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Verzeichniß der in dem Naylauer Berg-Amts-Revier Fürstenthums Bayreuth befindlichen Marmor-Stein-Brüche

Textdaten
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Autor: Johann Georg Meusel
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Titel: Verzeichniß der in dem Naylauer Berg-Amts-Revier Fürstenthums Bayreuth befindlichen Marmor-Stein-Brüche
Untertitel:
aus: Journal von und für Franken, Band 5, S. 533-545
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1792
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld, Commons
Kurzbeschreibung:
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II.
Verzeichniß der in dem Naylauer Berg-Amts-Revier Fürstenthums Bayreuth befindlichen Marmor-Stein-Brüche.
(Mitgetheilt vom Herrn Hofrath Meusel in Erlangen)


 1. Auf dem Marmor-Bruch zur Horlachen, oberhalb Nayla gelegen, welcher lichtgrau und weisse Adern hat, brechen Mittel-Stücke 1/2 Stund von Nayla und 4 Stund von Hof wird getrieben.

 2. Marmor-Brüche bey Hof.

 a) Bey der untern steinernen Brücke. Der Marmor ist grau, mit zarten schwarzen und weissen Äderchen, 41/2 Stund nach Nayla, bricht in großen Stücken.

 b) Bey dem Schießhaus grau gewölkter Marmor mit dergleichen Adern, liegt im Freyen, auf der Geigen.

|  c) Die Hauptfarb ist braun, fällt aber sonst verschieden aus, als hellbraun und grünlicht gewölkt. Blaßbraun mit grünlichten Adern und weissen Quarz-Flecken. Lichtgrau mit grünlichten Adern, lichtbraun, roth und grau spieglicht mit schwarz geströmten Adern. Dann graue mit zarten schwarzen Adern, fällt aber auch braun und leberfarb, ingleichen weiß und leberfarb melirt aus: wird getrieben und brechen große Stücke daselbst.

 d) Marmor-Bruch auf Redels Feld, bey der Höfer Stadt-Huth-Weyde. Wird zwar in Lehen gehalten, aber nicht in selbigem gegenwärtig gebrochen.

 e) Auf der hohen Straße 3 Stunden nach Nayla, weisser mit licht- und dunkelgrauen schwarzen auch orange-gelben Flecken nebst zarten Äderchen, sehr schön melirter rarer Marmor, wird getrieben.

 f) Marmor-Bruch auf Hanß Seydels Gütern 31/2 Stund nach Nayla, 1/4 Stund nach Hof. Der Hauptgrund ist grau, mit halbrothen Streifen und sehr schön. Fällt auch lichtgrau und hellbraun melirt aus, mit eingesprengten rothen Tropfen, Streifen und subtilen Flecken, und Äderchen. Ferner braunroth mit gelb bräunlichten| Flecken und schönen Adern. Bricht in kleinen Stücken, wird zwar im Lehen gehalten, gegenwärtig aber in selbigem nicht gebrochen.

 g) Marmor-Bruch am Teufelsberg bey Hof, liegt im Freyen.

 h) Marmor-Bruch bey Swinge oberhalb Fattigau 21/2 Stund nach Hof und 5 Stund nach Nayla, in welchen der Graf zu Farbäu gegenwärtig brechen und Kalk daraus brennen läßt.

 Ein ganz schwarzer Marmor mit wenig weissen Adern und bricht in großen Stücken.

 i) Marmor-Bruch bey Neu-Hof, ein brauner Marmor extra schön.

 3. Marmor-Bruch bey Drißendorf 11/2 Stund von Hof und 41/2 Stund von Naila.

 In diesem Bruch bricht ein schöner schwarzer Marmor mit einzelnen weissen Quarz-Adern, bricht in nicht allzugroßen Stücken: liegt im Freyen.

 4. Marmor-Bruch am Eichelberg, eine Gegend hinter Hof: liegt im Freyen 1/2 Stunde nach Hof, 4 Stund nach Naila. Grau und lichtpurpurfärbicht nach Art eingesprengter Blutstropfen, schön melirter| Marmor mit bräunlichten Flecken und zarten grünlichten Adern auch durchsetzenden weissen Quarz-Adern.

 5. Marmor-Bruch bey Gattendorf 11/2 Stund nach Hof und nach Naila 5 Stund, lichtbrauner Marmor mit etwas matt gewölkter Zeichnung und hellen blutrothen Flecken, auch bricht daselbst ein schwarz-grüner Marmor mit weissen Adern, wird gegenwärtig getrieben.

 6. Trogen bey Hof 1 Stund nach Hof und 4 Stund nach Naila, licht- und dunkelgrün auch etwas leber- und fleischfarb-gewölkter Marmor. Liegt im Freyen.

 7. Marmor-Bruch bey Trogenau auf Nicols Hertels Feld 21/2 Stund nach Hof und 6 Stund nach Naila. Ein schwarz und lichtgrüner Marmor mit weissen Adern, bricht in großen Stücken.

 8. Marmor-Bruch auf Hanß Köppels Gütern bey Trogenau.

 Dieser Bruch ist zwar noch nicht geöffnet, doch siehet man an den zu Tag aussetzenden Klippen, daß er des vorher stehenden Marmors Farbe habe. Es könnte aber auch seyn, daß dieser Bruch bey fernern Nachbrechen andere und schönere Farben zeigte.

|  9. Marmor-Bruch am Regnitz-Fluß bey Regnitzlosa an Hanß Georg Klugens Acker 21/2 Stund nach Hof, 6 nach Naila.

 Grüner Marmor mit schönen starken Quarz-Adern.

 10. Kalk- und Marmor-Stein-Bruch auf Nicol Schallers zu Regnitzlosa so genannten Gruben-Acker.

 Ein lichtgrüner Marmor mit schwarzen und weissen, auch gelblichen Äderchen, bricht in sehr großen Stücken.

 11. Marmor-Bruch auf Nicol Schallers sogenannten Schöpfenlochs-Acker bey gedachten Regnitzlosa in der Preßlitz.

 Dieser Bruch ist noch nicht erhoben.

 12. Marmor-Stein-Bruch bey der Ziegelhütte des Herrn Hauptmanns von Retzenstein zu erwähnten Regnitzlosa.

 Ein schwarzgrauer Marmor mit schönen weissen Adern.

 13. Marmor-Bruch auf N. N. Feld, wieder über diese Ziegelhütten hinter, in welchem vormahls das Zuchthaus viele Marmor hat brechen lassen. Ein schöner grauer Marmor mit etwas hellen Flecken und subtilen weissen und schwarzen Äderchen.

 14. Marmor-Bruch bey Regnitzlosa auf dem Schulfeld.

|  15. Marmor-Bruch ohnweit Schwesendorf an dem Kirchsteig von Schwesendorf nach Regnitzlosa 3 Stunden von Hof und 6 nach Naila.

 Lichtgrüner gewölkter Marmor mit zarten weissen und schwarzen Adern, bricht in starken und schwachen großen Tafeln.

 16. Marmor-Bruch bey Werlitz auf dem sogenannten Gruben-Acker. Ein ganz schwarzgrauer Marmor mir schönen weissen Adern 31/2 Stund von Hof und 6 nach Naila.

 17. Marmor-Bruch bey Oseck am Wald 3 St. von Hof und 6 St. nach Naila. Ein schwarz und grauer Marmor mit weissen Adern, bricht in grossen Stücken.

 18. Marmor-Bruch zu Laimitz 1/2 Stunde von Hof auf Johann Laubmanns Gütern nach Naila 31/2 Stund. Ein lichtgrüner Marmor mit schwarzen grauen und weissen Adern.

 19. Kalk- und Marmor-Bruch bey Conraths-Reuth, wurde im J. 1712 erhoben und blieb 1719 wieder liegen, 2 Stunden nach Hof und 3 nach Naila.

 20. Marmor-Bruch zu Heroldsgrün bey Köditz 1 Stund nach Hof und 2 St. nach Naila.

 21. Marmor Bruch auf dem Mohren-Hause ohnweit Reitzenstein 2 St. von Naila| und 3 St. nach Hof. Lichtgrün und halbbrauner leberfarbichter Marmor mit grünlichten zarten Adern.

 22. Marmor-Bruch auf Johann Andreas Dolus Grund. Oder bey Bernstein 31/2 St. von Naila und 6 St. von Hof. Ein lichtgrau-gewölkter Marmor.

 23. Marmor-Bruch zu Schwarzenbach am Wald 2 St. nach Naila und 5 St. nach Hof.

 α) Und beym so genannten Dachsloch. Schwarzer Marmor mit weissen Adern.

 β) Bey der Kohl-Stadt; schwarzer Marmor, der selten eine weisse Ader hat, und sich so hell als ein Spiegel poliren lässet.

 24. Marmor-Bruch zur Winderkehr zwischen Preseck und Bernstein 71/2 St. nach Hof 31/2 St. nach Naila. Die Hauptfarbe dieses raren Marmors ist schwarzgrün: doch ist er wegen seiner vielfachen Veränderungen so sonderbar, daß man dessen Farben kaum bestimmen kann; indem er eine Menge verschiedener und in allerhand Formen zusammen gewachsene Serpentin-Kiesel und andere große und kleine Steine vorstellet, von denen man sehr wahrscheinlich sagen könnte, daß sie nicht von ungefähr zusammen gefüget worden, sondern eine Folge der allgemeinen| Umstürzung und Überschwemmung bey der Sündfluth wären, um so mehr, da auch der Zwischenraum zwischen diesen zusammen gefügten vielförmigen Steinen beym Poliren sich von geringerer Härte zeiget, und daher bey der geschehenen ersten Zusammenfügung wahrscheinlich eine blose weiche Erde gewesen ist; die nach und nach von der Härte der Steine, in die sie sich vermenget, etwas entlehnet hat.

 Es finden sich auch darinnen hell polirte oder lichte Amethiste von ausnehmender Härte; daher diese Gattung des Marmors sehr rar und schätzbar ist.

 25. Marmor-Bruch zu Geroldsgrün, 31/2 Stunde nach Naila und 51/2 St. nach Hof. Ist ein grüner Marmor.

 26. Marmor-Bruch zur dürren Weyd hinter Geroldsgrün, 31/2 Stunde nach Naila und 61/2 St. nach Hof. Schwarzgrüner Marmor mit wenigen weissen Adern, statt dieser aber die eigentlichen Turbiniten oder petrificirten Wirbel- und Schrauben-Schnecken, Cornua Ammonis, und andere fast unnennbare Arten der Figuren und Meergewächse, als eine wahrscheinliche Wirkung der Sündfluth auf das wunderbarste vorstellen, der daher| unter die raresten dieses Landes mit zu zählen ist.

 27. Marmor-Bruch auf dem Schirdlaß bey Selbitz 1 St. nach Naila und 3 St. nach Hof. Grünwölkichter sehr schöner Marmor mit artigem purpurpothen mehr braunen gelben und grünen Flecken auch durchsetzenden weissen Adern und untermengten Agtstein.

 28. Marmor-Bruch bey Weydesgrün 11/2 Stunde von Naila und 3 St. nach Hof. Grüner Marmor mit etwas hellen Flecken nebst schwarzen und weissen Adern mit einzelnen untermengten Stiften von gelben Kieß, oder Metall-Blumen, so sehr schön ausfällt.

 29. Marmor-Bruch auf Hurligwagen 2 Stunden von Naila und 5 Stunden nach Hof. Schöner fleischfarbigter und dunkelrother Marmor mit weissen und grünen Flecken und Adern, sehr schön gezeichnet. Man spürt auch zu Zeiten in diesem Marmor eingesprengten Kieß. Auf diesem Bruch können die allergrößten Stücke Marmor gebrochen werden.

 30. Marmor-Bruch zur Unterhorlachen 1/2 Stund von Naila. Schwarzgrüner Marmor mit weissen Adern. Vid num 1. Marmor-Bruch zur Obern Horlachen.

|  31. Marmor-Bruch oberhalb Naila, an der Calmitzer-Strasse 1/2 Stund von Naila und 31/2 Stunden nach Hof. Meergrüner Marmor mit nicht ganz schwarzen Flecken und Adern, bricht in großen Stücken.

 32. Marmor-Bruch auf dem Lemmer- oder Lemnitzberg, bey der Cammermühl ohnweit Schwarzenbach an Wald 3 Stund nach Naila und 6 Stund nach Hof. Schwarz und graufleckigter vortreflich schön-spieglichter Marmor mit häufigen gelben Kieß, oder Metall-Blumen, der für den schönsten dieses Landes mit zu achten ist.


Marmor-Brüche im Amt Lauenstein.

 33. Marmor-Bruch zu Ottendorff 4 Meilen nach Naila, und 51/2 nach Hof. Grau und schwarzfleckichter Marmor mit Aghen Farben und gelben Striefen. Kann in großen Stücken gewonnen werden.

 34. Marmor-Bruch bey Ludwigstadt.
 a. auf dasigem Sommerberg.
 b. im. Licht dam Bach (der herrschaftliche Bruch.)
 c. Beym Ober-Neuhüttendorffer Hammerwerk.
 Grauer Marmor mit hochgelben Flecken und einzelnen weissen Adern.

|  35. Ebersdörffer Marmor 41/2 Meilen nach Naila und 6 Meilen nach Hof. Grünwölkichter Marmor mit schönen gelben Flecken und zarten schwarzen Zeichnungen auch etwas subtil eingesprengten gelblichen Kieß.

 36. Marmor-Bruch bey Steinbach (der herrschaftliche Bruch) vid supra n. 34. Schwarzgrauer Marmor mit schönen gelben Adern oder Flecken.

 37. Marmor-Bruch zwischen Oberkotzau und Worlitz. Schwarzer Marmor mit grünen Flecken und Adern.

 38. Marmor-Bruch bey der Kalkhütte des Herrn Geh. Raths von Reitzenstein zu Rentzehen ohnweit Regnitzlosa. Grüner Marmor mit weissen Adern.

 Hiebey hat man noch wegen Verführung der gefertigten Marmorarbeit anmerken wollen, daß man von Naila bis Steinwiesen nicht weiter als 5 Stund von Hof aus aber 4 Meilen nach Bamberg hat, woselbst sogleich diese Marmor auf den Fluß könnten gebracht werden. Auch hätte man die Zuführung des im Lande befindlichen Schmergels bey Naila in der Nähe, indem derselbe in Ludwigstadt könnte gewonnen und zugerichtet werden.

|  39. Marmor-Bruch oberhalb Selbitz auf den Pfarr-Lehen-Gütern. Schwarzgrüner Marmor mir Quarz-Adern, bricht in großen Stücken.

 40. Marmor-Bruch 1/2 Stunde von Lipperts ohnweit der Edge Hoff auf Gottes Seegen in Stengenholben, welches nach Hartungs gehöret. Grauer Marmor mit weissen Quarzflecken.

 41. Marmor-Bruch zwischen Trogau und Gumpersreuth in einem Hölzlein am Fahrwege. Soll ein schwarzer Marmor seyn. Die Streitigkeiten, die dieses Bruches wegen entstanden, erhellen aus den bey dem Bergamt befindlichen Actis sub Lit. F. 15.

 42. Marmor-Bruch zu Lipperts auf Markgräfl. Unterthanen Gütern. Schwarzer Marmor mit weissen Quarzadern.

 43. Marmor-Bruch ohnweit der Edge Fußpühl. Grauer Marmor mit schwarzen Adern.

 44. Marmor-Bruch ohnweit Untersteeben.

 45. Marmor-Bruch auf Hans Matheß Hoffmanns Grund und Boden zur Heyda ohnweit Hof. Dieser Bruch wurde den 27 Dec. 1740 von Hanns Christoph von| Feilitzsch zu Feilitzsch, der vorher in Blankenberg gewohnet, gemuthet; ob er aber verliehen und darinnen gebrochen worden, dieses ist unbekannt.