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Topographia Germaniae
Onoltzbach (heute: Ansbach)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 78–80.
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Onoltzbach / Ohnspach / Anspach / Onoldina.

Ist ein Marggräffisch Brandenburgische Residentz-Stadt / und Schloß / beym Wald / und 5. Meilen von Nürnberg gelegen / so / sampt Kornbach / Anno 1331. die Burggraffen zu Nürnberg / Johannes, und Albertus, von einem Graffen von Oettingen / umb 23. tausend Pfund Heller erkaufft haben; darzu hernach andere benachbarte Ort / als der Graff von Dornberg An. 1387. ohne Kinder gestorben / kommen; wie Limnaeus de Jure publ. lib. 5. cap. 7. num. 93. schreibet / als deme die Fürstl. Brandenburgische Sachen in diesem Lande wol bekandt seyn. Franciscus Irenicus (so den Namen dieser Stadt vom Wässerlein Onoltzspach / so bey ihr vorüber lauffe / herführet) lib. 11. Ex G. und Wolffg. Lazius lib. 7. migrat. Gent. fol. 314. sagen / da diese Stadt vorhin unter der Graffen von Dornberg / Leonsperg / und Lungau / Herrschafft gehört habe / von denen sie durch Kauff an das Burggraffthumb Nürnberg kommen seye. In einer Nürnbergischen geschriebenen Chronic / und sonsten in einer uns zukommenen Verzeichnuß / stehen 10033. Pfund Heller / und darbey das Jahr 1336. Item / die Wort; seye deren von Oettingen gewesen / etc. Besagter Irenicus meldet / S. Humbertus hab allhie die Kirch erbauet / seye auch allda gestorben. Sonsten ist ein Benedictiner-Closter zu S. Gumberto allhie angeordnet / hernach aber solches in ein Weltlich Stifft verwandelt worden / von deme Bruschius cap. 9. de Episcopat. p. 158. zu lesen. Von diesem S. Gumprechts-Stifft / dessen Fundation und Auffnehmen / schreibt D. Veit Erasmus Hoßmann / wie solches im Jahr 1612. zu Onoltzbach in Druck bracht worden / also: Diß uralte S. Gumprechts-Stifft / in der Fürstlichen Hauptstadt zu Onoltzbach / sol Anfangs nur ein Capelle gewesen seyn / so man zu den dreyen Höffen / wie dieselbe noch in den Vorstädten vorhanden / geheissen: Hernach aber neben andern Stifften in dieser Lands-Art / als Feuchtwang / Heriden / Würtzburg / Solnhofen / von Carolo Magno, circa annum Christi 800. herkommen seyn / als derselb in dieser Landsart sich auffgehalten / die Altmühl Schiffreich machen / und in die Thonau führen wollen / wie die Gräben bey Kälheim noch vorhanden. In einer alten Membrana aber / so mir vor diesem zu handen kommen ist / befinde ich / daß die prima fundatio S. Gumperto, deß Königlichen Stammens in Franckreich / zugeschrieben / und er / S. Gumpertus, Antistes et Confessor, pontificali authoritate mirificatus, genennet wird / dessen in seinem Responsorio also gedacht wird: Beatissimus Christi Confessor Gumpertus, in accepta talentorum dispositione solicitus, in eroganda triticimensura benevolus, in Domini sui gaudio, supra multa constitui meruit, quoniam in paucis fidelis fuit, etc. In welchem Jahr er aber gestorben / ist keine Nachrichtung vorhanden / ausser daß man in einem alten Stifftbuch findet / wie er den 11. Mertz verschieden / stehet aber kein Jahr dabey / und als Anno 1165. den 3. Novembris die Kirch und S. Gumprechts Altar vom Bischoff Herold von Würtzburg im ersten Jahr seines Bistumbs geweyhet / seynd seine Reliquiae in einen steinern Sarck geleget / hernacher

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De Merian Frankoniae 108.jpg

[79] nacher aber bey dem Ersten Decano Gottiboldo Anno 1195. 15. Julii erhabt und canonisirt worden / wie der steinerne Sarck / im Chor auff dem hohen Altar / als man im Jahr 1610. das gantze Stifft in und aussen renovirt / noch vorhanden gewest / und die Reliquiae, neben zweyen alten Briefflein / darinn gefunden worden. Weiter: Auff diesem Stifft sind auch allezeit 19. Canonicat und Praebenden gewest / darunter der Herr Dechant / Scholasticus, Cantor et Custos, wie auff allen Stifften herkommen / ihr besondere Eyds-Pflicht gehabt. So haben auch folgende Geistliche / dem Dechant und Capitel gehorsam zu seyn / schweren müssen / als die Pfarrer zu Onoltzbach / Sachsen / Peters Aurach / Tettelsaw / Weyhenzell / Forst / Schalckhausen / Neunkirchen / Wernspach: Item der Caplan zu Brotzwinden und Immeldorff. Die Pfarren / Insingen / Lohr / Haussen / Weidelbach / Wickelshoffen / haben zu der Probstey gehöret. Fernen: Die stattliche Stifftung der Ritter-Bruderschafft der Jungfrauen Marien zum Schwanen / in S. Georgen Capellen bey dem Stifft allhier / dergleichen bald keine zu finden / dann 11. Fürsten / 10. Graffen / 4. Herren / 69. Ritter / 114. vom Adel / 1. Priester / 13. Fürstin / 1. Gräfin / 4. Freyin / und 105. Adeliche Weibs-Personen / von An. 1472. biß 1554. da bald hernach die Reformation vorgangen / darzu gestifftet haben / ) hat ihren Anfang genommen unter Herrn Marggraff Friederichen von Brandenburg / Churfürsten / den man sonsten Marchionem dentibus ferreis genannt / so An. 1471. am Tage S. Scholasticae, 10. Februarii, verstorben. Den Altar in der Capellen / so noch vorhanden / hat Marggraff Albrecht / Churfürst / sonsten Achilles Germanicus genannt / deß vorigen Bruder / machen lassen. Bißher ermeldter Doct. Hoßmann. Es werden in dem Geistlichen / zu Onoltzbach gerechnet / das Dechanat Leutershausen / Langenzen / Beyersdorff / Uffenheim / Dechanat und Pfarr zu Wiltzburg / oder Weinmersheim. Es wird allhie das Land- und Hoffgericht gehalten. Anno 1549. seyn allda am Tage Simonis Judae, zwischen 10. 11. und 12. Uhren / 3. Sonnen / sampt etlichen Regenbogen / wie wir auffgezeichnet finden / gesehen worden / so fast biß auff ein Uhr gestanden. Wie es Anno 1634. im Sommer mit der Plünderung allhie ergangen / davon siehe die Franckfurtische Relation, am 89. Blat.

Von S. Gumberti Stifft allhie schreibt Bruschius in seinen Anal. Suev. also: Henricus Comes Rotenburgo-Tuberanus, Anno 995. Episcopus Herbipol. factus, et ob brevitatem staturae Hezzelinus, vel Haintzlin, id est, parvus Henricus, dictus, fundavit Onoltzbachii magnificum S. Gumberti Coenobium Benedict. postea factum Canonicarum secularium Collegium. Es wird in dieser Stadt der Jahrmarckt den Sonntag Reminiscere, nach der Kinderlehr / umb 12. Uhr ein gantze stund lang eingeläutet / und dann über 8. Tage / am Sonntag Oculi gleicher Gestalt und Zeit / wiederumb außgeläutet: Und welcher in solcher Zeit / so wol in der Stadt / als Vorstädten / eine Wehr entblöset / einen andern damit zu beschädigen / oder jemand Blutrissig zu schlagen / derselbe hat die lincke Hand / oder 50. fl. zusampt der Wehr / den Burgermeistern und Rath / allhie verfallen; es wäre dann / daß einer eine Nothwehr thun müste; wie Hr. Limnaeus tom. 4. de Jur. publ. pag. 827. seq. berichtet; der auch pag. 634. seqq. was allerley Handwercker / im Ohnspachischen Lande / für Meisterstück machen müssen / vermeldet. Dieser Zeit hält allhie Hoff / Herr Marggraff Albrecht von Brandenburg / so An. 1620. den 18. Septembris gebohren worden / und von dero ersten Frauen Gemahlin / Frauen Henrica Ludovica, Hertzogin von Würtenberg / Mümpelgartischen Lini / (so den 24. Augusti, alten Calenders / An. 1650. diese Welt gesegnet / ) noch ein Fräulein / Namens Albertina Ludovica, Anno 46. den 23. Maji / gebohren; und von der andern Frauen Gemahlin / Herrn Graffens Joachim Ernsten zu Oetingen Frauen Tochter / wenigst einen jungen Herrn / im Leben haben solle; von dessen Fürstlichen Gnaden Reichs-Anschlag oben im Eingang dieses Tractats / gesagt worden ist. Anno 1631. fande der General, Graff von Tylli, allhie ein reiches Zeughauß vor sich / auß welchem er / was / und viel ihm beliebig / mitgenommen / auch eine grosse Menge Pferde vom Land da angetroffen; wie Bog. Ph. Kemnitz / im ersten Theil deß Königlichen Schwedischen im Teutschland geführten Kriegs / lib. 3. fol. 242. berichtet. Der Italianische Graff Bisaccioni meldet lib. 2. histor. p. 178. also: Si dilataronoi suoi (nemblich deß Tilly) al Marchesato di Hanspach, di dove riportarono ricca preda. Fu detto, che non perdonassero a’ sepolchri, havendo levato da uno d’essi un cintiglio di Diamanti, sepolto conil cadavere dell’ ultimo Marchese. Deß Jahrs 34. im Sommer / solle diese Stadt / durch die [80] Käyserischen außgeplündert worden seyn; wie man geschrieben. Siehe aber oben Kreglingen. Und sagt ehegedachter Kemitzius, im 2. Theil / es hätte damaln der König in Ungarn / das Fürstenthumb in Anspach in sequestration genommen / und die Huldigung von den Unterthanen auffnehmen lassen. Daher an der Plünderung gezweiffelt wird.