BLKÖ:Przyłęcki, Stanislaus

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Psenner, Anton
Band: 24 (1872), ab Seite: 35. (Quelle)
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Przyłęcki, Stanislaus (Schriftsteller, geb. in Galizien). Zeitgenoß. Ueber seinen Bildungsgang und seine früheren Lebensverhältnisse ist nichts Näheres bekannt. Nach der unten bezeichneten Quelle wäre er seit dem Jahre 1802–1832 Custos an dem von dem Grafen Ossoliński in Lemberg gestifteten gelehrten Institute gewesen, und im Jahre 1846 zum literarischen Secretär der galizischen Landwirthschafts-Gesellschaft in Lemberg ernannt worden, welche Stelle er bis 1862 versah, worauf er Bibliothekar auf der gräflich Potocki’schen Herrschaft Willanow bei Krakau wurde, welche Stelle er noch im Jahre 1868 bekleidete. Was nun seine Dienstleistung am Ossoliński’schen Institute von 1802 bis 1832 betrifft, so ist das ein grober Irrthum, da das Ossoliński’sehe Institut in Lemberg erst nach des Grafen Maximilian Ossoliński im Jahre 1826 erfolgten Tode in’s Leben trat. Er mußte also erst gegen Ende der Zwanziger-Jahre an dieser Anstalt in Diensten gewesen sein. P. hat sich durch mehrere historische Forschungen und Herausgabe älterer handschriftlicher Denkmäler der polnischen Literatur um dieselbe verdient gemacht. Die Titel derselben sind in chronologischer Folge: „Pamiętniki o Koniecpolskich. Przyczynek do dziejów polskich XVII. wieku. Z rycinami na stali i rozmaitemi fac-similami“, d. i. Denkwürdigkeiten der Koniecpolski. Beitrag zur Geschichte Polens im 17. Jahrhunderte. Mit Stahlstichen und Facsimilen (Lemberg 1842, 8°.); – „Ukrainne sprawy. Przyczynek do dziejów polskich, tatarskich i tureckich XVII. wieku“, d. i. Begebenheiten in der Ukraine. Beitrag zur Geschichte von Polen, der Tartaren und Türken im 17. Jahrhunderte (ebd. 1842, 8°.); – „Wiadomośi o wtorém wydaniu Zywota Chrystusa, przez ś. Bonawentura po lacinie napisanego, a przez Baltazara Opecia na język polski [36] przelożonego z podobiznami“, d. i. Nachricht von der zweiten Ausgabe des Lebens Jesu, wie es der h. Bonaventura in lateinischer Sprache niedergeschrieben und Balthasar Opeć in’s Polnische übersetzt hat. Mit Bildnissen (Lemberg 1844, 8°.); – „Wspomnienik o Władysławie Warneńczyku, na obchód czwartej stóletniej rocznicy skonu jego pod Warną, dnia 10. listopadu 1444 roku“, d. i. Erinnerung an Wladislaus, den bei Warna Gebliebenen, zum Gedächtniß an den 400sten Jahrestag seines Todes bei Warna am 10. November 1444 (ebd. 1844, 8°.); – „Lipski Andrzej. Wojna Chocimska. Poemat bohatyrski w 10 piesniach. Z rękopismu współczesnego wydał. Z 3 portretami: J. K. Chodkiewicza, Stan. Lubomirskiego i Jakuba Sobieskiego“ d. i. Andreas Lipski. Der Choczymer Feldzug. Heldengedicht in zehn Gesängen. Aus einer gleichzeitigen Handschrift herausgegeben[WS 1]. Mit den Bildnissen von J. K. Chodkiewicz, Stanislaus Lubomirski und Jacob Sobieski (Lemberg 1850, 8°.); P. schrieb die Autorschaft dieser Dichtung dem Andreas Lipski zu, der Lemberger Literarhistoriker Szainocha aber hat kritisch nachgewiesen, daß Wenzel Potocki [s. Bd. XXIII, S. 172, Nr. 43][WS 2] der Verfasser derselben sei; – „Żywot i pisma Jana Kochanowskiego“, d. i. Leben und Schriften des Johann Kochanowski (Przemysl 1858, Ausgabe des J. K. Turowski, 8°.); – „Obserwacgje koni i stad polskich“, d. i. Beobachtungen der Pferde und Gestüten in Polen (Lemberg 1752, 8°.), aus einem Manuscripte des Stallmeisters Georg Dzieduszycki im Jahre 1705, das in der Zaluski’schen Bibliothek sich befindet; – „Instrukcyja Jakóba Sobieskiego ojcza króla Jana III. synom do cudzych krajów jadącym 1645“, d. i. Instruction des Jacob Sobieski, des Vaters des Königs Johann III., die er seinen Söhnen bei ihrer Reise in’s Ausland im Jahre 1645 gegeben (Warschau 1865, 8°.), aus einem in der Willanow’schen Bibliothek aufbewahrten Manuscripte herausgegeben; – „Dziennik przybycia i bytności Stanislawa Augusta w Puławach r 1777“, d. i. Tagebuch der Ankunft und des Aufenthalts des Königs Stanislaus August in Pulawy im Jahre 1777 (ebd. 1865, 8°.). Wenn die Jahrzahl 1802 in unserer Quelle nicht ein Druckfehler ist, so muß P. schon in sehr hohen Greisenalter stehen.

Encyklopedija powszechna, d. i. Allgemeine Encyklopädie (Warschau 1864, S. Orgelbrand, gr. 8°.) Bd. XXI, S. 700.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: herausgebegen.
  2. Vorlage: [s. d. Bd., S. 172, Nr. 43].