Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sterber, Johann
Band: 38 (1879), ab Seite: 233. (Quelle)
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Sterio, Karl (Maler, geb. zu Saska im Banate im Jahre 1822). Sein Vater war bei einem Steinkohlenbergwerke als Director bedienstet. Der Sohn, der Talent für die Kunst zeigte, wurde in die k. k. Akademie der bildenden Künste nach Wien geschickt, welche er im November 1838 bezog. Bald machte sich der Künstler, der rasch und mit vielem Geschicke malte, als Genre- und Bildnißmaler bekannt. Am bekanntesten wurde er durch die farbigen Illustrationen, womit er verschiedene von ungarischen Magnaten herausgegebene Prachtwerke schmückte, so des Freiherrn Gabriel von Prónay „Skizzen aus dem Volksleben in Ungarn“, welche im Jahre 1855 bei Geibel in [234] Pesth (in kl. Quer-Fol.) erschienen und wozu er in Gemeinschaft mit Bárabás und Weber die Illustrationen lieferte, welche dann in dem lithographischen Institute von Arnz und Comp. in Düsseldorf in geschmackvoller Weise ausgeführt wurden; mit seinem Namen sind darin die Blätter „Der Wassermann“, „Der Rindviehhirt“, „Der Büffelhirt“, „Der Schweinehirt“, „Der Gänsetreiber“ und „Die Haide“ bezeichnet; – dann des Grafen Emanuel von Andrássy[WS 1] „Reise in Ostindien“, welche gleichfalls bei Geibel in Pesth im Jahre 1859 erschien, und an dessen künstlerischer Ausschmückung zugleich mit Sterio der Münchener Maler Adam theilnahm, und schließlich das von dem Grafen Andrássy und Freiherrn Friedrich von Podmaniczky in Groß-Folio herausgegebene „Jagd-Album“, worin die Blätter „Der Lachsfang“, „Der Fuchsfang“, „Der Tanz“, „Die Pferdetränke“ und der „Auszug zur Jagd“ von Sterio ausgeführt sind. Zu verschiedenen Malen hat der Künstler auch die Ausstellungen in Pesth und Wien beschickt, und zwar im Jahre 1855 sah man in Pesth von seinem Pinsel: „Béresküche in der Unter-Péler Puszta im Tolnaer Comitate“, und in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins im September 1859: „Einzug Ihrer k. k. Majestäten in die ungarischen Hauptstadt“, Eigenthum Seiner kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs Albrecht; – im September 1866: „Zigeunerhütten“, eine Aquarellskizze, und im October 1870: einen „Studienkopf“. Ueberhaupt sind auf Ausstellungen des Künstlers Arbeiten im Ganzen nicht häufig zu sehen, weil er meist auf Bestellung malt und seine Bilder sofort in festen Besitz übergehen. So war er denn z. B. nicht einmal in der Abtheilung „Kunst“ der Wiener Weltausstellung 1873 vertreten. Manchmal gelangt eines und das andere seiner Bilder auf einer Kunstauction zum Verkaufe, wie dieß im Jahre 1869 bei Auctionen der Fall war, welche der Wiener Kunsthändler Alex. Posonyi veranstaltete und auf denen mehrere Aquarellstudien des Künstlers, so z. B. „Reitpferd vom Knechte geführt“ ; – „Ein Reiter. Also Pél 1855“ und „Gentlemen Riders“ unter den Hammer kamen, und gute Preise erzielten. Von anderen Arbeiten des Künstlers sind mir zu Gesichte gekommen: „Das Bildniss des Grafen Mano Andrássy zu Pferde“, – „Die Hasenjagd“ und „Die Wolfsjagd“, diese drei im Oeldruck von Storch und Kramer in Berlin sehr sauber ausgeführt. Sie scheinen in das oben erwähnte „Jagd-Album“ zu gehören, das ich nicht durch Augenschein kenne; ferner ein Bild mit der Unterschrift: „A Jövendőmondás“, d. i. Die Wahrsagerin, das in Lithographie bei Engel und Mandello in Pesth herauskam. Auch als Zeichner für illustrirte Blätter scheint Sterio thätig zu sein, jedoch ist mir nach dieser Seite seiner künstlerischen Thätigkeit nur „Die Eröffnung des ungarischen Landtages in Ofen am 6. April 1861“ bekannt, welche die Leipziger „Illustrirte Zeitung“ Nr. 931 vom 4. Mai 1861 enthielt, ein figurenreiches, doch sonst unbedeutendes Blatt. Sterio’s eigentliche Stärke sind Pferde und Jagdbilder, worin er Treffliches leistet, wenngleich er nicht frei von Manier ist; auch in Darstellung von Volkstypen ist er sehr glücklich, und seine Blätter in den von Freiherrn von Pronay herausgegebenen „Skizzen aus dem Volksleben in Ungarn“ sind charakteristisch und sorgfältig ausgeführt. Als Bildnißmaler zeigt er in seinem Reiterbilde des Grafen [235] Emanuel Andrássy sein eigenartiges Gepräge.

Az ország tükre, d. i. Der Reichsspiegel (Pesther illustr. Blatt, kl. Fol.) 1864, Nr. 24, S. 278. – Kertbeny, Ungarns Männer der Zeit. Biographien und Charakteristiken hervorragender Persönlichkeiten (Prag 1862, Steinhaußen, 12°.) S. 131. – Pesth-Ofener Zeitung 1861, Nr. 5, im Feuilleton: „Die Pesther Kunstausstellung“.
Porträte. Lithographirt von J. Marastoni und im „Az ország tükre“ 1864, Nr. 24 abgedruckt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Emerich von Andrássy.