Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1707
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Drilon (Callim. αἴτ. 2, 5 frg. 480 Schn. Βουδόῃ, ἣ Δρίλωνος ἐπὶ προχοῇσιν ἐνάσθη. Nicand. Theriaca 607 Ἰρίν θ’, ἣν ἔθρεψε Δρίλων καὶ Νάρονος ὄχθη. Eratosth. bei Steph. Byz. s. Δυῤῥάχιον:ποταμὸς δὲ Δρίλων καὶ Ἀῶος. Strab. VII 316 Δρίλων ποταμὸς ἀνάπλουν ἔχων πρὸς ἕω μέχρι τῆς Δαρδανικῆς. Ptolem.. II 16, 4 Ῥεῖ δὲ ὁ Δρίλων προταμὸς ἀπὸό τε τοῦ Σκάρδου ὄρους καὶ ἀπὸ τοῦ ἑτέρουὄρους τοῦ κειμένου παρὰ μέσην τὴν ἄνω Μυσίαν), bei den Römern wohl durch die Schuld der Abschreiber und vielleicht auch durch den nördlichen Drinus beeinflusst wechselnd Dirinus, Drinius, Drinus (Plin. III 144 amnis Dirino [var. Drilo] superque cum oppidum civium Romanorum Scodra. 150 Illyrici .... longitudo a flumine Arsia ad flumen Drinium [var. Dirinum] DCCC m., a Drinio [var. Dirino] ad promunturium Acroceraunium. XXI 40 in silvestribus Drinonis et Naronae. Vib. Sequester p 148 R. Drinus a palude Lychniti, adluens Scodram oppidum Illyricorum. Dimensuratio provinciarum 18 R. [vgl. A. v. Domaszewski Arch.-epigr. Mitt. XIII 130] Illyricum [Pannonia] ab oriente flumine Drino, ab occidente desertis; vielleicht ist Geogr. Rav. 212, 5 unter Drinius oder dem folgenden Trimus [Dittographie?] dieser Fluss gemeint), jetzt der albanesische Drin, dessen Quellflüsse der weisse und der schwarze Drin sind. Der letztere, von Süden kommend, ist der Abfluss des Lychnitis- (Ochrida-) Sees; der erstere entspringt im Norden im Žljeb-, Mokra- und Djevićgebirge und scheidet allein und vereinigt mit dem anderen Quellarm den Scardus (Schar dagli) von den nordalbanesischen Alpen. Felsenengen verursachen zahlreiche Katarakte: erst in der fruchtbaren Küstenebene kommt er zu ruhigerem, aber das Rinnsal im Laufe der Zeit wiederholt wechselndem Laufe. Mit der Barbanna (jetzt Bojana), dem Abfluss des Labeates lacus = Scutarisees, verbindet er sich durch einen Arm (Drinasa, auch Drin genannt), wodurch er einen grossen Teil seiner Wassermassen einbüsst, jedoch durch die mitgeführten Sedimente selbst den Scutarisee staut und verheerende Überschwemmungen verursacht. Er mündet unterhalb der bedeutenden Handelsstadt Lissus (Alessio, Lješ) in die Adria. Der bei Liv. XLIV 31 hi duo amnes (Clausala und Barbanna) confluentes incidunt Oriundi flumini, quod ortum ex monte Scordo multis et aliis auctum aquis mari Hadriatico infertur genannte Oriundes ist zweifellos der D. Nach W. Tomaschek Mitt. der geogr. Gesellschaft in Wien 1880, 500 ist der Name des Flusses illyrisch; vgl. A. Holder Altkelt. Sprachschatz s. v. H. Kiepert Lehrbuch der alten Geographie 352f. und Formae orbis antiqui XVII Beiblatt 5. Tomaschek Zur Kunde der Hämushalbinsel II 56. K. Hassert Reise durch Montenegro 217f.; Beiträge zur physischen Geographie von Montenegro 109f. und Mitteilungen der geographischen Gesellschaft in Wien 1898 S. 351ff.