Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Hispanisches Volk
Band IV,1 (1900) S. 798
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Concani, ein wahrscheinlich hispanisches Volk, nur von Horaz in der Aufzählung von Thaten des Augustus erwähnt (III 4, 34 laetum equino sanguine Concanum, dazu Porphyr. Concani Hispaniae gens est vel ut alii dicunt Scythiae; danach Silius III 311 cornipedis fusa satiaris Concane vena). Da Ptolemaios unter den Städten der Kantabrer Κογκάνα nennt (II 6, 50), so wird die skythische Sitte, Pferdeblut zu trinken, entweder wirklich auch in Kantabrien vorhanden gewesen sein, dessen Rosse berühmt waren (s. Cantabri), oder der Dichter oder seine Quelle haben sie irrtümlich dorthin übertragen. Da die Namen sonst nirgends genannt werden, so ist auch die doppelte Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass es skythische Concaner gab oder dass die Horazerklärer und mit ihnen Ptolemaios (Marinus) irrtümlich einen Ort Concana in Kantabrien angesetzt habe. Münzen mit der iberischen Aufschrift kntan – Contanum? –, die nach den Typen zu den Vasconen gesetzt werden (Mon. ling. Iber. nr. 53), zeigen ähnliche Namenbildung. Vgl. Conisci, Κωνιακοί. Conca, die lateinische Grundform des heutigen Namens der Stadt Cuenca im inneren Keltiberien (wie Olba Huelva, Osca Huesca), ist nur in der frühmittelalterlichen Überlieferung erhalten. Obgleich davon regelrecht das Adjectiv Concanus gebildet wird, so spricht der Name doch nur für die Möglichkeit, in den horazischen Concanern ein hispanisches Volk zu sehen; dasselbe aber braucht damit nicht gemeint zu sein.