RE:Dornstrauch

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1568
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Dornstrauch βάτος, vgl. Brombeerstrauch; ἀκανθεών, vgl. Distel; αἱμασιά (?); spina. Bei der unklaren Terminologie der Alten (vgl. Distel) ist eine Identificierung so gut wie unmöglich. Sicher heisst βάτος Brombeerstrauch. Doch wird es auch wie unser ,Dorn‘ und ,D.‘ in allgemeinerem, mehr populärem Sinne gebraucht, z. B. in der Wendung ἀντὶ ῥόδων τὴν βάτον οὐ δέχομαι, Anth. Pal. V 28. Da ἄκανθα auch ,Dorn‘ heisst, bedeutet ἀκανθεών ,D.‘ oder ,Dorngebüsch‘. Das Wort αἱμασιή endlich heisst in der Odysee ,D.‘ (XVIII 359. XXIV 224); αἱμασιὰς λέγειν ist Arbeit der Sclaven und bezweckt ἀλωῆς ἔμμεναι ἕρκος. Der Scholiast freilich und manche Gelehrte erklären die αἱμασιαί für περίβολοι τῶν τοίχων, für σύλλεκτοι λίθοι; vgl. Herod. VI 134. Polybios meint aber Dornsträucher, wenn er von τόποι κατάφυτοι καὶ πλήρεις αἱμασιῶν καὶ κηπειῶν spricht (XVIII 20, 1). Ebenso Theokrit. V 93. So scheint auch Platon das Wort zu fassen: περιβόλους αἱμασιώδεις τινὰς τειχῶν ἐρύματα τῶν θηρίων ἕνεκα ποιοῦνται (leg. III 681 A).