ADB:Roriczer, Matthäus

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Artikel „Roritzer, Mathes“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 15–16, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Roriczer,_Matth%C3%A4us&oldid=- (Version vom 8. August 2020, 15:46 Uhr UTC)
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Noritzer:[1] Mathes N., der erste urkundlich beglaubigte Buchdrucker von Regensburg. In den Jahren 1486–1492 war die Stadt dem Herzog Albrecht IV. von Baiern unterworfen und in dieser Zeit erhob sie sich in Kunst und Wissenschaft zu bedeutender Blüthe, indem mehr als 700 Fremde, worunter vier Buchführer Johannes von Straßburg, Johannes Meichsner von Meißen, 1486, Johannes Benkenhaupt (Beckenhaub) von Mainz und Friedrich Pfister von Bischofsheim, 1487, dazu drei Buchbinder sich um das Bürgerrecht bewarben und dasselbe erhielten. Um diese Zeit wurde nun auch von N. die erste Druckerei in der Stadt errichtet. Derselbe war ein Sohn des dortigen Dombaumeisters Konrad N. und hatte vermuthlich bei Pfister oder Sensenschmidt die Kunst erlernt. Die früheste Spur seiner Thätgkeit als Drucker ist die Staatsschrift, welche „Regensburg Samstag nach St. Gilgentag 1486“ der Magistrat ausgehen ließ, um seine Unterwerfung unter Herzog Albrecht zu rechtfertigen. Auch die zwei weiteren Drucke, welche wir aus seiner Presse kennen, beziehen sich auf diese Angelegenheit: ein „Spruch wider Herzog Albrecht und etlich seiner Städt, wie er Regensburg einnahm“ 1486 und ein Spottgedicht auf Herzog Albrecht von 1492. Mit letzterem Jahre verschwindet Noritzer’s Name wieder aus der Buchdruckergeschichte. Betreffs seiner Familie bleibt nur noch zu erwähnen übrig, daß um das Jahr 1500 ein Wolfgang N., wiederum ein Dombaumeister, vorkommt, der vermuthlich ein Sohn oder Bruder unseres N. war.

[16] Vgl. J. A. Pangkofer und J. R. Schuegraf, Geschichte der Buchdruckerkunst in Regensburg, Regensb. 1840, S. 23–24. 45.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 15. Z. 21 v. u. l.: Roritzer (st. Noritzer). (Erst jetzt entdeckt sich dieser leidige Irrthum.) [Bd. 28, S. 808]