Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Burgunderfürst um 500 n. Chr., Sohn des Gundiok
Band VII,2 (1912) S. 15511552
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Godegisclus (Godegisel), jüngerer Sohn des Burgunderkönigs Gundiok. Seit dem Tode des Vaters (nach 473), als die überlebenden drei oder vier Söhne das Reich teilten, hatte er vermutlich seinen Wohnsitz in Genf, wo ihn die Gesandtschaft des hl. Epiphanius von Pavia im J. 494 aufsuchte (Ennod. LXXX 174). Neben dem älteren Bruder Gundobad hat er stets eine unbedeutende Rolle gespielt. Schließlich suchte er – es bleibt zweifelhaft, aus welchen Gründen (s. den Artikel Gundobad) – gegen diesen Anschluß bei Chlodwig und schlug an dessen Seite im J. 500 bei Dijon den Bruder aufs Haupt. Während der Geschlagene nach Avignon flüchtete, schlug G. in Vienne seinen Wohnsitz auf. Aber kaum war [1552] Chlodwig abgezogen, als sich Gundobad von neuem erhob, seine alte Hauptstadt Vienne belagerte und eroberte und den verräterischen Bruder samt seinem Anhang töten ließ (Mar. Avent. Chron. min. II 234 Mommsen. Gregor v. Tours II 32. 33).