BLKÖ:Tepa, Franz

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Tentscher, Ignaz
Nächster>>>
Teplar
Band: 43 (1881), ab Seite: 282. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Franciszek Tepa in Wikidata
GND-Eintrag: 103344457X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Tepa, Franz|43|282|}}

Tepa, auch Teppa, Franz (Zeichner und Aquarellmaler, geb. in Lemberg im Jahre 1832). Ueber seine Lebensumstände ist wenig bekannt. Wir wissen, daß er auf die Akademie der bildenden Künste in Wien kam, wo er ein Schüler des berühmten Waldmüller wurde, und daß er später nach Paris ging, wo er sein schönes Talent unter L. Cogniet ausbildete. Vor seiner Reise nach Frankreich jedoch muß er in Lemberg und dann in Krakau Kunststudien gemacht haben. In ersterer Stadt beschäftigte ihn mehrere Jahre hindurch der bekannte Kunstfreund Graf Dzieduszycki. Die Sammlung desselben enthält schon 1862 von Tepa’s Hand zwei liebliche Kinderbildnisse, sowie eine „Eberjagd“, in welchem Gemälde der auf dem verendeten Thiere stehende Jäger triumphirend ins Horn stößt. Eine Wiederholung des letzteren Bildes wurde von einer Tarnower Gutsbesitzerin Namens Euphemia Wisłocka um 128 fl. angekauft. Auf der Krakauer Kunstausstellung 1863 befand sich von Tepa das Aquarellbildniß eines Juden und in jener von 1864 das eines jungen Mannes in Tscherkessentracht. Auf der internationalen Ausstellung zu Paris im Jahre 1867 sah man in der zweiten Abtheilung, welche Gemälde und Zeichnungen enthielt, von unserem Künstler folgende Aquarelle: „Ein bäurischer Volkssänger aus dem Zolkiewer Kreise“; – „Bauer und Bäuerin aus dem Pirnicki-Zwaromer Bezirke“; – „Ein Bauer aus Krakau. Greis von 102 Jahren und Kosciuszko’s Waffengefährte“; – „Porträt des polnischen Generals Joseph Zaluski“, – und ein „Miniatur-Porträt“. In den Monatsausstellungen des österreichischen Kunstvereins in Wien stellte er im Jänner 1868 sein Selbstbildniß und fünf Blätter „Galizische Volkstypen“ aus, in denen sich eine ganz eigenthümliche Behandlung des Aquarells kundgab; dann folgten im Juli genannten Jahres das Aquarellbildniß „Grottger“, wenn Herausgeber nicht irrt, in der in Lemberg herausgegebenen polnischen illustrirten Zeitschrift „Strzecha“, d. i. Die Hütte, 1868, S. 217, im Holzschnitt ausgeführt; – „Der aus einer (galizischen) Dorfschule heimkehrende Schulknabe“. – und „Der polnische Dorfwagner“; – ferner im Jahre 1869: „Ein polnischer Hauswirth“ und „Eine polnische Hauswirthin“ (je 200 fl.); – und endlich im Mai 1871: „Ackernde ruthenische Bauern“ (200 fl.). In der zweiten großen internationalen Kunstausstellung in Wien 1870 war der Künstler durch sein Aquarell: „Betende polnische Juden“ (600 fl.) vertreten, und in der Kunsthalle der Wiener Weltausstellung 1873 befanden sich außer mehreren schon genannten Aquarellen von seiner Hand: „Ein Mönch“; – „Der Landmann“; – „Ein polnischer Jude“; – „Ein Gänsehirt“; – „Zigeuner aus dem Tátragebirge“; – „Ruthenische Volkstypen“; – „Porträt des Malers Arthur Grottger“. In der historischen Kunstausstellung, welche aus Anlaß der Eröffnung der neuerbauten Akademie der bildenden Künste in Wien daselbst 1877 statthatte, befand sich ein Aquarellbildniß, des Künstlers Vater darstellend, im Jahre 1873 gemalt [79 Centim. hoch, 65 Centim. breit]. Im Vorstehenden haben wir die durch öffentliche Ausstellungen bekannt gewordenen Bilder Tepa’s angeführt; [283] von seinen anderen Arbeiten seien noch genannt: das „Bildniss des Karl Szajnocha“, im Warschauer „Illustrirten Wochenblatt“ (Tygodnik illustrowany[WS 1]), 1868, im Holzschnitt ausgeführt; – „Der Tod des Dichters Miecslaw Romanowski“, der im Gefechte gegen die Russen bei Jozefów gefallen, im Holzschnitt in der schon erwähnten „Strzecha“ [1868]; – die Bildnisse des polnischen Geschichtsschreibers „Joachim Lelewel“ und des Dichters „Mickiewicz“, Letzterer einmal als Lebender und einmal als Todter dargestellt. Das Bildniß Lelewel’s ist auch in einer ziemlich schlechten Lithographie vervielfältigt worden. Manches schöne Aquarell befindet sich noch in der Sammlung des schon erwähnten Wlodzimir Grafen Dzieduszycki. Maler Tepa zählt zu den besten Aquarellisten der Gegenwart, und seine Bilder sind nicht nur unter den Kunstfreunden seines engeren Vaterlandes Galizien stark verbreitet, sondern fanden und finden zahlreiche Abnehmer in Frankreich und England. Sie sind insbesondere durch die nur ihm eigene Behandlung der Wasserfarben ebenso effectvoll wie Oelbilder, wie sie auch Zeugniß geben von seinem geläuterten Geschmack. Als Porträtist in Aquarell ist er wohl weniger zu rühmen. Wir gedenken hier vor Allem seines „Lelewel“ und seines „Todten Mickiewicz“. Diesen Letzteren halten apotheosirt dessen Werke in der Luft, ein Gedanke, auf dessen Originalität sich der Künstler nicht eben viel einbilden darf, nun aber gar sein „Lelewel“, den, wie ein Kritiker treffend bemerkt, der Maler aus dem Grabe geholt und der verdienten Ruhe entrissen zu haben scheint, so fahl und aschfarben, so verstört und unwillig ob der Störung schaut uns der Historiker aus dem Bilde an. Es ist weder Todtenmaske, noch Porträt eines Lebenden, es gleicht einem Talglichtchen, das von der Hitze abschmilzt. In schlechtem Holzschnitte ist mir noch nach einer Zeichnung Tepa’s die Ansicht einer griechisch-unirten Kirche in der mehrerwähnten „Strzecha“ [1864, S. 169] bekannt; ferner besitze ich eine vortreffliche und sehr seltene Radirung von seiner Hand aus dem Jahre 1848, ein Kniestück, den General Dembinskii darstellend (4°.), wie er einen Befehl niederschreibt, und eine Lithographie des Künstlers, den ehemaligen Gouverneur von Galizien Zaleski vorstellend, der als Sammler polnischer Volkslieder unter dem Pseudonym Wacław z Olesko in der polnischen Literatur rühmlichst bekannt ist.

Krakauer Zeitung, 1862, Nr. 118, im Feuilleton: „Die Krakauer Kunstausstellung 1862“. – Strzecha, d. i. Die Hütte (illustrirtes polnisches Wochenblatt, Wien, 4°.) 1868, S. 102 und 392; 1869, S. 60. – Czas, d. i. Die Zeit (polit. Blatt, Krakau), 1860, Nr. 98. – Verzeichnisse der Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins (Wien, 8°.) 1868, Jänner und Juli; 1869, Juni; 1871, Mai.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Tygodnik ilustrowany.