RE:Cornelius 317ff.

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 14261427
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317ff.) Cornelii Scipiones. Die Vermutungen über ihren Zusammenhang mit den älteren Corneliern bleiben unsicher. Da sich noch in der zweiten Hälfte des 6. Jhdts, d. St. ein Cornelier mit den beiden Beinamen Scipio und Maluginensis findet (Nr. 348), so lässt sich annehmen, dass die Scipionen die directen Nachkommen des Zweiges sind, der früher das Cognomen Maluginensis führte, und dass der neue Beiname, der zuerst ein Individualname war (Macrob. sat. I 6, 26, vg). Nr. 328), erst allmählich den älteren verdrängte, je höher der Ruhm dieses Zweiges des Geschlechts stieg. Die Zahl der Vornamen bei den Scipionen ist sehr klein; nur jener Scipio Maluginensis hiess M., sonst finden sich als Praenomina Cn. L. P., und einzelne Zweige scheinen sich noch mehr beschränkt zu haben, so die Scipiones Nasicae auf P., die Nachkommen des L. Scipio Asiagenus auf L. (vgl. die Gegenüberstellung der Lucii und Nasicae Hist. aug. Prob. 2, 4). Die Glanzzeit der Scipionen war das Zeitalter der punischen Kriege; nachher ging es mit ihrem Ruhme bergab. Ihr Familiengrab befand sich nach litterarischen Zeugnissen (Cic. Tusc. I 13, vgl. Arch. 22. Liv. XXXVIII 55, 2. 56. 4. Suet. bei Hieron. zu Euseb. chron. II 127 c Schoene) an der Via Appia vor Porta Capena intra primum ab urbe miliarium. Dort sind zuerst 1614 einzelne aus dem Grabe stammende Funde gemacht und ist dann 1780 in der Vigna Sassi die ganze Anlage aufgedeckt worden. Die Leichen waren in den unterirdischen Felskammern gemäss der cornelischen Sitte (vgl. Cic. leg. II 57. Plin. n. h, VII 187) unverbrannt beigesetzt Nach Ausweis der Inschriften diente das Erbbegräbnis der Familie durch vier Jahrhunderte von ihrem ersten Auftreten bis zu ihrem Erlöschen; es fehlen aber die Familien, die sich vom Hauptzweige gelöst haben, wie die Asinae und Nasicae, ferner u. a, die grössten aller Scipionen, die beiden Africani, von denen der ältere fern von Rom seine [1427] Ruhestätte gefunden hat. Schon im Altertum ist das ehrwürdige Denkmal beschädigt worden; jetzt ist es noch mehr entstellt. Die Inschriften, die hier gefunden sind, befinden sich ausser einer, die im Palazzo Barberini aufbewahrt wird (vgl. Nr. 323), sämtlich in einem Zimmer des Belvedere im Vatikan zusammen mit dem Peperinsarkophag des L. Scipio Barbatus und der gleichfalls in den Scipionengräbern gefundenen sog. Enniusbüste. Vgl. über die Scipionengräber CIL I p. 11ff., wo auch die ältere Litteratur angegeben ist (p. 15); die Inschriften ebd. I 29–39 = VI 1284–1294; die bei den Scipionengräbern gefundenen Inschriften geringerer Leute ebd. VI 16 122–16 146. Das Erlöschen der Familie ist ungefähr gleichzeitig mit dem Ende der Republik; ihr Beiname und ihr Erbbegräbnis wurden damals von den Cornelii Lentuli in Besitz genommen. Die späteren Scipionen stammten also nicht mehr in directer Linie von dem berühmten Geschlechts der republicanischen Zeit ab, und reine Erdichtung war es vollends, wenn man noch im 3. Jhdt. n. Chr. z. B. den Stammbaum der Gordiane auf jenes zurückführen wollte (Hist. aug. Gord. 9, 4, vgl. L. Scipio Asiagenus Nr. 337).

Pauly-Wissowa IV,1, 1429.png

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S III (1918), Sp. 260
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317ff.) Auf einem 1904 gefundenen Ehrendekret aus Delos für P. Scipio Africanus Nr. 336 ist über der Inschrift neben dem Lorbeerkranze ein Knotenstock dargestellt als Hinweis auf den Beinamen des Geehrten, dessen Bedeutung also auch den gleichzeitigen Griechen geläufig war (Bull. hell. XXVIII 271f. mit Taf. XII = IG XI 4, 712 mit Taf. IV). Charakteristisch z. B. Val. Max. III 7, 3: In quamcunque memorabilium partem exemplorum convertor, velim nolimve, in cognomine Scipionum haeream necesse est.