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Zusätze und Berichtigungen zu den vorigen Heften

Textdaten
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Autor: Anonym
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Titel: Zusätze und Berichtigungen zu den vorigen Heften
Untertitel:
aus: Journal von und für Franken, Band 1, S. 738-744
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1790
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
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Originalsubtitel:
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Quelle: UB Bielefeld, Commons
Kurzbeschreibung:
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XI.
Zusätze und Berichtigungen zu den vorigen Heften.

a) Berichtigung zu dem Etwas aus der Teutsch. Kirchenstatist. im I Heft. S. 109.

Des Fürsten Erklärung war nicht so weitläuftig, als S. 111. angegeben wird. Er sagt bloß: „daß er Mittel in Händen habe sich zu helfen.“ Es ist auch ungegründet, daß die Bulle über Cölln nach Wirzburg ging. Sie wurde von dem Wirzburgischen Residenten zu Rom unmittelbar geschickt. Aber ausser den 917 fl. Rhn. hat es auch noch 100 Stück Carl d’or zu Rom gekostet. Also in Summa 2017 fl. für ein Geschäfft, das die Teutschen Bischöffe selbst gar leicht verrichten könnten.

b) zu N. VII. im II Heft.
Den Friedrich Kleinert betreffend.
 Er war ein Kunstdreher oder Silberdrechsler, welcher sich von 1680 an auf das Medaillenprägen| legte, und insonderheit die Randschriften auf denselben sehr künstlich verfertigte. Etliche 90 seiner Medaillen sind 1709 in einer lateinischen Schrift beschrieben worden. Er soll erst 1714 gestorben seyn. s. Wills Nürnberg. Münzbel. II. S. 143. Sammlung berühmter Medailleurs und Münzmeister mit ihren Zeichen (von Ammon, Bierbrauer) Nbg. 1778. 4.
.
 Über die Kunst Silber zu machen schloß er 1695 mit dem Cammerrath Meyern in Anspach einen Contract, vermög dessen dieser ihm 60000 fl. für die Mittheilung seiner Kunst versprochen, und ihm 30000 fl. bereits ausgezahlt hatte. Kleinert fand sich aber von seinem Lehrer, einem Bordenwürker, Heiling, der ihm die Fixirung des Mercurs lehren wollte, hintergangen. Unterdessen kam ein Landstreicher zu ihm, der sich Julius Hartmann, von Freyberg gebürtig, nennte, welcher ihn nicht nur Silber, sondern auch Gold machen lehren wollte, und die beyden Alchemisten einige Zeit mit Erwartungen und Betrügereyen hinhielt, bis er endlich mit 5000 fl., die ihm Kleinert ausgezahlt hatte, durchging. Darüber entstand der Streit, welcher Kleinerts Verderben nach sich zog, indem er Meyern sein Geld wieder ersetzen mußte. – Diese Umstände| erhellen aus einem von ihm selbst über diesen Vorgang aufgesetzten Bericht, welchen ich in Händen hatte.

 Die Erhebung in den Adelstand ist dahin zu berichtigen, daß er vom Kurfürsten zu Mainz Lotharius Franz 1696 zum Cammerrath ernennt worden, wie ich aus der vor mir liegenden Abschrift des Kurfürstl. Diploms ersehe.

 Die Muthmassung am Ende dieses Aufsatzes, daß Pürschner vielleicht Kuttler seyen, ist nicht richtig. Pürschner heissen diejenigen, welche sich bey der Fleischbank auf der Pegniz auf dem Floß befinden, um die Gedärme (das Pürsch) der Ochsen in den Fluß auszuleeren und zu reinigen. Diese konnten also dem ins Wasser gesprungenen Kleinert am nächsten zu Hülfe kommen. Diese Pürschner sind mehrentheils alte Mezger, welche ihr Handwerk nicht mehr treiben, sondern Handlanger der eigentlichen Mezger abgeben, indem sie die Ochsen aufhauen helfen und die angezeigte Gedärme-Reinigung vornehmen. Von diesen sind die Kuttler verschieden, deren zweyerley Gattungen sind. Einige bekommen von dem Ochsen das Maul, die Füsse, Lungen, Lebern etc. und haben auf der Fleischbrücke feil. Einige bekommen vom| Ochsen den Magen, die Wamme etc. von Kälbern und Schöpfen die Füsse und alles Gedärme. Diese verkaufen ihre Sachen vor der Frauenkirche und vor der Fleischbank auf dem Säumarkt.

 c) Im IIIten Heft S. 248. Z. 10 und 11. muß statt Coburgisch und Coburg, Wirzburgisch und Wirzburg gelesen werden.

 d) Im III. St. S. 281. ist bey Z. 19. die durch den Copisten verdorbene Stelle also zu verbessern:

 „Die Gegend oder das Amt Selb hat nur einen Eisenhammer samt einem hohen Ofen, nämlich den schwarzen Hammer, da die übrigen an der Eger gelegene Wendenhammer und Wellerthal zum Amt Thierstein gehören, und der Weissenbacher Hammer längst eingegangen ist.“

 e) Im III. Heft S. 342. ist der Absatz von Z. 16 an, auf die folgende Seite am Schluß der Nr. 13 zu setzen.

 f) Im IV Heft S. 411 ist zu bemerken, daß der Senior für seine Bemühung mit den Teutschen Schulen nicht 8 fl. sondern 12 fl. erhält.

 g) Zu dem Verzeichnisse der Vögel, die in Franken nisten, im Heft IV. S. 462. Nr. 69.

|  In dieser Stelle heißt es: „Eisvögel von ungemein schöner blauer Farbe. Man will sie auf dem Gebirg unter einer Brücken haben nisten sehen.“ Der Verfasser dieses Verzeichnisses scheint also zu zweifeln, ob der Eisvogel wirklich in Franken niste. Wenn mein Zeugniß hier von einiger Wichtigkeit ist, so wird dieser Zweifel leicht gehoben seyn. Wenigstens von der Gegend um Bamberg kann ich versichern, daß die Eisvögel daselbst zu Hause sind. Ich selbst habe in dem sogenannten Mühlenwörthe bey Bamberg brütende Eisvögel gefangen, ihre Eyer weggenommen, und zwey Nester aufgegraben, um ihren innern Bau und Einrichtung sehen zu können. Sie suchen sich zu ihren Nestern jederzeit einen Platz an den Flüssen und Bächen aus, wo das Wasser große Stücke von dem Ufer losgerissen hat, und das Ufer eben deswegen hoch und steil und von Gras und Wurzeln ganz leer ist. Der Boden darf weder sandig und steinicht, noch leimicht seyn. Hier graben sie sich an der steilen Seite eine Höhle in gerader, horizontaler Richtung beyläufig 11/2 Schuh in der Länge, die Öffnung gegen das Wasser hat im Durchmesser ungefähr 2 Zolle, und ist 1 bis 2 Schuhe tief unterhalb der Oberfläche| des Ufers, damit sie nicht durch tiefgehende Wurzeln im Graben gehindert werden. Sie lieben es, wenn die Oberfläche des Ufers mit Gras stark bewachsen ist, weil dadurch der Boden vester wird, und sie desto besser gegen das von oben eindringende Regenwasser gesichert sind. In der hintersten Ecke der Höhle ist das Nest, welches eigentlich nur ein Haufe Fischgräten ist, die so klein zusammengebissen sind, daß man sie zu Streusand brauchen könnte. Auf diese Gräten legen sie ihre blaßweise Eyer. Um diese gegen auswärtige Feinde zu schützen, bestreichen sie den Platz vor dem Neste oben und unten mit ihrem sehr stinkenden Koth, und zwar so dick, daß kleinere Thiere darin stecken bleiben, die Mäuse aber schon am Eingang durch den Geruch zurück geschreckt werden. Der vordere Theil der Höhle hingegen bleibt ganz rein. – Auch ist merkwürdig, daß diese Thiere sehr schwer zu töden sind. Einer meiner Freunde fing einen Eisvogel, um ihn für eine Sammlung auszubalgen. Er stach ihn mit einer Nadel in den Kopf, und versuchte alles, um ihn geschwind zu töden; und dennoch mußte er eine volle halbe Stunde damit zubringen.
Hofmann. 


|  h) Im IV Heft S. 482. ist zu verbessern, daß Sam. Wolf nur zwey Weiber hatte. Zu S. 484: die Schule bestand aus 8 bis 10 Knaben, welche in Allem unentgeldlich bis zur Universität unterhalten wurden.

 i) Zu S. 488 im IV. Heft, die Selbstmorde in Schweinfurt betr.

 Daß Schweinfurt seit 25 Jahren keinen Selbstmörder hatte, leidet einige Berichtigung. Denn es hat sich während dieses Zeitraums eine Magd erhängt, und ein fremder Handwerkspursche erschossen. Vor 3 Jahren aber hat sich der unglückliche Maurermeister Och, der wegen starken Verdachts der Mordbrennerey im Gefängniß saß, aus demselben entwischt war, aber wieder ergriffen und in genauere Verwahrung gebracht wurde, in seinem Gefängniß erhängt.

 k) Zu S. 573. des V. Hefts.

 Herr Spies in den Archiv. Nebenarbeiten II. Th. S. 33. hat auf das Alter des Begrabens in Särgen auch schon aufmerksam gemacht, und gezeigt, daß 1566 zu Culmbach noch nicht jede Leiche in einem Sarge begraben wurde.