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Von der Rednitz, und von den Flüssen und Bächen, die sich in dieselbe ergiessen

Textdaten
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Autor: Johann Georg Meusel
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Titel: Von der Rednitz, und von den Flüssen und Bächen, die sich in dieselbe ergiessen
Untertitel: Ein Beytrag zur Hydrographie des Fränkischen Kreises. Aus ungedruckten und gedruckten Hülfsmitteln zusammengesetzt von Joh. Georg Meusel.
aus: Journal von und für Franken, Band 4, S. 393-422
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1792
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld, Commons
Kurzbeschreibung:
s. a. Einige Ergänzungen und Berichtigungen des von Herrn Hofr. Meusel in das 4te Heft des Journals von und für Franken 1792 eingerückten Aufsatzes: von der Rednitz und von den Flüssen und Bächen, die sich in dieselbige ergießen
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I.
Von der Rednitz, und von den Flüssen und Bächen, die sich in dieselbe ergiessen. Ein Beytrag zur Hydrographie des Fränkischen Kreises. Aus ungedruckten und gedruckten Hülfsmitteln zusammengesetzt von Joh. Georg Meusel.[1]


1.
Von den beyden Quellen der Rednitz.
Die Rednitz entspringt aus zwey Quellen, welche dreyzehn Stunden weit von einander entfernt sind. Die eine wird die Fränkische, die andere die Schwäbische Rezat genennt. Erst nach geschehener Vereinigung dieser beyden Flüßchen bekommt| der daraus entstandene Fluß den Namen Rednitz.


2.
Von der Fränkischen Rezat.
Die Fränkische oder untere Rezat entspringt aus dem sogenannten Rezen- oder Rezatbrunnen, unweit Marktbergel im Bayreuthischen Unterlande. Sie tritt ihren Lauf an über Ober- nach Mitteldachstetten, nimmt sowohl hier, als bey Dörflein, verschiedene kleine Bäche diesseits und jenseits auf; so auch zwischen Bohrsbach und Oberheßbach; dann ein anderes Wasser, das zur Rechten von Obersulzbach und Gräfenbuch und Hohenalb herab kommt; und wieder ein anderes, das über Flachslanden und verschiedene Mühlen herabfließt. Sie streicht ferner bey Unterheßbach vorbey, nimmt ein über Birkenfels her rieselndes Bächlein auf, und fliesset dann weiter nach Lehrberg. Dort verschlingt sie ein über Heslabronn, und etwas weiter hin ein von Kiendorf herfliessendes Wässerchen. Sie treibt auf diesem Lauf viele Mühlen, und setzt ihn fort nach Schmalnbach, Wasserzell und dortige Mühle, hart an Neuses, dann nahe an der ehemaligen Ansbachischen Porzellanfabrik, die im Jahr 1764 nach Bruckberg verlegt wurde.| Nicht weit davon nimmt sie ein von Eglofswinden und Hennenbach herkommendes Bächlein auf, welches die Galgenmühle und die bey der ehemaligen Porzellanfabrik befindliche Stampfmühle treibt. Dann fließt sie bey Ansbach vorbey. Unterhalb des fürstlichen Schlosses vermischt sie sich mit dem Holzbache. Dieser entspringt aus dem Gumbrechtsbrunnen, der in dem, zum Weiler Hinterholz gehörigen Gemeinholze auf einer Anhöhe, dicht am Fußsteige, befindlich ist. Die Quelle ist sehr hell und stark. Aus diesem Gumbrechtsbrunnen rieselt der Holzbach herunter nach Neudorf; nimmt ferner einen von Lengefeld und der Hohenmühl herrinnenden Bach zu sich, und eilt darauf nach Schallhausen. Dort ist der Bach von seinem Bette ab, und in einen Kanal geleitet worden, der nun unter dem Namen des Altbaches an der Höhe fort nach der Residenzstadt Ansbach streichet, durch dieselbe fliesset, und sich nahe dabey in die von Neuses kommende Rezat ergiesset. In dem alten und natürlichen Bette schleicht der Holzbach mit schmalen Wasser in den Schallhäuser Wiesen fort, ebenfalls auf Ansbach zu, lauft bey dem Herrieder Thore durch die neue Pferdschwemme,| fällt etliche Schritte davon in den erwähnten Kanal, und endlich in die Rezat. Von diesem Holzbach hat Ansbach wahrscheinlich seinen Namen bekommen, indem ursprünglich das dortige Stift, ferner der Flecken, und endlich die Stadt am Holzbach genennt worden, woraus mit der Zeit Onolzbach, Ansbach, geworden ist.[2]
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Von Ansbach fliesset die Rezat weiter nach Eyb, und wird immer mehr durch eintretende Bächlein verstärkt, zumahl oberhalb Ruzendorf, da sie zwey Bäche, dieß- und jenseits, verschlingt, und Lichtenau, zu Nürnberg gehörig, mit zwey Armen umschließt. Zwischen Lichtenau und Wollersdorf nimmt sie wieder zwey Bäche auf, dann wieder einen bey Immeldorf und dortiger Mühle; ingleichen nicht weit von Schlauersbach und dortiger Mühle; ferner einen von Ziegenbach, und einen, der von Zant über Fischbach und Ruckersdorf herrieselt. Weiter fliesset sie zwischen Kirschendorf und Bechhofen von Neuses hin gegen das Städtchen Windsbach, wo sie sich oberhalb mit einem über Wernsbach herkommenden Bach, und unterhalb bey Retzendorf| mit noch zwey kleinen zu beyden Seiten einfallenden Bächen verstärkt, und dann weiter bey Untereschenbach den Gersbach zu sich nimmt. Dieser quillt im Oberamte Windsbach nicht weit von Obereschenbach, einem Teutschordischen Städtchen, hervor, lauft fort auf den Spiegelhof und nach Ismannsdorf, wo ein von dem Weiler Reuthern herabrieselndes Bächlein einfällt; streift dann fort auf Speckheim, und von da auf den Weiler Gersbach, wo er erst den Namen Gersbach annimmt, auch sich mit einem andern von Mitteleschenbach kommenden Wasser verstärkt, und dann in die Rezat fällt. Diese nimmt bald darnach einen andern Bach zu sich, der über Högersbach her streicht, und erreicht darauf Wassermungenau. Dort ergiesset sich in dieselbe ein von Dürrenmungenau her rinnender Bach; worauf sie unweit Wernfels an der Eichstättischen Gränze vorbeystreicht, bey der Pflugsmühle aber ganz ins Eichstättische eintritt. Zu Hofstetten ergiesset sich ein über Ober- und Untererlbach kommender Bach in die Rezat. Sie kommt alsdann zu Trautsfurth und Spalt an. Ober- und unterhalb dieses Städtchens fasset sie wieder zwey von beyden Seiten einfallende Bäche auf; und| tritt bey Wasserzell wieder ins Ansbachische. Nunmehr fliesset sie an der Eisenschmelzhütte hin nach Georgensgmünd, nimmt noch einen Bach, der über Untersteinbach herrieselt, zu sich, und vereiniget sich darauf mit der Schwäbischen oder obern Rezat.


3.
Von der Schwäbischen Rezat.
Diese Rezat entspringt in der Grafschaft Pappenheim, auf dem sogenannten Riedwasen, nicht weit von Graben und von Dettenheim gegen Mittag. (Das Dorf Graben soll seinen Namen von dem Graben oder Kanal erhalten haben, den Karl der Große anfangen ließ, um dadurch die Altmühl mit der Rezat zu vereinigen, damit man alsdann aus dem Rhein in den Mayn, aus dem Mayn in die Rednitz, und aus dieser durch Altmühl in die Donau schiffen könnte.) Nachdem die Rezat etwan eine gute halbe Stunde durch das Pappenheimische gelaufen ist; so erreicht sie die Gränze von Weissenburg, auf dem sogenannten Ried, wo ihr, einer wahrscheinlichen Vermuthung zu Folge, viele Zuflüsse aus einem versunkenen Berg entzogen worden. Sie nähert sich der Stadt auf eine| Viertelstunde weit, und gerade da, wo sie auf dem halben Weg zwischen Emmetzheim und Weissenburg hinfließt, zeigen sich Spuren, daß ihr Bette ehemals größer gewesen. Aus Weissenburg fließt ihr alles Wasser zu, das die dortigen Mühlen treibt, und das sehr beträchtlich ist. Noch ehe sie das Gebiet dieser Reichsstadt verläßt, wird sie durch ein anderes, ziemlich starkes Wasser, das von Morgen nahe bey Wülzburg von den sogenannten Edelweyhern hervorkommt, recht merklich verstärkt; auch durch ein auf der andern Seite oberhalb Weimersheim herkommendes Bächlein; und dann noch durch einen über Niederhofen und Weiboldshausen an verschiedenen Mühlen in zwey Armen herbey eilenden Bach, der ihr an Größe nichts nachgibt.[3]
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Die Rezat lauft nunmehr weiter fort nach Ellingen, ein Städtchen, das bekanntlich dem Teutschen Orden gehört. Sie verstärkt sich ober- und unterhalb dieses Orts mit noch einigen Bächlein; erreicht alsdann| den Eichstättischen Flecken Pleinfelden, und verschlingt bey der Mäusleinsmühl den Bronnbach. Dieser entspringt im Ansbachischen Oberamt Gunzenhausen bey dem Weiler Bronnbach, und fällt, nachdem er einen ziemlich starken, von Igelsbach herabkommenden Bach zu sich genommen, unterhalb Pleinfelden in die obere Rezat; welche darauf zwischen Mühlstetten und Mäuckel, wo die Manck hineinfällt, durchwandert, und sich oberhalb Friedrichsgemünd in die Fränkische Rezat verliert.

Nach dieser Vereinigung der obern und niedern Rezat gesellen sich noch einige Bäche dazu, besonders bey Petersgemünd, und nun heißt der vereinigte Fluß die Rednitz.


4.
Vom Laufe der Rednitz bis zu ihrer Vereinigung mit dem Rothflusse.
Unser Fluß berührt darauf weiter hin Ober- und Unterheckenhofen, Bernlohe und Barnsdorf; nimmt von beyden Seiten einige Bäche zu sich, und kommt darauf nach Roth, wo er zur Rechten den Fluß gleiches Namens zu sich nimmt. Dieser Rothfluß hat einen doppelten Ursprung, und wird von der Quelle an, in den obern und untern| Rothfluß eingetheilt. Jener entspringt theils im Pfalzneuburgischen, oberhalb Limpfstadt, nicht weit vom Städtchen Heydeck; theils in dem Ansbachischen Oberamte Stauf, bey Stauf und Eysölden. Er lauft nach Zell, dann auf die Lochmühl, nimmt dort den andern Arm zu sich, der von Limpfstadt und Heydeck herbey strömt; kommt hernach weiter auf Unterrothlen und Höfstetten; verstärkt sich da mit noch einem, von Pyras herabfliessenden Bach; wie auch mit einem andern, der in etlichen Armen über Altenhofen und Hilpoltstein her rinnet; und vereiniget sich bey der Leonhardsmühle mit der Unterroth. Diese entspringt bey dem Pfalzneuburgischen Städtchen Allersberg; fliesset zwischen Fischhof und Bolsdorf, Birkach und Grashof, Zwiebelhof und Haimpfrich hindurch, bis an die gedachte Leonhardsmühle, wo der Oberrothfluß dazu kommt. Bey dem Städtchen Roth ergießt er sich, wie gesagt, in die Rednitz.


5.
Etwas weiter hinab fällt auch die kleine Aurach in die Rednitz. Diese Aurach| entspringt in dem Ansbachischen Oberamte Windsbach, nicht weit von Petersaurach, fliesset zwischen Geißhof und Steinhof durch; kommt ferner auf Wollersdorf, Bertelsdorf, Rudelsdorf, Barbhelmesaurach, Mildach, Gauchsdorf und Breitenlohe, und ergiesset sich endlich, nachdem sie unter Wegs mehrere Bäche zu sich genommen hat, in die Rednitz. Diese kommt darauf weiter nach Pfaffenhofen, und nimmt den dort mit zwey Armen einfallenden Brunnbach zu sich, welcher an der Pfalzneuburgischen Gränze, unweit Altenfelden, aus vielen Weihern heraus kommt, durch den Weiler Brunnau lauft, und endlich die Rednitz verstärkt.
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Diese setzt nun ihren Lauf nach Buchenbach fort, und nimmt den Finsterbach zu sich, der von der rechten Seite herkommt. Er entspringt in der Grafschaft Wolfstein-Pyrbaum, macht einige Weiher, lauft nach Harlach, und ergiesset sich, unterhalb, Pruppach, in die Rednitz. Diese nimmt weiter bey Rednitzhembach diesseits die Hembach, jenseits aber einen andern über Walpersdorf herabkommenden Bach mit sich; streicht von da fort zwischen Bleckendorf und Schaftnach hindurch an Penzendorf| hin, und vereiniget sich nun mit der vordern Schwarzach. Diese entspringt unterhalb Neumark in der Oberpfalz aus den Mosweiher, fliesset zwischen Rübling und Richtheim hindurch nach Berg, Meilenhofen, Gebertshofen, und Sündelbach; nimmt hier den Langenthalbach, und zu Kettenbach noch ein Bächlein mit sich; kommt ferner nicht weit von dem Kloster Gnadenberg vorbey, und durch Rasch, wo sie ein von Adelheim, Unterrieden und Hagenhausen her rieselndes Bächlein verschlingt, gleichwie sie bey ihrem fernern Laufe unterhalb Gibizenhof (oder Köbizenhof) noch ein andres Bächlein, und dann noch bey fortgesetztem Laufe den Mimbach und noch verschiedene andere Bäche, die keine besondern Namen haben, auffasset, und endlich unterhalb Neuses in die Rednitz fällt.[4]
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| Nicht ferne davon ergiesset sich die obere Schwabach in die Rednitz, welche bey dem ehemahligen Kloster Heilsbronn aus den sogenannten dürren Engern entspringt, unter Wegs durch verschiedene Bäche verstärkt wird, darauf durch Schwabach lauft, und sich zwischen Katzwang und Neuses in die Rednitz ergiesset, zu welcher sich bey fernerem Laufe noch verschiedene Bäche, und unweit Altenberg der Bibertfluß gesellet. Dieser entspringt an der Bayreuthischen und Ansbachischen Gränze bey den Weilern Schmalenbühl und Heinklingen; nimmt bey seinem ziemlich schnellen Laufe verschiedene Bäche, besonders die Metlach, und bey Zirndorf einen von Egersdorf, unweit Cadolzburg, herkommenden Bach, der noch keinen besondern Namen hat, zu sich, und fällt, ungefähr zwölf Schuh breit, bey Altenberg in die Rednitz. Die Bibert hat Weißfische in Menge; auch führt sie Hechte und Barben. | Die Rednitz nimmt darauf noch zwey Bäche, von beyden Seiten, zu sich, und kommt nach Fürth, wo die über Nürnberg kommende Pegnitz in diese fliesset.


6.
Von der Pegnitz.
Dieser Fluß entspringt im Bayreutischen Oberland, nicht weit von Creussen. Es ist falsch, daß der sogenannte Zausebrunn – eigentlich Sausebrunn, weil er mit Sausen und Brausen hervorquillt – die eigentliche Quelle der Pegnitz sey. Dieser Zausebrunn kommt aus dem Berge, worauf das nun verwüstete Schloß Böhmenstein[5] erbauet war, so stark hervor, daß er die nächst dabey stehende Mühle treibt, ein Brauhaus mit dem besten Wasser versieht, und die rings um Pegnitz befindlichen Weiher anfüllt. Aber die Quelle der Pegnitz ist er keineswegs: sondern diese entspringt aus zwey Quellen, wovon die eine der Foren- oder Forellenbrunnen, und die andere der heilige Brunnen heißt; beyde sprudeln unweit Lindenhart. Jenen findet man, wenn man westwärts aus Lindenhart| hinabgeht, und ungefähr zehen kleine Wasserquellen, die zusammen rinnen, vorbeygelassen, weiter unten zur rechten Hand, wo er aus einem weissen Sandfelsen hervorquillet, und mit jenen kleinern Quellen den Forenbach, worin ehedem Forellen waren, bildet, und dann die obere Hollmühle gangbar macht. Der andere, von dem zur Kirche in Lindenhart gehörigen Walde, der heilige Brunn genannt, fliesset eine Viertelstunde gegen über nach Weiglathal, unweit Hörnleinsreut, aus einem weissen sandigen Boden hervor, auf die untere Hollmühle zu, vereiniget sich zuvor mit dem Forenbach, treibt alsdann diese Mühle, und geht auf Ober- und Unterleibs, Wolfsloh, Schorthammer und Heidemühl; welches alte Eisenhämmer sind. Bis zur Heidemühl hieß er ehedem die Vichtenohe, welcher Name aber nun längst verloschen ist.[6] Bey Heydemühl| vereiniget er sich mit dem Ruppelsbrunn oder Rumpelbrunn, und verschlingt den von Zips herabgekommenen starken Bach ostwärts,[7] und westwärts den Erlenbach, der in Buchenbach entspringt;[8] ingleichen das aus dem Dorfe Buchau aus vier Quellen sich ergiessende Gewässer. Darauf nähert sich die Pegnitz dem Städtchen gleiches Namens, fliesset vor dem obern Thor vorbey durch eine steinerne Brücke, und treibt darauf die Kornmühle, alsdann die Walzmühle, und etwa hundert Schritte weiter die Hohl- oder Röschmühle. Hier kriechet das aus der Radstube fallende Wasser durch ein Gewölbe von hundert Schritten, und weiter in den Bauch des Hohlbergs, der auch der Wasserberg | genannt wird. Endlich, nach einer halben Viertelstunde, kommt er wieder zum Vorschein. Nun lauft die Pegnitz nach dem sogenannten Bischoffswald fort, vereiniget sich bey ihrem fernern Laufe mit einem, vom Städtchen Auerbach herkommenden Bächlein, und kommt dann nach Rauenstein, Kupferberg, Velden und andere Orte. Bey Affaltern fällt hinein der von Eschenfelden herrieselnde Hirsbach; etwas weiter davon bey Hohenstadt, der, über Hogenbach, Weigendorf und Hartmannshofen in etlichen Armen herstreichende Kieselbach; wie auch nachmahls unterhalb Hersbruck bey Altensittenbach diesseits der Sittenbach, und jenseits der Hammerbach. Zwischen Reichenschwand und Odensoos treten wieder zwey Bäche von beyden Seiten ein, und bey fernerem Laufe gesellt sich auf der einen Seite der bey Rothenberg vorbeyfliessende Schneidebach, und auf der andern das von Morizberg hereilende Nesselbächlein, und noch ein anderes kleines Wasser, dazu. Nun kommt die Pegnitz nach Lauf, welcher Ort seinen Namen vom Laufen oder von den Wasserfällen dieses Flusses haben soll, indem er dort drey hohe Wehre oder Wasserfälle hinter einander hat, welche zur Erbauung der| und Mühlwerke Anlaß gegeben, welche zu beyden Seiten der Pegnitz fast einen so großen Platz einnehmen, als das Städtchen selbst. Bey fernerem Laufe fallen abermahls zwey Bächlein von beyden Seiten, und alsdann unterhalb Röthenbach bey dem Schnackenhof[9] der Röthenbach hinein. Dieser kommt aus dem Laurenzer Walde von Unterwelitzleuten unweit Altdorf her; nimmt bey der Fuchsmühle das Heydelbächlein zu sich, welches von den Weilern, Ober- und Unterheydelbach, herfliesset, und wird auch noch mit einem dort entspringenden Bache, der Ursprung genannt, welcher die Obermühle und Roßmühle treibt, verstärkt.
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Die Pegnitz kommt nun weiter nach Schweig, Malmsbach, Ober- und Unterbürg, ferner nach Mögeldorf. Darnach theilt sie sich bey dem Unterveilhof in zwey Arme, davon der eine an der Nürnbergischen Vorstadt Wöhrd, der andere aber an der Hadermühle vorbey fliesset. Beyde vereinigen sich wieder dicht bey Nürnberg; worauf| der Fluß durch diese Stadt fliesset, und sie gleichsam in zwey Theile scheidet. Er treibt darin 68 Mühlräder, ohne die Schleif- Polier- Säge- Rothschmid- Papier- und andre Mühlen. Bey der Krötenmühle vereiniget sich der Fischbach mit ihm, welcher aus dem Tutschenteiche (gewöhnlich Dutzendteich) kommt. (Wiewohl dies eigentlich kein Bach, sondern mehr ein Abfluß oder Landgraben ist[10]. Endlich fällt die Pegnitz bey Fürth in die Rednitz.

Der gemeine Mann, der überall Vorbedeutungen künftiger Begebenheiten erblickt, steht in den Gedanken, daß es Krieg bedeute, wenn die Pegnitz anschwillt und sich ungewöhnlich stark ergiesset. Es ist dieß um so viel ungereimet, da dies beynahe alle Jahre zu geschehen pflegt.

Übrigens ist der Lauf dieses Flusses schnell, und geht über lauter Sandboden. Sie nährt eine Menge von Fischen, als Karpfen, Aale, Forellen, Hechte, Barben, Weißfische, Elten oder Alante, Schleichen, Ruppen, Gründel u. s. w. auch Krebse im größten Überfluß.

| Der gewöhnlichen Meynung, daß die Flüsse Pegnitz und Rednitz, nach ihrer Vereinigung die Regnitz heißen, widersprechen andere, und behaupten, es wäre dies ein Fehler. Die Regnitz sagen sie, fließt bey Hof im Vogtlande; die Rednitz aber behält ihren Namen bis zu ihrem Einfluß in den Mayn. Sie unterstützen ihre Behauptung durch Urkunden und Lagerbücher, wie auch durch den noch fortdauernden Gebrauch des Wortes Rednitz bey gerichtlichen Handlungen. Ein mit der Brandenburgischen Landeskunde vertrauter Gelehrter in Erlangen versichert mich dessen, und vermuthet, daß die Verwandlungen des Wortes Rednitz in Regnitz ihren Grund in der verdorbenen Aussprache des gemeinen Mannes habe.


7.
Von der Rednitz seit ihrer Vereinigung mit der Pegnitz.
Nicht weit von Unterfarnbach ergiesset sich der Farnbach in die Rednitz. Dieser Farnbach entspringt im Bayreuthischen ohnweit Diekenholz; unter Wegs bildet er einige Weiher, und nimmt im Amte Cadolzburg ein von Dürrenfarnbach herrieselndes Wässerchen, ebenfalls Farnbach genannt,| nebst noch andern kleinen Bächen, zu sich; kommt alsdann nach Burgfarnbach und Unterfarnbach, und fällt da in die Rednitz.

Weit beträchtlicher ist die Zenn, die sich bey Stadeln in die Rednitz ergießt. Die Zenn entspringt aus den Weckbrunnen bey Urphertshofen auf der Gränze des Hofkastenamts Ansbach und des Oberamts Uffenheim, verstärkt sich unter Wegs mit dem Fembach und noch verschiedenen andern Bächen, und tritt endlich mit zwey Armen in die Rednitz. Die Zenn ist fischreich, besonders an Hechten und Karpfen.

Bey Vach ergiesset sich ferner in die Rednitz ein Bach, der über Ober- und Untermichelbach herkommt, und auf der andern Seite die Gründlach, welcher bey Geißroth im Bayreuthischen aus zwey Quellen entsteht, und nachdem er einige andere Bächlein zu sich genommen hat, bey der Königsmühle in die Rednitz fällt.

Bey Bruck, unweit Erlangen, tritt auch die Aurach, nämlich die größere, in die Rednitz. Sie entspringt im Amte Markterlbach, nicht weit von Linden, beym Hohenecker Walde aus einem Weiher, und| nimmt, ehe sie die Rednitz erreicht, eine Menge kleiner Bäche zu sich.
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Bey Erlangen fällt auch der kleine Röthelheim, der bey dieser Stadt südwärts entspringt, in die Rednitz. Diese verschlingt bald darauf ein auf der andern Seite von Roßbach herkommendes Wasser, und weiter hinab die untere Schwabach. Diese entspringt unweit des Premerhofs im Nürnbergischen, westwärts von Gräfenberg, aus einem Loche am Fuß des Berges. Die Quelle ist so stark, daß ihr Fall und Sprudeln etliche hundert Schritte weit kann gehört werden. Der erste Bach, den sie zu sich nimmt, kommt aus der Gegend von Walkersbrunn. Sie fließt alsdenn zwischen Dachstetten und Letten durch, unterhalb welcher Oerter bey Igensdorf der Lichbach in dieselbe tritt. Hier kommt auch ein Wasser von Gräfenberg hinein, welches bey Gräfenberger-Hüll entspringt, unter Wegs noch einen Bach von Weißenohe herab zu sich nimmt, in den sich ein von Haus herkommender ergiesset; dieser heißt der Steinbrunnengraben; weil er aus dem sogenannten Steinbrunnen entsteht. Diese Bäche vereinigen sich mit dem von Gräfenberg kommenden Wasser so, daß sie bey Mitteldorf| einen eigenen Kanal in die Schwabach nehmen, wenn der Lichbach, da, wo sich erstere Bäche vereinigen, aus eben diesem Bette sich so wendet, daß er noch oberhalb des Einflusses der letzern in die Schwabach kommt. Nach diesen fällt die Rüsselbach, die durch Ober- Mittel- und Unter-Rüsselbach herabkommt, von Morgen in den noch ziemlich kleinen Fluß. Von Abend, aus der Gegend von Lindelbach, kommt ein kleines Wasser, und tritt bey der Steckacher Mühle in die Schwabach. Von der Morgenseite, aus der Gegend von Herpersdorf, kommt der Röhrebach bey Forth hinzu. Unterhalb Forth, bey der Büg, fällt auch der Eckenbach hinein. Er entspringt bey Berbach, und nimmt von Bulach her noch einen Graben zur Vergrößerung ein. Bey der Brander Mühle kommt die Steppach dazu. Unter derselben, bey der langen Brücke, nimmt die Schwabach einen andern Bach zu sich, der aus einem Sumpf in dem benachbarten Walde kommt, und den man die Rettlach nennet; daher der Bach auch der Rettlachsgraben heißt. Bey Erlangen tritt, wie schon erwähnt worden, die Schwabach in die Rednitz.
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| Diese verschlingt darauf nicht weit von Kleinsebach einen ansehnlichen, in verschiedene Arme getheilten Bach; ferner bey Bayersdorf den Kreutzbach, der von dem in der Mitte stehenden, die Gränze bezeichnenden Kreutze so genennet wird, und noch verschiedene andere kleine Wasser. Sie eilt nun auf Forchheim zu, wo die Wiesent hineinfällt.


8.
Von der Wiesent.
Dieser Fluß entspringt bey Obersteinfeld im Bambergischen, fliesset auf Hollfeld zu, und nimmt dort die von Schiradorf im Bayreuthischen herkommende Keinach, die sich bey Keinach mit dem kleinen Kaisersbach vereiniget hat, und dann weiter, unweit Rechendorf, die Locha zu sich. Diese Locha kommt beym Dorfe gleiches Namens im Bayreuthischen, aus dem sogenannten Steinhäuser Brunnen, und bisweilen mit ihr viele kleine Fische heraus. Sie geht durch Allendorf, nachdem sie zuvor von dem dortigen Brunnen verstärkt worden; auch das Thannfelder Bächlein nimmt sie zu sich, und fällt unter Blankenfels in die Truppach. Ehe dieß geschieht, krümmt| sich die Locha, und kommt bey ihrem Einfluß der Truppach fast entgegen. Wenn nun die aufgeschwollene Truppach, wegen der Schwere ihres Wassers, wenig von der Locha in ihr Bett kommen läßt; so bleibt das immerzu nachkommende Wasser der Locha stehen, und wächset immer mehr an, bis das Wasser der Truppach fällt. Durch Führung eines Grabens könnte man der Locha einen leichtern Einfluß in die Truppach verschaffen, und so den Schaden, den das lose Wasser derselben verursacht, verhüten. Merkwürdig ist es, daß, wenn das Wasser der Locha stehen bleibt, es durch den ganzen Berg, an den sie sich vorbey krümmt, ehe sie in die Truppach fällt, und welcher heut zu Tage der Truppacher Berg genennt wird, vor Alters aber Blankenberg hieß, hindurch dringt, und an der Truppacher Landstraße durch Felsenritzen, welche 400 Schritte weit von ihrem Einflusse in die Truppach vom diesseitigen Fuß des Berges befindlich sind, wieder heraus kommt. Es erhellet daraus, daß innerhalb dieses Berges viele Gänge und Höhlen seyn müssen.[11]
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| Wenn nun die Wiesent die Truppach, und weiter hin den Hanbach zu sich genommen hat, so kommt sie nach Weischenfeld, fliesset bey Rabeneck vorbey, und verschlingt alsdann die Aufsees, die unweit Königsfeld auf einer Wiese aus einer ungemein starken Quelle entspringt, und über Dressendorf, Unteraufsees und Wüstenstein herkommt. Bald darauf nimmt sie auch den Putlach zu sich, der zwischen Kleba und Trockau entspringt. Sie kommt weiter vor Ebermannstadt vorbey, wo sie ein über Lutherisch-Heiligenstadt herkommender Bach verstärkt. Alsdann fliesset sie unweit Prezfeld vorbey, und nimmt die Trubach zu sich. Sie fliesset von Trubach her, und vereiniget sich unter Wegs zwischen Egloffstein und Schweinstall mit noch einem Bach. Man muß sich hüten, sie nicht mit der vorhin gedachten Truppach zu vermengen. Hierauf fliesset sie auf Forchheim zu, und vereiniget sich dort gedachtermaßen mit der Rednitz. Die Wiesent, die selbst im härtesten Winter nicht zufriert, führt herrliche Forellen mit sich.


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9.
Von der Aisch.
Bey Brandlohe fällt ferner die Aisch in die Rednitz. Sie hat ihren Ursprung im Bayreuthischen, zwischen den drey Orten Burgbernheim, Schwabheim und Illesheim, eine Stunde von der Reichsstadt Windsheim, auf einem kleinen Wiesengrund, acht oder zehen Schritte von der Ansbacher Landstraße. Weil sie in einer völligen Ebene entspringt, so fliesset sie sehr faul. Der dortige Boden ist so beschaffen, wie die ganze Gegend um Windsheim; es ist nämlich an manchen Orten kaum einen oder zwey Schuh tief Erde anzutreffen, darunter aber Felsen von Gypssteinen; wie man denn mitten im Quell der Aisch auf dem harten Gypsstein stehen kann, worin sich vierzehn bis fünfzehn Löcher finden, aus denen das Wasser hervor quillet. Diese Löcher sind zum Theil einen, zum Theil anderthalb, zum Theil auch zwey Schuh im Durchschnitt groß, und mit Schlamm und Moos angefüllt. Durch dieselben kann man mit einer Stange vier, fünf bis sechs Schuh tief hineindringen, bis man wieder auf Steinen anstößt. Hingegen mit dem Senkbley kann man wegen des Schlammes nichts ausrichten.| Gegen Mitternacht hin, nicht weit von den Hauptquellen sind noch fünf Nebenquellen, die sich durch einen Arm mit jenen vereinigen. Zusammen machen sie einen Fluß aus, der in einer halben Viertelstunde schon eine Mühle, die Aischmühle genannt, treibt. Er fließt herauf an der Stadt Windsheim vorbey, und nimmt unter Wegs auf beyden Seiten viele kleine Bäche, wie auch den Ehefluß, der aus dem Ehegründlein in verschiedenen Armen von Bautenbach und Sugenheim herkommt, und die Weisag, die von Tragelhöchstädt und Schornweisag herkommt, zu sich. Nun wandert die Aisch, schon ziemlich erwachsen und fischreich, bey Lonerstadt vorbey, nimmt bey fernerem Lauf noch einige Bäche zu sich, und ergiesset sich, sieben Meilen von ihrem Ursprunge, bey Brandlohe in die Rednitz, nachdem sie bis dahin bey hundert Mühlen bedient hat. Sie tritt oft weit und breit aus, und hat schon mancherley Schaden und Unglück gestiftet.


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10.
Von der Vereinigung der Aisch mit der Rednitz, bis zur Ergiessung der letzten in Mayn.

Nicht weit von Kettensdorf ergiesset sich auch die reiche Ebrach in die Rednitz. Sie entspringt im Schwarzenbergischen bey Röthelsee, und wird unter Wegs durch verschiedene Bäche verstärkt. Weiter fliesset bey Pettstadt auch die rauhe Ebrach hinein, welche im Wirzburgischen, nahe bey Ober- und Unter-Steinach, entspringt, und unter Wegs bey Burgebrach die von Kloster Ebrach herkommende Mittel-Ebrach, nebst verschiedenen Bächen, aufnimmt. Bey Buch wird die Rednitz auch noch durch die Aurach verstärkt, die im Bambergischen bey Unterzell entspringt, und über Ober- und Unter-Aurach herkommt. Die Rednitz nimmt auch jenseits noch zwey Bäche zu sich, und erreicht endlich Bamberg. Wenn sie durch diese Stadt und vor dem Kloster Mönchsberg vorbey geflossen ist, so fällt sie bey Geilstadt in den Mayn, nachdem sie vom Zusammenfluß der obern und untern Rezat vierzehn Meilen zurück gelegt hat.


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11.
Noch einige Anmerkungen über die Rednitz.
Von Forchheim bis Bamberg sieht man keine Brücke mehr über die Rednitz, weil da der Fluß sehr breit und schiffbar ist. Täglich gehen Schiffe und Kähne mit Gütern und Waaren von Bamberg nach Forchheim, und von da nach Bamberg. Der Fluß führt gute Karpfen, Forellen, Barben, Äsche, Orfen, Gründel und andere Fische, nebst sehr guten Krebsen. Im J. 1711 wurde zu Bayersdorf in der Rednitz bey der Mühle eine Lamprete gefangen. Dieser Seefisch war ohne Zweifel in den Rhein, aus diesem in den Mayn, und aus diesem in die Rednitz gekommen. – Sie tritt übrigens gar leicht aus, und richtet oft ziemliche Überschwemmungen an, zumahl gegen das Ende des Winters. Bey Antritt des Jahres 1777 verließ die Rednitz die Stadt Bamberg gänzlich. Das Eis, das sich bis auf den Grund aufgesetzt, hatte den Lauf des Flusses gänzlich gehemmt, und das Wasser suchte einen andern Weg. Eine halbe Stunde oberhalb der Stadt, bey Buch, brach es durch, und nahm seinen Lauf zwischen der Stadt und Vorstadt. Die Mühlen| standen still. Die Schiffe lagen auf dem Eis oder auf dem trockenen Boden. Überall konnte man durch das Bett des Flusses gehen. Man stellte aber bald über 700 Menschen an, die die durchgebrochene Öffnung zudämmten, und durch das Eis dem Fluß seinen alten Weg wieder anwiesen, wie auch eine, oberhalb sich angelegte Sandbank durchstachen. Diese Arbeit ging gut von Statten. In der Mitte des Monats Januar floß schon wieder viel Wasser durch die Stadt. – Was eben dieselbe bey der schrecklichen Überschwemmung im J. 1784 gelitten, und wie durch den ungeheuer angeschwollenen Fluß, eine kostbare steinerne Brücke vernichtet worden, schwebt noch in frischem Andenken.
  1. Genauere Bestimmungen einiger Angaben, die sich am sichersten an Ort und Stelle machen lassen, wird der Verfasser mit Dank annehmen.
  2. Vergl. Stiebers hist. und topogr. Nachr. von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach S. 20 II. 202.
  3. Eine meiner Nachrichten nennt diesen Bach die Velch. Auf der Vetterischen Landkarte des Fürstenthums Ansbach sieht man zwar dessen Abbildung, aber nicht den Namen.
  4. Eine andere Schwarzach fliesset in der Oberpfalz, und fällt bey Schwarzenfeld in die Nab. Man darf sich nicht wundern, daß in Teutschland mehrere kleine Flüsse Schwarzach, Schwarza und Schwarzwasser heissen. Die Flüsse, welche langsam fliessen, scheinen schwarzes Wasser zu haben. Daher heissen auch in der alten Geographie verschiedene Flüsse Melas. Ein solcher kommt vor in Macedonien, ein anderer in Arkadien, ein anderer in Böetien, ein anderer in Thessalien, ein anderer [404] in Thrazien, wieder ein anderer in Pamphylien, und noch ein anderer in Ionien. Einige suchen auch ein Melas im Cisalpinischen Gallien, und meynen, Virgil ziele auf ihn Georg. IV. 278. allein kein alter Geographe weiß etwas von diesem Cisalpinischen Melas. Überdieß lesen auch die meisten Handschriften Mella, der auch im Catull vorkommt.
  5. In den beyden neuesten Ausgaben der Büschingischen Erdbeschreibung, vielleicht auch in früheren, steht Böhenstein.
  6. In einer Urkunde vom 7ten Jul. 1541 kommt er noch vor. Sie fängt so an: Nachdem sich zwischen der Durchl. Hochgebohrnen Fürsten und Herrn, Herrn Georg und Herrn Albrecht Gnaden, beeder Marggrafen zu Brandenburg, Unterthanen, Burgemeister und Rath zu Pegnitz, und den Müllern an der Wasserfluth Pegnitz gesessen an einem, und dann dem [407] Hammermeister an der Wasserfluth Vichtenoh wohnhaft andern Theils des Wassers Erbfluß halber, so von der Hohlmühl auf die Hämmer, folgends herab auf die Mühlen geben soll. etc. etc.
  7. Der Zipferpach, das Gemein-Wasser genannt, ist fälschlich von einigen für den Ursprung der Pegnitz angegeben worden. Er besteht aus vier Bächen, dem Schnabelweyder, Schönfelder, Steinreuter, und dem Raub-Brunnen.
  8. Dieser Bach ertränkte im J. 1595 zu Ostern zwölf Menschen und viel Vieh; riß auch ein Haus weg in Buchenbach.
  9. Denn unweit Altdorf ist auch ein Dorf dieses Namens, wo der Bach herkommt.
  10. Vergl. (Truckenbrod’s) Nachrichten zur Geschichte der Stadt Nürnberg B. 1. S. 265.
  11. Eine Vorstellung dieser Merkwürdigkeit hat Stedler geliefert in seiner Nachlese einiger Naturalien in [417] Franken; in den Fränkischen Actis erud. et curios. Coll. XXII. S. 823.