Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Station an der Straße von Tarsos nach den Kilikischen Pforten
Band XVI,1 (1933) S. 250
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Mopsukrene, Station an der Straße von Tarsos nach den Kilikischen Pforten. Der Name hat ähnliche, aber, weil der Ort viel weniger bekannt war, nicht so zahlreiche Entstellungen erfahren, wie der von Mopsuestia. Er hat Plural- oder Singularform und besteht ans einem oder aus zwei Worten: MOPSUCREN, CIL VI nr. 5076 (Rest eines Itinerars); Μό(μ)ψου κρήνη Ptolem. V 6, 22 (zu Kataonien gerechnet); Mopsucrene (mobscrenas) Ammian. Marc. XXI 15, 2; Μόψου κρῆνοι Philostorg. VI 5. Socrat. hist. eccl. II 47, 4. Sozom. V 1. Cedren. I 531, 8 Bonn; Mopsocrene Aurel. Vict. epit. 42, 17; Mopsicren(a)e, Mobsicrenae Euseb. II 53 Sch. = VII 1, 60, 20. VII 2, 153 Helm (Gr. chr. Schr. 24. 34. Bd.). Μόψου κρήνη. Zonar. XIII 11, 11 B.-W. Stark verändert ist der Name bei Theophan. chron. S. 46. 226 Bidez, mit den Parallelstellen: εἰς Μόμψου κρίνας, ἐν Μαμψουκρήναις (ἐμαμψουκρίναις, ἐνμομψουκρίναις, ἐμμουψουκρία). Völlig entstellt ist Namsucrone, Nampirorone, Itin. Ant. 145, 5, Mansucrinae, Itin. Hieros. 579, 2. Zur Namensform vgl. W. Schulze Kuhns Ztschr. XXXIII 372.

Bei Euseb. II 53 Sch. = I 60, 19f. Helm (Gr. chr. Schr. VII 1) heißt es in dem Jahr vor der Einnahme Troias Mopsus regnavit in Cilicia, a quo Mopsicrenae et Mopsistiae. Ob daraus auf griechische Kolonisation geschlossen werden muß, darüber s. Art. Tarsos und Mopsuestia. Nach dieser Angabe über M. in mythischer Zeit findet sich die nächste und vielleicht älteste Erwähnung des Ortes erst in der Inschrift CIL VI nr. 5076 (s. o.); leider läßt sich deren Alter nicht sicher bestimmen, s. o. Bd. IX S. 2361, 64f. Später wird M. außer bei Ptolemaios und den Itinerarien nur noch erwähnt als Sterbeort von Constantius im J. 361, s. o. Bd. IV S. 1094, 28f.

Die Lage von M. ist noch nicht bestimmt. Die Entfernungsangaben der Itinerarien (Podando–27 Milien–Nampsucrone und opodanda–14 Milien–Pilas–12 Milien–Mansio Mansucrinae) würden ungefähr in die Gegend zwischen Mazar Oluk und Muzar führen. Bei Mazar Oluk hat Langlois Voyage dans la Cilicie 367 die Ruinen einer alten Kirche sowie eine große Menge von Ziegelstein- und Topfscherben gefunden. Dann gibt es nach Ramsay Geogr. Journ. London XXII (1903) 377 in Mazar Oluk Khan eine gute Quelle, andrerseits erwähnt Cousin Kyros le Jeune en Asie mineure 270 ein großes Wasserbassin aus alter Zeit in Ghiaourdja. Leider ist diese Stelle auf seiner Karte nicht angegeben, sie fehlt auch bei Kiepert Karte von Kleinasien 1:400 000, Bl. D IV. Nach den Angaben von Cousin muß er aber ungefähr 2 km südöstlich von Muzar gesucht werden. Dem Namen nach ist zu erwarten, daß sich bei M. eine Quelle befindet; die oben genannten Entfernungen führen aber gerade in die Mitte zwischen die beiden, die bisher dort bekannt geworden sind. Auch die Angabe im Itin. Hieros. 579, 3, daß M. 12 Milien von Tarsos entfernt ist, nach der es [251] offenbar bei Kiepert angesetzt ist, führt nicht weiter. Denn die Entfernung ist ungefähr 5 Milien zu klein, und bei der fast genauen Übereinstimmung der Itinerarien in bezug auf die Strecke Podandus–M. muß man annehmen, daß die Zahl 12 falsch ist; sie ist wohl in 17 zu ändern. Nach alledem kann die Lage von M. noch nicht genau bestimmt werden.