Zigeunerglück

Textdaten
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Autor: Alberta von Putkamer
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Titel: Zigeunerglück
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 227–228
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
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Originalsubtitel:
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Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
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Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
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[227]

Zigeunerglück.

Es glüht die Welt so mondlichtloh,
Und meine Geige jubelt froh,
Mein Herz brennt so.

Sie ruft und bittet durch die Nacht,

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Da sind zwei Schwarzaugen aufgewacht,

Ein Mündlein lacht.

Es fliegt ein süsser Duft vom Rain.
Mich ladet die Au im Sternblumenschein
Zum Lager ein …

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Und schlaf’ ich hinter dem Heckenzaun,

Da huscht zu mir das Dirnlein braun
Im Nächtegrau’n.

[228]

Ich winde dem Dunkelgelock den Kranz;
Die Blättlein sind von Sternenglanz

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Versilbert ganz.


Ich habe Rosen zu Ketten gereiht,
Die leg’ ich reich um Nacken und Kleid
Der armen Maid.

Da sagt sie leis’: »Mein Wildgesell,

20
Die Nacht ist warm, die Nacht ist hell,

Mein Blut geht schnell.«

Und schauernd sinkt sie an mich hin –
Da fliegt mir ein altes Lied durch den Sinn:
Dass ich König bin!

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Mein Tag ist arm, die Nächte reich –

Zwei Arme sind mein Himmelreich,
So heimlich weich.

Was thut’s, dass ich Tages betteln muss,
Wenn solches Kosen, solcher Kuss

30
Der Nächte Schluss?!


Sie schaut mich mit goldnen Augen an –
Da ist’s um allen bösen Wahn
Und Leid gethan.

Es wachen die Sterne am Wolkensaum,

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Und leise sinkt von Hecke und Baum

Ein Blütenflaum …

Nun ruhe, von Knospen und Mondschein bedeckt,
Bis der Tag mit frühem Wind dich neckt
Und mein Kuss dich weckt …


Alberta von Putkamer.