Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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thatkräftiger Fürst der Sikeler in Sicilien gegen Syrakus, † 440 v. Chr.
Band V,2 (1905) S. 17821783
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Duketios, Fürst der Sikeler, eine der wenigen Personen, die aus dem Kreise der Eingeborenen Siciliens ans Licht der Geschichte getreten sind. Er war ein thatkräftiger, unternehmender Mann, [1783] übrigens ganz hellenisiert, und hat eine nicht geringe Rolle gespielt. Seine Heimat war die Stadt Menai oder Noai, die, wie man annimmt, an der Stätte des heutigen Mineo im Binnenlande westlich von Syrakus lag (Diodor. XI 88, 6). Der allgemeine Umsturz nach dem Ende der hieronischen Tyrannis, an dem auch die Sikeler sich beteiligten, scheint seiner Stadt und ihm die Freiheit verschafft zu haben. Zuerst wird er 461/0 v. Chr. genannt, wo er gemeinsam mit Syrakus die hieronischen Colonisten aus Aitne (Katane) vertrieb und die alten Katanaeer zurückkehren liess, wobei er ein den Sikelern früher entrissenes Stück Land zurückerwarb. In den folgenden Jahren breitete er seine Herrschaft und sein Ansehen immer weiter aus, gründete und besiedelte Menainon, eroberte Morgentine (459/8 v. Chr.), und konnte einige Jahre später fast alle Stämme und Gemeinden der Sikeler zu einem Bunde vereinigen, als dessen Feldherr D. seine Vaterstadt Menai von den Höhen ins Thal verlegte und neu gründete, und neben dem Palikenheiligtum eine neue Stadt Palike anlegte (453/2 v. Chr.). Bis dahin war er mit Syrakus verbündet gewesen und hatte dort viele Freunde. Durch seine weiteren Fortschritte jedoch geriet er mit seinen griechischen Nachbarn in Streit. Er besetzte Aitne, fiel dann ins Gebiet der Akragantiner ein und besiegte ein Heer der Syrakusaner und Akragantiner, das ihn vertreiben wollte. Nunmehr vereinigten sich die beiden Gemeinden zu ernstlichen Rüstungen; in Syrakus wurde der Strateg Bolkon, der als Freund des D. verdächtig ward, verurteilt und hingerichtet, und im Frühjahr 450 v. Chr. erschien ein überlegenes syrakusisches Heer gegen D. im Felde. Dieser ward bei Nomai vollständig geschlagen, sein Heer zerstreute sich und nur ein geringer Rest blieb ihm treu. Gleichzeitig entrissen ihm die Akragantiner seine vorjährige Eroberung und vereinigten dann ihr Heer mit dem syrakusischen. D. ward von seinen Anhängern immer mehr verlassen; er fühlte sich schliesslich unter seinen Landsleuten nicht mehr sicher und erschien daher als Schutzflehender bei den Syrakusanern, denen er sich und seine Besitzungen übergab. Die Syrakusaner schickten ihn nach Korinth, wo er hinfort wohnen sollte. Aber er blieb dort nur kurze Zeit. Er hielt sich nicht an sein Versprechen, sondern kehrte mit Colonisten nach Sicilien zurück, um Kale Akte an der Nordküste der Insel zu besiedeln, wobei Archonides von Herbita und andere Sikeler ihm Unterstützung gewährten. Darüber entstand ein Krieg zwischen Syrakus und Akragas, weil die Akragantiner die Syrakusaner für die Rückkehr des D. verantwortlich machten. In der That haben Holm und Freeman vermutet, dass er mit Erlaubnis der Syrakusaner wieder nach Sicilien zurückgekehrt sei (446/5 v. Chr.). D. versuchte von Kale Akte aus seine frühere Stellung wieder zu gewinnen und die Sikeler unter seiner Herrschaft zu vereinigen, aber ehe er seine Absichten ins Werk setzen konnte, starb er 440/39 v. Chr. an einer Krankheit. Diodor. XI 76. 78, 7. 88, 6. 90, 1. 91f. XII 8. 29. Vgl. Holm Gesch. Siciliens I 257ff. Freeman-Lupus Gesch. Siciliens II 310ff. 523ff.

[Niese. ]