Von einigen besondern Arten der Bettley, in einigen Gegenden des Frankenlandes

Textdaten
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Autor: Anonym
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Titel: Von einigen besondern Arten der Bettley, in einigen Gegenden des Frankenlandes
Untertitel:
aus: Journal von und für Franken, Band 5, S. 408-422
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1792
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld, Commons
Kurzbeschreibung:
s. a. Miscellaneen (Journal von und für Franken, Band 5, 6)#6, Miscellaneen (Journal von und für Franken, Band 6, 1)#5
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II.
Von einigen besondern Arten der Betteley, in einigen Gegenden des Frankenlandes.

Unter die in einigen Gegenden Frankens gewöhnlichen besondern Arten der Betteley gehört erstlich das so genannte Anklopfen, in der Anklöpflis-(Anklopfens) Nacht.[1]

 Drey Donnerstage nach einander ziehen in der Adventszeit, nicht nur arme dürftige Kinder, sondern auch Kinder der Bürger, Künstler und Handwerker, den ganzen Tag von Haus zu Haus, und betteln. – Denn so muß man es eigentlich nennen. Jedes dieser Kinder, die oft zu 4 bis 6 kommen, hat ein hölzernes Hämmerchen, klopfet an die Thür, und plappert während des Anklopfens folgendes Reimlein her – wenigstens im Hohenlohischen:

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„On klopfa Hämerle
’s Brodt leidt im Kämmerle[2]
’s Meßer leidt d’r neba[3]
sollt m’r ebbes geba![4]
Äpfel r’aus!
Birn r’aus!
Geh i’ in a’ anders Haus.“

 Vor einigen Thüren sprechen sie auch folgende Sottise:

„Die Rosen, die Rosen, die blühen auf dem Stengel,
Der Herr ist schön, die Frau ist wie ein Engel.“

 Dieß ist ganz im Provinzial-Dialekt.

 Oft artet dieses Anklopfen in offenbare Insolenz, und in eine Grobheit aus, die beynahe unbegreiflich zu seyn scheint. Zum Beyspiel: Einige Kinder, klopfen vor den Thüren der Schneider, mit folgendem Reim an:

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„On klopfa heil’ge Nogt[5]
D’ Gas[6] hat de’Schneider g’jogt;[7]
Hat ’hn g’iogt bis oba n’aus[8]
springt der Schelm zum Loda[9] n’aus!“

 Ist eine solche Frechheit nicht eben so unbegreiflich, als unverzeihlich sie ist? Welcher Meister wird sich wohl einen so plumpen Spaß, eine solche Insolenz, von ungezogenen Kindern gefallen lassen? Welcher wird nicht die ganze Brut mit Ruthenstreichen von seiner Thüre wegjagen? Aber eben so unbegreiflich! Wenige haben es bisher gethan. Es ist, als ob dieser schändliche Gebrauch, durch Gewohnheit und Zeit, sanctionirt wäre. Und wie wird denn dieß Anklopfen regalirt? Mit einem Stückchen Brod darf man da nicht kommen; es müssen Äpfel, Birn, welsche Nüsse; oder gedörrt Obst, oder kleine Wecken, oder kleine Honichkuchen seyn.

 Lange schon hatte die Policey diesem Unwesen steuern sollen; denn offenbar hat diese Betteley folgende nachtheilige Folgen:

|  Einmahl lernen die Kinder dadurch den Müßiggang, wo sie nicht gar, was unendlich schlimmer wäre, Hang zum eigentlichen Betteln dadurch bekommen. An solchen Tagen sind die Schulen leer: und es sind, wie schon gesagt, 3 Tage hinter einander, in 3 Wochen. An einem solchen Tage schlingelt also das Kind, vom Morgen an bis an den späten Abend, herum auf den Gassen: und ist auch ohne die allergeringste Beschäfftigung und Aufsicht. Hiebey ist noch eine andere traurige Folge unvermeidlich; nämlich diese, daß es in Verbindung mit mehreren, oft ungezogenen Kindern kommt; wo es in offenbarer Gefahr ist, durch böse Beyspiele angesteckt zu werden.
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 Zweytens wird dadurch das Kind zur Unmäßigkeit verleitet und sündigt und stürmt den ganzen lieben langen Tag auf seine Gesundheit hinein. Wie manchfaltig sind die Gaben, die es vor den Thüren erhält; und es sind dazu noch lauter Eßwaaren! Wie groß ist die Zahl derselben! (Zu dem Ende tragen die Kinder auch Säckchen mit sich, die sie oft in kurzer Zeit gefüllt haben.) Was ist die Folge davon? Trägt das Kind etwa seine Gaben von Zeit zu Zeit nach Haus? Ist es etwa bedacht, mit weiser| Sparsamkeit sich einen Vorrath auf die Zukunft einzusammeln; und das, was es in einem Tag so überflüßig gesammelt, nach und nach in Ruhe zu verzehren? Nein! nichts von allem dem. Was in einem Tag gesammelt wurde, das muß auch in einem Tag aufgezehrt seyn, und das Kind frißt – (warum sollt ich nicht den rechten Namen nennen?) den ganzen langen Tag. Traurig genug, ich mag entweder auf die Gesundheit des Kindes, oder auf die hiedurch so leicht werdende Angewöhnung zur Gefräßigkeit, sehen.
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 Drittens verursachet diese elende Gewohnheit, besonders dem Mittelmann, dem Handwerker und Künstler, (so auch auf dem Lande, dem Mittelbauer; denn leider herrscht diese Gewohnheit in der Stadt, und auf dem Lande) – sie verursacht Ausgaben, die oft eben so lästig und beschwerlich, als ganz unnöthig und überflüßig sind. Man nehme nur, (und dieß ist wenig,) 50 Kinder an, die auf diese Art die Thüren bestürmen; man verdreyfache diese Zahl, da sie doch 3 Wochen hinter einander erscheinen; man nehme noch dazu, daß sie, wenn sie nicht lästernd von der Thüre weggehen sollen, nicht mit Brod, sondern mit Obst, oder irgend| einem Leckerbissen, abgespeist seyn wollen: und denke sich nun das Einkommen des Mittelmanns in Beziehung darauf. Wahrhaftig es ist unbillig, ihn so brandschatzen zu lassen; und was bleibt ihm bey solchen Umständen übrig für die Bedürfnisse der wahrhaft leidenden Menschheit und Armuth?
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 Aber auch viertens hat diese Gewohnheit ihre unzertrennlichem Inconvenienzen und Unschicklichkeiten; und incommodirt ausserordentlich. Welch ein Lärm, welch’ eine Bewegung, welch’ eine Unruhe, so bald eine Partie solcher Kinder sich vor die Stubenthür schleicht, und mit einemmahl klopft und schreyt! Der Hund fährt wütend unter dem Ofen hervor, und fängt an, gräßlich zu bellen. Die Katze fährt überall in der Stube herum, und miaut. Der Säugling, der bisher ruhig schlief, fängt an erbärmlich zu wimmern. Der Mann, der las ober meditirte, fährt erschrocken zusammen, und fulminirt was ehrliches. Die Frau verfärbt sich, wie ein weißes Tuch, die andern Kinder schreyen und laufen bestürzt in den Schoos der Mutter. – So sieht es in manchem Hause aus. Einer solchen Scene entübrigt zu seyn, wäre dieß nicht viel wehrt? Und ist dieß Anklopfen nicht eine Gewohnheit,| die für jedes Haus mit der äussersten Ungemächlichkeit verbunden ist?
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 Zu den besondern Arten der Betteley gehört zweytens, das Dreykönigs-Singen. Leute, die es gar nicht nöthig hätten, und die oft weit entfernt sind, sich in dem Zustand der wirklichen Armuth zu befinden, z. B. Knechte, Taglöhner, auch wohl Söhne der Handwerker, erneuern nämlich alle Jahre die Geschichte von den heiligen 3 Königen; und dieß auf folgende Art: Sie gehen vor und nach dem Dreykönigs-Feste von Haus zu Haus, meist selbander, auch oft zu dritt. Ihr Anzug bestehet in einem weitem Oberhemd, das sie über ihre gewöhnliche Kleidung anhaben, und das, in der Mitte, mit einem Gürtel umgürtet ist. Auf dem Haupte tragen sie eine Spitzkrone von Goldpapier. So bald sie vor ein Haus kommen, stimmen sie folgende erbauliche Lieder an: entweder

„Reich und Arm soll’n fröhlig seyn,
auf diesen heil’gen Tag!
uns ist gebohren ein Kindeleln
Das alle Ding vermag;
dazu auch heilig ist
sein Nahm heißt Jesus Christ,
um unser aller Missethat

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vom Himmel kommen ist.“

 oder:

„Vom Himmel hoch da komm ich her,
ich bring Euch gute neue Mähr,
der guten Mähr bring ich so viel,
davon ich singen und sagen will.
Euch ist ein Kindlein heut gebohrn
von einer Jungfrau auserkohrn,
ein Kindelein so zart und fein
das soll euer Freud und Wonne seyn!“

 oder:

„Das neugebohrne Kindelein
das Herzeliebe Jesulein,
bringt abermahl ein neues Jahr,
der auserwählten Christenschaar!
Des freuen sich die Engelein
die gerne um und bey uns seyn,
sie singen in den Lüften frey,
daß Gott mit uns versöhnet sey.“

 Während diesem Singen (das Gott erbarm) drehen sie immer einen großen, roth angestrichenen Stern (wo nicht gar mit Goldpapier überzogen) der sich an einem langen Stab befindet, im Kreis herum. Manchmahl ist in der Mitte des Sterns eine Capsel, innerhalb welcher sich die ganze Geschichte der 3 Könige unter Glas vorgestellt befindet.

|  Nachdem man sie abgespeiset hat, danken sie durch folgenden Reim:

„Lob und Dank sey Gott bereit
für solche Gaben in Ewigkeit.“ da Capo.

 Leser, was denkst du von der ganzen Geschichte?

 Mit Recht glaube ich, ist an der ganzen Sache folgendes zu tadeln.

 Zuerst! es ist wieder ganz unnöthige Betteley, und die noch dazu, was das schlimmste ist, in eine Zeit fällt, wo Gewohnheit, und die einmahl allgemein eingeführte Sitte, andere, oft eben so überflüßige Ausgaben, nöthig macht. Ich meine hier die Weihnacht- und Neujahrs-Geschenke. Wahrlich, man sollte um diese Zeit glauben, des Bettelns war kein Ende. Wie beschwerlich muß also abermahl dieß Thürbestürmen für jedermann, besonders den Mittelmann seyn! Wie muß dadurch manches Allmosen dem Ärmern und wahrhaft Dürftigen entzogen werden, dem es doch mit unendlich mehr Recht gehört!

 Im Gefolg dieser Betteley erscheint zugleich wieder und abermahl der Müßiggang,| der an diesen starken, jungen, robusten Kerls, die ihre Zeit unendlich besser anwenden sollten und könnten, doppelt und dreyfach auffallend ist.

 Zweytens aber auch nichts davon zu gedenken; wie ärgerlich ist schon ein solcher Aufzug an sich! wie cynisch! Einen bärtigen, oft 40, 50 jährigen Kerl, in einem weisen Oberhemd, mit einer goldnen, läppischen Krone zu erblicken, – wen muß dieß nicht ärgern? Wer muß nicht über die ganze elende Fratze, die gerechteste Indignation empfinden? Wer nicht das ganze Possenspiel, das so öffentlich gespielt wird, mit Abscheu erblicken?

 Und zu dem, welche Lumpenstreiche werden oft, unter diesem Incognito, unter dieser Maske gespielt! Welche Freyheiten erlaubt sich oft ein solcher vermummter After-König!

 Drittens muß ein solcher abentheuerlicher Aufzug, und diese jährlich wiederhohlte Komödie auch nothwendig für den schwachen Pöbel, besonders für das kurzsichtige, abergläubische Landvolk, diese nachtheilige Wirkung haben, daß es im Glauben an die Geschichte der 3 Könige bestärkt wird, und| die ganze Fabel, wie sie der Aberglaube erfand, für wahr hält.

 Und wie ungeziemend, wie unsittlich ist es viertens, die Religion in diese Possenspiele mit hinein zu ziehen! Ja! wie widerstreben diese geistlichen Comödien jedem bessern Fortschritte, jeder Aufklärung in der Religion!

 Man besorgt neue Gesangbücher; man ist bemüht, durch reine veredelte, vom spielenden und kindischen abgezogene Begriffe, – reineres, veredelteres Christenthum einzuführen, und läßt doch ruhig auf der andern Seite dem alten Götzen opfern, und gerade diesen Zwecken entgegen arbeiten! Denn wie spielend, wie geschmacklos, wie nonsenfikalisch sind doch diese Liederverse, die man in einem Dorfe, je nachdem es groß oder klein ist, 20 bis 40, 50 mahl, herleyern läßt; und welche kleinlichte, kindische Ideen sind es, die besonders für den am Sinnlichen so sehr klebenden Landmann erweckt werden müssen, durch das Kindelein, so zart und fein; – das neu gebohrne Kindelein, das Herze liebe Jesulein!

 Sollte nicht wenigstens schon um dieser kindischen, erbarmungswürdigen, sinnlosen Verse willen, mit Recht die ganze Farce unterbleiben?| Und versündigt sich die Policey nicht wenigstens am guten Geschmack, wenn sie diese schädlichen, hirnlosen Spiele länger duldet?
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 Zu den besondern Arten der Betteley rechne ich drittens die Pathengeschenke am neuen Jahr.

 Es ist gewöhnlich, ja mehr als gewöhnlich, es ist eingeführt und vester Gebrauch, daß Kinder ihrem Taufpathen das neue Jahr wünschen, und abermahl persönlich wieder vor den Thüren betteln; dieß erstreckt sich bis auf einjährige Kinder, die freylich weder wünschen noch anklopfen können, dafür aber von einem Bedienten oder Magd oder älterm Geschwister, oder irgend einem andern dienstfertigen Gnom, auf dem Arm in das Haus des Wohlthäters getragen werden. Ja, es erstreckt sich auch auf Entfernte, denen das Pathengeschenk am Neujahr (vulgo, das Neujahr überhaupt) zugeschickt wird und werden muß.

 Dieß Neujahrgeschenk bestehet nicht nur in Zuckerwerk, sondern auch Kleidungsstücken, ja oft auch in baarem Gelde. Eine Beylage von Zuckerwerk muß aber immer dabey seyn. Dieß dauert fort, bis zur Confirmation des| Kindes; also bis ins 14 Jahr. Was nur ein bißchen von Stand oder Vermögen ist, pflegt auch bey dieser Gelegenheit seinen Pathen gemeiniglich, vom 1 bis ins 3te Jahr gerechnet, mit einem silbernen Eßlöffel zu beschenken, die Anzahl dieser Pathen mag auch so groß seyn, als sie immer will. Geht das Kind das erstemahl zum Abendmahl, so bekommt es gemeiniglich ein kostbar eingebundenes Beichtbuch.

Doch dieß ist nicht der einzige Contributionstermin im ganzen Jahr. Auch am Osterfeste wird vor der Thür angeklopft. Nur daß hier die Geschenke weit mäßiger sind. Die Betteley in diesem Zeitpunct nennt man „Ostereyer holen.“

 Dieser Gebrauch erscheint besonders aus zwey Gesichtspuncten sehr verwerflich.

 Einmahl ist er es in Absicht der Gesundheit des Kinds selbst. Da die Neujahrsgeschenke immer mit Zuckerwerk begleitet sind, ja, bey dem gemeinen unvermöglichern Mann, oft einzig aus Zuckerwaaren bestehen, und oft aus einer äusserst schädlichen Art von Zucker, die in einem policirten Lande schlechterdings nicht geduldet werden sollte; nämlich, dem eigentlich so genannten Marzipan, einem unverlohrnen| aus Wasser und Mehl bestehenden halb ausgebacknen Taig, der viel Ähnlichkeit mit den Judenkuchen hat: wie schädlich müssen sie da für die Gesundheit des Kindes seyn! Viele Kinder verlieren auch um diese Zeit ganz ihre Farbe, schleichen wie Gespenster herum und kränkeln.

 Daß dadurch das Kind zugleich ans Naschen gewöhnt werden könne, davon will ich nicht einmahl etwas sagen.

 Aber höchst verwerflich ist auch dieser Gebrauch in Absicht der so unnöthigen, oft drückenden Geldausgabe selbst, zumahl da bey uns (ich rede hier besonders vom Hohenlohischen) dem Vater noch nicht durch ein bestimmtes Gesetz untersagt ist, immer vor der nämlichen Thür anzuklopfen, das heißt, auch bey seinem zwölften Kinde, die nämlichen Gevattern zu wählen, die er bey seinen eilf Kindern hatte.

 Rechne ich die Zahl der Pathen auf ein Haus nur auf 24, (und ich halte dieß für einen mäßigen Durchschnitt;) und den Wehrt des Geschenks für einen Pathen nur auf einen Gulden; (abermahls ein ganz mäßiger Ansatz;) so kommt, das Ostergeschenk noch abgezogen, die Summe von 24 fl. heraus. Wahrlich eine ungerechte drückende Abgabe!| Ungerecht; – denn sie ist ganz und gar unnöthig und bloß Opfer der Frivolität. Drückend; – denn sie stehet fast nie mit dem Vermögen des Gebers im Verhältniß, weil er, wenn er viel Taufpathen hat, (und er hat oft bis zu 50, 60,) doch immer zu viel geben müßte, wenn er auch nur so wenig, wie beynahe nichts gäbe; und weil besonders auch dieß Neujahr in einen Zeitpunct fällt, wo fast jedes vor der Thür anzuklopfen pflegt.

 Rechnet man noch dazu das Eingebinde bey der Taufe, das vom gemeinen Mann bis zum fürstlichen Rath, oder Großthuer hinauf, von 18 Batzen (1 fl. 12 kr.) bis zu einer Caroline steigen kann, und das Kindbettgeschenk, und das Geschenk, wenn der Pathe auf Schulen oder Universitäten, oder auf Reisen geht, oder sich verheyrathet; oder den oft kostbaren Cranz, wenn er ledig stirbt: so wird die Last des Gevatterstehns noch drückender, und der Patriot wünscht um so sehnlicher, daß diesem Unwesen gesteuert werden möchte.



  1. *) Warum man es Anklöpflis-Nacht nennt? weiß ich nicht, da doch die Betteley den ganzen Tag hindurch dauert und mit der Nacht aufhört.
  2. a) Das Brod liegt in der Kammer.
  3. b) Darneben.
  4. c) mir etwas geben.
  5. d) Nacht.
  6. e) Die Gais (Ziege)
  7. f) Gejagt.
  8. g) Oben hinaus.
  9. h) Laden, (Fenster-Laden)