Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Berde, Aron
Band: 1 (1856), ab Seite: 294. (Quelle)
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Bérczy, Karl (ungar. Dichter, geb. zu Balassa-Gyarmat im Neograder Comitat im J. 1821).[BN 1] Sein Vater war Comitats-Oberarzt. Seine Studien beendete B. zu Pesth, trat in Dienste bei der ungar. Statthalterei und ward 1847 Protocollführer der Commerzial-Commission an der Seite des Grafen Steph. Széchenyi; zu Anfang 1848 unterbrach eine schwere Krankheit sowohl seine literarische als seine Beamten-Laufbahn; letztere gab er nach seiner Genesung, Ende 1849 gänzlich auf. Nun schien er sich ganz der Literatur widmen zu wollen, und ist gegenwärtig einer der thätigsten Schriftsteller Ungarns. Schon als Studirender war B. im „Természet,“ d. i. Natur; „Rajzolatok,“ d. i. Zeichnungen; „Regélő,“ d. i. Erzähler, mit poetischen Versuchen aufgetreten; größere Aufmerksamkeit jedoch erweckte er 1842–43, als in Garay’s „Regélő,“ d. i. Erzähler, einige anziehende Novellen und Gedichte von ihm erschienen waren. Seit dieser Zeit ist er fortwährend Mitarbeiter fast jeder bedeutenderen literarischen Unternehmung. Seine gesammelten Novellen sind unter folgenden Titeln erschienen: „Élet és ábránd,“ d. i. Leben und Schwärmerei Pesth 1852, 2 Bde.); – „Világ folyása,“ Der Lauf der Welt (Pesth 1854, 3 Bde.). Im letztern sind auch einige glücklich übertragene englische Novellen enthalten. Seit dem Herbst 1852 war B. ordentlicher Mitarbeiter des „Pesti Napló,“ d. i. Pesther Journal. Die vorzüglichen Artikel über ausländische Zustände in diesem Blatte sind fast sämmtlich aus seiner Feder geflossen. Seine große Sprachkenntniß und umfangreiche Bildung befähigen ihn zu einem tüchtigen Journalisten. B. besorgt auch die Abtheilung „Ausland“ der „Politikai ujdonságok,“ d. i. Politische Neuigkeiten; daneben erscheinen in den „Nefelejcs,“ d. i. Vergißmeinnicht, „Népkönyvtár,“ d. i. Volksbibliothek u. anderwärts schönwissenschaftliche und geschichtliche Artikel [295] von seiner Feder. B.’s Novellen charakterisirt eleganter Styl, reines Gefühl und gebildeter Ton. Besonders sind seine humoristischen Genrebilder gelungen.

Jelenkor. Politikai és társas élet encyclopaediája, d. i. Die Gegenwart. Encyklopädie für polit. u. geselliges Leben (Pesth 1856, Landerer und Heckenast) I. Jahrg. 3. Heft, S. 97. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungar. Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschr. Von Jakob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gust. Emich). S 47. – Kertbeny (K. M.), Album hundert ungr. Dichter (Dresden und Pesth 1854, 16°.) S. 287 u. 491.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Berczy, Karl [Bd. I, S. 294], gest. zu Pesth 18. December 1867.
    Zarncke’s Literarisches Centralblatt (Leipzig, Avenarius, 4°.) 1868, Nr. 1, Sp. 22. [Band 22, S. 480]