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Artikel „Miller, Johann Peter“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 748–749, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Miller,_Johann_Peter_(P%C3%A4dagoge)&oldid=- (Version vom 15. Dezember 2019, 23:53 Uhr UTC)
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Miller: Johann Peter M., Philolog und Schulmann, war nach seiner eigenen Angabe am 22. October 1705 zu Scharenstetten, einem in der Nähe von Ulm gelegenen Dorfe geboren. Den Grund zu seiner classischen Bildung legte er auf dem Gymnasium zu Ulm, das er schon im J. 1721 verließ, um seine Studien in Tübingen fortzusetzen. Im J. 1724 wandte sich M. nach Jena, wo damals Männer wie Buddeus (Joh. Franz) und Walch lehrten. Hier gelang es ihm durch seine wissenschaftliche Tüchtigkeit die Aufmerksamkeit seiner Professoren auf sich zu lenken, welche ihm den Rath ertheilten, die akademische Laufbahn einzuschlagen. Die Ausführung dieses Planes vereitelte ein Befehl des Vaters, die Universität zu Jena mit der zu Leipzig zu vertauschen. M. mußte demselben wohl oder übel Folge leisten und wandte sich also im J. 1729 nach Leipzig. Hier wurde er bald Privatlehrer im Hause des Herrn C. O. Rechenberg und fand gleichzeitig Beschäftigung an dem Allgemein historischen Lexicon, zu dessen drittem und vierten Theil er Zusätze und Verbesserungen lieferte (Leipzig 1731. Fol.). Der angestrengten Arbeit waren jedoch die Kräfte Miller’s nicht gewachsen. Er verfiel in eine schwere Krankheit, welche ihn sieben Wochen lang arbeitsunfähig machte. Um so freudiger begrüßte der Genesene das Anerbieten des Freiherrn Thomas von Fritsch in Dresden (vgl. Bd. VIII S. 110 ff.), bei ihm als Bibliothekar einzutreten. Die neue Stellung nöthigte M. nach Dresden überzusiedeln, doch blieb er fortwährend in Berührung mit dem akademischen Leben und erhielt im J. 1737 die Würde eines Assessors der philosophischen Facultät zu Leipzig. Die reichen Schätze der von Fritschischen Bibliothek ermöglichten es auch, daß M. eine Fortsetzung des allgemeinen historischen[WS 1] Lexicons ausarbeiten konnte, die in zwei Foliobänden in Leipzig im J. 1740 erschien. In demselben Jahre kehrte M. nach Ulm zurück, wo er am dortigen Gymnasium zuerst die Stelle eines Subrectors und Professors der griechischen Sprache, dann 1743 die eines Prorectors und schließlich 1752 die des Rectors erhielt. Nebenbei bekleidete er auch das Amt eines städtischen Bibliothekars. – M. war ein überaus gelehrter Mann, der fast für alle wissenschaftlichen Disciplinen seiner Zeit reges Interesse zeigte. Dementsprechend ist die Zahl seiner Schriften ungemein groß. Am vollständigsten verzeichnet sie Meusel im Lexicon Bd. IX S. 173–177. Von bleibendem Werthe sind darunter wol nur seine Ausgaben der wichtigsten lateinischen Classiker, welche von 1745–1772, wie es heißt, auf Wunsch Friedrichs des Großen in der Buchhandlung von A. Haude und J. C. Spener in Berlin erschienen. Sie empfehlen sich durch geschmackvolle Ausstattung und enthalten unter der Bezeichnung: „Chrestomathia“ sorgfältig gearbeitete Indices, die heute noch brauchbar sind. In einigen dieser Ausgaben, z. B. in der von Cäsars Commentaren (Berolini 1748, 8°) ist die französische Uebersetzung direct dem lateinischen Texte gegenübergestellt. (Vgl. Schweiger, Handbuch der classischen Bibliographie II, 2. S. 1269.) – Als Lehrer vernachlässigte M. neben den classischen Sprachen auch die Realien nicht; vielmehr führte er, wie uns berichtet wird, seit 1772 den Unterricht in der Geographie und in den Naturwissenschaften an dem Gymnasium zu Ulm ein. Seine pädagogischen Ansichten faßte er in seinem „Handbuch zu gemeinnützlicher Bildung und Unterweisung der Jugend in öffentlichen Schulen“ (1773) zusammen. M. starb am 17. November 1781.

M. hat sein Leben bis zu seiner Rückkehr nach Ulm selbst beschrieben in den „Acta scholastica“ Bd. 3. Leipzig und Eisenach 1743. 8°. S. 76–81. [749] Weitere Angaben findet man bei Albrecht Weyermann, Nachrichten von Gelehrten … aus Ulm. Ulm 1798. 8°. S. 399–404.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: histolischen