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Topographia Superioris Saxoniae: S. Annaeberg

Topographia Germaniae
S. Annaeberg (heute: Annaberg-Buchholz)
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Angstdorff
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 23–24.
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[23]
S. Annaeberg / Annaberg.

Oder S. Annenberg / hat vor Zeiten Schreckenberg geheissen; daher noch die zehen Kreutzerer / so allhie gemüntzet worden / man die Schreckenberger nennet; wiewol deren wenig mehr gesehen werden / sondern vor schrecken in den Tiegel gesprungen seyn. Man hat sie von eines Engelsbildnuß / auch Engels Groschen genant. Als Anno 1496. das Bergwerck allhie einen glücklichen Fortgang / vnd biß auffs Jahr 1500. eine grosse Summ Gelds ertragen hatte / so ist hiedurch Hertzog Geörg von Sachsen bewegt worden / eine Statt zu bawen / vnnd sie / an statt deß vorigen Nahmens Schreckenberg / S. Annaeberg zu nennen. Keyser Maximilian der Erste hat diese newe Statt im Jahr 1501. mit schönen Freyheiten begabt / vnd mit Jährlichen / vnnd Wochentlichen Märckten / versehen. Anno 1503. wurde sie mit einer Mawer vmbgeben / vnnd mit den Reliquien / oder Heiligthümern von S. Anna / die man auß Franckreich gebracht / versehen; wie dann auch deß Hertzogs Gemahlin Barbara / Königs Casimiri auß Polen Tochter / Anno 1510. einen Finger von S. Anna in die Kirchen geschenckt hat. Im Jahr 1604. ist diese gantze Statt / sampt dem Rahthauß / vnd Kirchen / dergleichen schönere kaum zu finden war / von etlichen Mordbrennern / so hernach zu Prag wider verbrent / in die Aschen gelegt / aber folgends ziemblich wider erbawet worden. Es hatte vor diesem auch ein Closter / vnd eine Capell für die Bergknappen / allhie. Die Religionsänderung hat sich zwar allda Anno 1527. angefangen; ist aber erst vnder besagten Hertzogs Geörgen Brudern / Hertzog Heinrichen / zu ende gebracht worden. Von welcher Zeit an / Kirche / Schul / vnnd Regiment / allhie wol bestelt gewesen. Siehe obgedachten Dresserum, vnd deß Pauli Ienisii Jahrbücher / die er von dieser Statt gemacht hat. In dem nechsten Teutschen Krieg / ist dieser Meißnische / vnd nahend dem Böhmischen Gebürg / vnd bey Marienberg gelegner Orth / auch nicht lär außgangen; davon die Geschichtschreiber dieser Zeit zu lesen seyn. Vnd ist / vnder andern / derselbe Anno 1632. von den Keyserischen mehrertheils außgeplündert worden. Laurentius Peccenstein schreibet / in seinem Theatro Saxon. part. 3. fol. 34. daß bey dieser Statt ein warmes Bad liege / so die Churfürstliche Witwe von Sachsen / Fraw Sophia / etc. mit schönen Gebäwden ziehren lassen / vnd welches zu vielen Gebresten heylsamb seyn solle / vnd das Sophien Bad genennt werde. Andere nennens S. Iobs Bad / vnd sagen / daß solches auff ein halbe Meyl von der Statt S. Annaberg / bey dem Dorff Wiese lige / dessen Quell / (so in einem Grund der schönen Awen / die Rosen-Aw genant / vnden am Berge / gegen Mitternacht zu / entspringe) Johannes Friederich von Geyer der Elter / deme das Dorff Wiesen zuständig gewesen / Anno 1501. in eine Vierung fassen / vnd ein Badhauß / etc. bawen lassen. [24] Vnd bey solchem Bade seye für Alters eine Capellen gestanden / darin S. Jobs Bild / sampt einen Altar gesetzet / An. 1505. geweyhet / vnnd S. Jobs Capellen / vnnd davon auch das Bad genant worden; welche Capell jetzt gar verfallen sey. Es kan aber wol seyn / das von höchstgedachter Churfürstin hernach solches Bad einen andern Nahmen bekommen hat. Ist zwar warm / muß doch wärmer zum baden bereitet werden. Dienet zu alten kalten Gebrechen / für das Zipperlein / zittern der Glieder / zu allen Schäden der Haut / vnd andern; wie schon langsten/ nemblich An. 1576. D. Johann Göbel / davon geschrieben hat.

[T7]
Das Wiesen oder Hiobs Badt.
[T8]
Annaberg (Merian).jpg