Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Ferenczy, Stephan
Band: 4 (1858), ab Seite: 182. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Jakab Ferenczy in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Ferenczy, Jakob|4|182|}}

Ferenczy, Jakob (Literaturhistoriker und Benedictinermönch, geb. zu Pér im Raaber Comitat 26. Febr. 1811). Sein Vater, Herrschaftsbeamter zu Pér, ließ den Knaben, der große Lernlust zeigte, sorgfältig erziehen. F. wurde nun 1828 Zögling der Benedictiner am Pannonsberge, beendete als solcher in Raab 1831–32 die philosophischen Studien und kehrte 1832 wieder in’s Kloster am Pannonsberge zurück, wo er die Theologie hörte. Hierauf unterrichtete er die Zöglinge seines Ordens zu Raab in den philosophischen Studien und war von 1840–50 in der Akademie zu Preßburg ordentl. Professor der ungar. Sprache und Literatur. Als solcher sammelte er die Biographien ungar. Schriftsteller und übergab eine Sammlung von etwa 300 derselben dem St. Stephansverein mit dem Wunsche, dieselben mit möglichster Ergänzung zu veröffentlichen. Der St. Stephans-Verein hatte vorher schon den ersten Theil von Ferenczy’s Werke: „A magyar irodalom és tudományosság története“, d. i. Geschichte der ungar. Literatur und Gelehrsamkeit, gedruckt, welcher auch als Handbuch in mehreren Schulen eingeführt ist. Die vorerwähnte Biographien-Sammlung erschien vom St. Stephansverein durch Joseph Danielik herausgegeben unter dem Titel: „Magyar irók. Életrajz gyüjtemény“, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen (Pesth 1856, Emich); derselben folgte 1858 ein Ergänzungsband, welch’ letzterer jedoch blos von Danielik herausgegeben ward. Genauere bibliographische Angaben und Nennung der Quellen, welche bei den einzelnen Biographien benützt worden, würden den Werth der Arbeit sehr steigern. [183] Früher bereits gab F. ein kleineres Werk über ungar. Literatur: „Adalék honi nyelvünk és irodalmunk történetéhez“, d. i. Beitrag zur Geschichte unserer vaterländischen Sprache und Literatur (Preßburg 1844) heraus, welches unter den Fachmännern Beifall fand und F. zu ferneren Forschungen auf literar-historischem Felde anregte. Außerdem schrieb Ferenczy mehrere Schulprogramme u. Abhandlungen in verschiedenen Blättern. Nach der Einführung des neuen Schulplanes kam F. 1850 als Professor in’s Raaber Obergymnasium und wurde 1852 in Anbetracht seiner Verdienste als Director an das Graner Obergymnasium berufen, als welcher er noch gegenwärtig thätig ist.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. ungar. Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreib. Von Jakob Ferenczy und Josef Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich) S. 141.