BLKÖ:Albrechtsberger, Johann Georg

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Albertolli, Giocondo
Band: 1 (1856), ab Seite: 12. (Quelle)
Johann Georg Albrechtsberger bei Wikisource
Johann Georg Albrechtsberger in der Wikipedia
Johann Georg Albrechtsberger in Wikidata
GND-Eintrag: 118501704, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Albrechtsberger, Joh. Georg|1|12|}}

Albrechtsberger, Joh. Georg (Tonsetzer und Musikschriftsteller, geb. zu Klosterneuburg 3. Febr. 1736, gest. zu Wien 7. März 1809; nach Gräffer geb. 1729, gest. 7. Mai 1809). Seine ersten Studien genoß A. im Stifte der regulirten Chorherrn seiner Vaterstadt, wo er als Discantist aufgenommen wurde. Der dortige Stadtpfarrer Leopold Pittner ertheilte ihm den ersten Unterricht im Generalbasse, später war im Accompagnement und in der Composition der Hoforganist Mann sein Lehrer. Alsdann besuchte er das Gymnasium zu Mölk, wo er nach beendigten Studien Organist wurde und 12 Jahre diesen Posten bekleidete. Indem er in gleicher Eigenschaft nach Raab, später nach Maria Taferl kam, ward er alsbald Regenschori bei den Karmeliten in Wien und 1772 k. k. Hoforganist, 1792 Kapellmeister am Dom zu St. Stephan in Wien. Mit seiner Uebersiedlung nach Wien beginnt sein eigentlicher Wirkungskreis als Tonsetzer und Musikschriftsteller. Im J. 1789 erschien von ihm bei Breitkopf in Leipzig das heut noch anerkannte Werk: „Anleitung die Composition für sich allein zu erlernen.“ Derselben folgten seine „Generalbass-Schule;“ – „Kurze Regeln des reinen Satzes“ u. A. Seine Compositionen, im Ganzen 244, darunter 26 Messen, 43 Graduale, 34 Offertorien, wovon jedoch nur 27 im Druck erschienen, tragen das Gepräge der Einfachheit und Erhabenheit. Haydn hielt A. für den besten Lehrer der Composition in Wien und A’s. Schüler waren: Beethoven, Gänsbauer, Leidesdorf, Weigl und Ign. v. Seifried. Von seinen vorzüglichsten Compositionen, welche zum großen Theile E. L. Gerber’s: Hist. biograph. Lexicon der Tonkünstler (Leipzig 1790) I. Theil S. 27 aufzählt, sind zu nennen: „Ein deutsches Oratorium für 4 Singstimmen.“ – „VI fugirte Violinquartetten Op. 1.“ – „XII Orgelfugen Op. 4.“ – „IV Präludia sammt Cadenzen Op. 9.“ – „VI fugirte Terzetts für 2 Violinen und Bass Op. 12.“ – „VI Galanterie-Quartetten für 2 Viol. Br. u. Bass Op. 14.“ Seine musikalischen Schriften hat Ignaz Ritter von Seyfried in 3 Bdn. zu Wien bei Tob. Haslinger unter dem Titel: „A’s. sämmtliche Schriften über Generalbasslehre, Harmonielehre und Tonsetzkunst zum Selbstunterrichte, systematisch geordnet etc.“ (letzte Ausgabe 1830) herausgegeben.

Ritter v. Seyfried. Nekrolog Albrechtsbergers. – Oestr. National-Encyklopädie 1. Bd. – Bermann (M.), Oestr. biograph. Lexikon 1. Heft. – Gerber (E. L.), Hist. biogr. Lexikon der Tonkünstler I. Th. S. 27.