Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 50. (Quelle)
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Tangl, Karlmann (Geschichtsforscher, geb. zu Wolfsberg im Lavantthale Kärnthens am 17. August 1799, gest. zu Gratz 12. November 1866). Von seinen Eltern, Gewerks- und Hausbesitzern in Wolfsberg, in den Jahren 1810 und 1811 in die Schule seines Geburtsortes geschickt, kam er 1812 als Convictist in die erste Lateinschule des Stiftes St. Paul, wo er seines Fleißes und seiner übrigen guten Eigenschaften wegen bald der Liebling der Professoren wurde. Im Stiftsgymnasium beendete er die ersten fünf Classen, die sechste und die zwei philosophischen Jahrgänge in Klagenfurt. Im October 1818 von dem Gymnasialpräfecten daselbst als zum Unterricht für die ersten Grammatikalclassen befähigt empfohlen, wurde er im Jahre 1819 Privatlehrer bei einer Familie in Villach und beendete als solcher den dritten Jahrgang der Philosophie. Darauf hörte er in Gratz 1820 bis 1821 juridische Collegien und erhielt im August 1822, während er noch die Rechte hörte, eine Humanitätslehrerstelle am Gymnasium in Innsbruck, welche er auch im nämlichen Jahre antrat. Daselbst gewann er bald die Liebe und das Vertrauen seiner Zöglinge: wöchentlich gab er mehrere Stunden in der griechischen Sprache, trug unentgeltlich im Ferdinandeum über historische Gegenstände vor, gab Unterricht in der Declamation und wurde zuerst Ehrenmitglied, dann Declamationsdirector des dortigen Vereins für Ausbildung in der Musik und Declamation. Da er die juridischen Studien noch nicht beendet hatte, so that er dies nun in Innsbruck, wo er den vierten Jahrgang (1825) hörte, und [51] erwarb noch im nämlichen Jahre zu Padua die juridische Doctorwürde, da bei seiner Bewerbung um die Hand eines Mädchens von seinem künftigen Schwiegervater die Einwilligung zur Heirat an diese Bedingung geknüpft worden war. Mit ah. Entschließung vom 21. Februar 1832 wurde er zum Professor der Aesthetik, classischen Literatur, lateinischen und griechischen Philologie an der Lemberger Hochschule ernannt. Während der Erkrankung und späteren Beurlaubung des Lemberger Bibliothekars in den Jahren 1833, 1834 und 1335 versah er interimistisch dessen Stelle. 1836 verlieh ihm die Universität die philosophische Doctorwürde, auch bekleidete er im Laufe der folgenden Jahre dreimal das Decanat der philosophischen Facultät und betheiligte sich 1847 mit Dr. Stroński an der Durchsicht der über 60.000 Bände fassenden Ossoliński’schen Bibliothek, deren öffentliche Benützung dieselbe nöthig gemacht hatte. Als am 22. November 1848 in den Ruinen des durch die Kanonen des Generals Hammerstein [Bd. VII, S. 291] zerstörten Universitätsgebäudes die Rectorwahl stattfand, fiel dieselbe nach langem und hartem Wahlkampfe auf Tangl. Neunzehn Jahre hatte er in Lemberg gewirkt; waren die Verhältnisse daselbst für den Deutschen, der dort wirken sollte, eben nie sehr anziehend gewesen, so wurden sie nach 1848 geradezu unerquicklich, und er strebte eifrig danach, seine Stelle mit einer anderen zu vertauschen und es gelang ihm, nach Alb. von Muchar’s[WS 1] [Bd. XIX, S. 306] Ableben mit ah. Entschließung vom 7. Februar 1880 die Professur der Aesthetik und classischen Philologie an der Gratzer Hochschule zu erhalten. In der Vorrede zur Abhandlung über die Eppensteiner schreibt er aus diesem Anlasse wörtlich: „Ich darf es wohl im vollen Gefühle der Wahrheit sagen, daß mir durch die ah. gewährte Uebersetzung nach Gratz der sehnlichste Wunsch meines Herzens erfüllt worden sei. Als Kärnthner durch Geburt, als Steiermärker durch Neigung und vor allem als Deutscher durch Gesinnung hoff’ ich, dort nicht als Fremder zu gelten“. Aber Tangl konnte nicht sofort die ihm verliehene Lehrkanzel antreten, sondern hatte so lange noch in Lemberg zu verbleiben, als es die bevorstehende Organisation der Prüfungscommission für Lehranstalts-Candidaten Galiziens und ihre Einführung in den geregelten Gang erforderte. Am 30. März 1850 wurde er zum Director der vorerwähnten Prüfungscommission auf die Dauer eines Jahres ernannt. Welch unwürdige Häkeleien und nationale Intriguen ihm damals zu schaffen machten, erhellt aus Folgendem. Im Interesse der Ausbreitung der deutschen Literatur hatte er noch im Laufe des Jahres 1849 im Professoren-Collegium den Antrag gestellt, daß an der Lemberger Hochschule eine Lehrkanzel für deutsche Sprache und Literatur errichtet werde. Dieser sein Antrag gelangte nie an das Ministerium des Unterrichts. Als dann am 14. Jänner 1851 Tangl denselben mit aller Gründlichkeit und Dringlichkeit wiederholte, brachte er ihn, um ihn vor dem früheren Schicksale zu bewahren, aus Vorsicht in Form einer Beilage zum Sitzungsprotokolle an seine Adresse. Endlich nach wiederholten Bitten, seine Professur in Graz antreten zu dürfen, wurde ihm willfahrt, und am 15. August 1851 bestieg er seine neue Lehrkanzel. Am 15. November 1851 wurde er zum Prüfungscommissär bei der allgemeinen [52] Abtheilung der theoretischen Staatsprüfungen in Graz ernannt. Am 17. März 1863 trat er in den bleibenden Ruhestand. In der Zwischenzeit bekleidete er 1852 zum ersten, 1858 zum zweiten Male die Rectorswürde an der Karl Franzens-Universität in Graz, wurde 1852 Ausschußmitglied des historischen Vereins für Steiermark und nach v. Ankershofen’s Tode vom Geschichtsverein in Kärnthen 1860 ersucht, das von diesem Gelehrten begonnene Handbuch der Geschichte Kärnthens, erste Abtheilung bis zum Jahre 1335, „im Geiste des abgeschiedenen Autors“ zu vollenden. Bei der im October 1862 erfolgten Zusammensetzung einer Commission zur Herausgabe der steiermärkischen Geschichtsquellen wurde Tangl vom Ausschuß des historischen Vereins für Steiermark in dieselbe gewählt. Die Angabe, welche sich (z. B. Presse 1866, Nr. 311) hie und da findet, daß er Mitglied der Wiener kaiserlichen Akademie der Wissenschaften gewesen sei, ist unrichtig. Er war weder wirkliches noch correspondirendes Mitglied derselben. Dagegen wurde er 1863 in das Curatorium des steiermärkischen Landesausschusses gewählt, welches Amt er aber, um sich ganz der Fortsetzung des Handbuchs der Geschichte Kärnthens widmen zu können, noch Ende desselben Jahres niederlegte. Seit 1825 mit Barbara Offner, der Tochter eines Herrschaftsbesitzers verheiratet, hatte er in dieser Ehe drei Töchter, wovon zwei vor ihm starben, gleich der Mutter, die am 29. März 1854 das Zeitliche segnete. Eine Tochter überlebte ihn. Von schwächlicher Gesundheit suchte er öfter Stärkung in Badeorten, bis er einem längeren Leiden im Alter von 67 Jahren erlag. Er ruht in einer nach dem Tode seiner Frau erbauten Familiengruft zu St. Peter in Gratz. Tangl entfaltete eine ungewöhnliche literarische Thätigkeit, und die Zahl seiner Arbeiten vom Jahre 1824, aus welchem die erste stammt, bis zum Jahre 1866 ist eine ziemlich große. Die gedruckten gehören mit Ausnahme einiger poetischen ausschließlich der Geschichte an; im Nachlasse fanden sich aber vorherrschend philologische vor. Eine Uebersicht der Werke – zuerst der im Buchhandel erschienenen, dann der in gelehrten Sammelwerken gedruckten und zuletzt der im Nachlasse vorgefundenen – folgt.

Uebersicht der Werke Karlmann Tangl’s. [Mit Berichtigung und Vervollständigung des von Dr. Göth Mitgetheilten.] a) Selbstständig erschienene. „Dem Herrn Franz Massoch, Doctor der Medicin, zur Jubelfeier seiner fünfzigjährigen ärztlichen Laufbahn“, Gedicht (Lemberg 1838, P. Piller). – „Reihe der Bischöfe von Lavant“ (Klagenfurt 1841, XXIV und 505 S. , 8°.) [siehe auch unten unter den „Mittheilungen des historischen Vereins für Steiermark“]. – „Die Grafen von Ortenburg in Kärnthen“ (Wien 1864, gr. 8°.). Sonderabdruck aus dem XXX. und[WS 2] XXXVI. Bande des von der k. k. Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Archive für österreichische Geschichte. – „Die Römerdenkmale zu Töplitz bei Warasdin“ (ebd. 1866, 8°.). Sonderabdruck aus dem XXXIV. Bande des vorgenannten Archivs. – „Handbuch zur Geschichte des Herzogthums Kärnthen bis zur Vereinigung mit den österreichischen Fürstenthümern. Begonnen von Gottlieb Freiherrn von Ankershofen, nach dessen Tode fortgesetzt von – –. IV. Band, 3. Heft“ (Klagenfurt 1867, Leon, S. 433–670, gr. 8°.). – b) In Zeitschriften und gelehrten Sammelwerken Zerstreutes. In der Beilage zur „Innsbrucker Zeitung“, 1824: „Johann Gänsbacher, Capellmeister an der St. Stephans-Domkirche in Wien“ (anonym). – In der „Carinthia“, der schönwissenschaftlichen Beilage der „Klagenfurter Zeitung“: „Die Herren von Ehrenfels“ [1832, Nr. 1, 2. 5 und 6]; – „Neuentdeckte Römersteine im Oberlavantthale“. [1832, Nr. 11, 13 und [53] 14]; – „Die Herren von Weisseneck“ [1832, Nr. 18, 19, 21, 22 und 23]; – „Der Ursprung der Lavant“ [1833, Nr. 12 und 13]; – „Die Herren, späteren Freiherren von Kollnitz“ [1833, Nr. 36, 37, 38, 39 und 40]; – „Die Herren von Reißberg“ [1834, Nr. 8 und 9]; – „Die Herren von Pain“ [1834, Nr. 38, 39, 41 und 42]; – „Die Herren von Himmelberg“ [1835, Nr. 34, 35 und 39]; – „Die Herren von Weissenwolf, Ungnad genannt“ [1836, Nr. 6–11, 13 und 17]; – „Der Burgvogt von Reißberg“, Gedicht [1836, Nr. 13]; – „Die Herren von Siegersdorf“ [1838, Nr. 18, 19, 21 und 22]; – „Handbuch der Geschichte Kärnthens von Ankershofen“ [1842, Nr. 40]; – „Die Freidl zu Wolfsberg“ [1857, Nr. 17–48]; – „Die Grafen von Widmann“ [1858 bis 1860, Nr. 32, 33, 34, 35, 36 und 44]; – außerdem brachte die „Carinthia“ mehrere lyrische Gedichte Tangl’s. In der „Theater-Zeitung“ von Adolph Bäuerle: „Ermunterung. Geschrieben nach dem Eintreffen der Nachricht von Radetzky’s Siege bei Novara“ [1849, Nr. 163, Uebersetzung aus Tangl’s griechischem Original]. – In Riedler’s „Oesterreichischem Archive für Geschichte, Erdbeschreibung u. s. w.“: „Die Herren, später Freiherren von Kollnitz“ [1832, Monat Jänner]; ob dies der Anfang des oben in der „Carinthia“ erwähnten Aufsatzes, oder aber jener in der „Carinthia“ nur ein Wiederabdruck des im Archiv mitgetheilten, kann Herausgeber dieses Lexikons nicht sagen; – „Beiträge zur Geschichte der Bergwerke im Lavantthale“ [1833, Nr. 94]. – In „Noreja. Taschenbuch für kärnthnerische Sagen, Balladen, Märchen u. s. w. Herausgegeben von Simon Martin Mayer“, 1837: „Die Sühne“ [S. 35]; – „Der See auf der Choralpe“ [S. 95]; – „Der Eibiswald und sein Diener“ [S. 152]; – „Der Burgvogt von Reißberg“ [s. 182]; – „St. Johannisberg“ [S. 190]; – „Der Teufelsstein“ [S. 239]; – „Der letzte Weissenecker“ [S. 288]; – „Vergeltung“ [S. 285]. – In Dr. Adolph Schmidl’s „Oesterreichischen Blättern für Literatur und Kunst“: „Auch ein Wort über die Priwina-Capelle“ [1847, Nr. 240 und 241]. – In der „Steiermärkischen Zeitschrift“. Neue Folge: „Wo lag die Burg des Priwina?“ [IX. Jahrg., l. Heft, S. 1]. – Im „Archiv für österreichische Geschichte Herausgegeben von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften“: „Die Grafen, Markgrafen und Herzoge aus dem Hause Eppenstein“, vier Abtheilungen [Bd. IV, VI, XI und XII]; – „Die Grafen von Pfannberg“, drei Abtheilungen [Bd. XVII und XVIII]; – „Die Grafen von Heunburg“, zwei Abteilungen [Bd. XIX und XXV]; – „Entgegnung auf den Aufsatz des Freiherrn Gottlieb von Ankershofen: Ob der Salzburger Erzbischof Gebhard der Gurker Kirche Friesach entzogen und Erzbischof Thiemo ihr selbes vorenthalten habe?“ [Bd. XIV]. – In den „Mittheilungen des historischen Vereins für Steiermark“: „Beiträge zur Geschichte der Herrschaft und des Bades Neuhaus“ [1852, Bd. III, S. 160]; – „Ueber den angeblichen Markgrafen Poppo-Starchend von Soune“ [1853, Bd. IV, S. 91]; – „Günther, der letzte Markgraf von Soune“ [1855, Bd. VI, S. 83]; – „Die Pettauer Mark“ [1857, Bd. VII, S. 71]; – „Ergänzungen zur Reihe der Bischöfe von Lavant“ [1859, Bd. IX, S. 247]; – „Die Freien von Suneck, Ahnen der Grafen von Cilli“ [1861 bis 1864, Bd. X, XI, XII und XIII]; – „Windischgrätz und die Herren von Windischgrätz bis zu ihrer Erhebung in den Freiherrenstand im Jahre 1551“ [1864 und 1866, Bd. XII, XIII und XV]. – In den „Mittheilungen der Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale“: „Zwei Votivsteine der Grafen von Cilli an der Pfarrkirche zu Spital in Oberkärnthen“ [1861–1864, November]. – Im „Archiv für vaterländische (kärnthnerische) Geschichte und Topographie“: „Beiträge zur Geschichte des ehemaligen Weinbaues zu Wolfsberg im Lavantthale“ [Bd. VI, S. 29]. – c) Ungedruckte im Nachlasse vorgefundene Werke. „Allegorisches Gemälde des menschlichen Lebens von Kebes“, ins Deutsche übersetzt. – „Hero und Leandros von Musaios, zur Vergleichung mit dem gleichnamigen Gedichte Schiller’s metrisch ins Deutsche übersetzt“. – „Die ersten drei Gesänge des (im Jahre 1849) noch nicht übersetzten epischen Gedichtes Διονυσίακα über die Thaten des Bakchos in 48 Gesängen, von Nonos aus Panopolis, metrisch ins Deutsche übersetzt“. – „Περί τῶν τῆς γεωμετρίας καί στερεομετρίας όνομάτων“, d. i. Ueber in der Geo- und Stereometrie vorkommende Benennungen von Heron aus Alexandria“, für Schultz von Straßnitzky [54] ins Deutsche übertragen. – „Blumenlese aus griechischen Dichtern“, war im Jahre 1837 zum Druck als Handbuch für seine Schüler bestimmt, von der Censur aber so arg verstümmelt worden, daß der Verleger sich weigerte, das so zugerichtete Buch zu drucken [aus der Zeit der Kankoffer-Sacher-Masoch’schen Censurära in Lemberg]. – M. T. Ciceronis de officiis liber I. Cap. 1–30 cum notis aliorum suisque usui auditorum philosophiae accommodatus“. – „Horazen’s lyrische Gedichte zum besseren Verständnisse des Dichters nach ihrem Inhalte zusammengestellt und erläutert“. – „Brevis literaturae classicae tum graecae tum romanae Synopsis“. Doctor Tangl, der in Lemberg mehrere Jahre hindurch dem jungen Grafen Wladimir Dzieduszycki Privatunterricht in der classischen Literatur ertheilte, hat für seinen Vortrag dieses Compendium niedergeschrieben. – „Institutio ad studium classicum. Pars I. De studio linguarum classicarum. Cum bibliotheca philologica 1845“. – Pars II. „De Hermeneutica classica“. – „Der römische Kalender unter Caj. Julius Cäsar und dem Kaiser Augustus“. – „Ideen im Umkreise der Natur oder ästhetische Naturbetrachtungen“. Die politischen Ereignisse des Jahres 1848 drängten den eminent friedlich gesinnten Gelehrten zur geistigen Betrachtung der Natur, bei deren Vertiefung er das Gejohle der politischen Parteien vergaß, welche in Lemberg überdies von Racenhaß gefärbt waren. – „Geschichte Pannoniens im 9. Jahrhunderte, mit einer Karte“. Bei etwaigem Erscheinen dieses 1848 geschriebenen Werkes sollte der Ertrag den in den Feldzügen 1849 verwundeten Kriegern zufallen. Tangl besitzt als Historiker Kärnthens und der Steiermark unleugbare Verdienste; wohl wurde er von anderen zünftigen Gelehrten, wie dies schon leidige Sitte, ein paar Male etwas unsanft angefaßt, und insbesondere setzte sich Herr Koch-Sternfeld ihm gegenüber aufs hohe Roß; aber das mindert nicht um ein Haar breit den wirklichen Werth der Arbeiten des Forschers, der mit seiner Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit die Sanftmuth eines Kindes verband und die Kolbenstöße des Bojoaren höchstens mit einem resignirten Lächeln parirte. Herausgeber dieses Lexikons kannte Tangl nicht nur persönlich, sondern war auch dessen Schüler und legte unter ihm die Prüfungen aus der griechischen und römischen Literatur und classischen Philologie ab und erinnert sich immer mit dankbaren Gefühlen des lieben, für seine Fächer begeisterten, nur vielleicht ein klein wenig pedantischen Gelehrten.
Quellen zur Biographie. Mittheilungen des historischen Vereins für Steiermark (Gratz 1867, Leuschner und Libensky, 8°.). Fünfzehntes Heft, im Gedenkbuch, S. XXIX u. f. Von Dr. G. Göth [ein pietätvoller und wohl der ausführlichste Nachruf]. – Hoffinger (Johann Ritter von)[WS 3], Oesterreichische Ehrenhalle. Separat-Abdruck aus dem österreichischen Volks- und Wirthschafts-Kalender für 1868 (Wien 1867, Ant. Schweiger und Comp., gr. 8°.) IV. Band (1866), S. 32. [Der zu früh verstorbene Dr. von Hoffinger, des Herausgebers dieses Lexikons unvergeßlicher langjähriger Freund, widmete Tangl warme Worte der Erinnerung und nennt ihn, was derselbe in Wahrheit auch war, durch die höchste Gelehrtentugend: schlichte Bescheidenheit ausgezeichnet.] – Hermann (Heinrich), Handbuch der Geschichte des Herzogthums Kärnthen in Vereinigung mit den österreichischen Fürstenthümern (Klagenfurt 1860, J. Leon, 8°.) Bd. III, Heft 3: „Culturgeschichte Kärnthens vom Jahre 1790 bis 1857 (1859) oder der neuesten Zeit, S. 184, 196 und 423 (39). – Zarncke (Friedrich Dr.), Literarisches Centralblatt für Deutschland (Leipzig, Avenarius, 4°.) 1864, Sp. 703; 1866, Sp. 273, Sp. 1278; 1867, Sp. 653 [über Tangl’s Fortsetzung der Geschichte Kärnthens von Ankershofen]. – Salzburger Zeitung, 1861, Nr. 263, im Feuilleton: „Zur freundnachbarlichen Verständigung“ [eine etwas knurrige Abfertigung einer irrigen Ansicht Tangl’s von dem bekannten Gelehrten R. Koch-Sternfeld]. – Schmidl (Adolph), Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst u. s. w. (Wien, Strauß’ Witwe, 4°.) I. Jahrgang (1844), I. Quartal, S. 9, 22 und 30: „Chmel’s Anzeige des Werkes von Tangl: Reihe der Bischöfe von Lavant“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Ad. von Muchar’s.
  2. Vorlage: und und.
  3. Vorlage: Hoffinger (Joseph Ritter von).