RE:Δρουσιανὰ ξίφη

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
korrigiert  
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Band V,2 (1905), Sp. 1739–1740
Linkvorlage für WP   
* {{RE|V,2|1739|1740|Δρουσιανὰ ξίφη|[[REAutor]]|RE:Δρουσιανὰ ξίφη}}        

Δρουσιανὰ ξίφη ist eine sprichwörtlich gewordene Bezeichnung für die schärfste Art von Schwertern, so benannt nach Drusus, dem grausamen Sohne des Kaisers Tiberius, Cass. Dio LVII 13,1. Sehr ansprechend bringt J. Lipsius Saturn. serm. II 19 (Graev. Thes. ant. Rom. IX 1249) und in seinem Excurs zu Tac. ann. III 37 G diese Bezeichnung in Zusammenhang mit der Sitte, dass vor Beginn eines Gladiatorengefechtes dem Veranstalter des Festes (s. Editio) die Waffen zur Prüfung vorgelegt wurden, vgl. Cass. Dio LXVIII 3 und den Artikel Arma decretoria. Wenn sich Drusus als Vorsitzender bei einem solchen Gefechte vili sanguine nimis gaudens benahm, so dass er von seinem Vater deshalb getadelt wurde (Tac. ann. I 76), so kann man sich leicht denken, dass er auch bei der Prüfung der Waffen auf ihre Schärfe hin besonders streng verfahren sein wird. Durch das gegenteilige Verhalten zeichnete sich der Kaiser Marc Aurel vorteilhaft aus, indem er bei seiner Abneigung gegen [1740] blutige Greuel den Gladiatoren ein ungefährliches Gefecht wünschte und ihnen deshalb stumpfe, wie mit einem runden Knopfe versehene (ὥσπερ ἐσφαιρωμένα) Waffen gab, Cass. Dio LXXI 29, 3 vgl. mit Hist. Aug. M. Anton. Philos. 11 gladiatoria spectacula omnifariam temperavit.