ADB:Gertrud (Markgräfin von Meißen)

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Artikel „Gertrud“ von Friedrich Wilhelm Schirrmacher in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 71–72, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gertrud_(Markgr%C3%A4fin_von_Mei%C3%9Fen)&oldid=- (Version vom 22. Oktober 2021, 12:07 Uhr UTC)
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Band 9 (1879), S. 71–72 (Quelle).
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Gertrud, Tochter des Markgrafen Ekbert I. von Meißen und der Irmengard, Tochter des Meginfred von Susa, † am 9. Dec. 1117, war in erster Ehe vermählt mit dem Grafen Dietrich von Katlenburg, dem sie einen Sohn gleichen Namens gebar. Wittwe seit dem J. 1085, heirathete sie noch vor dem J. 1088 den Herzog Heinrich den Fetten von Nordheim in Friesland. Durch den Tod ihres älteren Bruders, Ekbert, der von Anhängern Kaiser Heinrichs IV. am 3. Juli 1090 im Selkethal erschlagen worden war, fielen ihr die reichen Güter ihres Hauses, namentlich Braunschweig und Wolfenbüttel anheim, die sie ihrem Gemahl zubrachte. Von den zwei Töchtern aus dieser Ehe heirathete die ältere Richenza im J. 1100 den späteren Kaiser, Herzog Lothar von Sachsen, G. den rheinischen Pfalzgrafen Siegfried. Im J. 1101 traf ihren Gemahl ein gleich herbes Geschick, wie ihren Bruder, er wurde von den Friesen, die sich seiner Herrschaft nicht beugen wollten, erschlagen, kaum, daß sie selbst dem Tode entrann. Eine dritte Ehe ging sie darnach mit Heinrich dem Aelteren von Eilenburg, seit 1088 Markgraf von Meißen, ein, verlor ihn bereits im J. 1103 durch den Tod und wahrte mit männlichem Sinn ihrem nachgebornen Sohne, Heinrich dem Jüngeren, als Vormünderin das väterliche Erbe gegen die Ansprüche der Verwandten, die ihn für untergeschoben erklärten. Mit gleicher Entschlossenheit [72] trat sie im J. 1112 gegen Kaiser Heinrich V. für die Ansprüche ihres Schwiegersohnes, des Pfalzgrafen Siegfried, auf das Erbe Ulrichs von Weimar-Orlamünde ein.