Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen II. Section/H17

Heft 16 des Meissner Kreises Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen von Gustav Adolf Poenicke (Hrsg.)
Heft 17 der Section Meissner Kreis
Heft 18 des Meissner Kreises
Die Beschreibungen sind auch als Einzeltexte verfügbar unter:
  1. Klipphausen
  2. Seifersdorf
  3. Rottwernsdorf
  4. Wachau
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Klipphausen


wurde bis zum Jahre 1528 Röhrsdorf, Klein-Röhrdorf oder Rürsdorf genannt. Damals erbaute Hieronimus von Ziegler ein neues Schloss und nannte es nebst dem Dorfe Klipphausen und fügte es dem Geschlechtsnamen derer von Ziegler bei.

In den früheren Zeiten gehörte es mit Gross-Röhrsdorf und Gauernitz dem Bischof Benno von Meissen, der sich daselbst alljährlich längere Zeit aufgehalten haben soll. Noch heute zeigt man in Schlosse Klipphausen eine Kapelle und die Bischofsstube, und da, wo rauschend im anmuthigen Thale die wilde Sau, als Grenzbach, Dresdens und Meissens Ephorien scheidet, führen freundliche Pfade durch ein Lustwäldchen auf die „Betstein“ oder Bischofskanzel, die noch heute sogenannte Kuppe eines Felsenriffs, welches der fromme Benno bei seiner Anwesenheit oft wallfahrtend besuchte.

Zur Zeit der Reformation kamen die von Ziegler in Besitz, welche von diesem zum Theil neuerbauten Schlosse den Namen Klipphausen in ihren Familiennamen aufgenommen haben. Von denen von Ziegler und Klipphausen ging die Besitzung 1570 an die Familie von Berbisdorf über. Schon 1580 acquirirte es aber der Geheime Rath und Hofrichter im Schöppenstuhle zu Leipzig, Abraham Bock, von welchem es 1630 an die Familie von Ende kam. Im Jahre 1660 wurde der Ober-Consistorialrath Köppel damit beliehen, von welchem es auf dessen Wittwe überging. Von Beiden sind viele milde Stiftungen vorhanden.

Im Jahre 1682 kaufte es der Appellations- und Bergrath, Johann Friedrich Heige, von welchem es auf dessen Sohn Ernst Heige überging. Dann kam das Gut 1722 an die Familie von Kleist, von welcher es 1726 der Kammerherr Alexander von Miltitz auf Scharfenberg übernahm, welcher es nur kurze Zeit besessen hat. Schon im Jahre 1730 fiel es an den Kammerherrn August von Ponikau, welcher zugleich der Erbauer der Kirche in Gross-Röhrsdorf ist. Im Jahre 1747 kam es durch Erbschaft an den Geheimen Kriegsrath August von Ponikau, von welchem es im Jahre 1762 der Freiherr Maximilian Robert von Fletscher acquirirte, der in der Gruft unter der Kirche beigesetzt ist.

Dann ging die Besitzung an das Gräflich Reussische Haus über und zwar an Heinrich LXIII., Fürst Reuss jüngere Linie, Graf und Herr von Plauen. Der derzeitige Besitzer und Herr auf Klipphausen ist Heinrich IV., Fürst von Reuss-Köstritz.

Als Mitbesitzer sind noch zu nennen:

a) Johanna Eleonore Friederike Eberhardine Fürstin Reuss, vermählte[WS 1] Prinzessin Carolath-Schönaich zu Saarbor;
b) Auguste Mathilde Wilhelmine Fürstin Reuss, vermählte Grossherzogin von Mecklenburg-Schwerin;
c) Heinrich VII., Fürst Reuss;
d) Heinrich XIII., Fürst Reuss;
e) Louise Friederike Dorothea, Fürstin Reuss, zu Stensdorf;
f) Heinrich XV., Fürst Reuss zu Kloster Rossleben;
g) Anna Elisabeth, Fürstin Reuss, zu Stensdorf;
h) Heinrich XVI., Fürst Reuss, zu Niesky.

Das altschriftsässige Rittergut Klipphausen mit seiner vorzüglichen Schäferei weithin bekannt, liegt sehr anmuthig ½ Stunde nördlich von Wilsdruf, am wilden Sauflusse.

Die Einwohner bestehen meistens aus Gärtnern und Häuslern; mit Einschluss der Kneipe und der Neudeck-Mühle umfasst der Ort 52 Wohngebäude. Die sogenannte Kneipe besteht aus einigen zur Gemeinde Klipphausen gehörigen Gütern, die wegen der Lage ihrer Grundstücke schon in früherer Zeit ⅛ Stunde weil von dem Dorfe nach und nach abgebaut worden sind und an Sora grenzend, von der Meissen-Wilsdrufer Chaussee bestrichen werden.

Der jedesmalige Besitzer von Klipphausen ist auch Collator über Kirche und Schule von Röhrsdorf, Gross-Röhrsdorf genannt.

In der Nähe der Schule auf dem rechten Ufer des Thalgrundes [130] steigt der aus Pirnaischen Sandstein aufgeführte Thurm am Gotteshause empor, welches innerlich und äusserlich freundlich ausgestattet ist und in weiter Umgegend für das Schönste gilt.

Das Brustbild des Herrn Kammerherrn von Ponikau, des Erbauers der Kirche, ziert in einer Marmor-Blende das Innere der Kirche, und seine sterblichen Ueberreste verwahrt unter dem Altarplatze eine geräumige vermauerte Gruft, nach welcher von Aussen auf der Nordseite eine mit eiserner Thüre versehene steinerne Treppe führt.

Sein Sohn, der Kriegsrath August von Ponikau, gründete eine Kirchen-Bibliothek, für welche, da sie durch fremde Geschenke sich bald vermehrte, über der Sacristei 1750 ein zweckmässiges Lokal erbaut wurde. Zu Gunsten dieser Bibliothek vermachte der Pastor, M. Theodor Wilhelm Schmit, im Jahre 1779 der Kirche 100 Rthl., um von den Interessen alle Jahre ein nützliches Buch anzuschaffen. Dadurch und durch noch andere Geschenke ist diese Bibliothek gegenwärtig bis auf mehr als 1000 Bände gewachsen, worunter manches seltene theologische Werk sich befindet.

Auf der südlichen Seite der Kirche liegen die Pfarrgebäude, nebst dem dazu gehörigen eine Hufe betragenden Grundstücke, welches aus einem Theile des zerstückelten vormals hier vorhanden gewesenen Vorwerkes Gross-Röhrsdorf bestehen soll.

Auf der nördlichen Seile der Kirche befindet sich ein schöner Lindenwald, der am Abhange auf dem Pfarrgebiete von dem Pastor M. Theodor Wilhelm Schmidt angepflanzt worden ist.

Unter den dasigen Pastoren ist der schon im 29. Lebensjahre M. Carl Friedrich Gottlieb Stöckhardt bemerkenswerth, welcher durch sein Schriftchen „Christenthum oder Technologie 1833“ und durch sein Gebetbuch „die Himmelspforte“ (Meissen 1834 und 1835) seine Wirksamkeit über die Grenze seiner Gemeinde hinaus getragen hat. Briefe von ihm mit biographischen Notizen sind 1836 in Meissen gedruckt erschienen.

Das dem hiesigen Rittergute untergeben gewesene Sachsdorf, welches 1 Stunde nordöstlich von Weisstropp, 2000 Schritte nördlich von Wilsdruf, 2¼ südöstlich von Meissen, ziemlich 3 Stunden von Dresden entfernt liegt, ist in die Kirche zu Weisstropp gewiesen.

Dieser Ort wurde mit seinen Unterthanen von Balthasar Ziegler auf Klipphausen im Jahre 1468 einem Hans Tarand abgekauft. Der Ort ruht am Abhänge eines allmählig ansteigenden Gebirges und hat treffliche Fluren und gute Obstgärten. Im Orte ist eine Kapelle, welche den 26. Mai 1614 vom damaligen Weisstropper Prediger, M. Daniel Staupitzer, eingeweiht wurde, und worinnen seitdem der Geistliche der Parochie am Montage nach Reminiscere Predigt, Communion und Fastenexamen hält, auch muss der jedesmalige Schullehrer von Sachsdorf jeden Sonn- und Festtag Nachmittags eine Predigt vorlesen.

Bemerkenswerth ist noch, dass im Kirchenbuche zu Gross-Röhrsdorf im Jahre 1602 ein Mann von 97 Jahren unter den Verstorbenen mit aufgeführt ist, bei welchem besonders die Anmerkung zu finden, dass er das Schloss Klipphausen habe mit bauen helfen.

Klipphausen ist ein bekannter und beliebter Lustort für Wilsdrufs Bewohner, die Sonntags hier in grosser Anzahl zu finden sind.

M. G.     




Seifersdorf


liegt eine Stunde von Radeberg und 3 Stunden von Dresden an der Röder. Ueber die Gründung des Ortes wie über den Erbauer des Schlosses ist etwas Näheres nicht anzuführen.

Der erste bekannte Besitzer des Gutes ist Jobst von Haugwitz. Im Jahre 1585 kaufte Theodorich von Grünrad dieses Gut, dessen Familie es bis 1747 besass, wo dieses Geschlecht Hans George von Grünrad ausstarb und das Gut an den Minister Grafen von Brühl überging. Dessen Sohn Heinrich übernahm es 1764 und besass es bis 1774. Durch Erbvergleich kam es dann an dessen jüngeren Bruder Moritz. Nach dessen Tode erbte es der einzige Sohn desselben, Graf Carl von Brühl, der 1838 zu Berlin [131] starb. Dieser Graf Carl von Brühl war ein Ehrenmann und eine hochgebildete Persönlichkeit. Er verwaltete alle seine Aemter mit religiöser Treue und starb als wirklicher Geheimer Rath, General-Intendant der königl. preuss. Museen und Ritter mehrerer hoher Orden.

Dessen Erben wurden die Besitzer des Gutes und der Enkel Moritzens, Herr Johann George Wilhelm Carl Gebhard Graf von Brühl, Ehrenritter des St. Johanniter-Ordens und königl. preuss. Premierlieutenant im 2. Garde-Landw.-Cav.-Regt. in Berlin, ist der beliehene Eigenthümer desselben.

Die alte Ritterburg ist im edlen Geschmack von Moritz und Carl Graf von Brühl, Vater und Sohn, restaurirt worden. Der Schlossgarten ist gross und geschmackvoll und enthält viele schöne Parthien. Man findet hier eine dem Gartendichter Hirschfeld geweihte Vase von Meissner Porzellan; ein pavillonförmiges Vogelhaus; eine Grotte, dem engl. Dichter Young als Denkmal, seinen Kindern gewidmet; eine Büste der Frau von der Recke.

Der Steinberg, in alten Urkunden der Kapellenberg genannt, weil eine Kapelle in den früheren Zeiten darauf stand, gewährt eine herrliche weite Aus- und Umsicht. Deshalb war derselbe im Kriegsjahre 1813 von allen sich nahenden Truppen fleissig besucht. Nach dem Uebergang der Russen über die Elbe, setzte sich hier ein Theil des Heeres fest. Alles war zu fürchten. Die Franzosen gingen bei Uebigau über die Elbe. Das Lager ward aufgehoben und nach wenigen Tagen erfolgte die Schlacht bei Bautzen. Vom März bis zu Ende des Novembers hatte der Ort fast ununterbrochen Einquartierungen, weshalb die Einwohner viel zu ertragen hatten.

Kaum ¼ Stunde vom Dorfe, südlich, zieht sich 1½ Stunde lang, von Liegau nach Grünau, das herrliche Seifersdorfer Thal, durch welches die Röder fliesst. Die natürlichen Schönheiten dieses Thales schienen so lange unbekannt zu sein, bis der Besitzer des Gutes, Graf Moritz von Brühl, in Verbindung mit seiner Gattin durch Verschönerungen und verschiedene Anlagen es bald dahin brachten, dass Fremde hieher gezogen wurden. Unter den Anlagen sind besonders bemerkenswerth: der Tempel der Musen mit Wielands Büste, das Denkmal des deutschen Arminias, der Befreier Deutschlands von Roms Sclavenjoch, Petrarcas Hütte, Lauras Denkmal, die Quelle von Vouclüse, das Denkmal des Herzogs Leopold von Braunschweig, eine Nische mit dem Bildnisse der Herzogin Amalie von Sachsen-Weimar, der hohen Gönnerin Wielands, Ruinen, als Bild der Vergangenheit, ein Tempel zum Andenken guter Menschen, die Kapelle zum guten Moritz, das Denkmal auf den verstorbenen Minister Grafen von Brühl, eine Alpenhütte, die Hütte des Pythagoras, der Tempel der Wohlthätigkeit, die Hütte der Einsamkeit, der Betstuhl eines Eremiten, Lorenzos Hütte und Grab, ein Wiesentempel.

Von Seifersdorf führt ein angenehmer Fahrweg in das Thal hinab, zwischen den mit Buchholz dicht bewachsenen Bergen. Zur Linken dieses Weges ist eine Quelle mit der Ueberschrift: „Vergessenheit der Sorgen.“ Kommt man gerade vom Dresdener Wege in das Thal, so befindet man sich ziemlich in der Mitte desselben; am besten thut man, über die Brücke zu fahren und beim Hohlwege auszusteigen, um die Wanderung zu Fusse anzutreten. Von hieraus gelangt man zuerst zu dem Tempel, welchen vor 60 Jahren die Gräfin von Brühl zum Geburtstage ihres Gemahls hier erbauen liess.

Die Kirche von Seifersdorf haben die Herren von Grünrad sammt hohem Thurm im Jahre 1604 und 1605 erbaut. Um den gut erhaltenen und noch jetzt geschmackvoll verzierten Altar stehen in einiger Entfernung an der Mauer vier Herren von Grünrad in Lebensgrösse und in völliger Rüstung als Ritter in guter Stellung da; der Ahnherr knieet, als Ritter gekleidet, am Altare vor dem Kreuze. Zu beiden Seiten desselben stehen zwei grosse Gemälde, von einem Schüler Lucas Kranach’s auf Gyps gemalt. Auf dem einen Gemälde stehen die damals lebenden Männer der Grünradschen Familie, auf der andern Seite die Frauen. Das Gemälde hat deshalb grossen Werth, weil die damals lebenden Glieder der Familie die Augsburgische Confession unter sich niederschrieben und Treue gelobten. Ueber dem Altare befindet sich noch die Grablegung Christi von demselben Maler. In neueren Zeiten kam noch ein treffliches Gemälde von einem jungen Künstler Treger, der in Rom starb, hinzu, der es dem damaligen Besitzer, Grafen Carl von Brühl, aus Dankbarkeit schenkte, und dieser verehrte es der Kirche.

Es stellt den Evangelisten Matthäus vor.

Im Jahre 1832 wurde ein grosser Theil von Seifersdorf ein Raub der Flammen. Kirche, Pfarre und Schule blieben stehen. Die noch stehende Pfarrwohnung ward 1698 erbaut. Sie ist bequem und gut unterhalten. Das Einkommen der Stelle ist ein mittelmässiges, zur Stelle [132] selbst gehört weder ein Filial noch eine eingepfarrte Ortschaft; denn das im Hussitenkriege zerstörte Dorf Diensdorf ist nicht wieder aufgebaut worden.

Die Schule ist im Jahre 1839 von Grund aus neu erbaut. Zum Aufbau der Schule erhielt die Gemeinde 900 Rthl. aus dem Kirchenvermögen, welches an die 10000 Rthl. beträgt. Es ist ein grosses festes Gebäude mit einer hellen Schulstube. Die Zahl der Schüler beträgt 150.

Auf dem Gute Seifersdorf ruht die Collatur der geistlichen Stellen hier und zu Ottendorf, so wie mit dem Stadtrechte zu Radeberg alternirend des Diaconats in dieser Stadt wegen der Filialkirche zu Schönborn.

Vor der neuen Gerichtsorganisation gehörten nämlich schriftsässig Ottendorf und Schönborn zum Rittergute Seifersdorf. Ersterer Ort liegt 3 Stunden von Dresden an der Strasse nach Königsbrück, 1¾ Stunden nordöstlich von Radeberg, 2 Stunden von Radeburg und 1½ Stunden südwestlich von Königsbrück. An seiner nördlichen Längenseite wird der Ort von dem Dorfe Okrylla lediglich durch die kleine Röder geschieden, welche über Lichtenberg im Gerichtsbezirke Radeberg entspringt und den grossen Ottendorfer Teich bewässert. Der Ottendorfer Teich, zu Seifersdorf gehörig, gehört unter die grössten der Gegend, hat bei regelmässiger Gestalt doch gegen ⅜ Stunden im Umfange und enthält zwischen 35 und 40 Acker Flächenraum. Der letztere Ort Schönborn ist im Jahre 1840 zum Theil abgebrannt und neu erbaut.

Dieses Schönborn gehörte in den frühesten Zeiten zu dem Radeberger Kirchen-Verbande und ist nur zu Zeiten von einem Capellan aus Radeberg in einer Capelle Messe gelesen worden. Später hat sich Schönborn selbst eine Kirche gebaut und sich vom Radeberger Verbande losgetrennt.

Der Roden hier und in Seifersdorf giebt aus Mangel an Düngungsmitteln nur mittelmässige Ernten. Die Gegend ist arm an Stroh, die Kalkbrüche sind weit entfernt und die Waldstreue wird immer seltener. Die Einwohner gehören daher nicht zu den reichen Leuten und nähren sich theils vom Ackerbau, theils von der Leinweberei.

Seifersdorf, Ottendorf und Schönborn gehören jetzt zum Gerichtsamt Radeberg, zum Bezirksgericht – zur Amtshauptmannschaft – zum Regierungsbezirk Dresden.

Seifersdorf zählt mit seinen 2 Mühlen und 2 Gasthöfen 101 bewohnte Gebäude mit 109 Familienhaushaltungen und 658 Einwohnern.

M. G.     




Rottwernsdorf


auch Rothwernsdorf (vulgo Rottendorf) ⅝ Meilen von Pirna, anmuthig an der Gottleube und dem Eulenberge gelegen, hat ein gethürmtes burgmässiges Schlösschen, welches Kurfürst August seinem Gesandten Damian von Sebottendorf, diesem unbewusst bauen liess und bei der Rückkehr von einer Gesandschaftsreise damit überraschen wollte. Es ist dies derselbe Damian von Sebottendorf, welcher auch Grosscotta besass.

Die späteren Besitzer waren der Ober-Steuer-Director und Geheime Rath Centurius von Miltitz, von welchem es der Kaufmann Viebel in Pirna acquirirte: Sodann war der Herr Justizrath Pholykarp Baron von Leyser in Dresden damit beliehen, welcher zu gleicher Zeit das Rittergut Zehista besass. Von 1817 bis zum Jahre 1838 war es Eigenthum des Herrn Superintendenten Dr. Tischer in Pirna, welcher als früherer Superintendent in Plauen im Voigtlande im Jahre 1827 nach Pirna versetzt wurde.

Dieser ausgezeichnete Geistliche wird in Plauen, wo derselbe sich um Kirche und Schule hohe Verdienste erworben hat, mit steter Liebe und Achtung von dem jetzt noch lebenden Geschlechte genannt und von den Aeltern wird Kindern und Kindeskindern diese Liebe und Achtung gegen einen Mann eingeprägt werden, welcher ohnstreitig zu den grössesten Kanzelrednern gezählt werden muss. Seine Rede war erwärmend, kräftig, ja in gewissen Momenten stürmisch und überzeugend: Ueberall war psychologische Wahrheit zu finden.

[133] Von seinen Kindern lebt der Aeltere als Advocat in Dresden, der Jüngere als Auditeur ebendaselbst. Die älteste Tochter war an den Kaufmann Haussner in Pirna verheirathet, eine andere an den früheren Bürgermeister Ritterstädt in Pirna und die jüngere an den Advocaten Gaudig daselbst.

Das Gut Rottwernsdorf verkaufte Dr. Tischer noch bei Lebzeiten an den Inspector Leuteritz auf Gamig und Herrn Kleeberg zu Rottwernsdorf. Von Letzterem übernahm es im Jahre 1852 Herr Julius Robert Leuteritz allein, welcher solches jetzt noch besitzt.

Das Schloss Rottwernsdorf lässt sich mit Recht zu den Burgen zählen, da ihm der Wallgraben, die Ziergiebel, der Thurm ein ziemlich alterthümliches Ansehen geben.

Von diesem Schlosse werden schreckliche Gespenstergeschichten erzählt. Zu gewissen Zeiten soll des Nachts eine verschleierte Dame herum gehen; auch ein Ritter mit versenktem Visir soll bisweilen sichtbar sein. Herr Dr. Tischer, als Besitzer des Gutes, hat diesen Aberglauben unter dem Volke so viel als möglich zu entfernen gewusst, allein trotz dem gehen noch eine Menge andere Sagen im Munde des Volks um.

Der zum Schlosse gehörige Garten war einst berühmt. Auch jetzt noch ist derselbe sehenswerth.

Zum Gute gehört auch eine vortreffliche Schäferei, grosse Ziegel- und Kalköfen und schöne Steinbrüche, in welchen der feinste, zur Bildhauerarbeit geschickteste Stein gebrochen wird, woraus die Ortsbewohner guten Verdienst haben.

In Bezug auf diese Steinbrüche existirt von einem Rottwernsdorfer Bauer eine recht lustige Anecdote: Letzterer stand vor den Statuen auf der Katholischen Kirche und betrachtete solche lange. Vorübergehende wurden darauf aufmerksam und fragten ihn, warum er eigentlich so lange nach den Statuen sehe? Da gab derselbe die drollige Antwort: Diese steinernen Männer sind alle meine Landsleute. Damit wollte dieser Bauer weiter nichts sagen, als die Steine dazu wären sämmtlich aus den Rottwernsdorfer Steinbrüchen.

Unter den im Orte befindlichen 30 Häusern befinden sich 4 Hufengüter, 3 Gartennahrungen und 2 Mühlen. Die Gottleube, woran der Ort liegt, ist ein Forellenreicher Bach.

Ausserdem gehörten zum Rittergute noch Antheile von Gös oder Goos und das Dorf Krietzschwitz mit weit sichtbarem Gasthause an der Schneeberger Strasse; ebenso gehörte das Dorf Neundorf oder Naundorf reizend an den beiden Ufern der Forellenreichen Gottleube gelegen, zur Gerichtsbarkeit von Rottwernsdorf.

Was die Schiksale dieses Rottwernsdorf in früheren Zeiten betrifft, so sind darüber wenig Nachrichten vorhanden. Im Jahre 1804 hat der Gottleubebach durch sein Austreten grossen unsäglichen Schaden angerichtet. Die Gösserbrücke und die nach den sogenannten Schindergraben führende wurden gänzlich zerstört. Der Wasserstand war höher, als der im Jahre 1750 und 1771.

Alle Felder und Wiesen und selbst die Strasse von hier bis Pirna war zerrissen.

Im Kriegsjahre 1813 hat der Ort viele Drangsale zu ertragen gehabt, indem derselbe mehr als 6 Retiraden von verschiedenem Militär, und ausserdem Einquartirung, Raub und Plünderung aushalten musste, wodurch die Einwohner sehr verarmten.

Seit dem Monat Mai 1840 ist von Rottwernsdorf nach Pirna eine neue Kunststrasse angelegt.

Der Ort ist nach Pirna eingepfarrt, nicht wie einige Topographien angeben nach Grosscotta. Die Hauptkirche in Pirna, welche bereits in Urkunden von 1200 als eine Kapelle vorkommt, gehört zu den schönsten Denkmählern der gothischen Baukunst und hat mit der ehemaligen Kreuzkirche Dresdens die grösste Aehnlichkeit, ja sie soll sogar von einem und demselben Baumeister herrühren. Früher befand sich in derselben ein Bildniss des Ablasskrämers Tezel, ein geschmackloses Wandgemälde auf einem der Kanzel gegenüber befindlichen Chor. Da man früher Pirna für Tezels Geburtsort hielt, so verewigte man deshalb sein Andenken spöttisch durch folgende Sudelei: Tezel sass neben dem Ablasskasten auf einem Esel und sprach zu dem versammelten Volke in Versen, die unter anderem verkündigten, dass er 110,900 Karren Gnade und Ablass bringe, mit der Versicherung: „Sobald der Gulden im Becken klingt, im Huy die Seele im Himmel sich schwingt.“ In der Rechten hielt er ein Täfelchen mit den Worten: „Leg ein, leg ein, leg ein“ und unterm linken Arm ein Gebund Fuchsschwänze. Den Eselsschwanz zierte ein Schild mit den Worten: „Ablass, Ablass, Ablass!“ und um seinen Kopf flog ein Schwarm von Ungeziefer aller Art. Ein solches Gemälde [134] passte nicht in eine Kirche und es ist solches schon lange Zeit, wo das Innere der Kirche neu abgeputzt wurde, mit verschwunden.

Rottwernsdorf hat dagegen seine eigene Schule, wozu auch Krietzschwitz und 5 Häuser von Goos oder Goes gehören. Die Schulkinderzahl beträgt an 70. Das Schulhaus ist im Jahre 1779 erbaut. Das Schulgeld-Fixum mit Einschluss des Holzgeldes und Singumganges beträgt 130 Rthl. Ausserdem erhält der Lehrer noch vom Rittergute 25 Rthl., als eine Stiftung von einem der früheren Besitzer aus dem Hause Miltitz.

Auf die Rottwernsdorfer Steinbrüche noch einmal zurückkommend, so ist die Zahl der Arbeiter in der hiesigen Gegend mit Einschluss von Cotte, Henersdorf, Markersbach, Postelwitz u. s. w. sehr stark und dürfte leicht sich an 600 belaufen. Sie bilden Zünfte. Jede Zunft der Steinbrecher hat 2 Vorsteher, die ungefähr das sind, was beim Bergwesen die Steiger. Der Tagelohn ist gut und deshalb fehlt es nie an Arbeitern, trotz der damit verbundenen Lebensgefahr. Der grösste Feind derselben ist der klare Staub, den sie täglich verschlucken müssen, und welcher sie in den besten Jahren schon tödtet. Die meisten sterben an der Lungensucht und Engbrüstigkeit, die Steinbrecherkrankheit genannt.

Im Winter wird in den Brüchen nicht gearbeitet, weil der Stein friert, sobald aber nur etwas gelinde Witterung eintritt, räumt man Sand und Steine weg, damit im Frühjahre sogleich der Anfang gemacht werden kann. Trotz des Fleisses und der Ausdauer giebt es hier zwar steinreiche, aber keine geldreichen Leute.

Ueberhaupt sind die Einwohner hier fleissig und thätig, obschon solcher Fleiss bezüglich der Oeconomie nicht belohnt wird.

Denn die Fruchtbarkeit des Bodens kann man überhaupt nur mittelmässig nennen.

Die Cultur der Wiesen hat in neuerer Zeit sehr zugenommen und der Anbau der Futterkräuter, besonders des Klee’s, ist bedeutend.

Rottwernsdorf hat, wie schon erwähnt, 34 Häuser mit 54 Familienhaushaltungen und 241 Einwohnern. Der Ort mit dem Rittergute gehört jetzt zum Gerichtsamt und zum Bezirksgericht Pirna, zur Amtshauptmannschaft Pirna, zum Regierungsbezirk Dresden.




Wachau


mit einem der schönsten Schlösser Sachsens liegt 4 Stunden nordöstlich von Dresden, 1½ Stunde von Pulsnitz und von Radeberg, in nördlicher Richtung und fast halbstündiger Länge an demjenigen Bache hinab, der ¼ Stunde südöstlich von hier entspringt und vor Ottendorf einen der Hauptteiche des Landes bildet.

Das Rittergut hat seine Gebäude in der Mitte des Ortes, wo die Strasse nach Dresden hinausführt, also nächst unter der Kirche an einem Hügelabhange.

Das schöne herrliche Schloss, worinnen sich vorzüglich der durch 2 Stockwerke gehende Saal auszeichnet, ist vor 110 Jahren von einem Grafen von Schönfeld mit einem Kostenaufwand von 70000 Rthlr. erbaut worden.

Ueber den Erbauer des früheren alten Schlosses existiren keine bestimmten Nachrichten.

Die ersten Besitzer sollen die Herren von Wachau gewesen sein, deren Familiengeschichte nicht bis auf unsere Zeiten gekommen ist.

Als die ersten bekannten Besitzer werden uns die Herren von Schönfeld genannt, welche am Ende des 14. Jahrhunderts hier vorkommen. [135] Der erste, den man unter ihnen kennt, ist der sogenannte lange Seyffart oder Siegfried von Schönfeld, der auch Naunhof besass und Lomnitz als Vorwerk zu Wachau inne hatte. Mit Hedwig von Meckau aus Limbach hat derselbe John, Seyfried und Ernst erzeugt. Letzterer folgte seinem Vater im Besitze, welcher, mit einer Barbara von Schönfeld vermählt, von derselben mit 7 Fräuleins und einem Sohn, Melchior beglückt wurde. Herr Melchior von Schönfeld überkam nach des Vaters im Jahre 1504 erfolgten Ableben Wachau mit Lomnitz und verheirathete sich in seinem 70. Jahre mit der erst 18 Jahre alten Ursula von Hirschfeld aus Otterwisch. Bei ihrer Schwangerschaft mit dem 10. Kinde kam in dem Herrenhof zu Wachau, welcher auf dem Walle über dem Wassergraben gestanden, am Sanct-Andreas-Tag 1527 Feuer heraus, welches von einem Knechte, dem sogenannten Kleinhanss, böswilliger Weise und in der Absicht angelegt worden war, dass alle, so darinnen waren, verbrennen sollten. Das Feuer war bei der Zugbrücke aufgegangen und mit vieler Anstrengung konnte der bejahrte Besitzer mit Weib und Kindern das nackte Leben retten, an ein Herausschaffen von Mobiliar war nicht zu denken.

Der Brandstifter war flüchtig und erst nach 3 Jahren eingefangen, nach seiner Verurtheilung aber derselbe in Dresden lebendig verbrannt worden.

In einem halben Jahre darauf ist die Frau von Schönfeld mit einer Tochter entbunden, bald darnach aber gestorben und in der Kirche zu Wachau im Jahre 1528 beigesetzt worden. Herr Melchior von Schönfeld hat noch 7 Jahre gelebt und ein Alter von beinahe 100 Jahren erreicht.

Ihm folgte sein Sohn Jonas von Schönfeld, kurfürstl. Sächsischer, auch landgräflich Hessischer Rath, Kammer- und Hofjunker, dessen Gemahlin Margarethe von Haugwitz aus Hirschstein verw. gewesene Staupitz auf Zehist war, hat mit ihrem Gemahl 8 Kinder erzeugt, von denen nur 2, Moritz und Jonas, die Aeltern überlebten. Unter diesen beiden Brüdern erfolgte eine Erbtheilung auf folgende Weise: Moritz als der jüngere, dessen erste Gemahlin Margaretha von Schönberg aus Pulsnitz, die andere aber Christina von Bärenstein aus Polenz war, hat das Gut Wachau in Lehn genommen; Der ältere Bruder Jonas bekam Lomnitz als selbstständiges Gut. Dieses geschah im Jahre 1571.

Dann übernahm Magnus von Schönfeld Wachau und von ihm über kam es dessen Sohn Nicol von Schönfeld, der ein Fräulein von Metzsch aus Reichenbach zur Gemahlin hatte.

Dann folgte Johann Adam von Schönfeld, mit einer Brigitte Theler vermählt. Nach ihm übernahm dessen Sohn Johann Siegfried das Gut, welcher in den Grafenstand erhoben wurde und eine verw. Gräfin von Lynar zur Gemahlin hatte. Ihm succedirte Johann George Graf von Schönfeld, welcher mit einer Sabina von Pflug auf Strehla verheirathet war. Von den Herren von Schönfeld acquirirte Wachau die Oppelsche Familie, bei welcher es bis auf die neuesten Zeiten geblieben ist. Johann George von Oppel hatte schon früher Lomnitz acquirirt und Bernhard von Oppel Lomnitz und Wachau zugleich übernommen.

Im Jahre 1825 besass Wachau Herr Hauptmann und Kammerjunker Hans Adolph von Oppel das Gut, von welchem es an den dermaligen Besitzer gekommen ist.

Die nächste Umgebung von Wachau ist zwar nicht besonders reizend, aber das herrliche Seifersdorfer Thal, sowie südlich das Augustus-Bad in der Nähe macht die Lage interessant. Die Strasse von Radeberg nach Königsbrück führt hindurch, die nach Grossenhain aber unweit des Oberdorfs vorbei. Nordöstlich erhebt sich der Schmalzberg und scheidet das Wachauer Thal von dem der kleinen Röder.

Wachau wird wegen seiner zwei Jahrmärkte, die Mittwochs nach Pfingsten und den 17. September abgehalten werden, als Marktflecken betrachtet und ist ein lebhafter Ort. Zugleich ist ein freier Hauptplatz für die starke Flachsspinnerei hiesiger Gegend, weshalb man auch viel Lein säet, das Produkt selbst aber nur zum Theil hier verwebt. Die meiste Leinwand geht durch ein dasiges Handelshaus nach Hamburg.

Die Garn- und Leinenbleiche, die hier existirt, ist vortrefflich zu nennen. Man webt besonders derbe, wohlfeilere Leinwand, wohl auch mittelfeine, so wie etwas Zwillich und Linnenband.

Das Heidekorn, welchem der hiesige, schon zum Theil sandige Boden zusagt, wird meist zu Grütze benutzt. Jetzt baut man auch viel Staudenkorn.

Ausser 2 Bachmühlen (der Obermühle und Grundmühle, nebst einer Bretmühle) ist auch eine Windmühle hier; ferner ein Gasthof, eine Schule und eine uralte Pfarrkirche, früher zum Radeberger Zirkel der [136] Dresdner Diöces gezählt. Seit 1820 steht dieselbe unter der Radeberger Inspection. Vor der Reformation soll die Kirche das Filial von Radeberg gewesen sein, dessen Probst manchmal durch seinen Kapellan hier habe Messe lesen lassen, daher auch der Name Frühmesse, den einige Felder führen.

Die Herren von Schönfeld liegen nach der Reihe, wie sie auf einander gefolgt sind, in hiesiger Kirche begraben.

Eingepfarrt ist das Oertchen Klein-Liegau, welches am Röderflusse liegt. Während der Badezeit im Augustusbade wohnen hier einzelne Personen und Familien und wandern früh in 8–10 Minuten durch den romantischen Tannengrund dem Bade zu, zu dessen Entdeckung die Feuersbrunst in Radeberg im Jahre 1714 die nächste Veranlassung gab. Der damalige Bürgermeister Seidel wollte zum Wiederaufbau der Stadt Kalkstein suchen und entdeckte dabei einen alten Stollen, wodurch die in den Rezessbüchern des Bergamts Glashütte sich findende Nachricht, dass von 1548–82 in hiesiger Gegend eine Vitriol- und Schwefelhütte gewesen, einigermassen bestätigt wurde. Ein hier hervorquellendes mineralisches Wasser wurde seit 1709 zum Baden benutzt und der aufgefundene Stollen, welchen man den Namen des „Sonnenglanzes“ beilegte, mit zwei Sälen überbaut. Anfangs wärmte man das Wasser unter der Erde und der Zudrang zu dem Bade war so gross, dass man sich aus Mangel an Vorrichtungen hölzerner Kasten bedienen musste. Die künstliche Wärme war von Vielen für eine natürliche gehalten worden. Nach der Kenntnissnahme von deren Erzeugung beschuldigte man Seideln einer Täuschung und war geneigt, auch an der mineralischen Beschaffenheit des Wassers zu zweifeln, bis der wirkliche Gehalt desselben durch Sachverständige erörtert wurde.

Das Bad kam besonders durch die Aufmerksamkeit, welche König August II. demselben schenkte, in grossen Ruf und der dankbare Unternehmer gab darum der Quelle den Namen des „Augustusbrunnen.“ Nach und nach hat man 6 Quellen von verschiedener Stärke entdeckt.

Am wirksamsten zeigt sich der Gebrauch dieses Bades gegen Krämpfe, Schwindel, reizbare Nervenschwäche, Bleichsucht, widernatürliche Schleimausflüsse, Schwäche der Blutgefässe und Krankheiten des Uterinsystems.

Hier im nahen Liegau wohnte mehre Jahre hindurch einzelne Monate lang der berüchtigte, später nach Amerika ausgewanderte Pastor Stephan aus Dresden und hierher folgten ihm seine Anhänger zu Anstellung nächtlicher Wanderungen und gemeinschaftlicher Mahlzeiten. Auch wohnte hier Dr. Marbach und von Beiden wurde hier gemeinschaftlich der Plan zur Auswanderung geschmiedet. Glücklicherweise sind Bewohner von Liegau dem Verführer nicht nachgefolgt.

Unterhalb Klein-Liegau beginnt bald das allbekannte sehr besuchte und interessante Seifersdorfer Thal mit seinen Mühlen, Pavillons, Strohhütten, Denkmälern, Brücken, anmuthigen, sehr schattigen Spaziergängen bald am rechten, bald am linken Ufer der Röder.

Man lebt hier in einer wahren Idyllenwelt und wird mit Freude an einen Besuch dieses Thales in den späteren Jahren zurückdenken, wo das Herz vor Freude und Wonne theils höher gehoben, theils zu frommer Andacht und guten Entschlüssen gestimmt worden ist.

Das jetzige Rittergut Lomnitz war früher und zwar bis zum Jahre 1632 ein Vorwerk von Wachau. Unter den nachfolgenden Besitzern von Wachau, den Herren von Oppel, wurde Lomnitz ein selbstständiges Rittergut. Die Kirche und die Schule von Lomnitz stehen unter der Inspection Dresden’s und der Collatur des Ritterguts.

Wachau und Lomnitz gehören jetzt zum Gerichtsamt Radeberg, zum Bezirksgericht – zur Amtshauptmannschaft – zum Regierungsbezirk Dresden.

Wachau hat 129 bewohnte Gebäude, 172 Familienhaushaltungen und 803 Einwohner. Die darunter befindlichen Hüfner, an Zahl 41, besitzen eine bedeutende Flur von mittelmässiger Güte.

M. G.     




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Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: ververmählte


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