Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Illyrisches Volk
Band III,1 (1897) S. 1046
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Bulini Βουλινοί, richtiger Βουλῖνοι nach illyrischem Typus, Artemidoros bei Steph. Byz.), illyrisches Volk in der Nachbarschaft der Hylloi und zwar an der Südseite der hyllischen Halbinsel entlang einer Küstenstrecke von der Länge einer grossen Tagfahrt ostwärts bis zur Mündung des Flusses Nestos (= Tilurius, jetzt Cétina), so dass also Tragurium mitten auf dieser Strecke lag, Scyl. 22; ebenda kennt auch Dion. per. 387 Βουλιμέων (wohl von Nom. Βουλιμεῖς, richtiger Βουλινίων oder nach C. Müller Βουλίνων) ἀκταί; minder genau setzt Scymn. 404 Βουλινῶν ἔθνος nördlicher an, zwischen den Libyrnoi und der hyllischen Halbinsel. Artemidoros bei Steph. Byz. nannte das Gebiet oder dessen Vorort Βουλίνη; nach der augusteischen Weltkarte vermerkt noch die Tab. Peut. ein Gebiet Bulinia an der dalmatischen Küste oberhalb Tragurium, zwischen Practorium Magnum, Andetrium und Siculi; der illyrische Wortstamm bul- findet sich auch in Bullis, Βουλλίς (s. d.) und in den pannonischen Eigennamen Bulus oder Bulius, CIL III 4372. Wenn das eigentliche Illyris, wie es Scymn. 415 und Dion. per. 388 angeben, erst mit dem Nestos begann und nicht schon mit dem Katarbates (= Telavios, jetzt Zermanja), wie Scyl. 22 angiebt, so dürfen die B. samt den Hylloi zu der Gruppe der liburnischen Völker gerechnet werden, die zwar auch zu der grossen illyrischen Nation gehörten, jedoch eine ältere Schicht derselben darstellten, als die Delmatai.