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Nie fand ich Schutz und Gunst bei Mächt’gen,

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Sah kaum von fern die grosse Welt,

Oft musst’ bei Mutter Grün ich nächt’gen –
Zur Miete fehlte mir das Geld.
So that ich frech die Welt durchstreifen
Und fasste ihren tiefsten Sinn –

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Nur kann und kann ich’s nicht begreifen,

Dass ich trotzdem kein Dichter bin.


Conrad Alberti.




Wiener Früchtel.

Nur der freut sich des Lebens recht,
Der lebt von heut’ auf morgen,
Ist niemands Herr und niemands Knecht
Und hat für nichts zu sorgen!

5
Ich nenne nichts auf Erden mein

Und schleppe keine Bürde –
Der grösste Lump von Wien zu sein,
Ist alle meine Würde.

Ich brauche weder Bett noch Schrank,

10
Kein Nest und keine Nische,

Ich wohne auf der Wirtshausbank
Und schlafe unter’m Tische.


Albrecht Graf Wickenburg.




Zigeunerglück.

Es glüht die Welt so mondlichtloh,
Und meine Geige jubelt froh,
Mein Herz brennt so.

Sie ruft und bittet durch die Nacht,

5
Da sind zwei Schwarzaugen aufgewacht,

Ein Mündlein lacht.

Es fliegt ein süsser Duft vom Rain.
Mich ladet die Au im Sternblumenschein
Zum Lager ein …

10
Und schlaf’ ich hinter dem Heckenzaun,

Da huscht zu mir das Dirnlein braun
Im Nächtegrau’n.

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 227. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/233&oldid=3303905 (Version vom 31.7.2018)