ADB:Prätzel, Karl Gottlieb

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Artikel „Prätzel, Karl Gottlieb“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 536, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pr%C3%A4tzel,_Karl_Gottlieb&oldid=- (Version vom 1. Oktober 2020, 12:52 Uhr UTC)
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Prätzel: Karl Gottlieb P., Dichter. Er war geboren am 2. April 1785 zu Halbau in der Lausitz, wo sein Vater fürstlicher Schloßgärtner war. Vorbereitet auf dem Gymnasium zu Sorau, bezog er 1804 die Universität Leipzig, um Theologie zu studiren. Wegen beschränkter Mittel nahm er 1807 eine Hauslehrerstelle zu Hamburg an und ist bis an sein Ende mit dieser Familie, Meyer, befreundet geblieben. Mit derselben siedelte er 1820 nach der Stadt Oldesloe in Holstein über, von wo er nach einigen Jahren wieder nach Hamburg ging; da ist er, unverehelicht, am 13. Juni 1861 gestorben. Er lebte als Privatgelehrter und war ein fleißiger und fruchtbarer belletristischer Schriftsteller. Zuerst erschienen von ihm 1805 „Jugendphantasien“, 2. Aufl. 1809; dann „Vermischte Gedichte“ 1810, 2. Aufl. 1820; „Zeitklänge“ 1815; „Neue Gedichte“ 1836; „Maurergedichte“ 1829 und 1842. Poetische Erzählungen, z. B. „Feldherrnränke“, ein komisches Gedicht in 6 Gesängen 1815; „Feldrosen“ 1819; „Hildrian, ein Sommermärchen“ in 6 Gesängen[WS 1] 1831. Auch lieferte er einige dramatische Arbeiten, z. B. „der 40ste Geburtstag“ in Kotzebue’s Almanach 1834. R. Gottschall stellt ihn in die Reihe der Dichter, die im Gegensatz gegen die Geibelsche ernstere Richtung die gesellige Lust und um die künstlerische Feile unbekümmert das Volksleben zu seinem guten Rechte kommen lassen wollten, und im Dienst dieser formloseren Fröhlichkeit ist P. ergraut. Er lieferte eine Menge Beiträge zu den seiner Zeit an der Tagesordnung stehenden Taschenbüchern Becker’s, Urania, Rheinisches, Fr. Kinds, Penelope, Castelli’s, Eidora u. s. w. und zu den Zeitschriften Abendzeitung, Lotz Originalien etc. Auch einen größeren Roman verfaßte er: „Die Getäuschten“, 2 Bde. 1828. Seine gesammelten kleinen Romane und Erzählungen erschienen 1822 in 4 Bdn. und wieder „Wohlfeile Ausgabe“ 1833 in 8 Bdn.; „Novellen und Erzählungen“ 1828 2 Bde., „Erzählungen“ 1832, 2 Bde., „Frühlingsgaben, Novellen und Gedichte“ 1828. Auch gab er einen „Jugendfreund“ heraus 1816 und 1817 und einen „Hausfreund“, Wochenblatt 1829. Von 1847 an ist er Mitarbeiter an dem Hamburger Correspondent gewesen, vorzugsweise allerdings am unpolitischen Theil desselben, für Theaterkritiken u. s. w. Seine Manuscripte finden sich auf der Hamburger Stadtbibliothek und bilden eine Sammlung von 535 Nummern.

Rüders Conversationslex. III, 628. – R. Gottschall, Deutsche Nationallitteratur III, 216. – Goedeke, Grundriß III, 628. – Lübker-Schröder, Schriftstellerlex. II, 447 u. 843. – Alberti II, 214. – Hamburg. Schriftstellerlex. VI, 111.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: schließendes Anführungszeichen