RE:Philippos 35

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XIX,2 (1938), Sp. 2338–2339
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35) Dichter der mittleren Komödie, Sohn des Aristophanes nach Schol. Plat. apol. 19 C, Suid. s. Ἀριστοφάνης, Vit. Aristoph. XI und XII Dübn. In der Liste der Lenaeensieger IG II³ 2325 steht er wahrscheinlich Z. 140[1] zwei Stellen vor Anaxandrides (s. o. Bd. I S. 2078), vier vor Eubulos (s. o. Bd. VI S. 877). Die Zahl seiner Siege ergänzt Wilhelm (Urk. dram. Auf f. 123) zweifelnd zu ■?■]||, es wird aber doch wohl eher ein leerer Raum nach dem Namen anzunehmen sein, denn sieben Lenaeensiege sind für einen so unbeachteten Dichter kaum glaublich. Wilhelm (114) zog die Bemerkung des Schol. Plat.Φίλιππον τὸν τοῖς Εὐβούλου δράμισιν ἀγωνισάμενον heran und meinte, die vielen Siege gingen auf Stücke des Eubulos, für die P. als διδάσκαλος eingetreten sei, aber wir wissen jetzt (s. o. Bd. XI S. 1232), daß die Siegerlisten niemals den Einstudierer, sondern stets den Dichter selbst berücksichtigen. Nähere Beziehungen des P. zu Eubulos zeigt auch die Bemerkung des Athen. XIII 568f. ἐν Ναννίῳ, ⟨εἰ⟩ Εὐβούλου τὸ [2339] δρᾶμα καὶ μὴ Φιλίππου, wo Φιλίππου statt des überlieferten Φιλιππίδου eine sichere Verbesserung Meinekes (Men. et Philem. rell. XI) ist. Arist. de anim. I 3 (406 b 17) sagt von einer Seelentheorie des Demokrit παραπλησίως λέγων Φιλίππῳ τῷ κωμῳδοδιδισκάλω. φησὶ γὰρ τὸν Δαίδαλον κινουμένην ποιῆσαι τὴν ξυλίνην Ἀφροδίτην, ἐγχέαντ’ ἄργυρον χυτόν. Meineke und Kock haben, sichtlich in dem Glauben, daß die ausgeschriebenen Worte nicht von Aristoteles, sondern von Themistios stammen, den Δαίδαλος kurzerhand für Eubulos in Anspruch genommen, dessen Δαίδαλος zweimal zitiert wird (frg. 21, 23 K.). Das scheint mir methodisch verkehrt, für Aristoteles, den einzigen zeitgenössischen Zeugen, gab es jedenfalls einen Δαίδαλος von P. Ein weiteres Stück nennt Suidas, der P. nur aus Athenaios kennt (s. Theodor Wagner Symbol. ad com. Gr. hist. 46), und von ihm sagt Φ. κωμικός. τῶν δραμάτων αὐτοῦ ἐστι Κωδωνιασταί, ὡς Ἀθήναιος ἐν Δειπνοσοφισταῖς. Da bei Athenaios in seiner heutigen Gestalt ein solches Zitat nicht vorkommt, hat Casaubonus unter Hinweis auf Athen. VIII 358f. den offenbar verderbten Titel in Κωρωνιασταί geändert, eine Vermutung, die Meineke (Hist. crit. 340f.) energisch abgelehnt, neuerdings Wagner a. Ο. wieder verteidigt hat. Die von Stob. ecl. IV 49, 1 H. aus der Ὀλυνθία Φιλίππου zitierten Verse gibt Meineke, dem Kock wiederum folgt, dem Philippides (frg. 15 K.), ohne zureichenden Grund, wie Hense (Stob. tom. V 1017) mit Recht sagt. Wir kennen also von P. die zum Teil zweifelhaften Titel Δαίδαλος, Κωρωνιασταί (?), Νάννιον (?), Ὀλυνθία und haben außer den fünf bei Stobaios zitierten Versen nur noch die Glosse ἀποσιμῶσαι (Suid. s. v.) von ihm.

Meineke Hist. crit. 340. Kock FCA II 215.

  1. Es scheint von den Herausgebern bisher nicht beachtet zu sein, daß die Ergänzung Φιλί[σκος ebenso möglich ist, s. u. Philiskos.