beendete, dem medicinischen Fache sich widmend, das Studium daraus an der Wiener Hochschule; erlangte die Doctorwürde und wendete sich dem Lehrfache zu. Im Jahre 1770 erhielt er, nachdem er einige Zeit über Anatomie, Chirurgie und Geburtshilfe an der Universität zu Basel vorgetragen hatte, das Lehramt aus den vorbenannten Fächern an der Universität zu Tyrnau, später zu Ofen und blieb daselbst bis zum Jahre 1783; in diesem Jahre wurde er zum Professor der Chemie und Botanik an der medicinisch-chirurgischen Josephs-Akademie in Wien, in der Folge zum Director der Feldapotheke, Feldstabschirurgen, königlichen Rath und Secretär der Josephs-Akademie ernannt. Im Jahre 1797 wurde P. in Anerkennung seiner Verdienste in den ungarischen Adelstand erhoben. P. entwickelte eine großartige schriftstellerische Thätigkeit in seinem Fache. Seine Werke, von denen einzelne in mehreren Auflagen erschienen, sind in chronologischer Folge: „Methodus nova et facilis Argentum vivum aegris venerea labe infectis exhibendi. Accedit hypothesis nova de actione metalli hujus in vias salivales“ (Vindobonae 1766, 8°.; edit. IV ibid. 1777); auch deutsch: „Neue leichte Art, den mit der Lustseuche angesteckten Kranken das Quecksilber zu geben“ (Wien, Blumauer, 4. Aufl. 1778); – „Schreiben an Herrn Rumpelt von der Wirksamkeit des Quecksilbers und Schierlings“ (Wien 1766, 8°.); – „Novum systema tumorum, quo hi morbi in sua genera et species rediguntur“. Pars Ia (Vindob. 1767, 8°.); dasselbe auch deutsch: „Neues Lehrgebäude der Geschwülste. Aus dem Lateinischen von G. G. Rumpelt“ (Dresden 1769; 2. Aufl. 1776, Richter, 8°.); – „Anfangsgründe der Geburtshilfe“ (Straßburg 1769: neue Aufl. Wien 1774; 5. Aufl. 1795; 6. Aufl. 1803, Volcke, gr. 8°.); – „Sammlung von Beobachtungen über einige Gegenstände der Wundarzneikunst“, 2 Bände (Wien 1769 und 1770; neue Aufl. 1775, Blumauer, mit K. K., 8°.); – „Materia chirurgia, oder Lehre von den Wirkungen der in der Wundarznei gebräuchlichen Heilmittel“ (Wien 1771; neue Aufl. 1780, 8°.); – „Lehrsätze der praktischen Wundarzneiwissenschaft zum Gebrauche seiner Zuhörer“, 2 Bände (Wien 1774 und 1776; 3. Aufl. 1799, Beck, gr. 8°.); – „Pharmacia chirurgica, sive doctrina de medicamentis praeparatis ac compositis, quae ad curandos morbos externos adhiberi solent“ (Viennae 1775; edit. 2: 1777; edit. 3: 1786; edit. nova 1791, Blumauer, 8°., maj.); dasselbe deutsch: „Chirurgische Pharmazie, oder Lehre von den zubereiteten und zusammengesetzten Arzneimitteln; aus dem Latein.“ (Wien 1790, 8°.); auch übersetzt von J. P. G. Pflug (Kopenhagen 1776; 3. Aufl. 1786, 8°.); – „Selectus materiae chirurgicae“ (Vindob. 1775, Gräffer, 8°. maj.); deutsch: „Auswahl der chirurgischen Arzneimittel, nebst einem Verzeichnisse der Werkzeuge und Bandagen; aus dem Lateinischen“ (Wien 1775, Gräffer, 8°.); – „Primae lineae anatomes. In usum praelectionum“ (Viennae 1775; edit. 2: 1777; edit. 4: [424] 1795, Blumauer, 8°. maj.); auch deutsch: „Umriss der Zergliederungskunst des menschlichen Leibes, aus dem Lateinischen von F. X. von Wasserberg“ (Wien, Blumauer, gr. 8°.); – „Compendium institutionum chirurgicarum“, 2 tomi (Viennae 1776; edit. 2: 1780; edit. nova aucta 1797 [Kummer in Leipzig] 8°. maj.); deutsch: „Anfangsgründe der chirurgischen Vorbereitungswissenschaften für angehende Wundärzte“, 3 Theile (Wien 1777; 2. Aufl. 1788; 3. Aufl. 1790; 4. Aufl. 1794; 5. Aufl. 1801 [W. Nauck in Leipzig]; 6. Aufl. 1813; 7. Aufl. 1822, Beck, 8°.); – „Doctrina de morbis cutaneis, qua hi morbi in suas classes, genera et species rediguntur“ (Viennae 1776; edit. 2; 1783, 8°.); deutsch: „Lehre von den Hautkrankheiten, nebst ihren Classen u. s. w. Aus dem Latein. von F. X. von Wasserberg“ (Wien 1777 [W. Nauck in Leipzig], gr. 8°.); – „Compendium anatomes pro tironibus chirurgiae“ (Viennae 1777, 8°.); – „Doctrina de morbis dentium ac gingivarum“ (Viennae 1778, 8°. maj.); deutsch: „Lehre von den Krankheiten der Zähne und des Zahnfleisches. Aus dem Latein. von F. X. von Wasserberg“ (Wien 1778, Blumauer, gr. 8°.); – „Doctrina de morbis venereis“ (Viennae 1779; edit. nova 1787, 8°.); deutsch: „Lehre von den venerischen Krankheiten. Aus dem Latein. von F. X. von Wasserberg“ (Wien, 3. Aufl. 1793, Blumauer, gr. 8°.); – „Elementa medicinae et chirurgiae forensis“ (Viennae 1781, edit. 2: 1786, Blumauer, 8°. maj.); deutsch: „Anfangsgründe der gerichtlichen Arzneiwissenschaft und Wundarzneikunst. Aus dem Latein. von F. X. von Wasserberg“ (Wien 1782; 4. Aufl. 1802, Beck, gr. 8°.); – „Elementa artis obstetritiae“ (Viennae 1782, 8°.); – „Pharmacologia chirurgica, sive doctrina de medicamentis, quae ad curationem morborum externorum adhiberi solent“ (Viennae 1782, 8°.); dasselbe deutsch: „Chirurgische Pharmakologie u. s. w.“ (ebd. 1786, 8°.); – „Doctrina de morbis oculorum“ (Viennae 1777; edit. 2: 1783, 8°.); deutsch: „Lehre von den Augenkrankheiten. Aus dem Latein. von F. X. von Wasserberg“ (Wien 1788, Blumauer, 8°.); – „Anfangsgründe der Chirurgie für die angehenden Wundärzte im Königreiche Ungarn“ (Pesth 1783, Eggenberger, 8°.); – „Bromatologia sive doctrina de esculentis et potulentis“ (Viennae 1784, 8°.); dasselbe deutsch (ebd. 1785, 8°.); – „Toxicologia sive doctrina de venenis et antidota“ (Viennae 1785; edit. 2: 1801, Beck, 8°. maj.); deutsch: „Lehre von den Giften und Gegengiften“ (ebd. 1785, 8°.); – „Icones plantarum medicinalium, secundum Systema Lynnaei digestarum, cum enumeratione virium etc.“. Vol. 8 (Viennae 1788–1818; Band 1–6 Blumauer; Bd. 7 Heubner; Bd. 8 Geistinger, fol. maj. cum tab. pictis); den Text dieses kostspieligen Werkes (ursprünglich 360 Thaler, dessen Abbildungen meist Copien, erklärt ein Fachmann, Neilreich in seiner „Geschichte der Botanik in Niederösterreich“, im 5. Jahrgange (1855) der Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins in Wien“ (S. 34 der Verhandlungen) für „ohne Werth“; der nach Plenk’s Tode erschienene letzte Band ist von J. L. Kerndl bearbeitet; – „Hygrologia corporis humani, sive doctrina chemico-physiologica de humoribus in corpore humano contentis“ (Viennae 1794, 8°.); dasselbe deutsch: „Hygrologie des menschlichen Körpers; aus dem Latein.“ (Wien 1795, Beck, gr. 8°.); auch in anderer Uebersetzung mit Anmerkungen von W. [425] Davidson. Mit einer Vorrede von S. F. Hermbstädt (Berlin 1796, Felisch, gr. 8°.); – „Physiologia et pathologia plantarum“ (Viennae 1794, 8°.); deutsch: „Physiologie und Pathologie der Pflanzen“ (Wien 1795, Beck, gr. 8°.); – „Elementa terminologiae botanicae ac systematis sexualis plantarum“ (Viennae 1796, Sammer, 8°. maj.); deutsch: „Anfangsgründe der botanischen Terminologie und des Geschlechtssystems der Pflanzen“ (Wien 1799, gr. 8°.); – „Elementa Pharmaco-catagraphologiae seu doctrinae de praescriptione formularum medicinalium“ (Viennae 1799, Beck, 8°. maj.); deutsch: „Anfangsgründe der Pharmako-Katagraphologie oder die Lehre, Arzneimittel zu verschreiben“ (Wien 1799, gr. 8°.); – „Elementa chemiae“ (Wien 1801, Beck, 8°. maj.); auch deutsch: „Anfangsgründe der Chemie“ (ebd. 1801, gr. 8°.); – „Elementa chymiae pharmaceuticae etc.“ (Viennae 1802, Beck, 8°.); deutsch: „Anfangsgründe der pharmazeutischen Chymie oder Lehre von der Bereitung und Zusammensetzung der Arzneimittel“ (Wien 1803, Beck, gr. 8°.); – „Pharmacologia medico chirurgica specialis“. 3 Partes (Wien 1804, Heubner, 8°.); deutsch: „Specielle medicinisch-chirurgische Pharmakologie oder Lehre von den Kräften der Arzneimitteln“, 3 Theile (Wien 1804 und 1805, Camesina; 2. Aufl. ebd. 1816, Volcke, gr. 8°.); – „Doctrina de cognoscendis et curandis morbis infantum“ (Viennae 1807, Geistinger, 8°.); deutsch: „Lehre von der Erkenntniss und Heilung der Kinderkrankheiten“ (Wien 1807, Binz, gr. 8°.); – „Doctrina de morbis sexus feminei“ (Viennae 1808, Binz, 8°. maj.); – „Anfangsgründe der Hebammenkunst“ (Pesth 1808, Eggenberger, 8°.). Schließlich erschien von ihm aus dem Englischen des J. H. Percival Pott übersetzt die „Abhandlung von der Mastdarmfistel“ (Wien 1768, Gräffer, gr. 8°.). Es ist eine großartige literarische Fruchtbarkeit, welche aus der vorstehenden Bücherliste entgegenblickt; fast jedes Gebiet der Arzneiwissenschaft, die Anatomie, die Chirurgie, chirurgische Arzneimittellehre, Augenheilkunde, gerichtliche und Staatsarzneikunde, Geburtshilfe, Zahnheilkunde, Pharmakologie u. s. w., hat P. in Lehrbüchern bearbeitet, welche viele Auflagen erlebten und meist als Vorlesebücher benützt wurden. Hecker in seiner „Geschichte der neueren Heilkunde“ erhebt gegen dieselben den Vorwurf, „daß man in ihnen Ergebnisse tieferer Forschung vermißt und daß viele von ihnen ohne Zweifel zur Verflachung des ärztlichen Unterrichts beigetragen haben“. So dachte man seiner Zeit über Plenk’s Schriften nicht. P.’s Arbeiten waren damals so gesucht, daß er zuletzt die Praxis ganz aufgab und nur der literarischen Thätigkeit in seinem Fache sich widmete. Dabei half[WS 1] ihm Eyerel [Bd. IV, S. 121], einer der gelehrtesten Aerzte seiner Zeit. P. hatte sich auch an der Beantwortung der im Jahre 1794 auf kaiserliche Anordnung gestellten Preisaufgabe: „Ueber die zweckmäßigste Verbesserung der Feldapotheken“, betheiligt und wurde seine Arbeit von der zur Prüfung der eingelangten Elaborate aufgestellten Commission als die zweitbeste bezeichnet.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 233. – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, Joh. Ambr. Barth, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 472. – Fejér (Georgius), Historia Academiae scientiarum Pazmaniae Archi-Episcopalis ac M. Theresianae regiae iterariae (Budae 1835, Typis Reg. Scientiar. Universit. Hungaricae, 4°.) p. 117 [nach diesem [426] geb. 28. Nov. 1732, gest. 2. August 1807]. – Hecker (J. F. C. Dr.), Geschichte der neueren Heilkunde (Berlin 1839, Enslin, 8°.) S. 565, 598 u. 599 [schreibt ihn mit c (Plenck)]. – Baur (Samuel), Allgemeines historisch-biographisch-literarisches Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen, die in dem ersten Jahrzehend des neunzehnten Jahrhunderts gestorben sind (Ulm 1816, Stettini, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 238. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Zweite Abthlg. Bd. IV, S. 146 [nach diesem geb. 1732]. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, v. Trattnern, 8°.) I. Bds. 2. Stück, S. 24. – Medicinisch-chirurgische Zeitung (Salzburg) 1807, Bd. III, S. 384; 1808, Bd. IV, S. 208. – Porträte. 1) Unterschrift: Plenk. Ohne Angabe des Zeichners u. Lithographen (Wien, gr. 4°.) [Blatt 25 in der „Porträten-Gallerie berühmter Aerzte und Naturforscher des österreichischen Kaiserthums“ (Wien 1838, Fr. Beck’sche Univ. Buchhandlung, 4°.); – 2) J. M. Stock p. 1777, Qu. Marck sc. 1778 (8°.).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: helf.