Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Gattin des Acheron, Mutter des Askalaphos
Band VII,2 (1912) S. 16621663
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Gorgyra (Γοργύρα). 1) Gattin des Acheron, Mutter des Askalaphos (s. d.), Apollod. I 33 W. π. θεῶν. frg. 10 (FHG I 430) bei Stob. ecl. I 49 p. 419, 15ff. Wachsm. (ἀπὸ τοῦ γοργὰ φαίνεσθαι τοῖς πολλοῖς τὰ ἐν Ἅιδου). Das Appellativum γ., auch γεργύρα (z. B. Alkman frg. 132 bei Bergk4 III 74), bedeutet einen unterirdischen Kanal, ὑπόνομος, δι' οὗ τὰ ὕδατα ὑπεξῄει Hesych. s. v., ein unterirdisches Gefängnis, Herodot. III 145 (Harpokration s. v. zitiert außer Herodot noch Deinarchos und Aischines, mit der Erklärung γ. = τὸ κατὰ γῆς ὄρυγμα), eine Art Labyrinth (τὰς δυσεξιτήτους κατασκευάς), vgl. Etym. M. p. 224, 56. 228, 34ff. 238, 41ff. Bekker Anecd. Gr. I 233, 25ff. Leo Meyer Handb. d. griech. Etym. III 45f. Prellwitz Etym. Wörterb.2 s. v. Daher wäre nach Roscher (Zusätze z. Lief. 41 des Myth. Lex.) G. ,die Personifikation der Katavothren, durch die oberirdische Flüsse und Sumpfseen (Ἀχέροντες, Ἀχερουσιάδες λίμναι) in die Unterwelt abfließen‘. Statt G. heißt die Mutter des Askalaphos Orphne, d. i. die Dunkle, Ovid. met. V 539. Prob. z. Verg. Georg. I 39, auch erscheint Askalaphos als Sohn der Styx, Acherontis vel ut quidam volunt Stygis filius, Serv. Aen. IV 462; vgl. auch Serv. Georg. I 39. Myth. vat. I 7, 6f. II 100, 17. Comm. Bern. Lucan. VI 740. An G. erinnert Furtwängler Strena Helbig. 90f. z. Abb. S. 86 bei einem ,Gorgoneion ganz absonderlicher Gestalt‘ auf einem altkorinthischen Kugelaryballos in Münchner Privatbesitz; die großen Auswüchse beidseitig der beinahe tierisch gebildeten Fratze gemahnen in Stellung und Form an Brustflossen von Fischen; also ist hier vielleicht die γοργείη κεφαλή, die Persephone senden kann (Hom. Od. XI 634), auf dem dunkeln Gewässer der Unterwelt mit Flossen rudernd oder schwimmend gedacht, vgl. auch Gruppe Myth. Lit. 1898–1905, 500. Vgl. noch den Dionysos Γοργυρεύς oder Γόργυρος, so benannt nach Γόργυρα auf Samos, Duris frg. 49 a (FHG II 481) bei Steph. Byz. s. Γόργυρα (Γόργυια codd.). Etym. M. s. Γόργυρος p. 238, 40; s. o. Bd. V S. 1027, 50ff. Vgl. Rohde Psyche II2 408f. Preller-Robert [1663] Griech. Myth. I 678 A. 828. Gruppe Griech. Myth. 81, 13. 771, 3. 1189, 1.

[Waser. ]