Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 18421843
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Duplarii (CIL VIII 2564. CIRh. 314 1081; duplares Veget. II 7; duplicarii Varro de l. l. V 90 Liv. II 59, 11. Hygin. de mun. castr. 16 CIL III 2016. CIRh. 1342; dupliciarii CIL VIII 2799 Ephem. epigr. IV 921. CIRh. 475; griech. διμοιρῖται Arrian. tact. 42, 1 oder διπλοκάριοι BGU II 591, 2), hiessen bei den Römern 1) Soldaten, die zur Belohnung ihrer Tapferkeit oder sonstiger Verdienste doppelte Ration (Varro a. a. O. Liv. VII 37, 2. XXIV 47, 1). Veget. a. a. O.), beziehentlich doppelten Sold (Liv. XXIII [1843] 20, 2. Caes. bell. civ. III 53, 5) empfingen. Nicht beweiskräftig für letztere Thatsache ist die von Grotefend in Ersch und Gruber XXVIII 325 und von Becker in Paulys Realencycl. Bd. II S. 1281 angeführte Inschrift Orelli 3535, da dieselbe gefälscht ist, vgl. CIL VI 2890*. Nach Veget. II 7 wurden duplae annonae bisweilen auch mit den Torques (s. unter Dona militaria verliehen, eine Nachricht, die CIL III 3844 bestätigt, während die von Marquardt St.-V. II² 574 angeführte Inschrift CIL II 115 als gefälscht (vgl. Hübner CIL II p. 805. Mommsen Eph. ep. IV p. 238, 2) nicht in Betracht kommt. D. gab es bei den verschiedensten Truppenteilen des Landheeres (z. B. bei den Legionen, vgl. CIL III 3458. 4030. VIII 2564. CIRh. 1081. 1342, bei der Reiterei, vgl. BGU II 591, 2), wie der Flotte (vgl. Ferrero L’ordinamento delle armate Romane 56; eine Zusammenstellung sämtlicher bekannten Flotten-D. giebt Ferrero in den Nuove iscrizioni ed osservazioni intorno all’ ordinamento delle armate dell’ imp. Rom., Torino 1899, 119). Bei den einzelnen Contingenten scheinen die D. eine Sonderstellung eingenommen zu haben. Wenigstens werden inschriftlich wiederholt Stiftungen, welche die D. eines Truppenteils gemacht haben, erwähnt, vgl. CIL VII 1037. VIII 2564.

Ausserdem war duplicarius 2) die Bezeichnung für den in den einzelnen Turmen dem Decurio unterstellten zweiten Reiterbefehlshaber; vgl. Hygin. de mun. castr. 16. Arrian. tact. 42, 1. Lange Hist. mut. rei mil. Rom. 58. Marquardt St.-V. II² 400, 6. Auf Inschriften begegnen diese d. alares ziemlich häufig, vgl. CIL III 811. 3252. 6627. VIII 2354. Nach Hygin (a. a. O.) hatten sie Anspruch auf zwei Dienstpferde. Über die augustales d. s. o. Bd. II S. 2357; über die candidati d. s. o. B. III S. 1467.

Litteratur: Le Beau Mémoires de l’acad. des inscr. et bell. lett. XXXVII 206ff. Grotefend in Ersch und Gruber XXVIII 325. Becker in Paulys Realenc. II 1281. Marquardt St.-V. II² 400. 6. 515. 544. 574. G. Bloch in Daremberg-Saglio Dict. II 415.