Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Sohn des Herakles
Band V,1 (1903) Sp. 433
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Didoros (Δίδωρος) bei Alexandros Polyhist. (frg. 7 περὶ Ἰουδαίων aus Joseph. ant. Iud. I 15, FHG III 214) Schreibung des sonst Διόδωρος geschriebenen Sohnes des Herakles von der (ungenannten) Tochter jenes Aphras oder Apheras, der als Eponymos des Landes Aphrika und der Stadt Aphra mit seinen Brüdern Surim und Japhra von Abraam und Chethura abstammte; alle drei begleiteten den Herakles auf seinem Zuge gegen Antaios und Libyen. Von D. stammt Sophon, Eponymos der Sophakes; dasselbe bei Eusebios pr. ev. IX 20, der das Volk Σοφάς (acc.), den Eponymen Σοφωνᾶν (acc.) schreibt. Schon wegen der africanischen Örtlichkeit durfte Steuding (Roscher Myth. Lex. I 1018) den D. nicht mit den am Kaukasos wohnenden Δίδουροι des Ptolem. V 8, 19 Wilb. und Plin. n. h. VI 29 zusammenbringen. Alexandros wird die (ungenannte) Mutter des D., ähnlich wie Iuba von Mauretanien (s. u.) als Witwe des getöteten Antaios gefunden und gedacht haben. Dass er in seinem mit Biblischem vermengten Mythologem ihren Namen unterschlug, erklärt sich ungezwungen daraus, dass er in seiner Quelle, die auch wohl Iuba vorlag, eine Abweichung von Pherekydes übel empfand; dieser hatte frg. 33 e, FHG I 80, die Witwe des gefallenen Antaios, von diesem Mutter des Polemon, Iphinoë genannt (Tzetz. Lyk. 663 setzt dafür Palaimon, in irriger Anlehnung an Apollod. Bibl. II 7, 8, 10; Palaimon Sohn der Peireustochter Autonoë von Herakles). Die zuverlässige, auf die olbianischen und mykenischen Begleiter des Herakles ausdrücklich zurückgeführte Form der Sage ist die tigennitische, die Iuba seiner eigenen Königsgenealogie vorreiht: Tinge, Eponyme von Tingis, war Witwe des Antaios, Gattin des Herakles, Grossmutter des Diodoros (so!), Mutter des Königs Sophax (= Syphax) von Mauretanien (frg. 19 aus Plut. Sert. 9, FHG III 4. 71).